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Neue Gesichter

Frühjahr 2009. Wiederum müssen sich die Bundesbürger auf ein Superwahljahr einstellen. Allein in Nordrhein-Westfalen stehen drei Termine an: die Europawahl Anfang Juni, die Kommunalwahl Ende August und die Bundestagswahl Ende September. Im Bundestagswahlkreis 150 (Olpe/Märkischer Kreis I), der bei 299 Kreisen arithmetisch gesehen genau in der Mitte liegt, müssen sich die Wähler an einige neue Gesichter gewöhnen. Statt des langjährigen CDU-Direktkandidaten Hartmut Schauerte, der nun aus Altersgründen nicht mehr antritt, stellt sich Matthias Heider. Und für Uwe Beul, den SPD-Kandidaten der letzten Saison, steigt jetzt Petra Crone in den Ring. - Eröffnet wird der Wahlkampf bereits vor Ostern. Am Karsamstag besucht Matthias Heider in der Fußgängerzone von Attendorn den Stand der Jungen Union. Die Jungpolitiker verschenken, unterstützt von Bürgermeisterkandidat Dieter Hundt, traditionelle Ostersemmel an die Passanten. Heider selbst sucht das Gespräch mit den Bürgern.


Matthias Heider Herr Dr. Heider, Sie sind heute hier in der Fußgängerzone bei der Jungen Union, die Ostersemmel verteilt. Die Bundestagswahl ist Ende September. Ist jetzt hiermit offiziell der Bundestagswahlkampf eröffnet?

Heider: Das ist eigentlich ein ungewöhnlicher Zeitpunkt, um den Wahlkampf zu eröffnen. Ich nutze die Zeit bis zum richtigen Start des heißen Wahlkampfs, um den Wahlkreis besser kennen zu lernen. Und der Ostersamstag hier in Attendorn ist ein guter Tag, um das Brauchtum und die Bürgerinnen und Bürger kennen zu lernen. Das mache ich gerne.

Sie sind ja zurzeit auch noch berufstätig, also noch nicht Vollzeit-Politiker. Wie lässt sich das mit Ihrem Beruf vereinbaren: die Wahlkampftermine oder überhaupt Diskussionsrunden, Vorstellungsrunden?

Heider: Die BDO, mein derzeitiger Arbeitgeber, stellt mich gerne für den einen oder anderen Termin jetzt schon mal frei. Und das nutze ich natürlich, um an den Terminen auch teilzunehmen. Beruf und Politik miteinander zu vereinbaren, das ist im Moment eine zeitliche Herausforderung. Aber das übernehme ich gerne, und die Familie unterstützt mich dabei - und so gelingt das!

In der Fußgängerzone Der Wahlkreis 150 gilt ja als feste CDU-Hochburg. Hartmut Schauerte hat letztes Mal mit den Erststimmen mehr als 50 Prozent geholt; Theo Kruse hat bei der Landtagswahl in ganz Nordrhein-Westfalen das beste prozentuale Ergebnis für seine Partei geholt. Muss man hier überhaupt noch Wahlkampf machen, oder sind Sie sozusagen seit dem 23. Januar, dem Tag Ihrer Nominierung, im Prinzip schon "fest gebucht"?

Heider: Das ist ein ausgesprochen schwieriges Wahljahr mit schwierigen Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Art. Wir stehen in diesem Jahr in der Wirtschaftsgeschichte vor einer der größten Herausforderungen. Wir müssen die Bürger informieren. Wir müssen sie mitnehmen. Wir müssen ihnen sagen, welche Handlungsspielräume Politik in diesem Jahr hat. Das ist ganz besonders wichtig, und deshalb ist das nicht nur ein reines Wahlkampfjahr.

Hier stellt sich der Kandidat im Video vor:   Media Player Video Player


Attendorn, Ende April 2009. In getrennten Gesprächen stellen sich die beiden Bundestagskandidaten Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums vor. Petra Crone bekennt, dabei schon ein wenig aufgeregt zu sein.


In der Schule Frau Crone, Sie treten im Wahlkreis 150 an. Das ist traditionell eine CDU-Hochburg. Wie rechnen Sie sich da als SPD-Kandidatin überhaupt Ihre Chancen aus?

Zum einen habe ich einen sehr guten Listenplatz auf der Landesliste. Insofern könnte ich mich jetzt zurücklehnen; aber das tue ich natürlich überhaupt nicht. Der gute Listenplatz hat mir sehr viel Auftrieb gegeben, und jetzt werde ich mit aller Kraft um jede Stimme kämpfen.

Glauben Sie, dass man es im Sauerland - vielleicht sogar in ganz Deutschland - als Frau in der Politik oder auch jetzt speziell bei der Bewerbung schwerer hat? Oder hat sich da inzwischen einiges getan?

Petra Crone Da hat sich ganz gewiss sehr viel getan - auch dank Angela Merkel. Ich glaube, man muss einfach gut sein, dann kann man auch als Mann oder Frau bestehen.

Sie haben ja jetzt schon die "Ochsentour" hinter sich, die Vorstellung bei den Ortsvereinen und einigen anderen Gruppierungen. Jetzt waren Sie heute hier bei den Schülern: Ist das anders - oder ist das im Prinzip dasselbe?

Das ist natürlich völlig anders. In den Ortsvereinen hat man schon einen Sympathiebonus. Und hier muss man sich natürlich entsprechend darstellen. Aber mehr Spaß macht es hier, das muss ich ehrlich sagen.

Hier stellt sich die Kandidatin im Video vor:   Media Player Video Player


Die Gespräche wurden am 11.4. bzw. am 30.4.2009 in Attendorn geführt. Die Fragen stellte Frank U. Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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