Fachschaft Sozialwissenschaften

[ Archiv: 2009 ]


Meldung vom 6.12.2009 [ Nach unten ]

Traumjob Bischof? Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode im Gespräch

"Traumjob Bischof?" Unter diesem Motto stand ein Podiumsgespräch, das die Schüler-AG "Kardinalfragen" des St.-Ursula-Gymnasiums am Nikolaustag mit dem Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode führte. Im Alten Kapitelsaal des Paderborner Doms diskutierten die Jugendlichen mit dem Kirchenvertreter über die Veränderungen im Bischofsamt vom Mittelalter bis heute.

Die Moderatoren mit Bischof Bode Auf die scherzhafte Eingangsfrage, was er der katholischen Kirche eingebracht habe, schließlich seien die Bischöfe früher meist nach ihren irdischen Besitztümern ausgewählt worden, konterte Bischof Bode, dass heutzutage materieller Zugewinn selbstverständlich kein Kriterium mehr für eine Ernennung sei. Er selbst habe Erfahrungen in der Gemeindearbeit, aber auch wissenschaftliche Reputation in das Amt mitbringen können. Anders als seine mittelalterlichen Amtsvorgänger ziehe er im Übrigen auch nicht mehr als Heerführer ins Feld, um territoriale Streitigkeiten auszutragen.

Die Schülergruppe, sonst spezialisiert auf Diskussionsrunden und Interviews mit Politikern wie Franz Müntefering, Volker Kauder, Rainer Brüderle und Oskar Lafontaine, nahm diesen Aspekt zum Anlass, nach dem heutigen Verhältnis von Kirche und Politik zu fragen.

Politiker und Kirchenleute hätten vieles gemeinsam, erklärte Bischof Bode. Beide träten für den Menschen ein. Verkündeter und gelebter Glaube habe immer auch eine politische Komponente. Umgekehrt komme kein Politiker ohne ein Wertefundament aus, das sich letztlich aus dem Glauben speise.

Auch auf aktuelle Themen ging die Gesprächsrunde ein. So zeigte der Bischof etwa für das kürzlich in der Schweiz per Volksabstimmung geforderte Minarettverbot kein Verständnis. Hier werde die Religionsfreiheit eingeschränkt. Das mache ihn traurig und sei zudem gefährlich. Das Argument, der Bau christlicher Kirchen werde in islamischen Ländern ebenfalls eingeschränkt, lasse er nicht gelten. Hier das eine gegen das andere aufzurechnen widerspreche den Glaubensgrundsätzen des Christentums.

Podiumsgespräch Im Folgenden kamen die Schüler auf das Verhältnis der Kirche zu den Massenmedien zu sprechen. Was der Bischof - vor allem mit Blick auf die Jugend - von einer Verkündigung via Bildschirm halte, wollten sie wissen.

Hier zeigte sich Franz-Josef Bode, der zugleich Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, ganz auf der Höhe der Zeit. Natürlich berge ein Fernsehauftritt auch Probleme. Antworte er in einer TV-Talksendung auf irgendeine Frage, laufe er Gefahr, künftig auf dieses Thema reduziert zu werden. Gleichwohl sei die Medienpräsenz von Bischöfen notwendig.

Von einem eigenen katholischen Fernsehsender hält der Osnabrücker Bischof allerdings nichts. Damit erreiche man nur eine sehr kleine Zielgruppe und hinke zudem der technischen Entwicklung hinterher. Deshalb sei dieses Thema in der Bischofskonferenz mittlerweile auch "durch". Viel wichtiger sei das Engagement der Kirche in Internetportalen und Communities - in eigenen, vor allem aber in etablierten wie "StudiVZ". Dort eröffneten sich erheblich größere Chancen, besonders Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen.

Die Podiumsdiskussion bildete die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe öffentlicher Bischofsgespräche, mit denen das Erzbistum begleitend zu der Ausstellung "Für Königtum und Himmelreich" an das Wirken des Paderborner Bischofs Meinwerk vor 1000 Jahren erinnert. Die Initiatoren der Ausstellung hatten von den früheren Aktivitäten der Attendorner Interviewergruppe gehört und sie deshalb als Moderatoren eingeladen.


Meldung vom 18.11.2009 [ Nach unten ]

20 Jahre Mauerfall - Eine weitere Begegnung mit Ministerpräsident a. D. Bernhard Vogel

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Mauerfall - gleich zwei Jubiläen waren es, zu denen die Politische Akademie Biggesee einen hochkarätigen Redner eingeladen hatte. Prof. Dr. Bernhard Vogel, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen und jetzt Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, referierte am 18. November vor etwa 150 Gästen über die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung.

Die Schüler-AG "Traumjob Politiker?" des St.-Ursula-Gymnasiums ließ sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen und bat den CDU-Politiker nach seiner Rede zum Interview. Besonders interessierten sich die Jugendlichen dabei für Vogels Erfahrungen als Landeschef des "neuen" Bundeslands Thüringen.

"Es war gut, dass ich vorher nicht gewusst habe, worauf ich mich da einlasse", erklärte der Ex-Ministerpräsident. "Sonst hätte ich es wahrscheinlich nicht gemacht." Beim Aufbau der Bundesrepublik habe man nach dem Krieg auf die Erfahrung der Demokraten der Weimarer Republik zählen können. Bei der Wiedervereinigung 1990 sei das anders gewesen: "Schließlich hatte es in Ostdeutschland seit 1933 keine Demokratie mehr gegeben. Wir mussten bei null anfangen." Seinem ersten Kabinett habe zum Beispiel kein einziger Jurist angehört, da dieser Berufsstand im Osten politisch besonders belastet gewesen sei. Und auch die "West-Importe", obwohl dringend erforderlich, seien nicht immer erste Wahl gewesen.

Trotz dieser Schwierigkeiten sah Vogel im Rückblick allerdings eher das Einende als das Trennende. Es sei Unsinn, aus Statistiken, denen zufolge 30 Prozent der "Wessis" noch nie in Ostdeutschland gewesen seien, eine Kluft zwischen Ost und West herzuleiten: "Ich möchte nicht wissen, wie die Zahlen ausfallen, wenn man fragt, wie viele Oberbayern in ihrem Leben schon einmal in Schleswig-Holstein waren. Aber darüber gibt es bezeichnenderweise keine Erhebungen."

Eine viel größere Herausforderung als die Wiedervereinigung ist für Vogel die Bewältigung der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Kosten der Einheit, etwa die dreistellige Milliardenhilfe für die Sowjetunion, seien alles in allem überschaubar gewesen. Demgegenüber erscheine die aktuelle Situation diffus und schwer zu handhaben.

Neben den deutschlandpolitischen Themen hatten die Schüler auch einige allgemeine Fragen auf ihrer Liste, etwa die nach den Eigenschaften, die ein erfolgreicher Politiker haben müsse. Vogel, selbst seit fünf Jahrzehnten politisch aktiv, setzte hier zwei Prioritäten: Er müsse den Menschen zugewandt und zudem kontaktfreudig sein.

Am Schluss ihres Interviews stellten die Jugendlichen dem CDU-Politiker wie üblich ihre "Feenfrage": Welches politische Ziel er sofort umsetzen würde, falls ihm die gute Fee einen (aber nur einen) Wunsch gewähre. Vogels klare Ansage: Es sollten sich mehr Bürger an den Wahlen beteiligen. Nur so sei die Demokratie lebensfähig.

Das Gespräch in der Politischen Akademie war übrigens nicht das erste, das die Schüler-AG mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten führte. Bereits im Sommer 2007 hatte er Mitgliedern der AG im Rahmen der "Campus Akademie" in Schwerte Rede und Antwort gestanden.


