Fachschaft Sozialwissenschaften

[ Archiv: 2006 ]


Meldung vom 20.12.2006 [ Nach unten ]

"Traumjob Politiker?": Weitere Interviews

Ministerpräsident Althaus im Gespräch Gut acht Monate Auszeit nahmen sich die Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe "Traumjob Politiker?" nach ihrem Gesprächsmarathon im Superwahljahr 2005. Dann setzten sie ab August 2006 ihre Interviews mit deutschen Spitzenpolitikern fort. Neben den "Standardfragen" zum politischen Selbstverständnis standen diesmal die Themen soziale Gerechtigkeit, Medien und Schulpolitik sowie das Verhältnis von Ost- und Westdeutschland, aber zum Beispiel auch der "Kölsche Klüngel" auf dem Programm.

Gesprächspartner waren u. a. folgende Personen:

Für das Jahr 2007 sind weitere Gespräche geplant.

Jürgen Reinholz, CDU Sigrid Beer, B'90/Grüne
Marion Gierden-Jülich, CDU Guido Kahlen, SPD
Dieter Althaus, CDU Andrea Nahles, SPD

Interviewpartner des Jahres 2006


Meldung vom 18.12.2006 [ Nach unten ]

"Beste Gruppe" bei den "Netdays NRW 2006"

Die Siegerinnen mit Urkunde Über mangelnden Zuspruch für ihr "Schwarzweiß"-Projekt konnten sich die Schülerinnen des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums im Jahr 2006 nicht beklagen. Nach diversen Fernsehauftritten und dem Erfolg für ihre Multimedia-CD beim österreichischen "Media Literacy Award", der ihnen im November eine Fahrt nach Wien bescherte, wurden sie für die Internet-Präsentation des Projekts auch bei den "Netdays NRW", dem Medienwettbewerb der nordrhein-westfälischen Landesregierung, ausgezeichnet.

Am 18. Dezember 2006 konnten Laura Dörken, Alexandra Schneider und Sandra Schulte (Dokumentation) sowie Madeleine Klement und Kerstin Rüenauver (Kamera) im Rahmen einer Preisgala im Düsseldorfer Ständehaus ihre Prämie in der Kategorie "beste Gruppe" entgegennehmen: Dr. Gernot Gehrke, Geschäftsführer des Wettbewerbsausrichters ecmc, übergab einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro.

Im Frühjahr hatten die Oberstufenschülerinnen im St.-Ursula-Gymnasium ein spektakuläres Experiment initiiert, gefilmt und ausgewertet. Fünf Tage und Nächte lang hatten in der Schulaula 36 Zehntklässler, durch einen Metallgitterzaun in "arme Schwarze" und "reiche Weiße" getrennt, das Zusammenleben von Wohlhabenden und Bedürftigen erprobt.

Die folgenden Fotos zeigen Impressionen von der Preisverleihung im Ständehaus-Kunstmuseum. Die Eröffnungsrede hielt der Sprecher der NRW-Landesregierung und Staatssekretär für Medien Andreas Krautscheid. Die Siegerehrung nahmen Dr. Gernot Gehrke und Moderator Peter Haas vor.

Staatssekretär Krautscheid (Laudator) Eröffnungsrede im Museum Preisverleihung
Ständehaus-Foyer Ehrengäste und Sponsoren

"NRW: Neues Lernen"-Preisgala 2006


Meldung vom 15.12.2006 [ Nach unten ]

Punktgenauer Börsentipp brachte bundesweit den ersten Platz

Christian, Lukas, Peter und Dennis (v.l.) Einen sensationellen Erfolg beim diesjährigen "Planspiel Börse" der Sparkassen erzielte das Attendorner Team "Lord of the Stocks". Die Schülergruppe des St.-Ursula-Gymnasiums, bestehend aus den angehenden Abiturienten Lukas Droege, Christian Steeg, Dennis Hömberg und Peter Beul, nahm während des Börsenspiels nicht nur am täglichen Handel teil, sondern gab im Rahmen eines Sonderwettbewerbs auch einen präzisen Tipp auf den Wert des Aktienindexes EuroStoxx50 zum Spielende ab.

