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Schuljahr 2000/2001

Skadi Hengstenberg:

Therapeutisches Klonen
in der parteipolitischen Diskussion

Facharbeit, eingereicht im Fachbereich "Sozialwissenschaften"
am St.-Ursula-Gymnasium Attendorn am 11.5.2001


Inhalt

1.   Einleitung, Grundlagen und Vorgehensweise
1.1 Das Thema
1.2 Grundlagen und Begriffsbestimmungen
1.3 Fragebogen

2.   Ergebnisse der Recherchen
2.1 CDU
2.2 F.D.P.
2.3 Bündnis 90/Die Grünen
2.4 SPD
2.5 PDS
2.6 Evangelische und katholische Kirche

3.   Zusammenfassende Auswertung

4.   Fazit


1. Einleitung, Grundlagen und Vorgehensweise

Spätestens mit der Vorstellung des geklonten Schafs "Dolly" ist eine internationale Debatte über Chancen und Risiken, Nutzen und Gefahren der Anwendung technischer Errungenschaften entbrannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass technische Entwicklungen Diskussionen über die Möglichkeiten des Missbrauchs bzw. die Abgrenzung von positivem und negativem Nutzen mit sich bringen (Atomforschung, Atomwaffen, Kernkraft etc.).

1.1 Das Thema

In einer solchen Situation ergeben sich zwangsläufig Regelungsverpflichtungen der politisch Verantwortlichen.

Am 20. Dezember 2000 fasste die britische Regierung den Beschluss das "THERAPEUTISCHE KLONEN" zuzulassen und daraus das Herstellen von menschlichen Embryonen zu therapeutischen Zwecken zu erlauben.

Die britische Regierung definiert therapeutisches Klonen als die Herstellung von menschlichen Embryonen nach dem "Dolly-Verfahren", wobei die Embryonen allerdings dann nicht in eine Gebärmutter eingepflanzt werden, um einen Menschen genetisch identisch nachzubilden, sondern um zu Forschungszwecken oder zur Züchtung von Geweben und Organen zu dienen.

Die Freigabe dieser kontrollierten Form des Klonens soll ausschließlich zu medizinischen Zwecken genutzt werden. Man erhofft sich, z. B. Alzheimer-Erkrankungen, Organleiden und vielem anderen einfacher und effizienter entgegentreten zu können.

In Deutschland und in anderen Ländern ist diese Form der Nutzanwendung des medizinisch-technischen Fortschritts nicht bzw. noch nicht erlaubt und insofern nur ausschließend geregelt (siehe Embryonenschutzgesetz).

Es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung auch zu einem weitergehenden Regelungsbedarf in Deutschland und anderen Ländern führen wird.

Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es, Meinungen und Absichten der politischen Parteien in Deutschland hierzu abzufragen und auszuwerten unter kurzer Einbeziehung der öffentlichen Diskussion und der Position anderer Meinungsbildner (hier: der Kirchen).

Zu diesem Zweck wurden
a) ein Fragebogen entwickelt,
b) die politischen Parteien Deutschlands, aber auch Kirchen angeschrieben und
c) Recherchen in den Medien durchgeführt.

Die Auswertung wird mit einer Diskussion der Ergebnisse und einer persönlichen Stellungnahme abgerundet.

1.2 Grundlagen und Begriffsbestimmungen

Da die medizinisch-technologisch verwandten Begriffe nicht selbsterklärend sind, soll im Folgenden kurz eine Erläuterung der in meiner Facharbeit benutzten wesentlichen Fachbegriffe erfolgen:

Klonen:

Klonen ist im Allgemeinen die künstliche Herstellung genetisch identischer Lebewesen. Natürlicherweise genetisch identisch sind z. B. alle Bakterien einer Kolonie, beim Menschen sind es als Sonderfall die eineiigen Zwillinge.

Reproduktives Klonen:

Ziel des reproduktiven Klonens ist es, genetisch identische Lebewesen zu erzeugen.

Es werden künstlich geschaffene Embryonen (durch den sog. Kerntransfer) in die Gebärmutter implantiert, wo sie dann zu "normalen" Lebewesen heranreifen.

Das berühmteste Ergebnis dieses Vorgehens ist das Schaf "Dolly", das von britischen Forschern 1997 vorgestellt wurde.

Therapeutisches Klonen:

Anders als beim reproduktiven Klonen wird der künstlich geschaffene Embryo nicht in die Gebärmutter implantiert, sondern es werden im so genannten Blastozystenstadium (bis zum 14. Tag der Entwicklung) die inneren Zellen des Embryos entnommen. Diese entnommenen Stammzellen sind Ausgangsmaterial für die Entwicklung der benötigten Zell- und Gewebetypen. Bei der Stammzellenentnahme wird der Embryo zerstört.