Meldung vom 13.10.2009 [ Nach unten ]

DGB-Jubiläum mit Preisverleihung

  Willi Brase MdB Festgesellschaft
Nicht nur die Bundesrepublik Deutschland feierte 2009 ihr 60-jähriges Bestehen, sondern auch der Deutsche Gewerkschaftsbund. Pünktlich zum Gründungstag am 13. Oktober 1949 lud deshalb der DGB-Regionalvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Willi Brase ins Technologiezentrum nach Siegen-Geisweid. Vor etwa 200 geladenen Gästen referierten er und andere Redner zur Geschichte der Gewerkschaften und zu Perspektiven der Arbeitnehmervertretungen in der Zukunft. Auf dem Programm der Festveranstaltung stand außerdem die Prämierung einiger Schülerarbeiten.

Zum Jubiläum hatte der DGB einen Schülerwettbewerb ausgeschrieben, in dem Jugendliche verschiedener Schulformen dem Wandel in der regionalen Arbeitswelt innerhalb der letzten sechs Jahrzehnte nachgehen sollten. Auch der Schülergruppe "Arbeitswelten" des St.-Ursula-Gymnasiums wurde in diesem Zusammenhang ein Anerkennungspreis zugesprochen.

Die Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus fünf Schülerinnen und einem Schüler der ehemaligen Jahrgangsstufe 10, hatte in den Sommerferien in der Firma Kirchhoff Automotive recherchiert, ehemalige und noch aktive Mitarbeiter befragt und aus dem gesammelten Material eine umfangreiche Internet-Präsentation erstellt.


Meldung vom 09.10.2009 [ Nach unten ]

Unterwegs in Attendorn - Betriebsbesichtigungen der 9. Klassen

Azubi Tim (re.) erläutert die Ausbildung Was soll aus mir werden? Welcher Beruf ist für mich geeignet? Wo liegen meine Stärken und Schwächen? Auch in diesem Jahr führten die 9. Klassen des St.-Ursula-Gymnasiums wieder ein Projekt zur Berufswahlorientierung durch, das diese und weitere Fragen beantworten sollte. So nahmen die etwa neunzig Schülerinnen und Schüler beispielsweise am Computer an Eignungstests teil und ließen sich zudem von Referenten beraten. Zum Abschluss des Projekts standen dann noch Besichtigungen in örtlichen Betrieben auf dem Programm.

In Kleingruppen von etwa 10 Personen erkundeten die Neuntklässler die Firmen Muhr und Bender, Kirchhoff Automotive, GEDIA, Aquatherm, ASA und VIEGA. Auch die Sparkasse ALK, die Stadtverwaltung und das Krankenhaus St.-Barbara gewährten Einblicke in ihre betrieblichen Strukturen.

Eine Besonderheit ist in diesem Jahr, dass die Eindrücke aus den Betrieben im regulären Unterricht aufgearbeitet werden können. Während das Projekt in früheren Jahren etwas isoliert dastand, bieten die neu eingerichteten Sozialwissenschaften-Differenzierungskurse jetzt erstmals die Möglichkeit, die Berufswahlorientierung didaktisch zu begleiten.

Die Fotos zeigen Eindrücke von der Besichtigung der Firma Kirchhoff Automotive. Herr Aland (Personalabteilung) sowie Herr Isphording (Ausbildungsleitung) sowie vier Auszubildende führten die Schülergruppe durch die Fertigungshallen und gaben anschließend ausführlich Auskunft zu den beruflichen Perspektiven sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich.

Firmenlogo auf Druckpresse Während der Führung Produkte

Impressionen aus der Kirchhoff-Fertigungshalle


Meldung vom 05.10.2009 [ Nach unten ]

Wahlrecht ab Geburt? Sozialwissenschaften-Leistungskurse debattieren im Landtag

Judith König Im Plenum "Das Wort hat die Abgeordnete König." Mit dieser Aufforderung wurde Abiturientin Judith König im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags ans Rednerpult gebeten - nicht, weil sie plötzlich ins Fach der Volksvertreterin gewechselt wäre, sondern im Rahmen einer simulierten Plenarsitzung, zu der die beiden Sozialwissenschaften-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 13 am 5. Oktober in die Landeshauptstadt gefahren waren.

Derartige Simulationen gibt es erst seit kurzer Zeit. Zuvor war der Aufenthalt im Plenum des Landtags nur den wirklichen Abgeordneten vorbehalten, Besuchergruppen mussten - auch an sitzungsfreien Tagen - auf der Tribüne Platz nehmen.

Stattdessen hatten die Schülerinnen und Schüler nun Gelegenheit, zusammen mit zwei Gruppen anderer Schulen eine Plenarsitzung zu "spielen". Zu diesem Zweck hatten die Besucher zuvor einen fiktiven Gesetzentwurf zugeschickt bekommen, zu dem sie Stellung nehmen sollten. Judiths Redebeitrag zu der Frage, ob man der Gerechtigkeit halber nicht ein Wahlrecht bereits ab Geburt einführen solle, fand im Plenum großen Beifall in allen Fraktionen.


Meldung vom 26.09.2009 [ Nach unten ]

Schüler-AG im Wahlkampf-Endspurt

Bärbel Höhn im Gespräch Dass Politiker in Wahlkampfzeiten (noch) mehr gefordert sind als üblicherweise, ist allgemein bekannt. Die Schüler-AG "Traumjob Politiker?" wollte es jedoch ganz genau wissen und befragte deshalb hierzu Volksvertreter aus Bund und Land.

So traf die AG beispielsweise drei Tage vor der Bundestagswahl in Gummersbach auf die grüne Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn. 90-Stunden-Wochen diagnostizierte diese für die Zeit nach der Sommerpause. In den letzten zwei Wochen habe sie mit dem grünen "Event-Mobil" in der Regel täglich mindestens zwei Veranstaltungsorte angesteuert. Hinzu kämen Abendtermine wie etwa ein Auftritt in der WDR-Hörfunksendung "Arena".

Johannes Vogel im Gespräch Ähnliches berichtete der FDP-Bundestagskandidat und Juli-Bundesvorsitzende Johannes Vogel, den die AG am Samstag vor der Wahl in der Attendorner Innenstadt befragte. Vier bis fünf Termine habe er täglich absolviert; und am Samstagabend stehe dann noch die Teilnahme an Stefan Raabs "Bundestagswahl"-Sendung an.

Von 16-Stunden-Tagen wusste auch Matthias Heider, der Bundestagskandidat der CDU, zu berichten, der zum Abschluss seines Veranstaltungs-Marathons ebenfalls nach Attendorn gekommen war. Der hohe Zeitaufwand liege schon in dem großen Wahlkreis begründet: Wenn man auf Wahlkampftour von Schalksmühle nach Kirchhundem fahre, sei man auf der 90-Kilometer-Strecke gut und gerne anderthalb Stunden unterwegs. Bei vier bis sechs Veranstaltungen pro Tag komme da schon einiges zusammen.

Matthias Heider vor der Kamera Etwas allgemeiner antwortete die nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft, die sich am Stand der Attendorner SPD aufhielt: Im Grunde genommen mache sie, seit sie Vorsitzende der Landespartei geworden sei, ständig Wahlkampf.

Trotz des enormen Aufwands und des teilweise nur geringen Zuspruchs in der Bevölkerung waren alle befragten Politikerinnen und Politiker davon überzeugt, dass der Gang auf die Straße notwendig sei. Nur so behalte man seine politische Bodenhaftung, stellte Hannelore Kraft fest. Und Matthias Heider erklärte, gerade aus dem persönlichen Gespräch mit den Bürgern könne man eine ganze Menge nach Berlin mitnehmen.