Gleich zu Beginn des Planspiels am 27. September setzten die vier Schüler, die von der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem betreut wurden, auf einen Endstand von 4.055,03 Punkten. Tatsächlich waren es am letzten Spieltag, dem 12. Dezember, dann 4.054,72 Punkte. Mit der äußerst knappen Differenz von 0,31 Punkten konnte sich das Team bundesweit gegen sämtliche anderen 43.834 (!) Spielgruppen durchsetzen. Der Lohn: Platz eins beim EuroStoxx50-Tipp und 800 Euro Preisgeld.

Das "Planspiel Börse" ist ein Wettbewerb, der sich vorrangig an Schüler und Auszubildende richtet. Die Teilnehmer schließen sich zu Spielgruppen zusammen. Für jedes Team wird ein Wertpapier-Depot mit einem fiktiven Startkapital von 50.000 Euro eingerichtet. Über einen Zeitraum von etwa 10 Wochen hinweg können die Schüler dann aus einer Auswahl von 150 tatsächlich existierenden Wertpapieren Käufe und Verkäufe vornehmen, die zu den realen tagesaktuellen Kursen verrechnet werden. Gewonnen hat zum Spielschluss natürlich diejenige Gruppe, die mit ihrem Startkapital am letzten Börsentag den höchsten Gewinn erzielt hat.

Das Börsenspiel gibt es schon seit 24 Jahren. Der Zusatzwettbewerb um den EuroStoxx50-Tipp ist allerdings jüngeren Datums.


Meldung vom 22.11.2006 [ Nach unten ]

Im Interview: Renate Holubek über den "Media Literacy Award"

Nach der Verleihung des "Media Literacy Award 2006" gab Renate Holubek, Organisatorin des Wettbewerbs, im Wiener Museumsquartier Auskunft über die Zielsetzungen der Ausschreibung.

Renate Holubek Frau Holubek, was ist der "mla"?

Der "mla", der "Media Literacy Award", ist ein Wettbewerb des österreichischen Bildungsministeriums für österreichische und europäische Schulen, die während des Unterrichts Medienprojekte machen und sich mit Medien kritisch auseinander setzen.

Welche Zielsetzungen haben die Initiatoren des Wettbewerbs?

Die Initiatoren wollen eine breitere Öffentlichkeit für Medienprojekte in den Schulen bieten und streben außerdem an, dass sich die Schülerinnen und Schüler - und ihre Lehrer - kreativ und reflektiert mit Medien beschäftigen. Im Übrigen wollen wir ein Signal auch für diejenigen Lehrer setzen, die sich im Unterricht bisher noch nicht so sehr mit Medien beschäftigen, damit sie sehen, dass dies durchaus spannend sein kann.

Sind die Schülerinnen und Schüler nicht eigentlich sowieso schon ständig von Medien umgeben? Haben die nicht schon eine Überdosis? Muss man das denn jetzt auch noch in der Schule machen?

Natürlich ist das ein berechtigter Einwand. Aber bei diesem täglichen Umgang mit Medien fehlt meist die Kritik, die kritische Distanz, etwa hinsichtlich der Fragen: Wie wird die Werbung gemacht? Wie werden Nachrichten inszeniert? Wie sind Spielfilme und Serien aufgebaut? Welche Radionachrichten werden gesendet, welche nicht? - Es geht uns darum, dass die Schülerinnen und Schüler darauf ihre Aufmerksamkeit lenken.

Wie ist das in Österreich: Gibt es da ein eigenes Fach "Medienerziehung"?

