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Informationen

Nutzungsmöglichkeiten

Dass sich die Fachschaft "Sozialwissenschaften" des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn entschlossen hat, einen Teil der ehemaligen Abiturprüfungsthemen zu veröffentlichen, hat mehrere Gründe.

(1) Vielen Schülerinnen und Schülern erscheint die Abiturprüfung als geheimnisvolles, schicksalhaftes, nicht berechenbares, letztlich von "Glück" oder "Unglück" bestimmtes Unterfangen. Dass die Prüfung, bei aller unabwägbaren Tagesform von Prüfern und Kandidaten, jedoch durchaus "berechenbar" ist, belegen die einschlägigen Bestimmungen der Allgemeinen Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe (APO GOSt - NRW) und die Richtlinien des Faches, die die Modalitäten des Verfahrens bis in viele Details regeln. Gerade die Richtlinien bieten darüber hinaus eine Reihe von Prüfungsbeispielen mit "Musterlösungen", an denen sich die Lehrkräfte, aber auch die Prüflinge orientieren können.

So dient die hier vorgenommene Veröffentlichung "zusätzlicher" Themenbeispiele vor allem dem Abbau diffuser Prüfungsängste und -vorbehalte: Themenstellungen für das Abitur beruhen schließlich nicht auf Herrschaftswissen (sie sollten es zumindest nicht!); die Transparenz, die durch die Offenlegung von (früheren) Prüfungsinhalten erzielt wird, kann und soll vielmehr zu einer effektiveren Vorbereitung auf das Examen beitragen.

Einem Missverständnis muss hier allerdings vorgebeugt werden: Es versteht sich von selbst, dass die veröffentlichten Themen für zukünftige Prüfungen am St.-Ursula-Gymnasium "verbrannt" sind; sie werden mit Sicherheit nicht mehr wörtlich verwendet. Nützlich ist eine Analyse dieser Themen aber trotzdem, vor allem unter methodischen Gesichtspunkten:

(2) Ein Quell der Inspiration können die veröffentlichten Abiturthemen im Übrigen nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für interessierte Fachkolleginnen und -kollegen sein. Auch wenn es sich nicht empfiehlt, die Themenstellungen wörtlich wiederzuverwenden, können sie doch Anregungen und "Argumentationshilfen" bei der Formulierung eigener Abiturvorschläge geben.

Die Nutzung der hier publizierten Themenvorschläge im oben genannten Sinne wird hiermit ausdrücklich gestattet. Von einer unkritischen Übernahme in eigene Vorschläge sollte man allerdings Abstand nehmen, da man bei Verwendung eines öffentlich gemachten "Musterthemas" seiner Verpflichtung zur Geheimhaltung der Abiturvorschläge letztlich nicht mehr nachkommen kann. Außerdem freut es keine Genehmigungsbehörde, wenn sie womöglich von verschiedener Seite abziehbildartig gleich lautende Themen vorgelegt bekommt.

(3) Eine dritte Nutzungsmöglichkeit der vorliegenden Themensammlung liegt im historischen Vergleich. Auffällig ist, dass gerade im Fach "Sozialwissenschaften" die Themen einem schnellen Wandel - mitunter auch einer schnellen "Abnutzung" - unterliegen. Ein Blick auf die Themenübersicht macht dies deutlich: Waren Anfang der 90er Jahre vor allem Fragen der Entwicklung Ostmittel- und Osteuropas angesagt, spielen seit der Jahrtausendwende vor allem sicherheitspolitische Probleme eine Rolle.

Mitunter spiegeln die Veränderungen in den Themenstellungen auch einen Wandel der Fachrichtlinien. So spielten Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre noch betriebswirtschaftliche Fragestellungen ins Abitur hinein. Sie gründeten sich auf den Lernbereich III (Soziale Institutionen und Organisationen); dieser wurde allerdings später erst in die Jahrgangsstufe 11/I verbannt (und war damit nicht mehr abiturrelevant); in den aktuellen Richtlinien ging er schließlich ganz in den neuen Inhaltsfeldern auf. - Umgekehrt haben aufgrund der Neuordnung der Richtlinien inzwischen Themen aus den (sachlogisch) "späten" Inhaltsfeldern "Sozialer Wandel" (V) und "Globale politische Strukturen und Prozesse" (VI) an Bedeutung gewonnen.

Hinweise

Alle hier publizierten Themenstellungen für das schriftliche Abitur hat die zuständige Behörde (Bezirksregierung Arnsberg) ohne Einschränkungen genehmigt; die Aufgaben wurden in der Regel von einer Vielzahl von Schülerinnen und Schülern erfolgreich bearbeitet. Auch die Themen für das mündliche Abitur wurden erfolgreich in der Praxis erprobt.

Achtung! Bis 2001 folgten die Abiturvorschläge den Maßgaben der alten NRW-Richtlinien! Diese differenzierten nicht zwischen Inhalts- und Methodenfeldern, sondern zwischen Lernbereichen. Auch wurde bis 2001 keine notenstufenspezifische Beschreibung der zu erwartenden Schülerleistung eingefordert. Entsprechend "kurz" sind die alten Abiturvorschläge gegenüber den neuen.

Beachten Sie bitte, dass Textvorlagen und sonstige Materialien, auch wenn sie gekürzt und eher mit Zitatcharakter in den jeweiligen Abiturvorschlag eingebracht werden, in der Regel einem Copyright unterliegen und nur zu schulischen bzw. wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden dürfen!