Therapeutisches wie auch reproduktives Klonen am Menschen sind in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten. In Großbritannien und Nordirland ist das therapeutische Klonen am Menschen seit kurzem unter strengen Auflagen erlaubt, das reproduktive Klonen aber weiterhin verboten.

Das deutsche Embryonenschutzgesetz:

Das Gesetz zum Schutz von Embryonen trat am 1. Januar 1991 in Kraft.

Es enthält als strafrechtliches Nebengesetz u. a. ein Verbot missbräuchlicher Anwendung von fortpflanzungsmedizinischen Verfahren, den Schutz menschlicher Embryonen vor missbräuchlicher Verwendung, ein Verbot der künstlichen Befruchtung von Eizellen mit dem Samen Verstorbener, ein Verbot der Geschlechtswahl, einen Schutz vor eigenmächtiger Befruchtung und Embryoübertragung, ein Verbot des Gentransfers in Keimzellen und ein Verbot des Klonierens.

Stammzellen:

Stammzellen sind Vorläufer ausdifferenzierter (spezialisierter) Zellen. Im Knochenmark befinden sich zum Beispiel Stammzellen für die im Blut vorkommenden Zellen. Stammzellen weisen einen unterschiedlichen Grad der Differenzierung auf. Sie können über die Fähigkeit verfügen, sich zu einem kompletten ganzen Organismus zu entwickeln, zu beliebigen Zelltypen oder nur zu bestimmten Zelltypen.

Diese Stadien finden sich wieder in der embryonalen Entwicklung. Embryonale Stammzellen der ersten Tage nach der Befruchtung verfügen über die Totipotenz, sich zum kompletten Organismus zu entwickeln, in der weiteren Entwicklung verfügen sie noch über die Pluripotenz unterschiedlicher Ausprägung, sich zu spezifischen Geweben und/oder Funktionen zu entwickeln, wie z. B. Leber, Niere oder Gehirn. Stammzellen sehr niedrigen Reifegrades befinden sich, wenn auch in sehr geringer Zahl, ebenfalls in Geweben des erwachsenen Menschen wie Leber, Niere, Gehirn oder auch im Nabelschnurblut des Neugeborenen. Sie könnten möglicherweise als Alternative zu embryonalen Stammzellen genutzt werden (vgl. http://www.bmgesundheit.de/themen/gen/fragen/fragen.htm).

1.3 Fragebogen

Der erstellte Fragebogen befindet sich mit dem zugehörigen Schreiben in der Anlage.

Er weist folgende Fragen auf:

1. Befürworten Sie therapeutisches Klonen?

2. Befürworten Sie, dass die Forschung zum therapeutischen Klonen vorangetrieben wird, bevor Regelungen geschaffen werden?

3. Besteht internationaler Regelungsbedarf?

4. Besitzt Deutschland einen technologischen Vorsprung?

5. Soll Deutschland in dieser Disziplin führend bleiben/werden und ist diese Technologie eine Chance, den Standort Deutschland zu stärken und interessante Arbeitsplätze zu schaffen?

Der Fragebogen ist so aufgebaut, dass er Meinungen und Tendenzen, Möglichkeiten und Restriktionen ebenso abfragt wie die Einschätzung zum Stand und zur Wettbewerbsposition Deutschlands in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Anwendung des therapeutischen Klonens.

Da die Beherrschung von Zukunftstechnologien auch ein wirtschaftspolitisches Thema ist, ist dies im Fragebogen ebenfalls berücksichtigt.

Der Fragebogen wurde versandt an:
- Parteien (CDU, F.D.P., B90/Grüne, PDS, SPD)
- christliche Kirchen Deutschlands.

2. Ergebnisse der Recherchen

2.1 CDU

Im Mai letzten Jahres (2000) hat die CDU einen Arbeitskreis Bioethik eingerichtet, der sich Schritt für Schritt mit den aktuellen Entwicklungen der Bio- und Genforschung befasst. Seit kurzem ist auch der Bundesvorstand der CDU in die Diskussion mit eingebunden.

Zur Beantwortung des Fragebogens:

1. Befürworten Sie therapeutisches Klonen?

Die CDU antwortet, dass die Diskussion über das therapeutische Klonen zur Zeit noch nicht abgeschlossen sei und dass sie, die CDU, als Volkspartei mit entsprechendem Meinungsspektrum sich noch nicht auf ein klares Ja oder Nein habe festlegen können. Entscheidend sei aber, dass die meisten führenden CDU-Politiker gegenüber dem therapeutischen Klonen eine bisher ablehnende Haltung einnähmen.

2. Befürworten Sie, dass die Forschung zum therapeutischen Klonen vorangetrieben wird, bevor Regelungen geschaffen werden?

Hierauf antwortet die CDU, dass das therapeutische Klonen am Menschen durch das Embryonenschutzgesetz gesetzlich untersagt sei, woraus man ein klares "Nein" schließen kann.