Es gibt einige Schulen, die Medienschwerpunkte haben; es gibt zum Beispiel auch einige Schulen, die "Medienhauptschulen" oder "Medienschulen" sind. Aber es gibt nichts Einheitliches. Wir haben den Medienerlass des Bildungsministeriums, der besagt, dass an und für sich jeder Lehrer Medien in seinem Unterricht thematisieren und auch medienpädagogisch einsetzen sollte.

Nun bekommen Sie ja über den "mla" einige Rückmeldungen, was die Medienaktivitäten der Schulen angeht. In diesem Jahr waren es wohl knapp 200 Wettbewerbsbeiträge. Aber es gibt ja nun auch viele, die nichts eingesandt haben. - Mit anderen Worten: Wird dieser Medienerlass tatsächlich umgesetzt, oder pickt man sich via "mla" sozusagen die Goldkörnchen heraus, während die anderen Schulen so weiter machen wie bisher? Haben Sie darüber Erkenntnisse?

mla-Logo Es ist richtig: Wir hatten heuer knapp 200 Einsendungen, und wenn man sich vor Augen führt, dass es in Österreich etwa acht- bis zehntausend Schulen gibt (genau weiß ich's jetzt nicht), dann sind es in der Tat nur ganz wenige Lehrer, die sich die Arbeit und Mühe antun, das im Unterricht mit ihren Schülern zu machen. - Wenn es nach mir ginge, würde ich gerne noch viel mehr Projekten Öffentlichkeit bieten. Wir zeigen jetzt hier etwa dreißig Arbeiten. Schöner wäre es natürlich, wenn wir noch mehr zeigen könnten, aber dazu reichen die Zeit und unser Budget leider nicht.

Ich bin ja jetzt zum zweiten Mal hier und stelle eine gewisse Kontinuität fest. Ich treffe bestimmte Leute wieder, die sich offenbar häufiger mal engagieren - und andere, die ich dann natürlich nicht kenne, halt nicht. Sehen Sie das auch so?

Sagen wir so: Da dies hier ein Wettbewerb ist, sehen wir natürlich nur die besten und innovativsten Medienprojekte. Unsere Jury, die aus Journalisten, Medienpädagogen, Wissenschaftlern besteht, sucht die Projekte unabhängig aus (ich habe da keinen Einfluss darauf), und da sind es halt immer wieder dieselben Personen, die die besten Projekte machen, unter anderem Sie. Sie laufen den anderen halt immer ein Stückchen voraus. Wenn die gut sind, sind Sie halt einen Schritt besser.

Bisher hat die "mla"-Preisverleihung in Wels im Rahmen des YOUKI-Jugendmedienfestivals stattgefunden, in diesem Jahr zum ersten Mal in Wien. Welche Gründe gibt es dafür?

Es gibt einen Hauptgrund: Das Welser Festival will sich eher hin in den nichtschulischen Bereich entwickeln, während wir als Bildungsministerium naturgemäß eher den schulischen Bereich forcieren wollen. So haben wir die Veranstaltung hierher zu uns nach Wien geholt.

(Das Interview führte Frank U. Kugelmeier am 22.11.2006 in Wien.)


Meldung vom 22.11.2006 [ Nach unten ]

Internationaler "Media Literacy Award" geht erneut an das St.-Ursula-Gymnasium

Bereits zum zweiten Mal in Folge hat das St.-Ursula-Gymnasium den internationalen "Media Literacy Award" des österreichischen Bildungsministeriums gewonnen.

Madeleine, Alexandra, Laura und Sandra (v.l.) In der Kategorie "Multimedia" wurde - nach dem Erfolg von "Traumjob Politiker?" im letzten Jahr - diesmal das sozialwissenschaftliche Experiment "Schwarzweiß" mit dem ersten Preis für das, laut Ausschreibungstext, "beste und innovativste medienpädagogische Projekt an europäischen Schulen" ausgezeichnet.

