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1. Geschichte des Bettelns

  Sankt Martin
Eine der berühmtesten Bettelszenen: Sankt Martin teilt seinen Mantel. [a]
Will man das Phänomen des Bettelns einkreisen, lohnt ein Blick in die Geschichte. Denn indem man das heutige Bild des Bettlers an dem früherer Jahrhunderte spiegelt, eröffnet sich die Sicht auf die "universellen Mechanismen" des Bettelwesens. Eine Betrachtung des Almosenempfangs lediglich aus tagespolitischer Perspektive würde hier zu kurz greifen.

Auffällig ist, dass der Begriff des "Bettlers" früher keineswegs so negativ besetzt war wie heute. In der griechischen und römischen Antike stand der Bettler, wie auch der Gast, unter dem besonderen Schutz des Zeus (bzw. Jupiter). Mitunter waren es sogar die Götter selbst, die sich als Bettler verkleidet unter die Menschen mischten. Auch bei den orientalischen Völkern genoss der Almosenempfänger gewisse Vorrechte.

Bei den germanischen Ackerbauriten spielte der Bettler ebenfalls eine wichtige Rolle. So nennt etwa der altgermanische "Pflugsegen" aus dem 10. Jahrhundert neben anderen magischen Mitteln den von einem Bettler mitgebrachten Samen, dem besondere Eigenschaften zugeschrieben wurden [1]. Umgekehrt erhielt in einigen Gegenden Deutschlands im Frühjahr der erste vorüberkommende Bettler das so genannte "Pflugbrot", ein Brot, das im Rahmen eines alten Fruchtbarkeitsbrauchs zu Beginn der Pflügezeit als Vorwegnahme des künftigen "Erntesegens" auf bzw. unter den Pflug oder in die Ackerfurche gelegt wurde [2].

Diese positive Konnotation des Bettelns hat sich bis heute in einigen ritualisierten, allerdings meist nur noch von Kindern vollführten Bettelpraktiken erhalten, etwa beim Martins- oder Sternsingen, neuerdings auch zu Halloween.

1.1 Betteln im Mittelalter

Gesellschaften, in denen heutzutage in größerem Umfang gebettelt wird, lassen zwei Rückschlüsse zu:

Für die mittelalterliche Gesellschaft gilt dieser Befund jedoch nur bedingt. Man kann sagen: Dort hat nicht unbedingt ein soziales Sicherungssystem versagt - vielmehr ist das Betteln-Dürfen das soziale Sicherungssystem.

Dies erklärt sich daraus, dass das Betteln und Spenden seinerzeit einen ganz anderen Stellenwert im Bewusstsein der Menschen hatte. Während die Bitte um Almosen derzeit - trotz aller Diskussionen um Hartz IV und Gesundheitsreform - eine soziale Randerscheinung ist, die zudem allenfalls in den größeren Städten sichtbar wird, war das Betteln im Mittelalter immer und überall an der Tagesordnung.

Das mittelalterliche Weltbild

Dies hatte mit einem völlig anderen Menschen- und Weltbild zu tun, das sich europaweit etwa in der hochmittelalterlichen Scholastik manifestierte. Deren bedeutendster Vertreter, Thomas von Aquin (1225 - 1274), erklärte das Almosengeben neben dem Beten und dem Fasten zu einer der Möglichkeiten, Buße für begangene Sünden zu tun und Seligkeit (in seiner Ethik der "letzte Zweck eines vernunftbegabten Geschöpfs") zu erlangen.

Mit anderen Worten: Die Bettler hatten, wenn man so will, eine wichtige gesellschaftliche Funktion, nämlich die der Rettung des Seelenheils. Almosengeben war damit Bestandteil eines mehr oder minder unausgesprochenen Gesellschaftsvertrags: Es gehörte einerseits zur Pflicht der Besitzenden. Um in Sachen Seelenheil sicher zu gehen, nahmen die Gebenden andererseits jedoch auch die Empfänger in die Pflicht: Deren Aufgabe war es nämlich, sozusagen als vertragliche "Gegenleistung" für den großzügigen Spender zu beten.