Die Tatsache, dass auf dem Marktplatz die Partei-Sonnenschirme von CDU, SPD und FDP traut beieinander standen, konnte freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass zuvor mitunter mit harten Bandagen gekämpft worden war. So hatten sich in den Tagen zuvor beispielsweise in NRW die CDU und die SPD wechselseitig beschuldigt, "Video-Spitzel" zur Überwachung des jeweiligen Gegners einzusetzen.

Hannelore Kraft im Gespräch Dass deshalb am Ende des Wahlkampfs hin und wieder die Nerven blank lagen, zeigte sich am Beispiel der SPD-Vorsitzenden:

Nachdem sie der Schüler-AG knappe zehn Minuten Rede und Antwort gestanden hatte, verlangte sie plötzlich, die Kameras auszuschalten. Sie erklärte, über die Hintergründe des Interviews nicht genügend informiert zu sein, und forderte, die gemachten Videoaufnahmen sofort zu löschen - ein Ansinnen, dem die AG nicht nachkam, und im Übrigen ein Vorgang, der den Jugendlichen, die inzwischen etliche Dutzend Gespräche mit Spitzenpolitikern geführt haben, bis dahin noch nie untergekommen war.

Selbstverständlich hatte die Schüler-AG, wie bei allen vorherigen Interviewpartnern, zuvor Kontakt sowohl mit dem Büro Krafts als auch mit dem Attendorner Ortsverein aufgenommen und von Letzterem auch "grünes Licht" für das Gespräch bekommen. Offensichtlich war es jedoch um die innerparteiliche Kommunikation nicht gut bestellt.


Meldung vom 10.09.2009 [ Nach unten ]

Krisenstimmung: Was treibt die Wirtschaft? Eine Podiumsdiskussion

Nach der Vorstellungsrunde der Bürgermeisterkandidaten im Frühjahr organisierte das St.-Ursula-Gymnasium gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl eine weitere Podiumsveranstaltung. Zu einem Gespräch über die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise trafen sich im Forum der Schule gleich vier hochkarätige Gäste:

Die Diskussionsrunde Die Diskussion stand unter dem Motto "Krisenstimmung: Was treibt die Wirtschaft?" Die Frage war im doppelten Wortsinn zu verstehen: (1) Wie geht es der Wirtschaft, was macht sie? (2) Was treibt sie an, welchen Einflüssen ist sie ausgesetzt?

Nach einer kurzen Einzelbefragung der drei Politiker durch verschiedene Schüler der Jahrgangsstufe 13 übernahmen David Jansen und Anna Carla Kugelmeier die Moderation des Wirtschaftsgesprächs, in dem es neben erwartbaren Kontroversen auch einige überraschende Übereinstimmungen gab.

So wurden etwa hinsichtlich der sogenannten Abwrackprämie deutliche Differenzen sichtbar. Der Einschätzung Johannes Vogels, die Prämie habe nur geringe ökologische Effekte, widersprach Ulrich Schröder massiv. Er stellte stattdessen die umweltpolitischen Vorzüge dieses Instruments heraus. Auch das Krisenmanagement der Bundesregierung bewertete der Unternehmensvertreter deutlich positiver als der Vorsitzende der Jungen Liberalen. Das Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft sei, so Schröder, die effektivste konzertierte Aktion seit Bestehen der Bundesrepublik gewesen.

Erstaunlich harmonisch gaben sich die solchermaßen gelobten Noch-Koalitionäre Hartmut Schauerte und Willi Brase. Ihre Analysen unterschieden sich nur punktuell, etwa in Hinblick auf die Auswirkungen der Krise auf die Arbeitnehmer. Einige waren sich alle Beteiligten auch darin, dass es in der Vergangenheit an einer effizienten Bankenaufsicht gefehlt habe und dass die Politiker lange Zeit nicht genau genug hingeschaut hätten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine kurze Diskussion über eine Aktion, die die Attendorner Gymnasiasten kurz vor der Kommunalwahl in der Kölner Innenstadt durchgeführt hatten: Ausgestattet mit auffälligen Pappplakaten, hatten sie dort vorgegeben, ihre Wählerstimme verkaufen zu wollen, und die Reaktionen der Passanten getestet.

Unter der Schlussmoderation von Simon Schlephorst und Franz Viegener nahmen die Podiumsgäste Stellung zu den Fragen, wie sich die allgemeine Politikverdrossenheit erkläre und warum man überhaupt zur Wahl gehen solle. Die Politiker zeigten auch hier Übereinstimmungen: Wer nicht wählen gehe, werde von denen regiert, die er nicht wolle. Kirchhoff-Manager Ulrich Schröder resümierte, er halte es mit Willy Brandts Spruch "Mehr Demokratie wagen". Den etwa 400 anwesenden Schülerinnen und Schülern gab er den Rat: "Fordert, fragt und wählt!"

Nach der anderthalbstündigen Veranstaltung ging es für Johannes Vogel gleich in die zweite Runde. Weitere anderthalb Stunden stellte er sich in einem Kursraum den Fragen eines Sowi-Leistungskurses und anderer interessierter Schüler.

Hartmut Schauerte und Willi Brase Die Moderatoren Anna Carla und David Ulrich Schröder
Einzelbefragung der Gäste Johannes Vogel im Klassenzimmer
Das Auditorium Die Moderatoren Simon und Franz mit Johannes Vogel Diskussion

Keine Krisenstimmung im Schulforum


Meldung vom 10.09.2009 [ Nach unten ]

WDR-Team filmt die Arbeit der "Traumjob Politiker?"-AG

Das WDR-Team mit den SchülernIn den letzten Monaten hatten sie, bewaffnet mit Kamera und Mikrofon, mehrere Passantenbefragungen in der Attendorner Innenstadt durchgeführt; jetzt erhielt die Interviewertruppe der Schüler-AG "Traumjob Politiker?" professionelle Begleitung. Ein Kamerateam des WDR zog mit den Schülern durch die Fußgängerzone und filmte weitere Befragungen.

Allerdings zeigten sich die Passanten diesmal weit weniger aufgeschlossen als bei den früheren Interviews. Vermutlich schreckte das dreiköpfige Fernsehteam, das plötzlich neben den drei Gymnasiasten auftauchte, so manchen grundsätzlich Auskunftsfreudigen ab.

Die Filmaufnahmen waren Teil einer Dokumentation, die WDR-Reporterin Katrin Boers für die Siegener "Lokalzeit" über die sozialwissenschaftlich initiierten Aktionen der St.-Ursula-Schüler drehte. Neben den Passantenbefragungen gehörten dazu der "Schild-Bürger"-Streich in der Kölner City sowie die Podiumsdiskussion zur aktuellen Finanzkrise mit namhaften Vertretern aus Politik und Wirtschaft.


Meldung vom 07.09.2009 [ Nach unten ]

Neue Aktivitäten der Schüler-AG "Traumjob Politiker?"

Interview mit Sahra Wagenknecht Kurz vor der Bundestagswahl gingen die Aktivitäten der langjährigen Projektgruppe "Traumjob Politiker?" in die nächste Runde. Die AG-Mitglieder schwärmten, wie schon bei vielen früheren Gelegenheiten, aus und interviewten Politiker zu ihrem Selbstverständnis und zu ihren Konzepten und Zielen - wobei sie sich diesmal auf Angehörige der Oppositionsparteien konzentrierten. Im Angesicht der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise nahmen die Jugendlichen darüber hinaus auch Vertreter der Wirtschaft in den Kreis ihrer Gesprächspartner auf.