Im Rahmen des "Schwarzweiß"-Projekts hatten im Frühjahr mehrere Dutzend Schülerinnen und Schüler fünf Tage lang in der Schulaula als "reiche Weiße" und "arme Schwarze" das Zusammenleben von Wohlhabenden und Bedürftigen erprobt. Anschließend hatten sie den Versuch multimedial ausgewertet.

Auf Einladung des Ministeriums stellten am 22.11.2006 die drei Initiatorinnen des Experiments, Laura Dörken, Alexandra Schneider und Sandra Schulte, begleitet von "Kamerafrau" Madeleine Klement und ihrem Lehrer Frank U. Kugelmeier, das Projekt im Theaterhaus "Dschungel" im Wiener MuseumsQuartier vor.

Die Jury zeigte sich beeindruckt. Ernst Schmiederer, Juror und Buchautor (u. a. "Unsoziale Marktwirtschaft"), erklärte: "In riesigen Dimensionen gedacht, mit einfachen Mitteln umgesetzt – Gratulation. Dass die Idee und das Projekt stark sind, ist eines. Dass dann auch noch die multimediale Umsetzung gelingt, macht diesen Beitrag absolut preiswürdig." Und Mit-Juror Christian Berger, medienpädagogischer Referent des Wiener Stadtschulrats, ergänzte: "Eine Multimediadokumentation im besten Sinne des Wortes. Die Webaufbereitung besticht durch ihre Einfachheit und doch Klarheit in der Navigation, trotz umfangreichem Content. Der Text ist übersichtlich und gut formuliert. Die eingebauten Videos sind kurz, straff geschnitten und ebenso klar in ihren Aussagen. Bilder dienen nicht der Illustration, sondern erweitern die Information. Hut ab vor der professionellen, wissenschaftlichen Dokumentation eines zudem noch sehr mutigen und spannenden Projektes. Als Medium sowohl für den Unterricht als auch für allgemein Interessierte durchaus weiterzuempfehlen!"

Die folgenden Bilder zeigen Impressionen von dem viertägigen Aufenthalt der Preisträgerinnen in Wien.

Christkindlmarkt am Rathaus Die [mla]-Trophäen Expertendiskussion
Während der Preisverleihung Das Publikum

Wien, 20.-23. November 2006


Meldung vom 11.11.2006 [ Nach unten ]

Auszeichnung beim bundesweiten Jugendmedienwettbewerb "MB21 - Mediale Bildwelten"

Niklas und Stefan während der Auszeichnung (© MB21) MB21-Logo Für ihre multimedial aufbereiteten Politikergespräche erhielt die Projektgruppe "Traumjob Politiker?" des St.-Ursula-Gymnasiums jetzt auch einen Anerkennungspreis beim bundesweiten Jugendmedienwettbewerb "MB 21 - Mediale Bildwelten". Eingereicht hatten die Schüler eine stark erweiterte Fassung ihrer bereits früher veröffentlichten Interviewsammlung. Stellvertretend für das gesamte Team nahmen Niklas Bein und Stefan Röben die Auszeichnung am 11.11.2006 in Dresden entgegen.

Die MB21-Jury war von den umfassenden Recherchen der Gruppe sichtlich angetan: "'Traumjob Politiker?' - eine CD-ROM, die vor allem durch die Unmenge von recherchiertem und zusammengetragenem Material besticht und beeindruckt. Beim Interagieren auf der CD entdeckt man immer wieder neue Blickwinkel auf den Beruf des Politikers. So findet man neben transkribierten Interviews eigens eingefangene Fotoimpressionen vom Straßenwahlkampf, Audio- und Videoaufnahmen bekannter Politikerinnen bzw. Politiker und selbst verfasste Texte zum Thema. Diese Herangehensweise an den (Traum-)Job des Politikers und die Art und Weise der Reflexion ist belohnenswert."

Der MB21-Preis ist die fünfte Auszeichnung, die den Schülerinnen und Schülern der Projektgruppe in den letzten anderthalb Jahren für ihr Engagement zugesprochen wurde. Die Politiker-Interviews werden auch im laufenden Schuljahr fortgesetzt.