3. Besteht ein internationaler Regelungsbedarf?

Hier ein klares JA der CDU: " In allen bioethischen Fragestellungen sollte in einer globalisierten Welt zumindest ein internationaler Rechtsrahmen vorgegeben sein. [...] Deutschland sollte sich aktiv um internationale Regelwerke bemühen und bei ihrer Entstehung mitarbeiten."

4. Besitzt Deutschland einen technologischen Vorsprung?

Die CDU antwortet, dass Deutschland weit hinter den USA platziert, in Europa jedoch zusammen mit Großbritannien führend sei. Dies betreffe vor allem aber die ethisch unbedenklichen Bereiche der Genforschung.

Auf das therapeutische Klonen bezogen konnte die CDU keine gesicherte Auskunft geben. Durchaus gebe es in Deutschland erfolgreiche tiermedizinische Institute, die berühmtesten Ergebnisse seien jedoch im Ausland erzielt worden (Schottland: Schaf Dolly).

5. Soll Deutschland in dieser Position führend bleiben/werden und ist diese Technologie eine Chance, den Standort Deutschland zu stärken?

In dieser Frage bezieht die Partei die Position, dass Deutschland in der Gen- und Bioforschung insgesamt am Ball bleiben müsse, um seine führende Position in der Wirtschaft zu erhalten, da die nächsten 50 Jahre in der Wirtschaftsentwicklung ganz entscheidend von den Biotechnologien mitbestimmt würden.

Die CDU zweifelt jedoch, ob Deutschland beim therapeutischen Klonen, welches bisher ja nur eine in der Grundlagenforschung befindliche Technik ist, führend sein müsse, um den eigenen Standort zu stärken. Der Grund dafür seien die schwerwiegenden ethischen Bedenken, die diese Technologie mit sich bringe, und außerdem sei es längst noch nicht sicher, ob die Technik wirklich einmal medizinisch angewendet werden könne. Im Übrigen gebe es genügend Alternativen, wie z. B. adulte Stammzellen oder reprogrammierte Zellen.

Das letztendlich Entscheidende für den Standort Deutschland sei, dass eine Kompetenz in Bio- und Gentechnologie insgesamt entwickelt werde, nicht aber in jedem Teilbereich der Biotechnologieforschung, besonders nicht in solchen Bereichen, die ethisch bedenklich erschienen.

"Besonders bei ethisch problematischen Techniken sollte man nicht aus falsch verstandenen Wirtschaftshoffnungen grundlegende Bedenken beiseite schieben." (Vgl. das Schreiben von Gabriele Hopp, CDU, siehe Anlage.)

In einem Diskussionspapier der CDU Deutschland - Gentechnik, Chancen nutzen. Werte achten - wird noch einmal konkret zusammengefasst:

"Die CDU lehnt das so genannte therapeutische Klonen auf der Grundlage menschlicher Embryonen ab, und zwar auch dann, wenn diese durch Kerntransplantation in entkernte menschliche Eizellen hergestellt werden. Stattdessen ist die Forschung an adulten Stammzellen, einschließlich der aus Nabelschnurblut gewonnenen, massiv zu fördern." (Aus: http://www.cdu.de:80/politik-a-z/gentechnik/rede-ruettgers-120201.htm, S.4 von 5, Punkt IV: Die Würde des Menschen darf nicht relativiert werden.)

2.2 F.D.P.

Im Zusammenhang mit der Antwort zum Fragebogen informiert die Partei über die vor kurzem (27.03.2001) erarbeitete Beschlussvorlage:

In dieser Beschlussvorlage sieht die F.D.P. in der Stammzellenforschung eine große Chance, Heilungsmöglichkeiten für schwere Krankheiten zu erforschen, die das Leiden vieler Menschen lindern oder sogar heilen könne. Da embryonale Stammzellen gegenüber den Stammzellen von Erwachsenen nach derzeitigem Wissensstand erheblich mehr Potenzial für die Forschung besäßen, sei die Forschung an den embryonalen Stammzellen, natürlich unter strengen Auflagen, unverzichtbar, um das Verständnis für die Funktion der Zellprogrammierung zu gewinnen.

Die F.D.P. sagt, dass jedes Handeln in diesem sensiblen Gebiet der Embryonenforschung vorsichtig durchdacht werden müsse und dass jeder Schritt eine schwierige Abwägung zwischen Forschungsfreiheit, Hilfe für schwerkranke Menschen und der Würde des werdenden Lebens darstelle.

Es wird die These aufgestellt, dass für die Stammzellenforschung an embryonalen Zellen nur wenige Zelllinien genügen würden und dass eine massenhafte Produktion weder notwendig noch wünschenswert sei.