Betteln war zu jener Zeit [...] weder verboten noch ehrenrührig. Es war vielmehr eine nützliche und geradezu notwendige Erscheinung in der "pyramidenförmigen" Gesellschaftsordnung des Mittelalters, die den Ärmsten zugute kam und zugleich [...] den höheren Ständen die Möglichkeit gab, mit dem Almosengeben ihre Sünden zu tilgen. [3]

Gründe für das Betteln

Die Lehre des Thomas von Aquin war allerdings kein Freibrief zum Betteln. Im Gegenteil: Gesunden und Arbeitsfähigen solle, so machte er deutlich, das Almosennehmen bei Strafe verwehrt bleiben. Nur zwei Gründe könne es für die Bitte um eine Spende geben:

  Bettler mit "Antoniusfeuer"
Ein Bettler mit schmerzhaft "brennender" Hand, dem so genannten "Antoniusfeuer", verursacht vermutlich durch eine Ergotaminvergiftung vom Mutterkorn im Getreide. [c]
So waren es im Mittelalter dann - zunächst - vor allem zwei Gruppen, die ihre Existenz auf dem Empfang milder Gaben begründeten: zum einen die Bettelorden (die allerdings, unterstützt durch Schenkungen und Stiftungen, im Laufe der Zeit wahre Vermögen zusammentrugen), zum andern Familien oder Einzelpersonen, die durch besondere Umstände, die sie selbst nicht zu verantworten hatten, in Not geraten - im Sinne des Thomas von Aquin also "bedürftig" - waren.

Bedürftigkeit ergab sich in jener Zeit vor allem aus folgenden Lebenssituationen:

Unter den Bettlern, die in amtlichen Registern geführt wurden, waren viele ehemalige Handwerker und Soldaten, darüber hinaus Dienstleute, Mägde, Knechte und Tagelöhner.

Formen des Bettelns

Genauso vielfältig wie die Bettelanlässe waren die Formen des Bettelns. Die umherziehenden ("vagierenden") Bettler waren überwiegend Männer; in den Städten bettelten häufig die Frauen, zum Teil zusammen mit ihren Kindern, die als "Beweis" für die Bedürftigkeit vorgewiesen wurden. Vielfach waren bettelnde Kinder, etwa als Vollwaisen, aber auch ohne Erwachsene unterwegs - teils allein, teils in Gruppen.

Man unterscheidet auch zwischen Stadt- und Landbettel. Letzterer war häufig mit einer vagierenden Lebensweise verbunden und barg - etwa wegen Witterung und Natureinflüssen - mehr Gefahren. Beim Stadtbettel gab es den Gassen-, Markt- oder Kirchenbettel mit öffentlichem Stehen, Gehen oder Sitzen, teilweise verbunden mit dem Ansprechen von Leuten. Daneben gab es den Haustür- oder Wohnungsbettel, der eine Vertrautheit zum Besitzer bzw. Bewohner voraussetzte. Häufig wurden auch spezielle Hilfeersuchen, wie im Falle einer Katastrophe, etwa [der] Brandbettel, vorgebracht, bei denen Wert darauf gelegt wurde, zu zeigen, dass man nicht durch eigenes Verschulden in die missliche Lage geraten war. Insgesamt bediente sich der Bettel einer breiten Palette von Möglichkeiten des Auftretens - vom höflichen "Hutziehen" bis zu aggressiven Drohungen. [4]

Gelegentlich variierte das Betteln mit anderen Lebensformen. Teilweise lösten Phasen des Almosenempfangs und der Erwerbstätigkeit einander ab, teilweise vermischten sie sich, weil jahreszeitlich bedingt keine oder nur geringe Möglichkeiten zum Arbeiten vorhanden waren (saisonaler Bettel) oder weil eine Krankheit die Teilnahme am regulären Erwerbsleben vorübergehend verhinderte (Krankenbettel). Von daher ist die Überlegung, Bettler klar von der "arbeitenden Bevölkerung" abgrenzen, quasi kategorisieren zu können, zu neuzeitlich gedacht.