Meldung vom 28.10.2006 [ Nach unten ]

Gymnasiasten auf "Jobsuche" in der Kölner Innenstadt

Vanessa"Suche Arbeit jeder Art. Bitte sprechen Sie mich an!" - Mit Schildern wie diesem machten sich am Samstag, dem 28.10.2006, dreißig Oberstufenschülerinnen und -schüler des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums auf den Weg in die Kölner Innenstadt. Sie wollten überprüfen, wie schwierig es in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit tatsächlich ist, einen Ausbildungsplatz oder zumindest einen Aushilfsjob zu finden.

Neben den "Arbeitsuchenden", die mit ihren Plakaten in der Fußgängerzone auf und ab gingen, nahmen einige andere Gymnasiasten, wie schon in einem ähnlichen Experiment vor zwei Jahren, als Bettler am Straßenrand Platz, um die Spendenbereitschaft der Vorübergehenden zu testen. Wieder andere versuchten sich als Straßenmusiker oder "Statuenmensch" auf der Domplatte. Ihre Mitschüler notierten diskret die Reaktionen der Passanten.

MehmetEin überraschendes Ergebnis war die Tatsache, dass die Jugendlichen wirklich eine Reihe seriöser Angebote erhielten - wobei die Mädchen besser als die Jungen abschnitten. So musste sich Marius ("Übernehme jede Arbeit") mit einem Auftrag zur Gartenarbeit bescheiden. André wurden lediglich zwei Aushilfsjobs angeboten. Mehmet, der sein Schild ("Suche Arbeit. Bitte helfen Sie!") auf Deutsch und auf Türkisch beschriftet hatte, konnte immerhin drei Offerten (Fensterputzen, Kellnern, Packdienst am Flughafen) verbuchen.

Hingegen wurde Dajana vom Geschäftsführer eines nahe gelegenen Telefonladens gleich eine Stelle als Kundenberaterin angeboten. Auch als Volontärin bei RTL hätte sie anfangen können. Und Vanessa konnte zwischen Jobs in einer Bäckerei, einem Modegeschäft oder in einem Pulheimer Familienbetrieb wählen. Gegen Ende des Versuchs erschien dann noch ein gut gekleideter Herr in Begleitung seiner Frau - der Vorstandschef eines süddeutschen IT-Unternehmens, wie sich herausstellte. Er habe die Schülerin gesehen und eine Weile über sie nachgedacht, erklärte er. Wenn sie flexibel sei, solle sie sich doch schriftlich bei ihm bewerben. Er habe in Stuttgart einen Ausbildungsplatz zur kaufmännischen Angestellten frei.

ChristianAuch die "Bettler" machten interessante Erfahrungen. Daniel (18) saß am Anfang der Schildergasse - an derselben Stelle und zur selben Uhrzeit wie zwei Jahre zuvor bereits einer seiner Mitschüler. Lediglich das Schild, das er vor sich stehen hatte, war neu: "Ich bin wie du." Mit diesem Spruch, der kürzlich von einer Berliner Werbeagentur speziell für dortige Bettler entworfen worden war, hatten die Almosenempfänger ihre Einnahmen angeblich um ein Viertel steigern können. Für Köln ließ sich dies nicht bestätigen: Der Attendorner Schüler nahm mit knapp 18 Euro in zwei Stunden exakt so viel ein wie sein "Kollege" vor zwei Jahren.

Nicht ganz so erfolgreich war Christian ("Heute ich, morgen du!") mit 9 Euro. Immerhin schien sein Platz jedoch gut gewählt zu sein. Denn den nahmen nach seinem Abgang gleich zwei andere, "echte" Bettler ein.

