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Bettelarm - Das Experiment

Obdachlosigkeit hat viele Aspekte, teils öffentliche, vielfach verborgene. Die meisten sind bislang unerforscht und bieten ein weites Feld für wissenschaftliche Untersuchungen. Einen kleinen Forschungsbeitrag kann in diesem Kontext vielleicht die vorliegende Studie "Bettelarm" bieten.

Für unsere Forschungen am wichtigsten erschien es uns, die Schnittstelle zwischen den Obdachlosen und den "sozial integrierten" Mitgliedern unserer Gesellschaft zu betrachten. Diese Schnittstelle wird unseres Erachtens am deutlichsten durch den Akt des Bettelns bzw. des Spendens (oder auch Nicht-Spendens) in den Fußgängerzonen versinnbildlicht.

Von der Analyse der Interaktionen zwischen obdachlosen Bettlern und Passanten erhofften wir uns die Beantwortung einer Reihe von mikro- wie auch makrosoziologischen Fragen:

4.1 Methodische Vorüberlegungen

Zur Beantwortung der genannten Fragen kommen aus methodischer Sicht drei Instrumente in Betracht: die Befragung, die Beobachtung und das Experiment.

Die systematische Befragung von Passanten und Almosenempfängern hat zwar den Vorteil, in relativ kurzer Zeit umfangreiches Datenmaterial erheben zu können; im konkreten Fall wären jedoch die Umstände dieser Erhebung hochgradig problembehaftet. Mag es noch angehen, bei vorbeihastenden Passanten um (durchaus intime) Auskunft über ihr Spendenverhalten nachzusuchen, so stößt man spätestens bei der Befragung der Almosenempfänger in den Fußgängerzonen an Grenzen. Wohl kaum ein Bettler wird einem Fragesteller ohne Not Einblick in seinen Spendentopf, d. h. in Art und Umfang seines Einkommens, gewähren. Mit anderen Worten: Eine Befragung in der beschriebenen Art provoziert bestenfalls Lügen und Ausflüchte.

Ein geeigneteres Instrument ist da schon die (nicht-teilnehmende) Beobachtung der Verhältnisse in den Fußgängerzonen. Immerhin lassen sich durch Beobachtung "Spendenfrequenzen" (Anzahl der Spenden pro Stunde o. ä.) und "Spendertypen" (Männer, Frauen, Junge, Alte usw.) ermitteln. Unmöglich erscheint es freilich auch hier, etwas über die Höhe der Spendenbeträge zu erfahren. Auch schließt eine "diskrete" Beobachtung das Abhören potenzieller Gespräche zwischen Bettler und Spendern aus.

Angesichts dieser methodischen Unzulänglichkeiten entschlossen wir uns, sozusagen in einer "Flucht nach vorn", die Studien zum Almosenempfang als Experiment anzulegen. Die Idee dieses Experiments: In diversen Fußgängerzonen werden "unechte" Bettler, nämlich Mitarbeiter unserer Forschungsgruppe, platziert und mit verschiedenen "Legenden" (in Form von Schildern mit Hinweisen zur momentanen Befindlichkeit, zum Status usw.) ausgestattet. Die Mitarbeiter haben den Auftrag, das Spendenverhalten der Vorbeigehenden zu registrieren. Unterstützt werden sie dabei von einer Gruppe diskret agierender weiterer Mitarbeiter, die das Geschehen aus der Distanz beobachten.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Wir erfahren nicht nur etwas über die Art und Zahl der Spender, sondern haben über den bettelnden Mitarbeiter zugleich Zugriff auf das Spendenvolumen sowie auf potenzielle Gesprächsinhalte zwischen Almosengebern und -empfänger. Nebenbei kann der "Bettler" später auch noch Auskunft über seine Befindlichkeit während der Situation auf der Straße geben.

Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass die genannte Methode nicht unumstritten ist, und dies gleich aus mehreren Gründen:

(1) Erstens basiert die erzeugte Situation auf einer Täuschung der Versuchspersonen (in dem Falle: der Passanten). Der solchermaßen platzierte Bettler gibt vor, jemand zu sein, der er nicht ist. Man könnte sagen: Er lügt.

