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Stimmen aus dem Bereich "Politik"

  Norbert Lammert (CDU), Präsident des Deutschen Bundestags.   Norbert Lammert
Herr Bundestagspräsident, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja!

Wie stellen Sie sich dieses Leben konkret vor?

Gar nicht.

Da müssen wir jetzt aber noch einmal nachfragen: Sie glauben also an ein jenseitiges Leben, haben aber keine Vorstellung davon? Wie ist das miteinander zu vereinbaren?

Die Frage verstehe ich nur begrenzt. Warum soll man es eher glauben können, wenn man eine konkrete Vorstellung hat? Manches spricht auch für die Theorie, dass das den Rest an Glauben ruiniert.

[30.4.2007]


Herr Thierse, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich bin ja ein einigermaßen überzeugter Christenmensch, also glaube ich daran, auch wenn ich keine wirkliche Vorstellung davon habe. Es entzieht sich ja unserer Vorstellung. Wir wissen nichts von diesem Jenseits, also sind wir auf Glauben verwiesen.
 

[7.6.2007]


  Claudia Roth,
Mitglied des Bundestags, Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
  Claudia Roth
Frau Roth, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich bin auf der Suche nach dem, was ich glaube. Seit ziemlich vielen Jahren, Jahrzehnten bin ich auf der Suche danach, und es wird mich wahrscheinlich noch lange beschäftigen. Ich versuche immer wieder zu beschreiben: Was ist der Kitt, der mich zusammenhält und der unsere Gesellschaft zusammenhält? Das ist ein Glaube an die Grundrechte, an die Nächstenliebe, an die Menschenrechte. Was nach dem Tod passiert, das frage ich mich auch. Aber ich bin da nicht so sicher, was das Leben nach dem Tod angeht.

Wie würden Sie sich denn so ein Leben nach dem Tod vorstellen?

Also, ehrlich gesagt: Ich mache mir eher Gedanken darüber, wie ich mir ein gerechtes Leben vor dem Tod vorstelle. Ich glaube, das ist jetzt meine Hauptaufgabe. Ich mache mir Gedanken darüber, wie, während wir hier im Norden, in einem sehr reichen Land, leben, andere Menschen woanders überleben können. Wenn während unseres Gesprächs alle drei Sekunden ein Kind auf diesem Planeten gestorben ist, dann mache ich mir hauptsächlich darüber Gedanken, was unsere Politik, unser Lebensstil dazu beitragen kann, dass nicht alle drei Sekunden ein Kind stirbt.

[7.6.2007]


Herr Ministerpräsident, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja, ich bin überzeugter und auch bekennender Katholik.

Und wie stellen Sie sich dieses Leben vor?

Ach, das ist schwierig [zu sagen]. Für mich ist es erst einmal eine Gelassenheit zu wissen: Es kommt nicht alles auf mich an, und es kommt nicht alles darauf an, was ich in dieser Welt bewege, sondern es geht weiter. Und [im Jenseits] dann, denke ich mir, gibt es ein Miteinander. Aber wie es sich genau ordnet, das stelle ich mir nicht vor.

[17.11.2006]


  Ute Koczy (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Bundestags, entwicklungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion.   Ute Koczy
Frau Koczy, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Nein.

Warum nicht?

Muss ich das glauben? Gibt es dazu Zwänge?

Nein, ich frage halt nur, warum nicht. Es muss ja einen Grund haben.

Ich glaube, dass das Leben mit dem Tod beendet ist und dass es keine Möglichkeiten gibt, auszusagen, was es danach gibt. Ich habe noch [von] niemandem gehört, der zurückgekommen ist. Man kann natürlich hoffen, dass es da irgendwie etwas gibt. Aber ich bin der Meinung, dass dieses Leben, das wir haben, das entscheidende ist.