Diese Zelllinien können aus Embryonen gewonnen werden, die bei der In-Vitro-Fertilisation (künstlichen Befruchtung) nicht implantiert würden. (Diese überzähligen Embryonen werden konserviert und aufbewahrt. Dieses Verfahren wird in Großbritannien bereits angewandt.)

Forderungen der F.D.P.:

Die begrenzte Herstellung von Zelllinien soll auch in Deutschland erlaubt werden.

Durch das therapeutische Klonen soll das Verständnis für die Mechanismen der Reprogrammierung von Zellen verbessert werden. Zukünftig soll jedoch erreicht werden, dass adulte Stammzellen des Patienten selbst umgewandelt und zur Therapie verwendet werden können.

Die F.D.P. setzt weiterhin auf den Import embryonaler Stammzellen, bekennt jedoch, dass man langfristig um ein definitives JA oder NEIN zur Stammzellenforschung und zum therapeutischen Klonen nicht herumkomme, da es sehr unglaubwürdig erscheine, moralisch bedenkliche Arbeiten im Ausland durchführen zu lassen und dabei gleichzeitig den Nutzen dieser Technologien in Deutschland in Anspruch nehmen zu wollen.

Unter strengen Auflagen befürwortet die F.D.P. eine Änderung des 10 Jahre alten Embryonenschutzgesetzes, um die Stammzellentechnologie möglich zu machen.

Sie schlägt vor, eine Forschung an diesen frühen Embryonen bis zum so genannten "Blastozystenstadium" (bis zum 14. Tag) möglich zu machen.

Die Frauen, bei denen im Rahmen künstlicher Befruchtung überzählige befruchtete Eizellen zur Forschung verwendet werden könnten, müssten vorher von Ärzten ausführlich über die Methoden der Forschung aufgeklärt und beraten werden.

Die F.D.P. befürwortet, dass die Stammzellenforschung mit embryonalen Stammzellen zunächst nur an einzelnen und unter besonderer Aufsicht stehenden Forschungsinstituten betrieben werde. Unverzichtbare Voraussetzungen hierbei seien die absolute Transparenz und der Dialog mit der Öffentlichkeit. Außerdem solle über das Forschungsvorhaben zur Stammzellenforschung eine unabhängige, mit Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen besetzte Kommission entscheiden. Eine solche Kommission oder auch ein Ethikrat dürfe nicht beim Bundeskanzleramt eingerichtet werden, so die F.D.P., weil sonst keine politische Unabhängigkeit gewährleistet sei. Als Vorbild für eine unabhängige Entscheidungsinstanz schlägt die F.D.P. die bereits bestehende Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) vor.

Als Alternativvorschläge zum therapeutischen Klonen gibt die F.D.P.
- die Forschung mit Stammzellen von Erwachsenen und
- die Forschung mit Stammzellen aus Nabelschnurblut
an, die ihrer Meinung nach ebenfalls gefördert werden sollten, weil sie in jeder Weise ethisch vertretbar seien.

Im Folgenden sagt die F.D.P., dass Deutschland auf jeden Fall eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt halten müsse und nicht aus einem für das 21. Jahrhundert wichtigen Forschungsgebiet abgekoppelt werden dürfe.

Zuletzt betonen die Liberalen, dass das reproduktive Klonen, also das Klonen von Menschen zur Reproduktion, und die Erzeugung von Mischwesen auf jeden Fall verboten bleiben müssen, mit der Begründung, dass sie ethisch nicht vertretbar seien und auch keinerlei ethisch vertretbarem Zweck dienen würden.

Die F.D.P. fordert die Regierung auf, den Entwurf einer gesetzlichen Regelung zur Stammzellenforschung zu erarbeiten.

Zur Beantwortung des Fragebogens:

1. Befürworten Sie therapeutisches Klonen?

Nur mit Einschränkung befürwortet die F.D.P. therapeutisches Klonen. Sie sagt, dass die Zielrichtung des therapeutischen Klonens die Erkennung der Wirkmechanismen einer embryonalen Stammzelle sein müsse, z. B. müsse die Frage gestellt werden, weshalb sie sich gerade zu einer Leber-, Haut- oder Nervenzelle entwickelt.

Weitere Bedingungen sind, dass die Forschung nur an wenigen Zentren erfolgen dürfe und dass es für die Genehmigung solcher Forschungen einen Kommissionsvorbehalt geben müsse, aufgrund dessen ständig kontrolliert werde. Außerdem müsse die Forschung transparent für die Öffentlichkeit ablaufen.

2. Befürworten Sie, dass die Forschung zum therapeutischen Klonen vorangetrieben wird, bevor Regelungen geschaffen werden?

Die F.D.P. befürwortet nicht, dass die Forschung zum therapeutischen Klonen vorangetrieben wird, bevor Regelungen geschaffen werden, da beides miteinander in Einklang stehen müsse.

3. Besteht ein internationaler Regelungsbedarf?

Nach Aussage der F.D.P. besteht grundsätzlich ein internationaler Regelungsbedarf.