Im Einzelnen standen den Mitgliedern der Projektgruppe folgende Personen Rede und Antwort:

Rainer Brüderle, FDP Sahra Wagenknecht, Die Linke
Sevim Dagdelen, Die Linke Christian Röner, B'90/Grüne
Arndt G. Kirchhoff Hans Peter Murmann

Politiker und Unternehmer im Gespräch


Meldung vom 29.08.2009 [ Nach unten ]

Wählerstimme zu verkaufen - Schüler gingen als "Schild-Bürger" durch Köln

Schild-Bürgerin Jana "Verkaufe meine Wählerstimme gegen Gebot! Meine Stimme für Sie! Mindestgebot: Erststimme 20 Euro, Zweitstimme 50 Euro" - Mit dieser Offerte zur anstehenden Bundestagswahl sahen sich am letzten Augustsamstag die Passanten in der Kölner Innenstadt konfrontiert. Mehrere junge Erstwähler warben so, behängt mit einschlägig beschrifteten Pappschildern, für ihre "Geschäftsidee". Sie gaben vor, nicht zu wissen, wen sie wählen sollten, und wollten deshalb, bevor sie gar nicht zur Wahl gingen, ihre Stimme lieber zu Geld machen.

Natürlich war die Offerte nicht ernst gemeint, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein Schild-Bürgerstreich. Die Aktion ging auf eine Idee von Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums und ihres Lehrers Frank Kugelmeier zurück, die auf diese Weise die Reaktionen der Wahlbürger testen wollten. In der Fußgängerzone hielten sich deshalb nicht nur die Schildträger, sondern auch ein gutes Dutzend Mitschüler auf, die die Vorübergehenden vor laufenden Kameras befragten.

Schild-Bürger Felix im Gespräch Die Reaktionen waren naturgemäß höchst unterschiedlich. Sie reichten von Kopfschütteln über ungläubiges Erstaunen bis Belustigung. Mehrere Passanten zeigten sich aber auch empört: So könne man sein Wahlrecht nicht missbrauchen. Einige äußerten zudem Bedenken, ob das Verkaufsangebot rechtlich überhaupt zulässig sei.

Überraschend war jedoch, dass viele Fußgänger durchaus Verständnis für das Verhalten der jungen Leute zeigten. "Du kannst meine Stimme gleich mitverkaufen!", war eine gängige Antwort.

"Die Parteien versuchen doch sowieso, uns mit Luftballons, Kugelschreibern und roten Rosen zu ködern und uns so zu kaufen", erklärte ein Passant. "Da ist die Idee, seine Stimme selbst anzubieten, nur konsequent!"

Mehrere Fußgänger ließen ihrem Politikverdruss freien Lauf - so etwa ein Mann mittleren Alters: Gerade habe er an einem Wahlkampfstand den Wahlhelfer um ein Exemplar des Parteiprogramms gebeten. Der habe ihm aber nur bunte Flyer mit vielen Bildchen anbieten können. Daraus lasse sich ja deutlich ersehen, wie unernst die Wahlbürger genommen würden.

Alexander (li.) mit Kurth (M.) und Rüttgers (re.) Ein älterer Herr lobte die Aktion der Schüler ausdrücklich: Sie öffne den Menschen die Augen dafür, dass die Politik immer mehr Bürgern gleichgültig werde.

Trotz allen Zuspruchs gab es allerdings niemanden, der einem der Schildträger dessen Stimme tatsächlich abkaufen wollte. Als Schild-Bürger Felix deswegen eigens am Wahlkampfstand der Grünen vorstellig wurde, erhielt er eine klare Absage: "Wir brauchen deine Stimme nicht zu kaufen. Uns wählen genug Leute!"

Eine besondere Würze erhielt das Projekt dadurch, dass während der Schüleraktion Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Peter Kurth, der Oberbürgermeister-Kandidat der Kölner CDU, in der City ihre Abschlusskundgebung zur Kommunalwahl abhielten.

So konnten die Schüler dem OB-Kandidaten, der am Rande der Veranstaltung Rosen verteilte, gleich ein Statement zu ihrer Aktion abringen. Und Schild-Bürger Alexander gelang es sogar, sich unmittelbar neben Jürgen Rüttgers den Kameras der Presse und des Fernsehens zu präsentieren.

Alexander (li.) mit Jürgen Rüttgers Schild-Bürgerin Angela
Schild-Bürgerin Jana OB-Kandidat Peter Kurth im Gespräch
Schild-Bürger Michel im Gespräch Schild-Bürger Felix

Schild-Bürger unterwegs.


Meldung vom 18.08.2009 [ Nach unten ]

Spüren Sie die Wirtschaftskrise? Eine weitere Passantenbefragung

Abgewrackte AutosLehman-Pleite? Arcandor-Insolvenz? Staatshilfen für Opel? Abwrackprämien und Konjunkturpakete? Inwieweit sind die Bürger von der aktuellen Wirtschaftskrise betroffen? Zu diesen Fragen führte ein Schülerteam gleich am Anfang des Schuljahrs in der Attendorner Fußgängerzone - nach einschlägigen Umfragen im Frühjahr - eine weitere Passantenbefragung durch.

Das überraschende Ergebnis: Besonders die Rentner spüren die Krise kaum. Im Gegenteil: Vor kurzem habe es noch eine Erhöhung der Bezüge gegeben. Wer nicht gerade in die falschen Aktien investiert hat, muss sich also kaum einschränken.

Anders sieht es bei der arbeitenden Bevölkerung aus: Hier berichteten einige Passanten von Entlassungen, die es im Bekanntenkreis gegeben habe. Auch klagten Einzelhändler über die Abwanderung der preisbewusster gewordenen Kundschaft zu den billigeren Discountern.

Noch schlechter gehe es aber, so vermuteten viele ältere Befragte, den Jugendlichen. In der Tat klagten hier einige über die geringen Chancen, etwa als Schüler eine Ferienarbeit zu ergattern - ein Befund, den kürzlich bereits eine andere Studie des St.-Ursula-Gymnasiums auswies. Insgesamt sahen allerdings auch unter den Jüngeren die Wenigsten Anlass zur konkreten Sorge.

Ob die Befragungsergebnisse repräsentativ, mithin verallgemeinerbar sind, ist freilich zweifelhaft. Immerhin ist Attendorn, statistisch gesehen, derzeit die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Nordrhein-Westfalens. Möglicherweise lassen die Auswirkungen der Krise hier also nur etwas länger auf sich warten.


Meldung vom 17.08.2009 [ Nach unten ]

Videos der Fachschaft Sozialwissenschaften auf YouTube

Endlich ist es so weit: Ausgewählte Videos, die im Laufe diverser Projektarbeiten am St.-Ursula-Gymnasium entstanden sind, werden mit Beginn des neuen Schuljahrs nun auch im Internet-Portal YouTube gezeigt.

Zu diesem Zweck hat die Fachschaft Sozialwissenschaften einen eigenen Kanal eingerichtet. Er trägt den einprägsamen Namen "Sozialwissenschaften" und ist unter folgender Adresse zu erreichen:

Screenshot

Einige Videos, die auch auf der Homepage der Fachschaft gezeigt werden, sind auf YouTube in besserer Qualität zu sehen. Zudem ist geplant, dort zusätzliche Filme einzustellen, die aus verschiedenen Gründen auf der Homepage nicht berücksichtigt werden können.