(2) Zweitens tritt der "künstliche" Bettler, ob er will oder nicht, in Konkurrenz zu anderen, wirklich Bedürftigen, denen er sozusagen den Lebensunterhalt streitig macht.

(3) Drittens beeinflusst der "künstliche" Bettler im Falle seiner Entlarvung (oder für den Fall, dass er sich abschließend selbst enttarnt) möglicherweise das zukünftige Spendenverhalten der Passanten, die vielleicht aus Verärgerung über die Täuschung echten Bedürftigen später dann nichts mehr zukommen lassen.

Den geschilderten ethischen Dilemmata, denen viele auf Experimenten basierende Forschungen ausgesetzt sind, kann man im vorliegenden Fall allerdings durch die Gestaltung geeigneter "Bettelumgebungen" (Szenarien) begegnen. Mögliche Bedenken gegen das Experiment lassen sich dadurch sicherlich nicht ganz ausräumen, aber vielleicht doch zumindest mildern. - Fünf Szenarien sind denkbar:

Stellvertretertum

Eine Agentin Der bettelnde Mitarbeiter - im Folgenden Agent genannt - präsentiert ein Schild, auf dem zwar objektiv die Unwahrheit steht (z. B.: "Bin arbeitslos"); doch sitzt der Agent sozusagen stellvertretend für einen echten Arbeitslosen da und leitet die Einnahmen - durchaus im Sinne der Spender - später an eine Organisation zur Unterstützung Arbeitsloser weiter. Der Agent wird quasi zum Mittler zwischen Spendern und wirklich Bedürftigen.

Mehrdeutigkeit

Der Agent hält ein Schild mit einem ambivalenten, schwer nachprüfbaren und damit auch schwer zu widerlegenden Inhalt (etwa: "Habe Hunger"). Formal handelt er damit völlig korrekt; es bleibt freilich aus ethischer Sicht ein unguter Nachgeschmack.

Provokation

Dieses Szenario lebt von der Dreistigkeit des Agenten. Er lügt nicht, sondern ist in provokanter Weise ehrlich, indem er zum Beispiel vorgibt: "Brauche Geld. Muss mein Handy finanzieren."

Übertreibung

Eine Variante ist die (als solche erkennbare) Übertreibung: Der Agent erzählt auf seinem Pappschild eine überdrehte Geschichte, etwa: "Bin auf der Flucht. Wer hilft mir?"

Wahrhaftigkeit

Moralisch am unbedenklichsten ist vermutlich ein Szenario, in dem sich der Agent als "Bettler im Auftrag" outet, etwa durch ein Schild mit der Aufschrift "Sammle für das Kinderhospiz XY" oder "Spenden Sie für das Waisenhaus Z!"

Einige der genannten Szenarien wählten wir dann auch tatsächlich für unser Experiment aus. Es versteht sich von selbst, dass wir alle eingenommenen Gelder ohne Abzug an wirklich Bedürftige weiterleiteten, im konkreten Fall an die "Attendorner Tafel", eine Einrichtung der evangelischen Kirche, die einmal im Monat Lebensmittel und andere Artikel des alltäglichen Bedarfs an Notleidende ausgibt.

4.2 Gesamtkonzeption

Bei der Konzeption des Experiments hatten wir unser Augenmerk vor allem auf drei Aspekte zu richten:

Handlungsort

Hinsichtlich des Ortes, an dem unser Experiment stattfinden sollte, fiel unsere Wahl auf die Fußgängerzonen der nordrhein-westfälischen Städte Attendorn und Gummersbach.

Attendorn hat (inklusive Eingemeindungen) etwa 25.000 Einwohner und ist eine typische südsauerländische Kleinstadt. Es gibt dort zwar, wie in vielen Städten, eine (kleine) "Trinkerszene" am Busbahnhof; dezidiert Obdachlose sind im Stadtbild jedoch weitgehend unbekannt. Allenfalls in den Sommermonaten sind gelegentlich "durchreisende" Nichtsesshafte zu beobachten.