Ein Erlebnis der besonderen Art hatte Julian, der auf der Hohe Straße mit Anzug und Krawatte hinter dem Schild "Qualifiziert, aber überflüssig" hockte. Schon nach ein paar Minuten forderte ihn ein Passant auf, aufzustehen und, statt herumzusitzen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. "Du musst kämpfen, kämpfen!", schrie er immer wieder auf den Schüler ein und zerriss ihm schließlich sogar das Pappschild.

Madeleine (16) versuchte sich derweil als Klarinettistin entlang der Schildergasse. Getreu der Kölner Straßenordnung wechselte sie alle paar Minuten ihren Standort. Etwa 9 Euro waren das Resultat ihres Bemühens nach 40 Minuten Spiel.

Die meisten Einnahmen erzielte allerdings Daniel (17). Er stand im Nikolauskostüm als unbeweglicher "Statuenmensch" vor dem Südturm des Kölner Doms und konnte sich vor Zuspruch kaum retten. Alle wollten ein Foto von sich und ihm machen: kleine Kinder und angeheiterte Fußballfans ebenso wie fröhliche Pensionäre und fernöstliche Touristen. Die Bilanz nach einer Stunde: über 18 Euro - Spendengeld, das die Schüler auch in diesem Jahr wieder an die Kölner Tafel weiterreichten.

Die Attendorner Truppe war in der Domstadt übrigens nicht allein. Ein Team des Senders Pro7 begleitete einige der Schüler und filmte, teils durch eine versteckte "Brillenkamera", die Erlebnisse der Oberstufler mit. Sendetermin: Dienstag, der 7. November, im Mittagsmagazin SAM.


Meldung vom 27.10.2006 [ Nach unten ]

Schülerteam präsentiert eigene Software beim Jugendforum NRW

Kerstin, Niklas, Stefan und Jonas (v.l.) in KölnIm Rahmen des 1. Jugendforums NRW präsentierten vier Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums am 27. und 28. Oktober 2006 im Kölner MediaPark einige ihrer selbst erstellten Computerprogramme, darunter ihr neues Ökologie-Spiel "22/42".

Niklas Bein, Stefan Röben, Kerstin Rüenauver und Jonas Warns hatten in der Vergangenheit für ihre Softwareentwicklungen mehrere nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Der Veranstalter, das im Auftrag der NRW-Landesregierung tätige Kölner Jugendamt, war dadurch auf die Jugendlichen aufmerksam geworden und hatte sie eingeladen, sich mit einem eigenen Messestand vorzustellen.

Neben Präsentationen unterschiedlichster Anbieter aus ganz Deutschland bot das Jugendforum auch Diskussionsveranstaltungen und Workshops rund um die Themen Computerspiele und Multimedia.

Die vier Attendorner nutzten die Zeit zudem, um ihr früheres Projekt "Traumjob Politiker?" zu erweitern. Am Rande des Forums befragten sie Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen und die Staatssekretärin im NRW-Familienministerium Dr. Marion Gierden-Jülich zu ihrem politischen Selbstverständnis. Natürlich wurden auch diese Interviews wieder multimedial aufbereitet.


Meldung vom 21.3.2006 [ Nach unten ]

"Schwarzweiß" - ein neues Experiment

Sozialwissenschaftliche Experimente haben am St.-Ursula-Gymnasium bereits Tradition. Mal verstummten einige Schülerinnen und Schüler drei Tage lang, mal nahmen sie in verschiedenen Fußgängerzonen als Bettler Platz, mal gingen sie für fünf Tage auf "Mars Mission". - Anfang 2006 stand ein neues Projekt auf dem Programm. Es trug den Titel "Schwarzweiß" und fand vom 16. bis zum 21. März 2006 statt.

Die Versuchspersonen Diesmal ging es um das Aufeinandertreffen von Arm und Reich. Die Idee des Experiments, die durchaus Parallelen zu einschlägigen Fernsehformaten aufwies, war relativ einfach: Die Aula der Schule wurde in ein "schwarzes" und ein "weißes" Feld geteilt. Darauf fanden sich drei Dutzend Jugendliche ein, fünf Tage und fünf Nächte lang, ohne Unterbrechung. Sie durften die ihnen zugewiesenen Felder während dieser Zeit nicht verlassen.

