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Zur Übersicht   Das Konzept der Untersuchung

Der Freizeitbegriff

Freizeit - kaum ein Begriff erscheint auf den ersten Blick so klar und eindeutig, auf den zweiten jedoch so unscharf und zweifelhaft. Die - scheinbare - Klarheit des ersten Blicks speist sich vor allem aus dem täglichen Angebot der Massenmedien. Insbesondere Werbespots präsentieren uns eine eng umgrenzte Freizeit-Welt voller hinlänglich bekannter Topoi und Klischees, die uns - bei aller Kritik - immerhin ein Gefühl von Geborgenheit, von "Freizeit-Wissen" vermitteln. Mitunter versuchen die Medien, indem sie sich als "Reisemagazin", Spezialpublikation für irgendein Hobby oder als Unterhaltungssender schlechthin empfehlen, aber auch in toto, "Freizeit" zu verkörpern.

Müßiggänger Dieser Klarheit und Umgrenztheit des alltäglichen Sprachgebrauchs steht die "Unfassbarkeit" des Begriffs in den Sozialwissenschaften gegenüber. Ende der siebziger Jahre gab es zu dem Wort "Freizeit" in den Fachpublikationen bereits "nahezu drei Dutzend Definitionsversuche" [1]. Inzwischen dürften noch ein paar Bestimmungen hinzugekommen sein.

So grenzt die empirische Sozialforschung den Begriff meist negativ ab, hier erscheint Freizeit sozusagen als eine Rest-Zeit, eine Zeit "frei von" etwas [2]. In der Pädagogik hingegen werden vor allem die qualitativen Aspekte von Freizeit betont, dort versteht man den Begriff in der Regel als eine Zeit "frei für" bestimmte Tätigkeiten [3]. Trotz dieser deutlichen perspektivischen Unterschiede haben allerdings fast alle Definitionen des Begriffs gemein, dass er - mehr oder minder unausgesprochen - in ökonomischen Kategorien gemessen wird: Freizeit wird einem Gesamtzeit-"Haushalt" des Menschen zugerechnet; man unterstellt, dass es sich bei Freizeit um ein (rares) ökonomisches Gut handelt, mit dem man zu wirtschaften, "hauszuhalten" habe.

Diese Annahme führt fast zwangsläufig zu einer (nicht nur terminologischen) Segmentierung des menschlichen Lebens in verschiedene idealtypische Zeiteinheiten. Neben der "individuell disponiblen Freizeit" (der eigentlichen, "effektiven" Freizeit [4]) finden sich in wissenschaftlichen Betrachtungen zumeist die Segmente "sozial verpflichtete Zeit", "Regenerationszeit" und "beruflich verpflichtete Zeit" [5]; etwas gröber wird zwischen "Arbeitszeit", "Halb-Freizeit" ("demi-loisir" [6]) und eigentlicher "Freizeit" unterschieden. Im gelebten Alltag reduziert sich der Zeithaushalt im Bewusstsein der Menschen noch weiter auf die Dichotomie "Arbeitszeit" - "Freizeit".

Eine solche Segmentierung oder gar Dichotomisierung des menschlichen Lebens ist nicht unproblematisch; sie impliziert z. B. ein zeitliches Nacheinander, das für bestimmte Tätigkeiten schlechterdings nicht nachvollziehbar ist. Gleichwohl wirkt hier in der Praxis offensichtlich die "faktische Kraft des Normativen".

Deutlich kommen diese Normen, die Fakten schaffen, in den bereits erwähnten Botschaften der Massenmedien und denen der mit den Medien eng verknüpften Werbeindustrie zum Ausdruck. Mag die säuberliche Trennung von Arbeitszeit und Freizeit durch die Werbeträger dort auch trivial anmuten, so wird diese Alltags-Dichotomie doch immerhin juristisch bzw. wirtschaftspolitisch geadelt.