4. Besitzt Deutschland einen technologischen Vorsprung?

Hierauf geht die F.D.P. nicht weiter ein. Sie sagt lediglich, dass dies für die verschiedenen Forschungsgebiete unterschiedlich zu beurteilen sei.

5. Soll Deutschland in dieser Technologie führend bleiben/werden und ist diese Technologie eine Chance, den Standort Deutschland zu stärken und interessante Arbeitsplätze zu schaffen?

Grundsätzlich befürwortet die F.D.P., dass Deutschland in der Forschung zum therapeutischen Klonen führend werden solle und dass diese Technologie eine Chance biete, den Standort Deutschland zu stärken und neue, interessante Arbeitsplätze zu schaffen.

In der "Welt am Sonntag" vom 06.Mai 2001 wird noch einmal bekräftigt, dass sich die F.D.P. in einem jüngsten Parteitagsbeschluss dafür ausgesprochen habe, das Verbot der gentechnischen Verwendung von Embryonalzellen aufzuheben und das therapeutische Klonen embryonaler Stammzellen unter bestimmten Auflagen zuzulassen (dort unter dem Titel: "F.D.P. ohne Kanzlerkandidat").

2.3 Bündnis 90/Die Grünen

Da die Parteien Bündnis 90/Die Grünen und die SPD mir leider nicht auf meinen Brief und meinen Fragebogen geantwortet haben, werde ich im Folgenden die Ergebnisse aus der Medienrecherche zusammentragen.

Die Entscheidung des britischen Unterhauses, das therapeutische Klonen gesetzlich zu erlauben, ist laut Angaben der Grünen eine Grenzüberschreitung ethischer und moralischer Grundsätze. Dies werde von der Partei missbilligt.

Mit der britischen Erlaubnis erhalte die künstliche Befruchtung einen neuen Zweck. Aus dem, woraus ein Mensch entstehen könnte, werde biologisches Material gemacht, der Embryo werde so zur Ressource. Damit ist laut Bündnis 90/Die Grünen eine noch nicht absehbare Verwertungs- und Vernutzungsstrategie des menschlichen Embryos eröffnet und gesetzlich sanktioniert worden.

Auch sagt die Partei, dass diese Entscheidung eine folgenschwere Veränderung des Verständnisses vom Menschen und des Menschenbildes darstelle.

Durch das deutsche Embryonenschutzgesetz werde gesichert, dass das, woraus ein Mensch werden kann, niemals ein verzweckbares Objekt werden darf.

Nach Meinung der Grünen gelte es jetzt gerade nach der Entscheidung in Großbritannien diese Grundsatzposition offensiv zu vertreten.

(Aus der Pressemitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 23.01.2001, http://www.gruene-fraktion.de/archiv/pm/2001.)

Zu vorgeschlagenen Alternativen zum therapeutischen Klonen konnten keine Angaben gefunden werden.

Die Recherchen lassen bisher nur folgende Rückschlüsse zur Beantwortung des Fragebogens zu:

1. Befürworten Sie therapeutisches Klonen?

Die Partei lehnt dieses Verfahren ab und begründet dies damit, dass "der Embryo (durch das therapeutische Klonen) zur Ressource wird".

2. Befürworten Sie, dass die Forschung vorangetrieben wird, bevor Regelungen geschaffen werden?

Hierzu konnten keine Hinweise gefunden werden.

3. Besteht internationaler Regelungsbedarf?

siehe Frage 2!

4. Besitzt Deutschland einen technologischen Vorsprung?

siehe Frage 2!

5. Soll Deutschland in dieser Disziplin führend bleiben und ist diese Technologie eine Chance, den Standort Deutschland zu stärken und interessante Arbeitsplätze zu schaffen?

siehe Frage 2!

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen steckt offensichtlich noch fest in der ethischen Grundlagendiskussion, so dass bisher neue Aspekte keinen weiteren Raum eingenommen haben.

2.4 SPD

Auch die SPD hat, wie bereits erwähnt, nicht auf meine Anfragen geantwortet.

Deshalb folgen auch hier lediglich Informationen aus meinen Medienrecherchen.

Nach Aussagen der "Frankfurter Allgemeinen" lehnt Bundeskanzler Gerhard Schröder zwar die Forschung mit embryonalen Stammzellen ab, fordert jedoch eine Gen-Forschung ohne "ideologische Scheuklappen und grundsätzliche Verbote" ("Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 25.Januar 2001, "Schröders Schlingerkurs in der Gentechnik-Politik").