Gummersbach, Kreisstadt mit mittelstädtischer Struktur, ist gut doppelt so groß wie Attendorn. Im Stadtbild zeigen sich dort schon einige (bettelnde) Obdachlose mehr. Einer von ihnen sitzt zum Beispiel - eigenem Bekunden nach seit etwa zwei Jahren - regelmäßig vor dem Eingang des Einkaufszentrums "Bergischer Hof" am einen Ende der Fußgängerzone; weitere Nichtsesshafte suchen am anderen Ende die Nähe des Busbahnhofs. Gleichwohl ist auch hier die Zahl der Bettler überschaubar.

Beide Städte wurden vor allem aus Sicherheitsgründen ausgewählt. Da wir über keinerlei Erfahrungen im Umgang mit Bettlern und dem Betteln verfügten, erschien es uns ratsam, mit unseren Versuchen nicht gleich dort zu beginnen, wo - wie etwa in den Fußgängerzonen der Großstädte - offensichtlich heftige "Bettelkonkurrenz" herrscht. Mit anderen Worten: Wir wollten unsere Agenten nicht ohne Not der Gefahr verbaler oder auch körperlicher Auseinandersetzungen ausliefern.

Die Auswahl relativ kleiner Städte bzw. Fußgängerzonen bedeutete allerdings zugleich, dass unsere Agenten innerhalb des jeweiligen Stadtbildes eine exponierte Stellung einnehmen würden. Dort, wo Bettler nicht zum Alltag gehören, springen sie natürlich sofort ins Auge; unter Umständen sind deshalb die Reaktionen der Passanten andere als in Großstädten.

Szenarien

Für das Experiment stellten sich drei Personen als Bettler zur Verfügung, zwei junge Männer und eine junge Frau, alle jeweils 18 Jahre alt.

Für diese Personen entwickelten wir jeweils unterschiedliche "Legenden" (Kürzestlebensläufe), die die "Bettler" den Vorübergehenden in Form von auf Pappschildern geschriebenen Parolen präsentieren sollten.

Szenario 1

Dem ersten Agenten (männlich) ordneten wir das Schild "Bin 18 und arbeitslos" zu. Dieses sollte der junge Mann, bekleidet mit einer Jeans und einem verwaschenen Holzfällerhemd, bedeckt mit einer Wollmütze, leicht "schmutzig" geschminkt, auf einer alten Decke sitzend, einen "Spendentopf" neben sich, in der Attendorner Fußgängerzone in zentraler Lage vor sich halten.

Selbstverständlich wählten wir einen Agenten, der in Attendorn nicht gesichtsbekannt war. - Das eingesammelte Geld, so es überhaupt welches geben sollte, würde der "Attendorner Tafel", einer karitativen Einrichtung zur Versorgung Mittelloser, zugute kommen.

In seiner Konstruktion entspricht diese Variante des Experiments damit weitgehend dem weiter oben angerissenen Szenario "Stellvertretertum".

Szenario 2

Die zweite bettelnde Person (weiblich) sollte, mit den gleichen Utensilien wie Agent 1 ausgestattet, in der Gummersbacher Fußgängerzone sitzen und dabei ein einfaches Schild mit der Aufschrift "Habe Hunger" präsentieren.

Auch hier sollte das eingenommene Geld an die "Attendorner Tafel" weitergegeben werden.

Von dieser Variante des Versuchs versprachen wir uns eine etwas andere Reaktion der Passanten. Während ein Schild mit dem Hinweis "Bin 18 und arbeitslos" zwar einerseits Mitleid, andererseits aber möglicherweise auch Abwehr ("Warum sucht er sich nicht einfach Arbeit? Er ist doch jung genug dazu.") weckt, erscheint der Appell "Habe Hunger" kreatürlicher, vielleicht auch wahrhaftiger. Zudem würde eine junge Frau, so unsere Hypothese, vielleicht eher Mitleid hervorrufen als ein Mann.

Gerade die Emotionalität, die dieses Szenario provoziert, ist natürlich aus moralischer Sicht recht problematisch - wird hier wahrscheinlich doch in ganz anderer Weise mit den Gefühlen der Vorübergehenden gespielt als bei einem Bettler, der "nur" arbeitslos ist.