Rechtlich - und hier besonders versicherungs- und arbeitsrechtlich - gilt zum Beispiel als Freizeit jede Zeit frei von beruflicher Arbeit bzw. berufsbegleitender Tätigkeit. Dies hat für die Arbeitnehmer möglicherweise fatale juristische Konsequenzen, wenn sie etwa auf dem Weg zum Arbeitsplatz noch einige private Besorgungen erledigen und hierbei verunglücken: Ihr außerberuflicher Unfall schließt sie unter Umständen von Versicherungsleistungen aus. Die strikte juristische Trennung von Arbeits- und Freizeit dient hier der Klärung von Verantwortlichkeiten und scheint damit legitimiert; der mit dieser Trennung zum Ausdruck gebrachte Anspruch, menschliche Tätigkeiten eindeutig segmentieren und zuordnen zu können, ist jedoch nichts anderes als eine rechtspolitische Fiktion, die den Eindruck von Rechtssicherheit vermitteln soll, während in Wirklichkeit ganz andere Fragen (z. B. die nach der Ganzheitlichkeit des Menschen) gestellt werden müssten. [7]

Dient die Dichotomisierung des menschlichen Zeithaushalts im Bereich der Justiz zur Legitimation rechtlicher Entscheidungen, so erfüllt sie unter ökonomischen Gesichtspunkten noch einige andere Zwecke. So ist sie beispielsweise betriebswirtschaftlich-medizinisch begründet: Eine Phase konsequent (berufs-)arbeitsfreier Zeit erscheint insofern sinnvoll, als sie die Regeneration der Arbeitnehmer für die nächste Produktionsphase fördert und damit ökonomisch "ergiebiger" ist als eine kräftezehrende Beschäftigung "rund um die Uhr". Im Übrigen gewinnt auch - und gerade - in Zeiten knapper werdender Arbeit die Freizeit als Gegenpol zur beruflich verpflichteten Zeit an wirtschaftspolitischer Bedeutung. [8]

Künstlich forciert wird die Unterscheidung Arbeitszeit - Freizeit zudem von der sogenannten Freizeitindustrie: Nicht nur in ihrer beruflichen Tätigkeit sind die Arbeitnehmer von ökonomischem Interesse, sondern auch als (Freizeit-)Konsumenten. Als diese erleben sie ihre (berufs-)arbeitsfreie Zeit zunehmend als (Frei-?)Raum zur Befriedigung industriell vorgegebener Angebote [9], seien dies nun Surfbretter, Satellitenempfänger, Schokoriegel (vorzugsweise nach einem Tennis-Match zu verzehren), Bausätze zur Kotflügelverbreiterung oder Abenteuerreisen nach Polynesien. Zwar wird die "eigentliche" Frei-Zeit hierbei - so die Kritiker der Freizeitindustrie [10] - von fremdbestimmten, allenfalls beschäftigungstherapeutischen Tätigkeiten aufgezehrt, doch tut dies dem Umsatz keinen Abbruch, zumal das Schwarz-Weiß-Gemälde, das die Industrie zur Durchsetzung ihrer Interessen zeichnet - hie Anstrengung, da Entspannung, hie beruflicher Stress, da Rekreation -, aus weiter oben genannten Gründen zumindest partiell der Wirklichkeit entspricht.

Die Dichotomie Schulzeit - Freizeit

Unterricht Es verwundert nicht, dass die quasi-obrigkeitlichen Vorgaben bezüglich einer Zweiteilung des Zeit"haushalts" im Bewusstsein der Menschen fest verankert sind. Zu "Freizeit" wird zwar auch (noch) das lateinische "Otium", also die persönliche Muße, konnotiert, doch wird "Muße" keineswegs mehr in ihrer ursprünglichen Bedeutung als ganzheitliches (Er-)Leben verstanden, sondern radikal in die rechtlich-ökonomisch geprägte Dichotomie Arbeitszeit - Freizeit gezwängt. Die Muße erscheint terminiert; assoziiert wird zum Begriff "Freizeit" vor allem "Feierabend", "Wochenende", "Urlaub", Zeit für einen selbst - im Gegensatz zur Zeit für den Arbeitgeber. Dies führt mitunter zu dem gefährlichen Schluss, die Freizeit sei per definitionem oder zumindest de facto an das (vorherige) Ableisten von Arbeitszeit unmittelbar gebunden, Menschen ohne beruflich bezahlte Arbeit (Arbeitslose, Hausfrauen, Kinder, Rentner) hätten folglich auch keine Berechtigung, "in Muße" über sich nachzudenken, geschweige denn zu handeln.