Die Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin (SPD) sagt in einem FAZ-Interview vom 19. Januar 2001, dass es für eine "Aufweichung des Embryonenschutzgesetzes zur medizinischen Erforschung und Nutzbarmachung von Stammzellen keine Initiative gebe. Man müsse jedoch darüber diskutieren, ob das bestehende Gesetz vor allem mit Blick auf den Import von embryonalen Stammzellen, der unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, einer Ergänzung bedürfe. Sie schlägt die alternative Forschung an adulten Stammzellen (Zellen, die z. B. aus dem Körper erwachsener Menschen gewonnen werden könnten) vor, die, so Däubler-Gmelin, besonders gefördert werden müsse.

Nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Forschungsministerium, Cathenhusen (SPD), sei auch ein Kurswechsel in der Gen-Politik nicht beabsichtigt. Obwohl zweifellos der Druck auf die Bundesregierung durch die Wirtschaft und die Wissenschaft wachsen werde, halte sie am Verbot des Klonens zu therapeutischen Zwecken fest ("Frankfurter Allgemeine Zeitung", 19. Januar 2001, "Diskussion über Genforschung gefordert").

Laut "Welt am Sonntag" lehnt auch die neue Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) es ab, Embryonen für das therapeutische Klonen zu züchten. Sie will daher alle Anstrengungen ebenfalls in die adulte Stammzellenforschung stecken, bei der die Stammzellen z. B. auch aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden könnten ("Welt am Sonntag", 18. Februar 2001).

Die Recherchen lassen, wie bei den Grünen, bislang nur folgende Rückschlüsse zur Beantwortung des Fragebogens zu:

1. Befürworten Sie therapeutisches Klonen?

Bisher ein klares NEIN der Partei zum therapeutischen Klonen (siehe auch Embryonenschutzgesetz!!!).

2. Befürworten Sie, dass die Forschung vorangetrieben wird, bevor Regelungen geschaffen werden?

Eine Antwort auf diese Frage konnte nicht gefunden werden, jedoch wird die Forschung vorsichtig bejaht: Bundeskanzler Gerhard Schröder fordert eine Genforschung ohne "ideologische Scheuklappen und grundsätzliche Verbote".

3. Besteht internationaler Regelungsbedarf?

siehe Bündnis 90/Die Grünen!

4. Besitzt Deutschland einen technologischen Vorsprung?

siehe Bündnis 90/Die Grünen!

5. Soll Deutschland in dieser Disziplin führend bleiben und ist diese Technologie eine Chance, den Standort Deutschland zu stärken und interessante Arbeitsplätze zu schaffen?

siehe Bündnis 90/Die Grünen!

Abschließend sei auf einen aktuellen Artikel in der FAZ vom 08.05.2001 verwiesen: "Kontroverse in der SPD-Führung über den biopolitischen Kurs der Partei"; Untertitel: "Zwei Papiere zum Embryonenschutz / Däubler-Gmelin gegen Bulmahn und Schmidt / Debatte vertagt."

Hieraus lässt sich u. U. nachvollziehen, warum die Partei den Fragebogen nicht beantworten konnte! (Artikel in der Anlage)

2.5 PDS

Die PDS hat geantwortet, dass sie sich noch nicht eindringlich mit dem Themenbereich "Therapeutisches Klonen" befasst hat und daher auch keine Auskünfte geben will.

2.6 Evangelische und katholische Kirche

Bei dem heiklen Thema "Therapeutisches Klonen" spielen nicht nur die Politik, sondern auch die christlichen Kirchen eine wichtige Rolle. Gerade die Kirchen müssen klare Position beziehen, um ihren Mitgliedern, aber auch der ganzen Gesellschaft Hilfestellung bei der individuellen Orientierung und persönlichen Meinungsbildung anbieten zu können.

Laut FAZ (am 09.03.2001) stehen die katholischen Bischöfe Deutschlands dem Fortschritt der Biomedizin skeptisch gegenüber: "Wir übersehen den medizinischen Fortschritt zum Wohl der Menschen nicht [...,] wir machen aber zugleich auf die Grenzen aufmerksam, die dem Menschen gesetzt sind. Der Mensch darf nicht alles, was er kann", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann.

Auch stellt Lehmann fest, dass die für das therapeutische Klonen hergestellten menschlichen Embryonen nur als Rohstoff zur Entnahme embryonaler Stammzellen dienen. Hierbei darf nicht vergessen werden: "Beim therapeutischen Klonen wird menschliches Leben, das immer zugleich personales und von Gott bejahtes Leben ist, zum Ersatzteillager degradiert [...]. Auch medizinischer Nutzen kann kein Verfahren mit menschlichen Lebewesen rechtfertigen, das die unantastbare Würde dieses Lebens in Frage stellt." (Aus: http://dbk.de/presse/pm2001/pm2001030802-2.html)

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Manfred Kock, nennt das therapeutische Klonen einen Verstoß gegen Menschenwürde und Lebensschutz. Heilung um den Preis der Vernichtung menschlichen Lebens sei ethisch nicht vertretbar. Laut Kock spreche sich die Evangelische Kirche seit Jahren gegen die verbrauchende Embryonenforschung aus und fordere, zunächst Alternativen in diesem Gebiet zu prüfen ("Westfalenpost", 11.03.2001, "Kirche gegen Sterbehilfe und Klonen").