In diesem Sinne entspricht die Versuchsanordnung auch eher dem oben beschriebenen Szenario "Mehrdeutigkeit" als der Variante "Stellvertretertum".

Szenario 2a

Zusätzlich zu dem "einfachen" Szenario 2 bezogen wir ein alternatives, etwas komplexeres Szenario 2a in unsere Planungen ein. Bei der Agentin, die in Gummersbach betteln sollte, handelte es sich um die (eineiige) Zwillingsschwester einer der als Beobachterinnen vorgesehenen Mitarbeiterinnen.

Angesichts dieser einmaligen Chance überlegten wir, das Szenario 2 - im Sinne einer Provokation - dahingehend zu erweitern, dass sich die beobachtende (normal gekleidete) Schwester irgendwann in der Nähe der bettelnden Schwester zeigen sollte. Genaue Handlungsanweisungen für die nunmehr zur Agentin gewandelte Beobachterin legten wir allerdings nicht fest. Wir wollten die Erweiterung lediglich als einen Pre-Test laufen lassen und dabei auf einer sehr allgemeinen Ebene herausfinden, ob bzw. inwiefern die Vorübergehenden auf die "ungleichen Schwestern" reagieren würden.

Szenario 3

Szenario 3 wurde von Anfang an als Meta-Szenario konzipiert. Es sollte hierin nicht so sehr die Spendenbereitschaft gegenüber einem "gewöhnlichen" Bettler, sondern vielmehr die Wahrnehmungsfähigkeit, in gewisser Hinsicht auch die Toleranzschwelle der Passanten getestet werden. Insofern ist dieses dritte Szenario als Provokation einzustufen.

Der Grundgedanke des Szenarios war es, einen männlichen Agenten auftreten zu lassen, der in Anspielung auf die leeren Rentenkassen ein Schild mit dem Text "Muss später 3 Rentner versorgen. Bitte helft!" bei sich hat. Der junge Mann sollte dabei in keinerlei Weise "heruntergekommen" aussehen oder agieren, sondern lediglich wie ein kritischer junger Geist, der sich Gedanken um die Sozialpolitik macht.

Personenkonstellation

Aus der Konzeption der genannten Szenarien ergaben sich für unsere Mitarbeiter folgende Aufgabenbereiche:

"Bettler"

Die wichtigsten Personen in dem Experiment waren zweifellos die "bettelnden" Agenten. Sie hatten die Aufgabe, für etwa zwei Stunden still und angedeutet demütig auf ihrer Wolldecke zu sitzen. Eventuelle Fragen der Passanten sollten sie knapp im Sinne ihrer jeweiligen Legende beantworten. Als "Nicht-Bettler" zu erkennen geben sollten sie sich nur im Ausnahmefall. Dieser konnte eintreten
- bei Überprotektion seitens der Passanten (Einladung ins Restaurant, Angebot zur Übernachtung usw.),
- bei physischen Übergriffen durch Passanten oder "Bettelkonkurrenten",
- bei Ansprache durch Ordnungskräfte (Polizei, Wachdienste usw.).

Leibwächter

Angesichts der zum Teil heiklen Botschaften, die die Agenten vermitteln sollten, erschien es uns ratsam, die "Bettler" jeweils mit einem Stab weiterer Mitarbeiter zu umgeben, um sie gegebenenfalls schnell gegen die Übergriffe Dritter schützen zu können.

So wurden jedem "Bettler" zwei permanent anwesende männliche "Bodyguards" zugeordnet, die sich in Reichweite aufhielten und sich unauffällig verhielten (Besuch eines Straßencafés, Sitzen auf einer Parkbank usw.).