Meldung vom 09.07.2009 [ Nach unten ]

Arbeitswelt im Wandel - Recherchen zur "digitalen Revolution"

Eine ganz spezielle "Ferienarbeit" leistete jetzt eine Schüler-Projektgruppe des St.-Ursula-Gymnasiums. Unter dem Motto "Von der Zweiten Industriellen zur Digitalen Revolution" erkundeten die bisherigen Zehntklässler in den Sommerferien, wie sich die industrielle Arbeitswelt in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Interview mit Arndt G. Kirchhoff In den Mittelpunkt ihrer Studien stellten die sechs Schülerinnen und Schüler das Attendorner Unternehmen Kirchhoff Automotive (ehemals M. Kutsch). Sie sichteten Archivmaterial, beobachteten die Produktionsabläufe und befragten heutige und frühere Mitarbeiter des Automobilzulieferers, der mit 181 Jahren Firmengeschichte als ältestes Industrieunternehmen des Kreises Olpe gilt.

Die gravierendsten Veränderungen seien, so erfuhren die Jugendlichen, mit der Einführung der Maschinensteuerung durch Computer (CNC) Anfang der 1980er Jahre einhergegangen. So hätten etwa die programmierbaren Drahterodiermaschinen den Werkzeugmachern das bis dahin mühevolle Bohren, Sägen, Fräsen und Feilen enorm erleichtert, und das bei unschlagbarer Präzision. Eine beträchtliche Herausforderung sei in den Folgejahren auch die Ausweitung der Produktpalette durch das Aufstellen immer größerer Stanzen und Pressen gewesen. Eine weitere große Umstellung habe sich aus der elektronischen Vernetzung der Maschinen in den 90er Jahren ergeben. Seither laufe die Kommunikation sowohl innerhalb des Betriebs als auch mit den Kunden in aller Welt sozusagen im Sekundentakt.

Dass sich vor diesem Hintergrund die Anforderungen an die Beschäftigten grundlegend geändert haben, stellte vor allem der heutige Firmenchef Arndt G. Kirchhoff klar. Der studierte Wirtschaftsingenieur und mittelstandspolitische Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) erläuterte, worauf es mittlerweile ankomme: zum einen auf flexible Arbeitszeiten (um für die weltweiten Geschäftspartner rund um die Uhr erreichbar zu sein), zum anderen - neben einer qualifizierten Ausbildung - auf eine stetige innerbetriebliche Weiterbildung.

"Von dem, was wir vor zwanzig, dreißig Jahren gelernt haben, können wir, technisch gesehen, inzwischen nichts mehr gebrauchen", bilanzierte Kirchhoff, "denn im Betrieb ist keine Maschine älter als drei Jahrzehnte. Deshalb gibt die deutsche Industrie jährlich 27 Milliarden Euro allein für die Weiterbildung aus - mehr als für die Ausbildung." Das einmal erworbene berufliche Wissen habe heute nur noch eine geringe Halbwertzeit und müsse deshalb ständig aufgefrischt werden.

Natürlich wollten die Schüler auch Kirchhoffs Meinung zur aktuellen Wirtschaftskrise hören. Von staatlichen Eingriffen hält der Unternehmer nichts. Die Abwrackprämie vermehre den Konsum nicht, sie verlagere ihn nur. Staatshilfen für notleidende Betriebe verzerrten den Wettbewerb. Unternehmen wie Porsche oder Schaeffler seien hohe Spekulationsrisiken eingegangen und müssten nun auch selbst die Konsequenzen tragen. Ein Sonderfall sei "vielleicht" die Firma Opel.

Den eigenen Betrieb sieht Kirchhoff in der aktuellen Krise gut aufgestellt. Eine dreimonatige Phase der Kurzarbeit habe man im Juni beenden können. Zurzeit sind etwa 700 Personen im Attendorner Werk beschäftigt.


Meldung vom 01.07.2009 [ Nach unten ]

Ferienarbeit im Schatten der Wirtschaftskrise - Klasse 10c befragte Mitschüler

Industriejob Sommer, Sonne, Schwimmbad! Mit den lang ersehnten Sommerferien beginnt für viele Schüler die schönste Zeit des Jahres. Für etliche junge Leute der höheren Klassen und der Oberstufe sind die sechs freien Wochen aber auch eine willkommene Gelegenheit, um mit Ferienarbeit das Taschengeld aufzubessern, lang gehegte Anschaffungswünsche zu verwirklichen oder erste Berufserfahrungen zu sammeln. Dass dies im Sommer 2009 im Zeichen der Wirtschaftskrise deutlich schwerer ist als im Vorjahr, fand die Klasse 10c des St.-Ursula-Gymnasiums im Rahmen ihres Politikunterrichts durch eine Befragung von Schülern an ihrer Schule heraus.

Von insgesamt 183 Befragten gaben für 2008 50 Prozent an, einen Ferienjob bekommen zu haben; für 2009 waren dies aber lediglich 32 Prozent. Dass die Wirtschaftskrise offenbar insbesondere die Industrieunternehmen der Region zu nur noch eingeschränkten Ferienjob-Angeboten veranlasst, machte die Erhebung überdeutlich: So fanden von den 183 Befragten der Jahrgangsstufen 10 bis 12 zwar im Jahr 2008 immerhin 66 eine Ferienarbeit in der heimischen Industrie, für 2009 hat sich diese Zahl mit 32 jedoch mehr als halbiert.

Andere Bereiche wie der Einzelhandel oder die Gastronomie zeigten diese Veränderung zwischen 2009 und dem vorhergehenden Jahr freilich nicht.

Fragt man die Zehnt- bis Zwölftklässler, ob sie glauben, dass die Ferienarbeit durch die Wirtschaftskrise beeinflusst wird, ist die Antwort eindeutig: Immerhin 85 Prozent sind der Meinung, es sei weniger Arbeit vorhanden. Außerdem sagten aus der befragten Altersgruppe 67 Prozent, dass sie jemanden kennen, der für die kommenden Ferien Arbeit gesucht hat, dabei aber leer ausging.

Und so geht es wohl vielen wie Lisanne Wiese (10c), die 2008 zwei Wochen bei einem heimischen Unternehmen arbeitete, deren Zusage für 2009 aber kurzfristig zurückgezogen wurde. Auch Christian Florath (Stufe 11) musste erfahren, dass seine Stelle von 2008 nicht mehr zur Verfügung steht. Ihm wurde mitgeteilt, dass man im Unternehmen auch in den Sommerferien versuche, vor allem die Festangestellten auszulasten.


Meldung vom 30.6.2009 [ Nach unten ]

2. Jugend-Landtag NRW: Attendorner Schülerin im Organisationsteam

2. Jugend-Landtag NRW Vor einem Jahr war sie Vizepräsidentin des 1. Jugend-Landtags NRW, jetzt kehrte sie als Helferin nach Düsseldorf zurück: Anna Carla Kugelmeier, Schülerin der 10. Klasse des St.-Ursula-Gymnasiums, betreute als Mitglied des Organisationsteams vom 28. bis zum 30. Juni die Jungparlamentarier des 2. Jugend-Landtags. Zusammen mit knapp 20 anderen Abgeordneten des letzten Jahres sorgte sie für den geordneten Ablauf der Expertenanhörungen, Ausschuss- und Fraktionssitzungen und stand den "Neuen" auch sonst mit Rat und Tat zur Seite.

Dass sich die ehemaligen um die jetzigen Parlamentarier kümmerten, war eine Idee von Dorothea Dietsch, der Sachbereichsleiterin "Jugend und Parlament" des Landtags. "Wer könnte den Neuen bessere Tipps geben als die, die letztes Jahr in der gleichen Situation waren?", erklärte sie.