An die Politiker gerichtet mahnen die katholischen Bischöfe, ethische Fragen dürften nicht mit Hilfe von Mehrheitsentscheidungen geklärt werden. Der Wert menschlichen Lebens vom Anfang bis zum Ende gehöre auch nach dem Grundgesetz zu den Tatbeständen, über die nicht abgestimmt werden könne. Weil Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen habe, sei der Mensch heilig.

Kardinal Karl Lehmann zeigt gleichzeitig Verständnis für die Hoffnung Betroffener auf Heilung bei Parkinson, Alzheimer und sogar Krebs. Derzeit gebe es aber nur "noch nicht eingelöste Heilsversprechen", so Kardinal Lehmann. Er kritisiert, der Begriff Menschenwürde werde "schon fast inflationär gebraucht". Die Menschenwürde dürfe aber nicht "mehr oder weniger willkürlich" dem einen Menschen zu- und dem anderen abgesprochen werden. Sie komme jedem Menschen zu, Ungeborenen, Gesunden wie Kranken.

Zum Fragebogen:

Die kirchlichen Beiträge konzentrieren sich natürlich auf die moralisch-ethischen Aspekte der Genforschung, aus welchen sich ein klares "NEIN" zum therapeutischen Klonen ergibt. Die FAZ vom 08.05.2001 gibt den Hinweis, dass die Evangelische Kirche die Lockerung des Embryonenschutzgesetzes durch die F.D.P. zurückweise ("Kontroverse in der SPD-Führung"). Es gibt zwar erheblichen Respekt vor der technischen Entwicklung, aber natürlich werden keine Hinweise zu wirtschaftspolitischen Fragen, wie Wettbewerb etc., gegeben.

3. Zusammenfassende Auswertung

Den Stellungnahmen und Äußerungen der politischen Parteien Deutschlands und der christlichen Kirchen nach zu urteilen beziehen die verschiedenen Meinungsträger zum Thema "Therapeutisches Klonen" ähnliche Ansichten.

Außer der F.D.P. haben sich alle befragten bzw. untersuchten Gruppierungen (CDU, B90/Grüne, SPD, christliche Kirchen) ablehnend dem therapeutischen Klonen gegenüber geäußert. (Die PDS hat die Frage noch nicht erörtert.)

Sie sind sich alle darüber einig, dass das therapeutische Klonen grundsätzlich ein Verstoß gegen die Menschenwürde ist, da man Embryonen genetisch identisch nachbildet, um sie anschließend zu zerstören.

Die F.D.P. weicht hier von dem allgemeinen Meinungsbild ab. Sie befürwortet das Herstellen von Embryonen zu therapeutischen Zwecken, dies jedoch auch nur unter strengen Auflagen. Sie fordert, dass die Embryonenforschung nur an wenigen Zentren durchgeführt werden darf und dass diese Forschung nur nach Genehmigung eines Kommissionsvorbehaltes erfolgen darf. Eine weitere Bedingung ist die absolute Transparenz der Forschungsvorgänge und -ergebnisse für die Öffentlichkeit.

Bei der Frage nach dem internationalen Regelungsbedarf sind sich CDU und F.D.P. ganz klar einig. Beide vertreten die Meinung, dass in allen bioethischen Angelegenheiten mindestens ein internationaler Rechtsrahmen vorgegeben sein muss - nur wenn Deutschland sich für internationale Regelungen einsetzt, wird es auch einen Einfluss auf die kommenden Entwicklungen haben.

Bei der Frage, ob Deutschland in der Disziplin Gen- und Bioforschung und speziell im Gebiet des therapeutischen Klonens führend bleiben/werden soll, weichen die beiden Parteien voneinander ab.

Die F.D.P. sieht als Befürworterin des therapeutischen Klonens Chancen, dass Deutschland in dieser Disziplin führend werden kann und auch soll.

Die CDU hingegen glaubt nicht daran, dass Deutschland beim therapeutischen Klonen führend sein muss, um seinen Standort zu stärken. Dafür sollte Deutschland in der Bio- und Gentechnik insgesamt am Ball bleiben und weiter eine Kompetenz auf diesem Gebiet - besonders im ethisch Unproblematischen - entwickeln, um ein bedeutender Wirtschaftsstandort zu bleiben.

Mit Hinblick auf Alternativen verfolgen alle sich einschlägig äußernden Meinungsbildner (CDU, F.D.P., SPD, Kirchen) das gleiche Ziel (B90/Grüne: keine Angaben).

