Zurück Übersicht Seitenende Weiter

Zur Übersicht   Pressebericht 1

Westfälische Rundschau

Sozialwissenschaften-Kurs untersuchte Freizeitverhalten seiner Mitschüler

Attendorn. (as) Der Durchschnittsschüler steht um halb sieben auf, fährt mit dem Bus zur Schule und schaut sich am liebsten täglich zwei Stunden lustige Spielfilme an der Glotze an. Auf eine ganz so einfache Formel lassen sich die Ergebnisse einer Untersuchung jedoch nicht bringen, die Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums nun der Öffentlichkeit präsentierten.

Beim Auswerten Im Juni hatte der Leistungskurs "Sozialwissenschaften" der Jahrgangsstufe 13 in einer Fragebogenaktion das Freizeitverhalten seiner Mitschüler untersucht. Unter der Leitung von Studienrat Frank Kugelmeier hatten die angehenden Abiturienten insgesamt 1054 Gymnasiasten und Realschüler befragt.

Auf diese Weise kam ein stattlicher Wust von immerhin 45000 Daten zusammen, der anschließend in die 15 schuleigenen Computer eingegeben werden mußte. Als wertvolle Unterstützung erwiesen sich hierbei die Schüler der siebten Klassen, die wenig Scheu vor den Computern zeigten und eifrig bei der Eingabe der Daten halfen. Die Auswertung des Materials ergab einen Katalog mit 200 Tabellen und 80 Schaubildern, der zu einer Broschüre zusammengefaßt wurde.

Die Schüler verstehen ihre Untersuchung als Anregung zum kritischen Überdenken des eigenen Freizeitverhaltens sowie insbesondere als wichtige Handreichung für Kommunalpolitik, Sportverbände, Kirchen und die örtlichen Verkehrsbetriebe.

In der Tat enthalten die ermittelten Ergebnisse wichtige Aussagen, die von den genannten Institutionen beachtet werden sollten. Studienrat Kugelmeier liegen vor allem die langen Schulwege am Herzen. Manche Schüler sind täglich zweieinhalb Stunden unterwegs, ein Umstand, den Kugelmeier nicht für akzeptabel hält.

"Wenn die Schüler bis zu 40 Kilometer voneinander entfernt wohnen, dann beschränken sich ihre Kontakte ausschließlich auf den schulischen Bereich", resümiert der engagierte Lehrer für Deutsch und Sozialwissenschaften. Ein Auto sei für außerschulische Kontakte fast unumgänglich.

Zwar warnt Kugelmeier vor einer Verallgemeinerung der Ergebnisse. Doch angesichts der hohen Zahl der Befragten könne man sicherlich von einer gewissen Repräsentativität sprechen, so daß die Broschüre für die Verkehrsbetriebe durchaus geeignet sei, ihre Fahrplangestaltung zu überdenken.

Westfälische Rundschau, Nr.291 (12.12.1992), S.OE4

Das Foto zeigt die Teammitglieder Verena Brauckmann und Hendrik Gerlach zusammen mit Lehrer Frank Kugelmeier bei der Dateneingabe.


©  Westfälische Rundschau, Dortmund 1992 und Frank U. Kugelmeier, Attendorn 1997, 2003, 2004

Zurück Index Seitenanfang Weiter