Der Jugend-Landtag ist eine Initiative des Landtagspräsidiums zur Förderung des Dialogs zwischen Jugendlichen und Politikern. Jeder der 187 Landtagsabgeordneten darf einen "Nachwuchspolitiker" seines Wahlkreises benennen, der ihn drei Tage lang im Parlament "vertritt". In diesem Jahr diskutierten die Jungparlamentarier die Themen "Zeugnisse für Lehrer" und "Cybermobbing/Gewalt im Internet". Ihre Entschließungen werden nun dem wirklichen Landtag zugeleitet.


Meldung vom 28.5.2009 [ Nach unten ]

Siegergruppe im Heinz-Nixdorf-Forum

Die Gruppe im Nixdorf-Forum Zum Jahreswechsel waren sie beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung erfolgreich; jetzt konnten sie die Früchte ihrer Arbeit genießen. Der Sonderpreis, den die Gruppe "Dunstkreise" für ihre gleichnamige Präsentation erhielt, bestand in einem eintägigen Ausflug zum Paderborner Heinz-Nixdorf-Forum, dem größten Computer-Museum der Welt.

Dort nahmen die sechs Schülerinnen und ein Schüler an einer umfangreichen Führung durch die vielfältigen Abteilungen des Museums teil. Interessant war für sie vor allem die Sonderausstellung "Computer und Sport", in der sie sich in verschiedenen Experimenten zur Leistungsmessung und Sportdiagnostik interaktiv mit den Rechenknechten auseinandersetzen konnten. Einen bleibenden Eindruck hinterließ aber auch das Gespräch mit dem Avatar "Max", einem virtuellen Bildschirmmenschen, der einen zumindest in einen Small-talk verwickeln konnte.

Nach einem vom Nixdorf-Forum gesponserten Mittagessen ging es dann noch in die Paderborner Innenstadt. Hier waren vor allem Schaufensterbummel und Shoppen angesagt. Nach ihrer Rückkehr nach Attendorn gab es am Abend für einige der Teilnehmerinnen eine zweite Schicht. Sie waren beim Begegnungsabend der "Eine-Welt-AG" als Helferinnen eingeteilt.

"Gespräch" mit Avatar Max Sonderausstellung "Computer und Sport" Blicksteuerung
Terminkalender per Bahn Während der Führung

Im Heinz-Nixdorf-Forum


Meldung vom 20.5.2009 [ Nach unten ]

Bürgermeisterkandidaten im Kreuzverhör

Ein Ereignis der besonderen Art erlebte das St.-Ursula-Gymnasium am 20. Mai. Erstmals stellten sich Attendorns vier Bürgermeisterkandidaten gemeinsam einer größeren Gruppe von Jungwählern. Vor den Mitgliedern der Jahrgangsstufen 9 bis 12 mussten sich im Forum der Schule Uwe Beul (SPD), Wolfgang Hilleke (parteilos), Dieter Hundt (CDU) und Rita in der Weide (B'90/Grüne) in einer knapp zweistündigen Diskussionsveranstaltung bewähren.

Gesprächsrunde Moderiert wurde die Kandidatenvorstellung ausschließlich von Schülerinnen und Schülern. Die Mikrofone teilten sich die Mitglieder des Sozialwissenschaften-Grundkurses der Jahrgangsstufe 12, Teilnehmer der Schüler-AG "Traumjob Politiker?" sowie die der Schule zugehörigen Vertreter des Attendorner Jugendparlaments.

In einem bunten Wechselspiel aus Einzelbefragungen, Filmeinspielungen, Podiumsgesprächen und Schlagfertigkeitsübungen zeigten die vier Bewerber, was sie inhaltlich und "menschlich" zu bieten hatten. Themen der Gruppengespräche waren die Attendorner Jugendpolitik, die Sicherheit in der Stadt und die Schwerpunkte, die die Kandidaten jeweils für ihre Amtszeit setzen wollen. Zur Auflockerung mussten die Gäste zwischendurch allerdings auch diskutieren, ob der Mond vollständig asphaltiert werden sollte. Hier kam es natürlich nicht auf den tieferen Sinn des Gesprächs, sondern auf die Reaktionsschnelligkeit und Improvisationsgabe der Kandidaten an.

"Das ist ja wie bei 'Hart aber fair'", kommentierte Uwe Beul die Veranstaltung im Nachhinein. Und auch die anderen Bewerber zollten den Machern der "Sendung" Respekt. In der Tat hatten sich die Organisatoren in ihrer Konzeption von den einschlägigen TV-Politik-Talkshows inspirieren lassen. "Anders geht es heutzutage kaum noch", erklärte Sowi-Lehrer Frank Kugelmeier. "Wir müssen uns da den Sehgewohnheiten der Jugendlichen anpassen."

Die solchermaßen Angesprochenen folgten der Veranstaltung dann auch mit großem Interesse. "Wir haben uns tatsächlich ein Bild machen können", bestätigten viele von ihnen. Ob ihm die Wahlentscheidung nun leichter falle, wollte Kugelmeier von einem Zehntklässler wissen. Der überlegte nicht lange: "Zumindest weiß ich jetzt, wen ich nicht wählen werde!"

Moderator Rita in der Weide (B'90/Grüne) im Interview Moderatorin
Dieter Hundt (CDU) im Interview Wolfgang Hilleke (parteilos) im Interview
Restzeit-Anzeige Uwe Beul (SPD) im Interview Publikum

Kandidatenvorstellung im Schulforum


Meldung vom 14.5.2009 [ Nach unten ]

Weitere Recherchen zur Europawahl - Interview mit Birgit Sippel

Birgit Sippel Warum sollten wir zur Europawahl gehen? Und warum sollten wir dann ausgerechnet Sie wählen? Diese und weitere Fragen stellten die Mitglieder der AG "Traumjob Politiker?" im Zuge ihrer Wahl-Recherchen jetzt der SPD-Europakandidatin Birgit Sippel.

Wählen sei ein "Grundbaustein von Demokratie", erklärte Sippel. Wer da nicht mitmache, vergebe Zukunftschancen. Sie selbst halte Europa momentan für die "spannendste politische Ebene", denn dort sei gerade vieles im Auf- und Umbruch. Ähnlich hatte sich den Schülern gegenüber zuvor bereits ihr Mitbewerber von der CDU, Dr. Peter Liese, geäußert: "Wer nicht mitbestimmt, über den wird bestimmt."

Während Liese für eine Europapolitik plädierte, "die sich auf das konzentriert, was die Mitgliedsstaaten alleine nicht leisten können", sprach sich die SPD-Kandidatin für umfassendere politische Maßnahmen aus. Ihre Vision von Europa sei eine Gemeinschaft, "in der nicht nur Staaten, sondern auch Menschen zusammenwachsen und in der nicht nur Finanzmärkte und Industrien eine Chance bekommen, sondern die alle Menschen in eine hoffentlich bessere Zukunft mitnimmt."

Auf die Frage, welches politische Ziel sie sofort verwirklichen würde, wenn ihr die gute Fee einen entsprechenden Wunsch erfüllte, nannte Birgit Sippel deshalb ein "soziales Europa mit Mindestlohn, guten Bedingungen für Leiharbeiter und Mitbestimmung".


Meldung vom 9.5.2009 [ Nach unten ]

Europafest in Düsseldorf - Recherchen im Vorfeld der Europawahl

"Traumjob Politiker?" Unter diesem Motto standen wieder einmal die Recherchen der gleichnamigen Schüler-Arbeitsgruppe. Anlässlich des 9. Europafests in Düsseldorf informierten sich einige AG-Mitglieder am 9. Mai im Landtag und in der Innenstadt bei Abgeordneten und Kandidaten.

