Zur Übersicht   Frage 29: Tätigkeit in Vereinen/Gruppen

Fragestellung

(29) In  welchen  Vereinen/Gruppen bist du  tätig?  (Mehrfachnennungen
möglich.)

o  in gar keinem          o  Karnevalsclub   o sonstige Vereine/
                          o  Orchester         Gruppen:
o  Fußball-/Handballclub  o  Band/Musikgruppe
o  Tennisclub             o  Pfadfinder        _______________________
o  Judo-/Karateclub o.ä.  o  Kolpingsfamilie
o  sonstiger Sportverein  o  CVJM              _______________________
o  polit. Jugendgruppe    o  sonstige
o  Schützenverein            kirchl. Gruppe    _______________________

Kommentar

Organisierte Freizeitgruppen erfreuen sich im Attendorner Raum offenbar großer Beliebtheit. 8 von 10 Schülerinnen und Schülern geben an, Mitglied eines Vereins zu sein. Demgegenüber sind nur 19 Prozent der Befragten "in gar keinem" Club - gut 20 Prozent der Realschüler/-innen, knapp 16 Prozent der gleichaltrigen Gymnasiast/-inn/-en. Die Angehörigen des Gymnasiums zeigen sich hier also etwas "vereinsfreudiger" als die der Realschule; erst in der gymnasialen Oberstufe lässt das Interesse an Vereinen wieder nach.

Den mit Abstand höchsten Rang unter den organisierten Freizeitgruppen nehmen die Sportvereine ein. Insgesamt sind es (unter Berücksichtigung von Mehrfachnennungen) rund 53 Prozent der Befragten, die irgendeinem Sportclub angehören. Allein in Fußball- bzw. Handballclubs befinden sich 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen, in Tennisclubs 15 Prozent, in Judo- bzw. Karateclubs immerhin 6 Prozent. Daneben ist rund ein Viertel der Befragten in nicht näher spezifizierten Sportvereinen (z. B. Reitclub, Rhönradgruppe) tätig. Die letztgenannten Vereine sind vor allem eine Domäne der Mädchen (28 Prozent Nennungen gegenüber 20 Prozent bei den Jungen), während die männlichen Befragten eindeutig das Fuß- bzw. Handballfeld (31 Prozent gegenüber 5 Prozent bei den Mädchen) favorisieren.

Eine wichtige Rolle spielen auch "Musikgruppen" (14 Prozent Nennungen). Die Angaben beziehen sich - wie Nachfragen ergaben - hier wohl weniger auf Rockgruppen, eher schon auf Feuerwehrbands und die Spielmannszüge der Schützenvereine, die im Attendorner Raum eine lange Tradition haben.

In den Schützenvereinen selbst sind rund 8 Prozent der Kinder bzw. Jugendlichen organisiert, wobei dieser Wert mit zunehmendem Alter gewaltig in die Höhe schnellt. So sind die katholischen (!) Jungen in der Sekundarstufe 2 zu mehr als der Hälfte (nämlich zu rund 56 Prozent) "Schützenbrüder".

Das Beispiel der Schützenvereine macht zugleich deutlich, dass die Vereinszugehörigkeit bzw. die Freizeitaktivitäten ganz erheblich von den "persönlichen Merkmalen" der Befragten abhängen. Zwar geben auch einige (wenige) Mädchen (3 Prozent) an, im Schützenverein tätig zu sein, doch nehmen sie hier, z. T. bedingt durch Vereinssatzungen, überwiegend "subalterne" Positionen (etwa im Musikkorps oder im "Hofstaat" des Schützenkönigs) ein. Demgegenüber ist die Mitgliederquote der Jungen mit über 15 Prozent deutlich höher. Auch die Konfession scheint für die Mitgliedschaft eine große Rolle zu spielen. Die Vereine im Attendorner Raum verstehen sich traditionell als "Katholische Schützenbruderschaften"; Protestanten bleiben hier also mitunter außen vor. Für die Sekundarstufe-1-Schüler/-innen scheint dieser Tatbestand weniger bedeutsam zu sein. Hier liegen die Mitgliederquoten der befragten Protestanten sogar geringfügig höher als die der Katholiken. Anders sieht die Lage in der Sekundarstufe 2 bei den "Vollmitgliedschaften" im Schützenverein aus. Wie bereits erwähnt, sind hier 56 Prozent der katholischen Jungen sowie 7 Prozent der katholischen Mädchen aktiv, hingegen ist es kein einziger Protestant (0 Prozent).