Betteln und Aberglauben

  Totentanz
Totentanz: Bettler und Tod. [e]
Wie eingangs schon angedeutet wurde, spielte der Bettler eine wichtige Rolle nicht nur im Glauben, sondern auch im Aberglauben der mittelalterlichen Menschen. Manchmal wurde er als Glücksbringer angesehen, was sich psychologisch damit erklären lässt, dass einem durch die Anwesenheit des Almosenempfängers deutlich wurde, dass man in der Gesellschaft nicht "ganz unten" stand, also von Glück reden konnte. Häufiger allerdings sah man in den Bettlern Boten des Unheils - auch dies nicht ganz unberechtigt, übertrugen sie doch oft Krankheiten oder bedienten sich zur Sicherung ihres Lebensunterhalts krimineller Mittel.

Gern gesehen ist er [...] während des Hochzeitsessens oder als Angang (erste Begegnung) am Morgen, besonders Neujahrsmorgen, doch kann auch das Gegenteil eintreten. Eine übelabwehrende Kraft wird dem Almosen im Allgemeinen wie insbesondere der Gabe zugeschrieben, die der erste bei wichtigen Anlässen auftretende Bettler empfängt (Geburt eines Kindes, erstes Bad des Neugeborenen, erste Milch einer jungen Kuh, Viehkauf). Brot, das einem Bettler geschenkt, um Gotteswillen zurückerbeten und gegen 3 Pfennige umgetauscht wird, schützt das Vieh vor allem bösen Einfluss. Es kommt auch vor, dass der Bauer seinem jungen Hunde von dem ersten des Weges kommenden Bettler den Namen geben lässt. Ein Kreuzer, als Almosen gegeben, hilft etwas Verlorenes wiederfinden. Aber man darf einem Bettler weder das Oberste noch das Unterste von einem Brot geben, sonst muss man selbst betteln gehen, und es heißt auch, wenn eine Leiche im Haus ist oder eine Kuh gekalbt hat, darf kein Bettler etwas bekommen. [5]

Bemerkenswerterweise wurden dem Bettler, obwohl der meist selbst siech und abgezehrt daherkam, auch bestimmte Heilkräfte zugeschrieben. Sein Bettelstab besaß dem Vernehmen nach Zauberkraft. Drückte man ihn stillschweigend und "über Kreuze" gegen einen Kropf oder einen Buckel, verschwand dieser angeblich. Eine "Bettlerlaus" half gegen Zahnweh. [6]

Oft trat die Gestalt des Bettlers in Sagen und Märchen auf, meist mit eindeutiger moralischer Aussage: Mildtätigkeit gegenüber einem Bittenden wurde belohnt, Hartherzigkeit schwer bestraft. Die Furcht vor dem Fluch des Bettlers, mit dem dieser den Hartherzigen belegt, war offenbar ein gewichtiger Grund, den Bedürftigen mit einem gewissen Respekt zu begegnen.

Betteltechniken

Der Umstand, dass mit der Zeit die Zahl der Bettler immer mehr zunahm, verschärfte den Konkurrenzkampf unter den Almosenempfängern: Es galt, seine Bedürftigkeit besonders hervorzukehren oder aber auf anderem Wege die Aufmerksamkeit der Spender zu wecken.

Zu den Techniken des professionellen Bettelns gehörte daher vor allem, Krankheiten, Gebrechen und körperliche Mängel wirkungsvoll zur Schau zu stellen. Die Berechtigung zum Betteln beruhte in erster Linie auf körperlichen Schwächen. Diese in geeigneter Form zu betonen war ein Mittel, das Betteln als rechtmäßig darzustellen und Mitleid zu erwecken. [...] Ein weiterer Bereich der Betteltechniken lag auf dem Gebiet der künstlerischen Aktivitäten. Die Bettler spielten verschiedene Musikinstrumente, sangen oder erzählten Geschichten, um Almosen zu bekommen. [7]

Auch der Bettelort spielte zunehmend eine Rolle:

