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Allgemeine Informationen

Die Feuerwehr ist eine Organisation von Männern und Frauen, die unter dem Motto "Retten - Löschen - Bergen - Schützen" von Feuer ausgehende Gefahren bekämpfen und bei Unglücksfällen bzw. im Falle eines öffentlichen Notstandes (Naturkatastrophe, Explosion usw.) Menschen und Sachen in Sicherheit bringen.

Feuerwache Attendorn Man unterscheidet Freiwillige, Berufs- bzw. Pflichtfeuerwehren (öffentliche Organisationen) sowie Werksfeuerwehren (nichtöffentliche Organisationen).

Berufsfeuerwehrmänner und -frauen werden von der Stadt oder Gemeinde eingestellt. Die Einrichtung einer Berufsfeuerwehr ist nötig, wenn eine Gemeinde mehr als 100.000 Einwohner hat. Bei weniger Einwohnern können hauptberufliche Feuerwehrleute eingestellt werden, wenn der Rettungsdienst, der einen Großteil der Einsätze ausmacht, nicht vom Krankenhaus oder von örtlichen Hilfsorganisationen übernommen wird.

Pflichtfeuerwehren kommen nur dann zustande, wenn sich in einer Gemeinde keine Personen finden, die sich zur Aufstellung einer freiwilligen Feuerwehr bereit erklären. Dann können alle Personen zwischen 18 und 55 Jahren zum gelegentlichen Dienst bei der Feuerwehr verpflichtet werden.

Werksfeuerwehren können von Betrieben für das Betriebsgelände eingerichtet werden und bestehen hauptsächlich aus Mitarbeitern, die wie freiwillige Feuerwehrleute ausgebildet wurden. Betriebe mit überdurchschnittlicher Brandgefahr sind gesetzlich zur Installation einer solchen Wehr verpflichtet.

Freiwillige Feuerwehrleute werden an ihrem Arbeitsplatz oder zu Hause über einen Piepser informiert und müssen sich dann so schnell wie möglich zum Gerätehaus begeben. Moderne Feuerwehren besitzen digitale Melder, mit denen es möglich wird, einzelne Personen zu alarmieren. Über diese Melder wird in der Regel auch eine Kurzinformation über die Einsatzart (Beseitigen einer Ölspur, Brand, Verkehrsunfall usw.) abgesetzt.

Dagegen sind berufliche Feuerwehrleute, die ihren Dienst in der Feuerwehrwache absolvieren und Bereitschaftsdienst haben, sofort in der Lage, bei Alarm auszurücken.

Die Einheiten der Feuerwehr

Feuerwehren gliedern sich in Deutschland in Löschtrupps (1 Führer/2 Mann, Kurzbezeichnung 1/2), Staffeln (1/5), Gruppen (1/8) und Züge (1 Zugführer/3 Gruppenführer/18 Mann). Je nach Situation können verschiedene Züge zum Einsatz kommen; man unterscheidet zwischen Löschzug, Rettungs-/Rüstzug und Gefahrstoffzug. Ein Löschzug besteht beispielsweise aus einem Einsatzleiterfahrzeug, einem Tanklöschfahrzeug, einem Hilfeleistungslöschfahrzeug, einem Hubrettungsfahrzeug (Drehleiter), einer Leiterbühne sowie aus Gelenk- und Teleskopmastbühne. Sonderaufgaben übernehmen eventuell Spezialfahrzeuge. Bei kleineren Einsätzen kann sich ein Zug auch aus weniger Fahrzeugen und Mannschaften zusammensetzen, etwa bei Ölspuren.

Die Dienstgrade der Feuerwehrleute differieren je nach Bundesland bzw. nach Berufs- und Freiwilligem Feuerwehrdienst. Sie reichen in der Regel vom "einfachen" Feuerwehrmann über den Brandmeister und Brandinspektor bis zum Brandrat bzw. Branddirektor.

War die Feuerwehr früher eine Domäne der Männer, kamen in den letzten Jahren immer mehr Frauen dazu. So gab es in ganz Deutschland im Jahr 2000 insgesamt 1.069765 Aktive bei den Freiwilligen Feuerwehren; davon waren 61.447 weiblich. Der Frauenanteil innerhalb der Wehren ist allerdings, wie die folgende Statistik aus dem Jahr 2000 belegt, je nach Region sehr unterschiedlich:

Feuerwehrfrauen
 
Baden-Württemberg 2.185
Bayern 16.246
Berlin 95
Brandenburg 6.165
Bremen 8
Hamburg 83
Hessen 5.241
Mecklenburg-Vorpommern 3.317
 
Niedersachsen 8.508
Nordrhein-Westfalen 1.996
Rheinland-Pfalz 652
Saarland 455
Sachsen 4.311
Sachsen-Anhalt 6.164
Schleswig-Holstein 1.878
Thüringen 4.143

Quelle: Landesfeuerwehrverband Bayern e. V.
(PM 584/02 vom 25.09.02)

Notrufnummer 112

Notruf 112 Seit 1973 ist die Feuerwehr deutschlandweit unter der Telefonnummer 112 zu erreichen. Nicht nur im Festnetz, sondern auch in allen Handynetzen verbindet 112 mit der zuständigen Notrufzentrale.

Mittlerweile hat sich diese Nummer auch über Deutschland hinaus in Europa durchgesetzt. Neben den Staaten der Europäischen Union haben weitere Nationen die Nummer bereits eingeführt. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Abfrage in den Dienststellen zum Teil sehr unterschiedlicher Sicherheitsbehörden oder aber in qualifizierten Callcentern erfolgt. Eines haben freilich alle gemeinsam: Sie organisieren schnelle Hilfe.

Der Notruf 112 ist bisher in folgenden 34 Ländern geschaltet: Andorra, Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Faröer, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Vatikan, Zypern (Quelle: Initiative SOS 112 Europe).


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2004-2010

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