Bezeichnenderweise wird diesem Fehlschluss von der Justiz mit allerlei Hilfskonstrukten begegnet: Keineswegs muss sich ein Arbeitsloser Tag und Nacht für einen Anruf des Arbeitsamts bereit halten; auch er hat ein Recht auf Urlaub (den er freilich, nur so wirkt die Rechtsfiktion, zeitlich exakt terminieren muss). Und selbstverständlich kann eine Hausfrau ihr Recht auf Freizeit ebenso einklagen wie jede "bezahlte" Arbeitnehmerin (wobei das Gericht die Rolle des Ehemannes kurzerhand in die des - fiktiven - Arbeitgebers wandelt). Natürlich haben auch (und besonders) Kinder und Jugendliche ein Recht auf Freizeit; hier wird zumeist die Schulzeit als Ersatz-Beruf ausgegeben.

Gerade das Beispiel der Schüler/-innen zeigt jedoch, wie problematisch es ist, Frei- und Arbeitszeit strikt voneinander zu trennen.

Die Untersuchungsmethode

Dass angesichts der beschriebenen Problematik die vorliegende Untersuchung dennoch die dichotomische Begrifflichkeit Schulzeit - Freizeit aufgreift, hat vor allem pragmatische Gründe.

Dass die vorliegende Studie nicht "objektive" Zeiten, sondern das subjektive Empfinden von Arbeits- und Freizeit prüft, liegt wiederum vorrangig im Pragmatischen begründet. Für die objektive Messung bestimmter Zeitkontingente fehlte es den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses "Sozialwissenschaften", die die Untersuchung konzipiert haben, an den erforderlichen logistischen Voraussetzungen bzw. technischen Hilfsmitteln (z. B. Zugang zu Vereinsstatistiken); auch hätte die Aufarbeitung derartiger Statistiken - ebenso wie eine allumfassende, quasi-objektive Rund-um-die-Uhr-Beobachtung von Schul- und Freizeitaktivitäten - die Möglichkeiten unterrichtlichen Arbeitens bei Weitem überschritten. Umgekehrt hatten die Kursmitglieder ihren Untersuchungsgegenstand - Kinder und Jugendliche im Südsauerland - zumindest zeitweilig sozusagen direkt vor ihren Augen, im Schulgebäude. Was also bot sich mehr an, als die zu untersuchende Gruppe dort unmittelbar zu befragen?

Das Fragebogendesign

Im Prinzip hätte die Befragung in offenen Einzelinterviews durchgeführt werden können; in der Praxis wären die Kursmitglieder hier jedoch schnell an ihre Grenzen gestoßen. Zum einen wäre angesichts der Zahl von ca. 1100 "verfügbaren" Schülerinnen und Schülern der beiden Attendorner St.-Ursula-Schulen eine repräsentativen Ansprüchen genügende Vor-Auswahl potentieller Interviewpartner nötig geworden, zum anderen hätten komplexe Kriterien für die statistische Aufbereitung der offenen Antworten dieser Interviewpartner erarbeitet werden müssen. Beides konnte in der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit nicht gelingen.

Aus diesem Grund entschlossen sich die Kursmitglieder, die Befragung in Form eines - für die gesamte Untersuchungsgruppe geltenden - schriftlichen, standardisierten Interviews zu konzipieren. Dieses Interview, ein vierseitiger Fragebogen mit insgesamt vierzig Fragen, folgte weitgehend dem weiter oben skizzierten, populären Verständnis von Schulzeit einerseits und Freizeit andererseits. Die vorgegebenen Fragen und Antwortmöglichkeiten entsprangen dabei nicht reiner Willkür, sondern basierten auf Pre-Tests bzw. auf ausführlichen Diskussionen innerhalb der Kursgruppe (die ja in gewissem Sinne zugleich auch "Betroffenengruppe" war).