In oder vor der Kirche war die Spendenbereitschaft der Wohlhabenden aus zwei Gründen besonders groß. Zum einen waren sie hier sehr stark an ihre christliche Pflicht der Mildtätigkeit erinnert. Zum anderen wussten sie, dass ihnen hier das Fürbittgebet der Armen sehr sicher war. [8]

Trotz allen Geschicks der Bettelnden begann das System von Geben und Nehmen jedoch zu kippen:

Die Grenzen zwischen dem Zurschaustellen und dem Vortäuschen von körperlichen oder geistigen Schwächen waren fließend. So erklärt sich, dass den Bettlerinnen und Bettlern häufig mit Betrugsverdacht begegnet wurde. Das Bekanntwerden betrügerischer Praktiken der falschen Armen, die sich Almosen erschlichen, schwächte die Bereitschaft zur Mildtätigkeit gegenüber den echten Armen und erschwerte die Lebensbedingungen dieser Menschen noch zusätzlich. [9]

Im Spätmittelalter verschärfte sich die Lage zusehends. Kriege hatten weite Landstriche verwüstet und den Handel, die vorrangige Einnahmequelle der Bürger, beeinträchtigt. Krankheiten hatten die Bevölkerung dezimiert. Die soziale Kluft zwischen Arm und Reich und mit ihr die Zahl der "Bedürftigen" wuchs, ohne dass die Reichen (so sie es denn überhaupt wollten) die sozialen Probleme durch Mildtätigkeit hätten abfedern können. Aus den einzeln vagierenden Bettlern wurden marodierende Banden, und in den Städten verstellten einem an jeder Straßenecke bettelnde Unbekannte den Weg.

Bettlerordnungen

Vor diesem Hintergrund versuchten sich die Bürger in den Städten gegen die als "Bettelunwesen" apostrophierten Zustände zur Wehr zu setzen. Die Sorgen der Städter waren durchaus begründet. Abgesehen von der Belästigung durch die Bettler beim Gang durch die Straßen waren häufig sie es, die Krankheiten wie die Pest in die Städte einschleppten.

  Bettelbeschränkung
Bettelbeschränkung (1530). [g]
Als Erste erließ deshalb die Stadt Nürnberg, ansonsten als Beispiel vorbildlicher Armenpflege weithin bekannt, 1478 eine so genannte "Bettlerordnung", die in der Folgezeit von vielen anderen Städten kopiert wurde.

Anderthalb Jahrhunderte laborierten die Städte dann mit diesen immer wieder novellierten Bettlerordnungen herum, ohne dass sie damit allerdings das grundsätzliche Problem des Bettelns in den Griff bekommen hätten.

Die Ordnungen versuchten im Allgemeinen folgende Aspekte zu regeln, wobei sie von Fall zu Fall ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzten:

Sie legten zum einen auf einer eher pragmatischen Ebene die Bettelorte und -zeiten fest und wiesen den Almosenempfängern damit sozusagen "ökologische Nischen" zu. So gab es zum Beispiel in Münster seit 1550 immer wieder neue Bettlerordnungen, die die Mildtätigkeit genau terminierten: Gebettelt werden durfte nur vor- und nachmittags. Der Mittag und die Abendstunden galten hingegen als tabu. Hier wollten die Bürger in Ruhe gelassen werden. [10]

Meist legten die Bettlerordnungen auch fest, wer überhaupt zum Almosenempfang zugelassen war. In der Regel unterschieden die Stadtoberen hier strikt zwischen einheimischen und auswärtigen Bettlern. Es galt der eherne Grundsatz, wenn überhaupt, dann nur den Einheimischen das Betteln zu erlauben und alle anderen Bedürftigen der Stadt zu verweisen und in ihre Heimatgemeinden abzuschieben - im Zweifelsfall sogar auf deren Kosten oder aber auf Kosten derjenigen umliegenden Gemeinden, die den fremden Bettlern überhaupt erst den Zugang zur Stadt ermöglicht hatten. - Um die einheimischen Bettler sofort von den auswärtigen unterscheiden zu können, erhielten erstere in einigen Städten so genannte "Bettlerzeichen", meist kleine Abzeichen in Gestalt einer charakteristischen Münze, die sie, gewissermaßen als Gütesiegel, ständig gut sichtbar bei sich führen mussten.