Beobachterinnen

Ebenso diskret sollten jeweils ein bis zwei Beobachterinnen agieren. Sie hatten die Aufgabe, die Interaktionen zwischen "Bettlern" und Passanten, aber auch das Verhalten der Passanten allgemein möglichst exakt schriftlich zu notieren. Dabei ging es uns um die Beantwortung von Fragen wie: Wie verhalten sich die Passanten beim Vorübergehen? Drehen sie sich extra in eine andere Richtung, vermeiden sie Augenkontakt? Lässt ihr Verhalten erkennen, dass sie nur vorgeben, den Agenten zu "übersehen" - oder übersehen sie ihn tatsächlich? Sehen sie vielleicht heimlich doch in seine Richtung? Oder gehen sie gar direkt auf ihn zu? Welche Körpersprache drücken sie aus? Wer spendet? Wer nicht? Wie vollzieht sich der Akt der Almosenübergabe (anonym, mit Worten, freundlich, herablassend)?

Eine Gefahr innerhalb der Beobachtung ist sicherlich immer eine zu frühe Wertung des Beobachteten. Unsere Mitarbeiterinnen waren deshalb gehalten, das Geschehen, wenn irgend möglich, zu quantifizieren, also zum Beispiel die Zahl der Blickkontakte zu prüfen. Zugleich war uns allerdings klar, dass wir in einigen Zusammenhängen nicht um Schätzurteile würden herumkommen können, etwa bezüglich des Alters der Passanten oder des an der Kleidung abzulesenden Status.

Fragesteller

Je nach Gegebenheiten vor Ort, je nach sich konkret entwickelnder Situation sollten die Bodyguards bzw. die Beobachterinnen zusätzlich die Aufgabe von Fragestellern wahrnehmen. Sie sollten, sofern sie dadurch nicht Gefahr liefen, den Agenten zu enttarnen, Vorübergehende darauf ansprechen, ob und wie viel sie gespendet hätten und was ihre Beweggründe dafür gewesen seien, ob sie aus Mitleid gespendet hätten, welchen Einfluss die Beschriftung des Pappschilds oder die Erscheinung des "Bettlers" - oder der Bettler in der Fußgängerzone insgesamt - gehabt habe. Auch die Motive für das "Nicht-Spenden" sollten auf diese Weise ermittelt werden.

Es verstand sich von selbst, dass eine solche Befragung nicht würde systematisch erfolgen können und sich zudem nur für Fußgängerzonen anbot, in denen mehrere Bettler (teils echte, teil "unechte") anzutreffen waren, um das Augenmerk der Passanten nicht gar zu einseitig auf "unseren" Bettler zu richten.

Fotograf

Das Attendorner Team Wir kamen überein, dass der Akt des Bettelns - schon zur Gedächtnisstütze für die spätere Auswertung - nicht nur in den Aufzeichnungen der Beobachterinnen, sondern auch fotografisch festgehalten werden sollte. Wir verzichteten allerdings auf eine lückenlose Dokumentation. Eine permanent laufende Videokamera hätte zu viel Aufmerksamkeit der Passanten auf uns gezogen, eine versteckte Kamera hätte sich schwer handhaben lassen; auch ist eine laufende Videoüberwachung im offenen Feldexperiment juristisch bedenklich. Vielmehr kam es uns lediglich darauf an, im Bild die "Atmosphäre" des jeweiligen Szenarios einzufangen. Hierfür genügten einige Fotos sowie kurze Videoclips, die mit Hilfe eines einfachen, unauffälligen digitalen Fotoapparats erstellt werden konnten.

Der Mitarbeiter, der als Fotograf arbeiten sollte, hatte die Vorgabe, völlig selbstständig zu agieren und keinesfalls den Kontakt zu den anderen am Experiment Beteiligten zu suchen.

Selbstverständlich sollten die Foto- und Filmaufnahmen diskret, aus größerer Entfernung gemacht werden. (Die in der vorliegenden Dokumentation gezeigten Nahaufnahmen wurden deshalb auch alle erst am Ende des jeweiligen Versuchs angefertigt.)

Das nebenstehende Bild zeigt eine typische Konstellation unserer Mitarbeiter während eines Experiments. Im Bildvordergrund sitzen die beiden Bodyguards in einem Straßencafé, im Mittelgrund befinden sich, räumlich getrennt an einem anderen Tisch des Cafés, zwei Beobachterinnen, im Hintergrund, direkt vor der Hauswand, hockt der Agent zwischen einigen Passanten.


©  Laura Heisterkamp und Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2004-2010

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