Es wird gefordert, dass zunächst alle Energie auf die Forschung an adulten Stammzellen gerichtet wird, wobei die Stammzellen z. B. aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden könnten, aber auch aus dem Körper erwachsener Menschen.

Diese Alternativen werden sehr begrüßt, weil sie ethisch unbedenklich sind.

4. Fazit

Der Zeitraum der sozialwissenschaftlichen Arbeit war geprägt durch eine Fülle parallel geführter öffentlicher Diskussionen. Es konnten deshalb viele aktuelle Beiträge in die vorliegende Untersuchung eingearbeitet werden. Nicht zuletzt beweist die begonnene Einrichtung eines nationalen Ethikrates durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (Ende April 2001), dass die Politik sich auf Reglementierungsbedarf einstellt.

Zu 1. Befürwortung des therapeutischen Klonens

Aus meiner Sicht ist jedoch nicht zu erwarten, dass das englische Modell zum therapeutischen Klonen kurz- oder mittelfristig eine vergleichbare Regelung in Deutschland erfahren wird. Hierzu sind die Stellungnahmen der politischen Parteien und auch der Kirchen zu eindeutig. Im Übrigen ist diese Technik auch nicht vereinbar mit der jetzigen Formulierung des Embryonenschutzgesetzes.

Ebenso einig ist sich die Politik in der Frage, eine alternative Technik zu fördern, die gegebenenfalls denselben medizinischen Zweck erfüllen kann (Forschung an adulten Stammzellen).

Jüngste Presseberichte sind hier bezeichnend. Genannt seien:

FAZ vom 04.Mai 2001, Titel: "Stammzellen haben sich zu den Glanzlichtern der medizinischen Forschung entwickelt",

"Handelsblatt" vom 04.Mai 2001, Titel: "US-Forscher haben Stammzellen bei Erwachsenen entdeckt", "Zellen aus dem Knochenmark wandeln sich zu Leberzellen".

Diese Veröffentlichungen geben in der Tat Anlass zu der Hoffnung, dass ethisch unbedenkliche Methoden mittel- bis langfristig therapeutisches Klonen und damit reproduzierende Embryonentechnik ablösen können. US-Mediziner der Yale-University haben nämlich erstmals Stammzellen entdeckt, "die den Fähigkeiten von embryonalen Stammzellen sehr nahe kommen" ("Handelsblatt", 04.05.2001, siehe oben).

Zu 2. Forschung zum therapeutischen Klonen vorantreiben, bevor Regelungen geschaffen werden / Internationaler Regelungsbedarf

Ein Aussetzen jeglicher Forschungsbemühungen aus ethischen und/oder ideologischen Gründen ist nach meiner Einschätzung nicht im Sinne der befragten Parteien. Eher wird die politische Entscheidungsfindung auf eine kontrollierte Forschung mit klaren Vorgaben und Restriktionen hinauslaufen.

Zu 3. Technologischer Vorsprung/Standort Deutschland

Reduziert auf das Thema "Therapeutisches Klonen" besitzt Deutschland offensichtlich keine besondere Vormachtstellung weltweit, andererseits aber aus Erkenntnissen der Tierembryonenforschung eine führende Rolle.

Therapeutisches Klonen zu medizinischen Zwecken wird aus meiner Sicht keine herausragende wirtschaftspolitische Bedeutung besitzen, jedoch sehe ich insgesamt bei dem technologiegetriebenen Standort Deutschland die Notwendigkeit, Ausbildung und Forschung zu fördern. Auf Grund unseres Bildungsstandes sollten wir in der Lage sein, auch zukünftig Technologien zu entwickeln und zu exportieren.

Der Ruf nach der Vergabe von Green-Cards ist jedoch ein Zeichen, dass wir in modernen Technologien (hier der Software-Branche) Defizite aufweisen, die mir nicht erklärbar sind. Wenn nun ohne Frage die Biomedizin im Allgemeinen eine Zukunftstechnologie ist, müssen wir mit aller Kraft Spitzenpositionen anstreben. Dabei müssen wir natürlich ethisch-moralische Pflichten ausreichend beachten.

Ich komme hiermit zu dem Schluss, dass das therapeutische Klonen noch nicht freigabefähig ist, wir uns aber schnellstens mit den Schlussfolgerungen der biomedizinischen Erkenntnisse auseinandersetzen, diese konstruktiv diskutieren, notwendige Regelungen einführen bzw. modifizieren sollten.

Insofern ist die Formulierung des Kanzlers - "keine ideologischen Scheuklappen" - sehr gut geeignet, die genannten aktuellen Aufgaben konstruktiv zu lösen.

Attendorn, den 11.5.2001


©  Skadi Hengstenberg / St.-Ursula-Gymnasium Attendorn 2001


Der Anhang (E-Mails, Zeitungsausschnitte, Literaturverzeichnis usw.)
ist in der vorliegenden Dokumentation nicht enthalten.