Auch bei den Mitgliedschaften in den (traditionell katholisch ausgerichteten) Karnevalsclubs, von denen es im Raum Attendorn, einer Hochburg des Karnevals, etliche gibt, lassen sich konfessionelle Unterschiede ausmachen. Hier sind z. B. in der Oberstufe mehr als 13 Prozent der Katholiken (nämlich 15 Befragte), aber nur 3 Prozent der Protestanten (d. h. de facto nur eine einzige Person) engagiert.

Angesichts der Tatsache, dass die beiden St.-Ursula-Schulen in katholischer Trägerschaft stehen, stellt sich natürlich die Frage, wie die kirchlichen Gruppierungen in der Gunst der Befragten abschneiden. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass (unter Berücksichtigung von Mehrfachnennungen) etwa 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen angeben, Mitglied einer religiösen Gruppe zu sein. Der größere Teil der Befragten (14 Prozent) ist in Vereinigungen organisiert, die in der Umfrage nicht genauer spezifiziert wurden; die Analyse der offenen Antworten ergibt hier vor allem Hinweise auf Firm- bzw. Konfirmanden- sowie Messdienergruppen.

Die Zahl der Angehörigen der "klassischen" Institutionen Kolpingsfamilie und CVJM nimmt sich dagegen eher bescheiden aus. Unter den katholischen Schüler/-innen wird die Kolpingsfamilie in der Sekundarstufe 1 zu etwa 5 bis 7 Prozent, in der Sekundarstufe 2 zu 3 Prozent besucht; hinsichtlich des CVJM sind es bei den Protestanten in der Unter- und Mittelstufe 4 bis 8 Prozent, in der Oberstufe bleibt dieser Anteil bei etwa 6 Prozent. Die (zumeist katholisch geprägten) Pfadfinder haben in der Sekundarstufe 1 unter den Katholiken einen "Zulauf" von 2 bis 3 Prozent, in der Oberstufe verdoppelt sich dann dieser Anteil bemerkenswerterweise auf gute 6 Prozent - ein Indiz dafür, dass in dieser Gruppe einige Schülerinnen (!) mit zunehmendem Alter Führungsfunktionen übernehmen.

Ähnlich niedrig liegt die Mitgliederquote lediglich noch bei den politischen Jugendgruppen, die in der Sekundarstufe 1 nur 2 Prozent, in der Sekundarstufe 2 gerade mal 3 Prozent der Nennungen für sich verbuchen können.

Nicht verschwiegen werden sollen einige Ungereimtheiten, die in den Antworten zu verzeichnen sind: Von den 194 Befragten (d. h. 19 Prozent), die angeblich "gar keinem" Verein angehören, notieren nämlich 12 zugleich auch andere Antwortalternativen, vor allem Hinweise auf Mitgliedschaften in Sportvereinen. Insgesamt sind hier 25 inkompatible Nennungen festzustellen. Ob es sich dabei um pures Versehen handelt oder aber um ein Signal, man gehöre einer Vereinigung lediglich "lose" an bzw. spiele in einer informellen Fußballgruppe, ist im Nachhinein nur schwer zu eruieren. Genau genommen muss der Anteil der Nicht-Vereinsmitglieder damit jedoch von 19 Prozent auf 17 Prozent gemindert werden.

Tabellen

Tätigkeit in Vereinen/Gruppen (absolut/prozentual)

(DS: 1054)Alle BefragtenAlle AntwortenJungenMädchen
in gar keinem19418,5 %17,1 %19,4 %
Fußball-/Handballclub16715,9 %30,6 %5,2 %
Tennisclub16015,3 %17,3 %13,7 %
Judo-/Karateclub656,2 %9,9 %3,5 %
sonstiger Sportverein25724,5 %20,0 %27,7 %
politische Jugendgruppe232,2 %2,5 %2,0 %
Schützenverein848,0 %15,3 %2,7 %
Karnevalsclub11611,1 %8,3 %13,2 %
Orchester424,0 %3,4 %4,5 %
Band/Musikgruppe14313,6 %11,5 %15,2 %
Pfadfinder262,5 %1,4 %3,3 %
Kolpingsfamilie504,8 %3,4 %5,8 %
CVJM212,0 %2,7 %1,5 %
sonstige kirchliche Gruppe14914,2 %13,1 %15,2 %
sonstige Vereine/Gruppen25824,6 %20,7 %27,7 %
k. A.5
Stichprobe:10541049444599

 

Tätigkeit in Vereinen/Gruppen (prozentual)