Einen besonderen Schwerpunkt innerhalb der Untersuchung bildeten Fragen nach dem Medienkonsum (Computer, Fernsehen) der Kinder und Jugendlichen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der Tatbestand, dass zu dem genannten Thema zum Befragungszeitpunkt bereits recht ausführliche Studien (z. T. sogar in einem der verwendeten Software angepassten Datenformat [12]) vorlagen und somit direkt für Vergleiche herangezogen werden konnten [13].

Neben den thematischen wurden in der Untersuchung auch eine Reihe personenbezogener Daten erhoben, damit Teilgruppen der Befragten mit bestimmten Merkmalen herausgegriffen und miteinander verglichen werden konnten. Die Kursgruppe entschied sich für die Feststellung folgender allgemeiner Daten:

  1. Besuchte Schule: Der Frage nach der Schulform der Befragten (Realschule oder Gymnasium) lag die Vermutung der Kursteilnehmer/-innen zugrunde, dass bestimmte Freizeitaktivitäten - eventuell auch der Umfang der Hausaufgaben - schultypenspezifisch sind. Vergleiche der Antworten der Angehörigen beider Schulformen sollten über die Richtigkeit dieser Vermutung Aufschluss geben.
  2. Jahrgangsstufe: Dass einige Freizeitbeschäftigungen, aber auch das Ausmaß an Hausaufgaben und "Halb-Freizeit" vom Schulalter der Kinder und Jugendlichen abhängen, steht außer Zweifel. Das Merkmal "Jahrgangsstufe" diente in diesem Zusammenhang einer genaueren Überprüfung "epochaler" Unterschiede.
  3. Alter: Das Merkmal "Alter" ähnelt auf den ersten Blick der Rubrik "Jahrgangsstufe", zielt jedoch nicht auf die schulische, sondern auf die biologische Entwicklung der befragten Kinder und Jugendlichen. Der Aufnahme dieses Merkmals in den Fragenkatalog lag die Überlegung zugrunde, dass besonders in Klassen mit großem Altersgefälle (in denen sich z. B. viele Wiederholer befinden) Freizeitbeschäftigungen häufig nicht von einem gemeinsamen "Klassengeist" getragen werden, sondern je nach tatsächlichem Alter der Klassenmitglieder beträchtlich differieren. Auffälligster Beleg für diese Annahme ist die Jahrgangsstufe 11, für deren Mitglieder die (Nicht-)Volljährigkeit - und damit der (Nicht-)Besitz eines Pkw-Führerscheins - zu ganz erheblichen Unterschieden in der Freizeitgestaltung führt.
  4. Geschlecht: Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Freizeitgestaltung waren in der Kursgruppe - und sind wohl auch allgemein - unbestritten.
  5. Konfession: Die Frage nach dem Bekenntnis der Befragten erscheint auf den ersten Blick obsolet bzw. antiquiert, hatte jedoch insofern ihre Bedeutung, als gerade im Attendorner Raum etliche organisierte Freizeitangebote, insbesondere solche mit langer Tradition (katholische Schützenbruderschaften, Osterfeuervereine, Messdienerfreizeiten, Karnevalsclubs), konfessionsgebunden sind. Die Leistungskursgruppe versprach sich von den Antworten auf die Frage Auskunft darüber, ob durch die genannte Einschränkung Anderskonfessionelle in ihren Freizeitaktivitäten benachteiligt werden.
  6. Wohnregion: Kennzeichen der beiden St.-Ursula-Schulen (insbesondere des Gymnasiums) ist ihr großes Einzugsgebiet, das in West-Ost-Richtung knapp 40 Kilometer misst. Da regionale Unterschiede in der Freizeitgestaltung nicht auszuschließen sind, fand sich in der Untersuchung auch eine Frage nach der geographischen Herkunft der Schüler/-innen.
  7. Wohnort: Die Frage nach dem Wohnort - gemeint ist hier die Unterscheidung zwischen "städtischem" und "ländlichem" Milieu - gründete sich auf die Annahme, dass hinsichtlich der Freizeitangebote möglicherweise ein Stadt-Land-Gefälle zu beobachten sei. Deutlich gesagt werden muss hier allerdings, dass mit dieser Frage allenfalls Differenzen zwischen Land- und Kleinstadtbewohnern überprüft werden konnten; für weitergehende Vergleiche (mit Mittel- oder Großstädten) fehlt es im Südsauerland schlicht an den geeigneten Strukturen.
  8. Zahl der Geschwister: Im weitesten Sinne zum "Milieu" zählte auch die Frage nach der Geschwisterzahl der Befragten. Die Kursgruppe ließ sich hier von der Hypothese leiten, dass (insbesondere jüngere, zu beaufsichtigende) Geschwister möglicherweise eine Belastung für das Freizeitkonto der befragten Schülerinnen und Schüler darstellen.