Im hinteren Teil der Aula machten es sich die "Weißen" bequem, zwölf Personen, denen es an nichts fehlte: Nahrungsmittel waren reichlich vorhanden; auf Wunsch gab es zusätzliches Essen aus der Cafeteria und vom Pizzaservice. Auch Unterhaltungselektronik (Computer, Video-, Audio-Player), Regale, Tische, Stühle und eine Couchgarnitur, ein Küchentrakt mit Kühlschränken, zwei Schlafräume und großzügige Sanitäreinrichtungen gehörten zum Inventar.

Davor, im vorderen Teil der Aula, durch ein paar Absperrgitter getrennt, lebten die restlichen Personen, die zwei Dutzend "schwarzen" Probanden - ausgestattet lediglich mit dem Notwendigsten: bescheidenen Essensvorräten, leeren Bananenkisten statt Möbeln, einer einzigen Toilette und nur einer Dusche. - Fernseher, Radios, CD-Player und Handys fehlten hier ebenso wie die Möglichkeit, sich in einen "Nebenraum" zurückziehen zu können; vom Pizzaservice ganz zu schweigen.

Keine der Versuchspersonen, die sich gemeldet hatten, wusste vor dem Experiment, ob sie zu den "Schwarzen" oder den "Weißen" gehören würde. Hierüber entschied kurz vor Versuchsbeginn das Los. Gleichwohl gab es im Vorfeld in den 10. Klassen fast fünfzig Bewerbungen um die Plätze in der Aula.

Wie würden die beiden Gruppen miteinander auskommen? Was empfindet man, wenn man ständig die Reichen vor Augen hat, ohne an ihrem Reichtum teilhaben zu können? Und wie ist es umgekehrt, den Armen beim Hungern zuzuschauen? Diesen und weiteren Fragen gingen die Initiatoren des Versuchs nach, darunter drei Oberstufen-Schülerinnen, die das Verhalten der Probanden rund um die Uhr beobachteten, um anschließend Facharbeiten über das Experiment zu schreiben. Eine von ihnen war übrigens bereits bei der "Mars Mission" dabei - damals allerdings selbst als Versuchsperson.


Meldung vom 31.1.2006 [ Nach unten ]

Fachschaft Sozialwissenschaften erhält als erstes deutsches Team den Europäischen Jugendpreis "Young Active Citizens"

Für ihr Projekt "Demokratie, repräsentativ - Traumjob Politiker?" ist die Fachschaft Sozialwissenschaften des St.-Ursula-Gymnasiums jetzt mit dem Europäischen Jugendpreis "Young Active Citizens", einer Ausschreibung des Europarats, ausgezeichnet worden. Zum ersten Mal ist damit ein deutsches Team unter den Preisträgern.

Europarat-Logo Der jährlich europaweit ausgeschriebene Wettbewerb will Kooperationen zwischen lokalen bzw. regionalen Behörden und jungen Menschen fördern. In der Auslobung des Jahres 2005 wurden - als Beitrag zum Europäischen Jahr der Politischen Bildung - praktische Beispiele innovativer Unterrichtsmethoden und -materialien gesucht, die in besonderer Weise auf die politische Bildung Jugendlicher und junger Erwachsener zielen (Lehrmaterial, audiovisuelle Produktionen, Spiele, CD-ROMs, Publikationen aller Art usw.).