(DS: 1054)Sekundarstufe 1Sekundarstufe 2
in gar keinem18,2 %20,1 %
Fußball-/Handballclub16,8 %10,7 %
Tennisclub15,3 %14,8 %
Judo-/Karateclub6,3 %5,4 %
sonstiger Sportverein24,0 %27,5 %
politische Jugendgruppe2,0 %3,4 %
Schützenverein6,6 %16,8 %
Karnevalsclub11,1 %10,7 %
Orchester3,7 %6,0 %
Band/Musikgruppe14,2 %10,1 %
Pfadfinder2,1 %4,7 %
Kolpingsfamilie5,2 %2,0 %
CVJM2,0 %2,0 %
sonstige kirchliche Gruppe14,4 %12,8 %
sonstige Vereine/Gruppen26,1 %15,4 %
Stichprobe:900149

 

Tätigkeit in kirchlichen Gruppen (prozentual/absolut)

(DS: 1054)Jahrgangsstufen
 56789101112Alle
Pfadfinder3,9 %
(7)
1,8 %
(3)
1,5 %
(2)
2,0 %
(3)
1,2 %
(2)
1,8 %
(2)
5,1 %
(4)
4,3 %
(3)
2,5 %
(26)
Kolpingsfamilie6,7 %
(12)
4,9 %
(8)
3,7 %
(5)
4,1 %
(6)
5,8 %
(10)
5,4 %
(6)
1,3 %
(1)
2,9 %
(2)
4,7 %
(50)
CVJM2,8 %
(5)
1,2 %
(2)
2,2 %
(3)
1,4 %
(2)
2,3 %
(4)
1,8 %
(2)
3,8 %
(3)
0,0 %
(0)
2,0 %
(21)
sonst. kirchl.
Gruppe
16,1 %
(29)
16,0 %
(26)
19,3 %
(26)
13,1 %
(19)
13,5 %
(23)
6,3 %
(7)
12,7 %
(10)
12,9 %
(9)
14,1 %
(149)
Schützenverein3,3 %
(6)
4,9 %
(8)
4,4 %
(6)
4,1 %
(6)
8,8 %
(15)
16,2 %
(18)
15,2 %
(12)
18,6 %
(13)
8,0 %
(84)
Summe
ohne Schützen:
27,8 %
(50)
22,7 %
(37)
25,9 %
(35)
16,6 %
(24)
20,5 %
(35)
15,3 %
(17)
20,3 %
(16)
20,0 %
(14)
21,6 %
(228)
Summe
mit Schützen:
30,6 %
(55)
26,4 %
(43)
28,1 %
(38)
20,7 %
(30)
28,1 %
(48)
31,5 %
(35)
29,1 %
(23)
32,9 %
(23)
28,0 %
(295)
Befragte:100 %
(180)
100 %
(163)
100 %
(135)
100 %
(145)
100 %
(171)
100 %
(111)
100 %
(79)
100 %
(70)
100 %
(1054)

Vier wichtige Hinweise:

(1) Die Prozentwerte der Tabelle beziehen sich auf die jeweilige Jahrgangsstufe. Das heißt z. B., dass 3,9 Prozent der Fünftklässler, 1,8 Prozent der Sechstklässler, 1,5 Prozent der Siebtklässler usw. sowie 2,5 Prozent von allen Befragten Mitglieder von Pfadfindergruppen sind.

(2) Die Zahlen in Klammern bezeichnen die absoluten Antworten (z. B. 2 CVJM-Mitglieder in der Jahrgangsstufe 8).

(3) Die Prozent- bzw. Absolutwerte der einzelnen Rubriken (Pfadfinder, Kolpingsfamilie, CVJM usw.) können nicht einfach aufaddiert werden, da Mehrfachnennungen möglich waren (eine befragte Person also mehrere Gruppen zugleich angeben konnte). Deshalb liegen die Zahlenwerte in den Summen-Zeilen z. T. niedriger als die Summen der Werte der Einzelrubriken.

(4) In die Tabelle wurden auch die Schützenvereine aufgenommen, die sich im Raum Attendorn durchweg als "Katholische Schützenbruderschaften" verstehen. Gleichwohl ist es strittig, ob es sich hierbei um kirchliche Gruppen "im engeren Sinne" handelt. Die Tabelle bietet deshalb sowohl Summierungen ohne Berücksichtigung der Schützenvereine als auch unter deren Einbeziehung an.

Grafiken




©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 1997, 2003, 2004

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