Anders als in den einschlägigen Fachpublikationen empfohlen [14], wurden in der vorliegenden Untersuchung die personenbezogenen Fragen den thematischen voran- und nicht nachgestellt. Die Befürchtung vieler Sozialforscher, allzu persönliche Eingangsfragen könnten die Interviewten verprellen, traf nach Ansicht der Kursgruppe im konkreten Fall nicht zu, da hier lediglich "offene Geheimnisse", also allen Mitschülerinnen und Mitschülern bekannte Daten abgefragt wurden. Im Gegenteil, die Eingangssequenz sollte sich im vorliegenden Fall sogar eher positiv auswirken: Das Ankreuzen der einfach strukturierten personenbezogenen Antwortvorgaben sollte besonders für die jüngeren Befragten einen nicht unbeträchtlichen Übungseffekt im Hinblick auf die nachfolgenden, komplexeren thematischen Zusammenhänge haben.

Hier nun eine Übersicht über die Gesamtstruktur des Fragebogens:


PERSONENBEZOGENE DATEN                      Fragen 1 - 8

SCHULZEIT

quantitativ:
Schulwegzeiten (Hin-/Rückweg)               Fragen 9, 11 - 14
Unterrichtszeiten                           Frage 15
Hausaufgabendauer                           Fragen 18 - 20

qualitativ:
Verkehrsmittel zur Schule                   Frage 10
Tätigkeit in Freistunden                    Fragen 16 u. 17
Art der Erledigung von Hausaufgaben         Frage 21

GEBUNDENE FREIZEIT

quantitativ:
Umfang der Mithilfe im Haushalt             Frage 22

qualitativ:
Haushaltspflichten                          Frage 23

EFFEKTIVE FREIZEIT

quantitativ:
Umfang der effektiven Freizeit              Fragen 24 u. 25
Umfang von Nebentätigkeiten (Jobs)          Fragen 26 - 28
Umfang der Computernutzung                  Fragen 33 u. 34
Umfang des Fernsehkonsums                   Fragen 36 u. 37

qualitativ:
Mitgliedschaft in Vereinen/Gruppen          Frage 29
Teilnahme an organisierten Veranstaltungen  Frage 30
Freizeit-Personenkonstellation              Frage 31
Liebste Freizeitbeschäftigungen             Frage 32
Art der Computernutzung                     Frage 35
Art des Fernsehkonsums                      Fragen 38 u. 39

GEWÜNSCHTE FREIZEITANGEBOTE

qualitativ:
Art der Wünsche                             Frage 40

Zu erwähnen ist noch, dass dem gesamten Fragenkatalog eine "Frage 0" vorgeschaltet war, die Doppelbefragungen verhindern sollte, indem sie überprüfte, ob der Bogen von einem/einer Interviewten schon einmal ausgefüllt worden war.

Anmerkungen

[1] - Ernst M. Wallner/Margret Pohler-Funke: Soziologie der Freizeit. Heidelberg 1978. S.14.

[2] - Vgl. z. B.: Erwin K. Scheuch: Soziologie der Freizeit. In: René König (Hrsg.): Handbuch der empirischen Sozialforschung. Band 11: Freizeit/Konsum. München 1977. Bsd. S.6ff.

[3] - Vgl. Wolfgang Nahrstedt: Die Entstehung der Freizeit. Göttingen 1972. S.47.

[4] - E. M. Wallner/M. Pohler-Funke, a.a.O. S.58.