Während der Preisverleihung Die Fachschaft hatte in Zusammenarbeit mit Parteizentralen, Wahlkreis- und Abgeordnetenbüros sowie mit dem Düsseldorfer Landtag eine Reihe von Gesprächen mit Spitzenpolitikern initiiert - darunter mit Franz Müntefering, Volker Kauder, Peer Steinbrück, Jürgen Rüttgers, Bärbel Höhn, Kerstin Müller, Andreas Pinkwart und Oskar Lafontaine. Die Interviews wurden dann im Rahmen eines Schulprojekts multimedial für den Unterrichtseinsatz aufbereitet und auf CD bzw. im Internet publiziert. Zusätzliche Recherchen an der politischen Basis während des NRW-Landtags- und des Bundestagswahlkampfs sowie eigene Umfragen zum Image der Politiker rundeten das Bild vom vermeintlichen "Traumjob" der Volksvertreter ab.

Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde am 30. Januar 2006 in Straßburg zu Beginn einer internationalen jugendpolitischen Konferenz von der stellvertretenden Generalsekretärin des Europarats, Maud de Boer-Buquicchio, übergeben. Entgegen nahmen ihn Stefan Röben (Schüler und "Chefprogrammierer", 17 Jahre) und Eva Jansen (Betreuungslehrerin) als Vertreter des St.-Ursula-Gymnasiums sowie der stellvertretende Pressesprecher des NRW-Landtags, Dr. Florian Melchert (Foto, links), als Repräsentant einer der kooperierenden Behörden. Dr. Peter Fricke (Foto, rechts), Leiter der Abteilung "Kinder und Jugend" im Bundesfamilienministerium, stellte das Projekt dem Auditorium kurz vor. Außer den Deutschen wurden auch Teams aus Kroatien, Ungarn, Russland und Nordirland prämiert.

Das St.-Ursula-Gymnasium hatte für Teile seiner Politik-Recherchen zuvor bereits mehrere andere nationale und internationale Auszeichnungen erhalten - den ersten Preis in der europaweiten Ausschreibung "Join Multimedia" der Siemens AG für die beste schulische CD-Präsentation, den ersten Preis beim "Media Literacy Award" des österreichischen Bildungsministeriums für das "beste und innovativste medienpädagogische Projekt an europäischen Schulen" (Jury-Text) sowie den Hauptpreis des Medienwettbewerbs "Netdays NRW" der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die umfassende Internet-Dokumentation des Projekts.

Die Gewinner mit Urkunde
(© photo@coe.int) Vor dem Europarat
Lounge Alle europäischen Gewinnerteams
(© photo@coe.int) Eva Jansen in Europa
Palais de l'Europe, Hemicycle Dr. Florian Melchert und Stefan Röben

Impressionen aus Straßburg


Meldung vom 27.1.2006 [ Nach oben ]

Ein letzter Brief des Altbundespräsidenten Johannes Rau

Johannes Rau in Hannover Auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover (Frühjahr 2005) hatten sie ihn kurz getroffen und waren gleich sehr beeindruckt gewesen. Gerne hätten die Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen ihres Projekts "Traumjob Politiker?" politische Repräsentanten aus Bund und Land interviewen, deshalb auch ein ausführliches Gespräch mit ihm geführt: Bundespräsident a. D. Johannes Rau. Aus seiner Zeit als nordrhein-westfälischer Wissenschaftsminister, als Ministerpräsident sowie als Staatsoberhaupt hätte Rau sicherlich vieles zu berichten gehabt.

Dazu kam es jedoch leider nicht mehr. Anfang Januar erhielt die Schülergruppe eine schriftliche Absage. Mit freundlichen Worten bedauerte Rau, den Jugendlichen nicht "Rede und Antwort" stehen zu können - dazu reichten nach siebzehn Monaten Krankheit die Kräfte derzeit nicht. Er habe mehrere Operationen durchzustehen gehabt, von denen er sich noch nicht wieder erholt habe. Deshalb bitte er um Verständnis dafür, ein solches Gespräch nicht führen zu können. Gleichwohl wünsche er der Gruppe für ihr Projekt gutes Gelingen.

Es war einer der letzten Briefe des Altbundespräsidenten. Johannes Rau starb knapp drei Wochen später im Alter von 75 Jahren.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2004-2010