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Geschichte der Feuerwehr

Seit das Feuer vor etwa 10.000 Jahren "entdeckt" wurde, lebten die Menschen auch mit seiner Gefahr. Mit der Gründung der ersten Städte wuchs diese und erforderte die Bekämfung mittels einer Eingreiftruppe. Damals wie heute ist die Gewalt des Feuers nicht gebändigt und kann immer wieder unvorhergesehen großen Schaden anrichten. Zugegeben - heutzutage gibt es moderne Löschverfahren und die Technik, die uns helfen, das Feuer leichter zu bändigen und für unsere Zwecke einzusetzen, als es unseren Vorfahren möglich war.

Antike

Die ältesten Löschgerätschaften sind die Leitern. Sie sind umso wichtiger geworden, seitdem Menschen immer höhere Gebäude bauen. Die ersten Sprossenleitern waren Teil der Kriegstechnik und wurden 3000 v. Chr. von den Ägyptern zum Festungsbau konstruiert. Größere Anstellleitern wurden um 2450 v. Chr. an ihrem Ende mit einer Achse versehen, um sie leichter transportieren zu können. 340 v. Chr. wurden Belagerungsmaschinen und Leiterbrücken auf ein Vierradgestell gesetzt und konnten mittels einer Mechanik aufgerichtet werden. Sie sind die ersten technischen Leitern.

In den großen Städten der Antike und des Mittelalters war die Brandgefahr aufgrund der verwendeten leicht brennbaren Materialien wie Holz und Stroh extrem groß. Schnell konnte ein kleiner Schwelbrand zu einem riesigen Stadtbrand ausarten. Deshalb wurden schon früh Maßnahmen dagegen ergriffen. In Ägypten wurden 1170 v. Chr. primitive Blitzableiter vor den Stadttoren aufgestellt, weil Priester bemerkt hatten, dass Metalle Blitze anzogen. Die erste bekannte Feuerschutztruppe wurde 564 v. Chr. nach einem Großbrand in der Hauptstadt des chinesischen Reiches Sung ins Leben gerufen.

In der römischen Republik sorgte eine Nachtwache 300 v. Chr. für Feuerschutz und Sicherheit. In den gleichen Zeitraum fällt übrigens die Erfindung der zweizylindrigen Kolbenpumpe mit Saug- und Druckventilen durch einen griechischen Techniker. Weil es in Rom immer wieder zu verheerenden Stadtbränden kam, waren dort schließlich Wachmannschaften mit Löschgerät für das Wohl der Bürger zuständig. Berüchtigt als der größte Stadtbrand des Altertums ist der von Rom im Jahr 64 n. Chr.

Als erste Stadt auf deutschem Boden erhielt das antike Köln 70 n. Chr. ein 78 km langes Aquädukt. Die römische Provinzhauptstadt Mainz erhielt im Jahr 100 eine Wasserleitung. Nach und nach sorgte die römische Kanalbaukunst für eine ausreichende Wasserversorgung in größeren Städten.

Mittelalter und frühe Neuzeit

In der Umbruchphase bis etwa 1300 wurde das Feuer als Strafe Gottes verklärt und die Brandbekämpfung tabuisiert. Erst im ausgehenden Mittelalter gab es große Fortschritte hinsichtlich der Erfindung von neuen Löschgeräten und -methoden. Überall wurden, meist im Rahmen einer Stadtverordnung, Bestimmungen für Wachmannschaften, Gerätschaften und Wasserversorgung getroffen. Die Entwicklung von weiterer Technik wie diversen Leitertypen wurde vorangetrieben. Spritzen und Wasserförderungsanlagen wurden neu entworfen und weiter verfeinert. Auch das erste Sprungtuch, von Kindern ursprünglich zum Spielen gebraucht, wurde entdeckt. In Nürnberg gab es eine Feuerspritzen-Manufaktur, die ihre Erzeugnisse bis in die Schweiz exportierte.

1657 wurde die erste wirkliche Versicherungsanstalt mit der Hamburger "General-Feuer-Ordnungs-Kasse" eingerichtet, die noch heute existiert. Solche Versicherungen gründeten dann später die ersten Löschgruppen.

1672 wurde der erste Druckschlauch entwickelt. Er war aus Leder hergestellt und an den Nähten vernietet. 1725 begannen die Bemühungen, die Schläuche zu normen, damit sie in allen Städten zum Einsatz kommen konnten. 1750 wurden die so genannten Feuerreiter in Dienst gestellt, um auch auf dem Land Brände leichter bekämpfen zu können. Als weitere wichtige Erfindung in diesem Jahrhundert ist noch die Konstruktion der ersten Behälter-Atemgeräte 1795 zu nennen.

Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Im 19. Jahrhundert wurde die Weiterentwicklung von Pumpen und Spritzen und allen maschinell angetriebenen Geräten durch die fortschreitende Entwicklung und Verbreitung der Dampfmaschine stark begünstigt.

Die zunehmende Technisierung im vergangenen Jahrhundert ermöglicht es uns heutzutage, Brände leichter zu bekämpfen. Einen weiteren großen Anteil daran hat natürlich die Forschung, die zu einer präzisen Ausbildung der Feuerwehrleute beiträgt. Heute ist die Feuerwehr nicht nur bei der Brandbekämpfung im Einsatz, sondern viele, teilweise spezialisierte Kräfte werden zum Beispiel auch als Rettungstaucher oder zur Hochwasserbekämpfung eingesetzt. Einige wenige Einsatzkräfte retten, oft bei sehr hohen Gebäuden, auch durch Abseilen die gefährdeten Personen. Zu Land, zu Wasser und in der Luft ist die Feuerwehr anzutreffen. Trotz allem ist die Gefahr nicht geringer geworden, man hat nur gelernt, besser mit ihr umzugehen.

Jonas Warns


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2004-2010

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