[5] - H. Geschka/H. Schlicksupp: Mehr Zeit und Geld für mehr Konsum. In: Arbeit und Sozialpolitik. Nr.5/1971. S.145. Hier zitiert nach: E. M. Wallner/M. Pohler-Funke, a.a.O. S.15.

[6] - Joffre Dumazedier: Leisure. In: International Encyclopedia of the Social Sciences. New York 1968.

[7] - Neu ist dieser Anspruch übrigens nicht; "Freizeit" war schon im Mittelalter - auch - ein juristisches Konstrukt. Allerdings zielte dieser Begriff zunächst auf das Kollektiv, nicht auf das Individuum, und stand zudem unter umgekehrten Vorzeichen: Als "frey zeyt" garantierte er "Marktfriedenszeit", Marktfreiheit mit gesteigertem (!) Rechtsschutz. Vgl. hierzu: E. M. Wallner/M. Pohler-Funke, a.a.O. S.13.

[8] - Vgl. hierzu z. B.: Bernd Guggenberger: Jenseits der industriellen Leistungswelt: Konturen der "Freizeitgesellschaft". In: Bundeszentrale für politische Bildung: Grundwissen Politik. Bonn 1993. S.475: "Für die Verfassung der hochindustrialisierten Gesellschaften der Zukunft wird sehr viel davon abhängen, wie sie das Problem der schrumpfenden Arbeit lösen. Eine 'vernünftige' Lösung setzt auf der Ebene des Bewusstseins an. Wir sollten Glück nennen, was gegenwärtig alle Unglück heißen: die Chance, durch milderen Arbeitszwang für Wichtigeres freigestellt zu werden und die 'eigentlich menschlichen Vermögen' jenseits der durch Arbeit und Notwendigkeit geprägten Welt des Lebenszwangs zu entfalten. [...] Wir stehen heute am Ende einer alten Tugend und am Anfang einer neuen. Das 'Recht auf Arbeit' bedarf der Ergänzung, z. T. vielleicht schon der Ersetzung durch die Pflicht zur Muße."

[9] - Vgl. z. B. Karstadt-Chef Walter Deuss: Einkauf als Erlebnis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr.13 (16.1.1996). S.B1: "Kunden verhalten sich spendabel in Bezug auf den Einsatz ihrer freien Zeit [sic!] und ihres Portemonnaies, wenn das Einkaufen für sie zu einem wirklichen Event wird. Dies zu bewirken ist kaum eine Vertriebsform besser geeignet als die Warenhäuser mit den Möglichkeiten ihrer großen Flächen sowie der Vielfalt ihrer Angebote."

[10] - Z. B. Theodor W. Adorno: Freizeit. In: Th. W. A.: Stichworte. Kritische Modelle 2. Frankfurt/M. 1969. S.57ff.

[11] - Vgl. z. B.: Richtlinien für die gymnasiale Oberstufe in Nordrhein-Westfalen: Sozialwissenschaften. Düsseldorf/Frechen 1991. S.16ff.

[12] - Der für die Auswertung der vorliegenden Studie verwendeten Statistik-Software (Bruno Pollok: FBG - Fragebogen V.2.7. Bielefeld 1992) sind 300 "exemplarische" Datensätze einer Erhebung des Dortmunder Instituts für Schulentwicklungsforschung beigefügt.

[13] - U. a.: Karl-Oswald Bauer/Monika Hünert/Peter Zimmermann: Jugend vor dem Bildschirm. Ergebnisse einer schriftlichen Befragung von Dortmunder Schülern und Schülerinnen der achten Klassen an Hauptschulen und Gymnasien. Zwischenbericht 1985. (= AFS-Werkheft 22) - Karl-Oswald Bauer/Peter Zimmermann: Jugend, Joystick, Music-Box. Die Medienwelt Jugendlicher in Schule und Freizeit. Opladen 1989.

[14] - Vgl. z. B.: Renate Mayntz/Kurt Holm/Peter Hübner: Einführung in die Methoden der empirischen Soziologie. 4. Aufl. Opladen 1974. S.111ff, bsd. S.114. - Jürgen Friedrichs: Methoden empirischer Sozialforschung. Reinbek 1973. S.207ff.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 1997, 2003, 2004

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