Mitunter wurde aber auch ein generelles Bettelverbot ausgesprochen. Dieses traf nicht nur die Empfänger, sondern unter Umständen auch die Spender: Diesen drohte beispielsweise die Bettlerordnung des Kurfürsten Maximilian I. von 1627 an, sie müssten im Falle der Entdeckung den gespendeten Betrag gleich doppelt an die Stadtkasse abführen. [11]

Das Abführen von Geld an die Stadt- bzw. Gemeindekasse war ohnehin häufig eine weitere Maßnahme, das Bettelproblem in den Griff zu bekommen: Die wohlhabenden Bürger, so die Idee, sollten wöchentlich eine Almosen-Abgabe in einen Fonds zahlen, durch den dann die soziale Notlage der Bedürftigen ausgeglichen werden sollte. Zunächst setzten die Stadtoberen bei diesem Konzept auf die Freiwilligkeit der Bürger. Es stellte sich jedoch heraus, dass weder diese noch spätere Zwangseintreibungen die allgemeine Not wirklich beseitigen konnten, zumal Bettlerordnungen allenfalls in den (überschaubaren) Städten "griffen", während auf dem Land weiterhin das Gesetz der Straße galt.

Die Reaktion auf die "Bettlerplage", die sich einerseits aus der fortschreitenden Verelendung der Bevölkerung, andererseits aus dem Ausbau der Verkehrswege (sprich: der zunehmenden Mobilität der Bettler) erklärte, fiel deshalb mitunter auch sehr restriktiv aus:

Reichspolizeiordnungen sahen gegen den Bettel Maßregeln und Ausweisungen vor. Die Peinliche Gerichtsordnung Karls V. (Constitutio Criminalis Carolina) von 1532 stellte "verdechtige Bettler und Landfahrer unter die Aufsicht der Obrigkeit" (Art. 39). In manchen Städten wurden betrügerische Bettler gar ausgepeitscht oder anderweitig bestraft. Als im Gefolge des 30-jährigen Krieges Dörfer, Städte und Landschaften verwüstet und ausgebrannt oder von umherziehenden Söldnern ausgeplündert wurden, bekamen die vagabundierenden Bettlerbanden einen unvorstellbaren Zuwachs. Dies führte dazu, [dass] man das Betteln mit drakonischen Polizeistrafen belegte. Gefängnis inklusive körperlicher Züchtigung, Galeerenstrafe und Brandmarkung waren üblich. Schließlich drohte den umherziehenden Bettlern gar der Tod am Galgen oder auf dem Rad. Im Rückfall der Bettelei wurden die Bettler oft gehenkt, nachdem man sie vorher mit Abschneiden der Ohren oder im mildesten Fall mit Prügel bestraft hatte. Als Relikt dieser Strafen wurden fremde Bettler in Bayern 1751 noch gebrandmarkt und bei fortgesetzter Begehung hingerichtet. [12]


[1] Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd.1, Berlin/New York 1987 (erstmals 1927), S.1191.

[2] Ebd. S.1191.

[3] Dieter Bindzus/Jérome Lange: "Ist Betteln rechtswidrig? Ein historischer Abriss mit Ausblick". Aus: Juristische Schulung 6/96, S.482ff, überarb. 2/02. Hier zitiert nach: Jurawelt - Strafrechtliche Aufsätze.
URL: http://www.jurawelt.com/aufsaetze/strafr/3554

[4] Thomas Mättig: "Bettler in der Frühen Neuzeit", in: Gudrun Gersmann/Torsten Reimer (Hrsg.): "München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt", 1. Version vom 6.12.2000.
URL: http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/bettler.htm

[5] Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd.1, Berlin/New York 1987 (erstmals 1927), S.1191f.

[6] Ebd. S.1192.

[7] "Armut, Not und gute Werke. Soziale Stiftungen in Münster", Stadtarchiv Münster 1999.
URL: http://www.muenster.de/stadt/armut/3_1_1.html

[8] Ebd.