Alexander Alvaro MdEP im Interview Angesichts der Buntheit der Stände, mit denen sich die Staaten der EU einen Monat vor der Europawahl präsentierten, interessierte die Schüler am meisten, wie viel zusätzliche Vielfalt die Europäische Union denn noch vertragen werde - sprich: wie die Verantwortlichen über einen Beitritt weiterer Staaten, etwa der Türkei oder Kroatiens, denken.

Hierbei stellte sich heraus, dass sich bei den meisten Parteien die Erweiterungs-Euphorie früherer Jahre inzwischen sehr in Grenzen hält. Petra Kammerevert, Düsseldorfer SPD-Bewerberin für einen Sitz im Europäischen Parlament, nannte für den Beitritt neuer Mitgliedsstaaten drei wesentliche Voraussetzungen, die auch als "Kopenhagener Kriterien" bekannt sind: die Übernahme des bestehenden EU-Rechtssystems, die Wahrung der Menschenrechte und die Gewährleistung einer sozialen Marktwirtschaft. "An der einen oder anderen Stelle", insbesondere hinsichtlich der Menschenrechte, habe sie Bedenken, ob beispielsweise die Türkei diese Kriterien momentan erfüllen könne. Im Übrigen brauche die Europäische Union in der derzeitigen Situation eher eine Vertiefung als eine Erweiterung der Beziehungen. Mittel- bis langfristig halte sie eine türkische Mitgliedschaft allerdings für richtig. Gleiches gelte im Falle Kroatiens.

Ähnlich vorsichtig äußerte sich Landtagspräsidentin Regina van Dinther (CDU). Gegen eine "privilegierte Partnerschaft" mit der Türkei spreche nichts; schon aus geostrategischer Sicht sei diese ganz wichtig. Für eine Vollmitgliedschaft sei es allerdings noch zu früh.

Deutlicher wurde der Europaabgeordnete Alexander Alvaro (FDP). Falls die Türkei die Beitrittskriterien erfülle, gebe es keinen Grund, ihr die Aufnahme zu verweigern. Er sehe diese Voraussetzungen in den nächsten zehn Jahren freilich nicht.

Die Skepsis der Politiker hinderte die Türkei und Kroatien indessen nicht, sich den Festgästen mit eigenen Informationspavillons vorzustellen; und so nahmen die Schüler viele interessante Eindrücke mit. Dass der Tag für sie zum echten Erlebnis wurde, lag auch daran, dass sie einen Teil ihres Interviews mit der Landtagspräsidentin auf offener Bühne vor Publikum führen durften.

EU-Flagge Döner vor der Staatskanzlei SPD-Kandidatin Kammerevert
Landtagspräsidentin van Dinther im Gespräch Ungarische Tänzer
Europafest am Landtag

Das 9. Europafest in Düsseldorf


Meldung vom 30.4.2009 [ Nach unten ]

Mehr oder weniger Staat? Zwei Bundestagskandidaten geben Auskunft

Gleich zwei politische Hoffnungsträger stellten sich jetzt den Schülerinnen und Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums vor. Ende April besuchten Dr. Matthias Heider, heimischer Bundestagskandidat der CDU, und Petra Crone, Mitbewerberin der SPD, den Sozialwissenschaften- und Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe 12.

Matthias Heider Petra Crone Den Mittelpunkt der Gespräche bildete naturgemäß die Finanzkrise. Hier riet Dr. Heider zur Mäßigung. Massives Eingreifen des Staates belaste zukünftige Generationen beträchtlich. Schon jetzt verlange der Staat viel von seinen Bürgern. Der CDU-Bewerber schlug deshalb unter anderem vor, den Solidaritätszuschlag Ost mit dem Ende der nächsten Legislaturperiode abzuschaffen.

SPD-Kandidatin Crone brachte hingegen einen "Bildungs-Soli" ins Gespräch - eine Abgabe für Besserverdienende, die komplett in die Bildung investiert werden solle. Zudem komme der Staat um Hilfen für angeschlagene Unternehmen nicht herum. Direkte Staatsbeteiligungen lehnte allerdings auch sie ab.

Welches der größte politische Fehler der vergangenen Jahre gewesen sei, wollten die Schüler weiter wissen. Matthias Heider machte hier Versäumnisse bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus aus. Dessen Bedeutung sei von der Politik zu spät erkannt worden. Versäumnisse habe es aber auch in der Wirtschaftspolitik gegeben: "Wir haben in guten Zeiten zu wenige Mittel für Krisenzeiten beiseite gelegt. Das macht sich jetzt in einer hohen Staatsverschuldung bemerkbar." Petra Crone beklagte den mangelnden Reformwillen des Staates. Insbesondere bei der Änderung der Sozialsysteme hätten die Weichen früher gestellt werden müssen.

Als größten Fehler ihrer eigenen Partei bezeichnete Petra Crone die häufigen und "lauten" innerparteilichen Streitereien. Matthias Heider erklärte, der größte Fehler der CDU sei 2005 der Eintritt in die Große Koalition gewesen.

Große Unterschiede zeigten sich dann auch in den Aussagen der beiden Kandidaten zu künftigen Koalitionen. Während Heider klar einem Regierungsbündnis aus Union und FDP zuneigte, sah Crone zwei Optionen: entweder eine Fortsetzung der Großen Koalition oder eine "Ampel". Die Variante Rot-Rot-Grün schloss sie aus und machte dies unter anderem an der Person Oskar Lafontaines fest: "Der redet zwar populistisch, macht aber, wenn es darauf ankommt, die Mücke."

Noch härter mit Lafontaine ins Gericht ging der CDU-Kandidat: Der Fraktionschef der Linken stelle die "Systemfrage" und sehe die Bundesrepublik nur als "lästiges Durchgangsstadium" auf dem Weg zum Sozialismus. Dem müsse man sich entgegenstellen.

Unter dem Eindruck des Amoklaufs von Winnenden baten die Schüler die zwei Politiker auch um eine Stellungnahme zu gewaltverherrlichenden Computerspielen. Hier waren sich beide Kontrahenten einig: Killerspiele sollten - zumindest für Minderjährige, wenn nicht gar grundsätzlich - verboten werden. Auf Einwände einiger Zuhörer hin erklärten die Befragten allerdings, sich nicht wirklich in der Materie auszukennen. "Vielleicht sollten Sie mich mal zu solchen Spielen einladen", schlug Petra Crone den Jugendlichen vor. Die reagierten prompt: "Wir kommen darauf zurück!"


Meldung vom 17.4.2009 [ Nach unten ]

Der ideale Bürgermeister - Passantenbefragung in der Fußgängerzone

Passantenbefragung Kennen Sie die Namen der vier Attendorner Bürgermeisterkandidaten? Welchen Parteien gehören sie an? Ist Ihre Wahl eher personen- oder eher parteiabhängig? Und welche Eigenschaften sollte ein ideales Stadtoberhaupt haben?

Diese und ähnliche Fragen stellte ein Schülerteam des St.-Ursula-Gymnasiums im März und April vor laufenden Kameras in der Attendorner Fußgängerzone.

Die Antworten fielen naturgemäß sehr unterschiedlich aus, wenngleich die Befragten unter den vier Bewerbern eindeutige Favoriten hatten. Die meisten erklärten, sie wollten ihr Votum vor allem von der Person des Kandidaten abhängig machen. "Bürgernah und ehrlich" müsse der zukünftige Bürgermeister sein. Ob er dem alten ähneln solle, darüber herrschten allerdings geteilte Meinungen.