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] Thilo Hentschke: "Die Bettlerordnung Kurfürst Maximilians I. von 1627", in: Gudrun Gersmann/Torsten Reimer (Hrsg.): "München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt", 1. Version vom 6.12.2000.
URL: http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/bettlerordnung.htm

[12] Dieter Bindzus/Jérome Lange: "Ist Betteln rechtswidrig? Ein historischer Abriss mit Ausblick". Aus: Juristische Schulung 6/96, S.482ff, überarb. 2/02. Hier zitiert nach: Jurawelt - Strafrechtliche Aufsätze.
URL: http://www.jurawelt.com/aufsaetze/strafr/3554

Bilder:

[a] Hier dargestellt als Glasmalerei in einem Kirchenfenster.

[b] Eine undatierte Zeichnung von Hieronymus Bosch (ca. 1450 - 1516).

[c] Vgl. Beat Rüttimann: "Bilder des menschlichen Leidens", in: Unimagazin (Zeitschrift der Universität Zürich), Nr.2/1997.
URL: http://www.unicom.unizh.ch/unimagazin/archiv/2-97/leiden.html

[d] Die Kupferstich-Reproduktion einer Zeichnung Pieter Brueghels d. Ä. (ca. 1525 - 1569). - Der Bettler ist vermutlich halbseitig gelähmt. An Händen und Füßen trägt er Holzbretter, teils zum Schutz der Gliedmaßen, teils um sich auf dem oft morastigen Boden besser fortbewegen zu können. Aus demselben Grund werden Bettler gelegentlich auch mit so genannten "Trippen" dargestellt: Diese "Trippen", eine Konstruktion aus Holzplatten und -latten, wurden - auch von der wohlhabenderen Bevölkerung - wie Plateauschuhe genutzt, um ein Versinken im Morast zu verhindern. - Vgl. hierzu auch die URL:
http://www.sonderpaedagoge.de/geschichte/deutschland/ma/quellen.htm

[e] Ausschnitt einer Aquarellkopie von Niklaus Manuell (1773).

[f] Bettlertypen bzw. Betteltechniken. Kupferstich von Hieronymus Bosch (ca. 1450 - 1516): Allerlei Arten der Kunst des Bettelns. Aus: Theodor Hampe: "Die fahrenden Leute in der deutschen Vergangenheit", Leipzig 1902, Abb. 60 (Ausschnitt).

[g] Bettelbeschränkung durch die Reichspolizeiordnung von 1530. Aus: "Neue und vollständigere Sammlung der Reichs-Abschiede", 4 Teile, Frankfurt am Main 1747, Teil 2, S. 343. Stadtarchiv Münster. - Dort heißt es:
"Von Bettlern und Müßiggängern. - Wir wollen auch, dass eine jede Obrigkeit, der Bettler und anderer Müßiggänger halben, ein ernstlichen Einsehens tue, damit niemands zu betteln gestattet werde, der nicht mit Schwachheit oder Gebrechen seines Leibs beladen und des nicht notdürftig sei: Item, dass auch der Bettler Kinder, so sie ihr Brot zu verdienen geschickt seien, von ihnen genommen und zu Handwerken und sonst zu Diensten geweist werden, damit sie nicht also für und für dem Betteln anhangen. Item, dass auch die Obrigkeit Versehung tue, dass eine jede Stadt und Commun ihre Armen selbst ernähre und unterhalte, und im Reich Fremden nicht gestattet, an einem jeglichen Ort zu betteln. Und so darüber solche starken Bettler befunden [werden], sollten dieselbigen vermögens des Rechts oder sonst gebührlich bestraft werden, andern zu Abscheu und Exempel. [Falls es Sach wäre], dass eine Stadt oder [ein] Amt also mit vielen Armen beladen [ist], dass sie [am] Ort nicht möchten ernähret werden, so soll die Obrigkeit dieselben Armen mit einem brieflichen Schein und Urkund in ein anderes Amt zu fördern Macht haben." (Wortlaut und Schreibung wurden dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst.)

[h] Bettlerzeichen von 1599. Westfälisches Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte Münster, Numismatische Abteilung.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2006-2010

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