Die Umfrage bildet den Auftakt zu einem größeren Projekt der Schule zur Kommunalwahl 2009. So sind die mitgefilmten Interviews als "Einspieler" während des Podiumsgesprächs vorgesehen, das mit allen vier Bewerbern für den 20. Mai im Forum der St.-Ursula-Schulen geplant ist.

Schon jetzt stellen die Jugendlichen der interessierten Öffentlichkeit auf der Homepage der Fachschaft zwei Filmtrailer mit Passantenreaktionen und vier Vorstellungsvideos der Kandidaten zur Verfügung. Sie sind in der Rubrik "Basisarbeit" zu finden.


Meldung vom 21.3.2009 [ Nach unten ]

Abschlusstagung zur Werteerziehung

Heiner Koch Günter Winands "Eine wertelose Gesellschaft ist wertlos" war das Motto einer Initiative zur Werteerziehung, die das Katholisch-Soziale Institut (KSI) in Bad Honnef unter Beteiligung des NRW-Schulministeriums im Februar 2008 auf den Weg brachte.

Von den insgesamt 21 beteiligten Projekten zur schulischen bzw. Erwachsenenbildung stammten gleich drei Beiträge aus dem Attendorner St.-Ursula-Gymnasium: das "Käfig"-Experiment vom Frühjahr 2008, der Versuch "Sprachlos" vom September 2008 sowie das längerfristig angelegte "Jenseits-Projekt".

Ein gutes Jahr nach der Auftaktveranstaltung fand im KSI am 20. und 21. März 2009 die Abschlusstagung statt. Auf dem Programm standen diverse Vorträge und Podiumsdiskussionen sowie "Round-Table"-Gespräche der einzelnen Projektgruppen. Professor Rainer Dollase, wissenschaftlicher Begleiter des Gesamtprojekts, berichtete über erste Ergebnisse seiner Projektanalysen; eine detaillierte Auswertung steht in den nächsten Wochen noch an.

Begleitet wurde die Tagung von einer Brecht-Aufführung der Theater-AG der Kölner Liebfrauenschule sowie von einem "Werte-Tunnel" und mehreren "Werte-Stationen", installiert von Studenten der Fachrichtung "Event Marketing" der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef/Bonn.

Die Attendorner Tagungsteilnehmer nutzten die Gelegenheit, um ihren Interviews mit prominenten Politikern und Kirchenvertretern zwei weitere hinzuzufügen. Am Rande der Veranstaltung befragten sie den Staatssekretär im Schulministerium Günter Winands und den Kölner Weihbischof Heiner Koch zu ihren Wert-Haltungen.

Im "Werte-Tunnel" Katholisch-Soziales Institut Ein "Werte-Mix"
Podiumsgespräch mit Weihbischof Koch und Prof. Dollase Eine "Werte-Station"
Brecht-Aufführung der Liebfrauenschule Köln

Eindrücke von der Tagung


Meldung vom 28.2.2009 [ Nach unten ]

Altbundeskanzler Helmut Schmidt über Visionen in der Politik

Helmut Schmidt Brauchen Politiker Visionen? Diese Frage stellten die Mitglieder der AG "Traumjob Politiker?" zahlreichen Volksvertretern in Bund und Land. Auffällig viele Befragte, gleich welcher Partei, verwiesen in ihrer zustimmenden oder ablehnenden Antwort auf ein Zitat, das sie Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) zuschrieben: Wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen. Peer Steinbrück nannte außer Schmidts Namen auch den des österreichischen Bundeskanzlers Franz Vranitzky; SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas war sich in dieser Hinsicht nicht sicher.

Was lag, um Klarheit zu gewinnen, näher, als den Bundeskanzler a. D., der kürzlich seinen neunzigsten Geburtstag feiern konnte, selbst um Auskunft zu bitten. Tatsächlich antwortete er: Ja, das Zitat gehe wirklich auf ihn zurück. Allerdings habe er es seinerzeit nicht, wie vielfach behauptet, auf Willy Brandt gemünzt.

Bei welcher Gelegenheit genau er die Aussage gemacht habe, wisse er nicht mehr. Vermutlich sei sie zudem aus dem Zusammenhang gerissen zitiert worden.

Allerdings bleibe er dabei. Auch heute noch gelte für Politiker: Wer Visionen habe, der solle den Arzt konsultieren.


Meldung vom 18.2.2009 [ Nach unten ]

Weitere Auszeichnung im Schülerwettbewerb: ein Klassenpreis für die 5c

Die Klasse 5c Auch die Klasse 5c kann in diesem Jahr einen bemerkenswerten Erfolg beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung feiern. Mit ihrer Bildergeschichte zum Thema "Achtung: Vorurteile" konnte sie die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung beeindrucken und sich eine Prämie von 250 Euro für die Klassenkasse sichern.

Nachdem die Fünftklässler sich im Unterricht intensiv mit denkbaren Vorurteilen und ihren Ursachen auseinandergesetzt hatten, entwickelten sie eigene Geschichten, in denen Vorurteile die Beziehungen zwischen Schülern belasten. Schließlich überlegten sie, wie derartige Probleme zu bewältigen sind, um ihre Geschichten entsprechend enden lassen zu können. Nach intensiven Beratungen wählten sie schließlich einen ihrer Texte aus, den sie dann arbeitsteilig in eine Bildergeschichte umarbeiteten. Dabei bewies die Klasse nicht nur Kreativität, sondern auch viel Teamgeist.


Meldung vom 16.2.2009 [ Nach oben ]

AG "Dunstkreise" erhält Sonderpreis im Schülerwettbewerb zur politischen Bildung

Das Siegerteam Ende letzten Jahres recherchierten sie in Attendorner Gaststätten in Sachen Rauchverbot; jetzt erhalten sie für ihre Untersuchung einen Hauptpreis beim diesjährigen Schülerwettbewerb zur politischen Bildung: Lea Brohsonn, Jacqueline Eilrich, Anna Carla Kugelmeier, Karina Lampe, Eliana Ley, Vanessa Neuhaus und Lukas Sinzig, Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums, dürfen sich über den "Sonderpreis des Heinz-Nixdorf-Forums" und eine Fahrt zum weltgrößten Computermuseum nach Paderborn freuen.

Vor laufenden Kameras und Diktiergeräten hatten die Zehntklässler etliche Betroffene nach ihrer Meinung zum neuen Nichtraucherschutzgesetz gefragt: Kneipenwirte, Restaurantbesitzer, Hoteliers und Konditormeister, Angestellte und Gäste, aber auch Politiker wie den Europaabgeordneten und Arzt Dr. Peter Liese (CDU) und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Das Ergebnis der Recherchen verarbeiteten sie dann unter dem Titel "Dunstkreise" in einer Internet-Präsentation.

Die Jury, bestehend aus Fachlehrern und Vertretern der Kultusministerien, bewertete sowohl die inhaltliche als auch die medientechnische Qualität des Beitrags als "hervorragend". Die Konkurrenz, gegen die sich die Schülergruppe durchsetzen konnte, war beachtlich. In diesem Jahr nahmen fast 60.000 Jugendliche aus ganz Deutschland und Österreich an der Ausschreibung teil. Eingereicht wurden insgesamt 2.815 Projektarbeiten.

Der Schülerwettbewerb, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, wird jährlich von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgelobt. Er möchte Kinder und Jugendliche der 5. bis 11. Jahrgangsstufe für wichtige politische Themen sensibilisieren.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2004-2010