[24.2.2007]


Frau Nahles, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Nein. Trotzdem bin ich tief katholisch und gehe regelmäßig in die Kirche. Ich bin ein Christ, der nicht an die Ewigkeit glaubt. Seit zwanzig Jahren kämpfe ich mit diesem Problem; das ist nicht nur lustig, weil ich mich wirklich in meinen ganzen Werten und Moralvorstellungen, von der Art, wie ich lebe, als Christ bezeichnen würde.
   Ich habe einen guten Draht zu meinem Pfarrer; der heißt Frevel. - Aber ich habe große Probleme damit, mir vorzustellen, dass es ein Paradies, einen "Himmel", eine Auferstehung nach dem Tode geben soll, wie sie gerade in der christlichen Lehre vertreten wird. Kann man also Christ sein, ohne das zu glauben? Da würde mein Bischof wahrscheinlich sagen: Nein - weil das das große Versprechen des Christentums ist, die große Verheißung. Insofern bin ich in einem ernsthaften theologischen Dilemma - und das nicht erst seit gestern.

[25.11.2006]


  Hartmut Schauerte (CDU), Mitglied des Bundestags, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschafts-
ministerium.
  Hartmut Schauerte
Herr Schauerte, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Tja, hm... - Ich zögere so lange, weil ich nicht weiß, ob ich darauf antworten soll. Nicht, weil ich nicht weiß, was ich glaube. [Aber] ich würde sagen, das ist eine Frage, die ich als Politiker nicht beantworte...
    Nein, ich möchte sie nicht beantworten. Ich gehöre euch zwar ein bisschen, aber nicht ganz. Und ein paar Sachen behalte ich für mich.

[22.1.2007]


Frau Künast, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich weiß es nicht. Das ist eine für mich unbeantwortete Frage. Das ändert sich auch manchmal lebensphasenweise, dass ich an ein Leben danach glaube und dann überlege: Was ist denn dieser "Himmel"? Und an einer anderen Stelle bin ich dann auch wieder ganz beseelt davon, dass ich selber mit meiner Asche Teil dieser Erde und der Welt bin. Ich weiß gar nicht: Ist das philosophisch betrachtet vielleicht auch ein Leben danach? Denn wenn ich Erde bin, bin ich ja Nährstoff für Blumen, oder? Und bin schon wieder Teil des Wachstums, einer Blüte, eines Duftes. Schwierig!

[7.6.2007]


  Helmut Kuhne (SPD), Mitglied des Europäischen Parlaments.   Helmut Kuhne
Herr Kuhne, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Oh; hm. Im Zweifelsfall würde ich sagen: Nein.

Und warum nicht, wenn man fragen darf?

Ja, Sie haben ja nun nach der Glaubensfrage gefragt!

Aber Sie sagen ja nicht nur aus Spaß nein. Das muss ja einen Grund haben.

Richtig. Also, nach meinen bescheidenen Kenntnissen von biologischen Prozessen komme ich zu dem Ergebnis, dass es das eben wahrscheinlich nicht gibt.

[15.6.2007]


Frau Müller, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Nein, ich glaube nicht daran. Aber ich respektiere natürlich die Religion bzw. Menschen, die das tun.

Darf man fragen, warum Sie das nicht glauben?

Das weiß ich gar nicht [genau]. Ich bin einfach - wie soll ich sagen - nicht religiös eingestellt, zwar kulturell so erzogen wie alle, aber ich hab da keine religiösen Bindungen. Insofern bin ich vielleicht zu sehr Realistin.

[18.5.2007]


  Ruth Hieronymi (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments.   Ruth Hieronymi
Frau Hieronymi, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja.

Wie stellen Sie sich das konkret vor?

Also, wer sich ein Leben nach dem Tod konkret vorstellen möchte, der hat noch nie ernsthaft über das Leben nach dem Tod nachgedacht.

[18.5.2007]


Frau Heinen, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja.

Und wie stellen Sie sich das konkret vor?

Da habe ich keine konkreten Vorstellungen.
 

[18.5.2007]


  Lale Akgün (SPD), Mitglied des Bundestags, stellvertretende integrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion.   Lale Akgün
Frau Dr. Akgün, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Nein.

Darf man fragen, warum nicht?

Ich glaube, es gibt nur ein Leben. Wir sollten dieses Leben hier gut gestalten und sollten dafür sorgen, dass es hier auf dieser Welt allen gut geht. Leben wird in anderer Form immer wieder fortgepflanzt werden und weitergehen - das ist auch richtig und wichtig so. Deswegen glaube ich zum Beispiel an meine Tochter. Sie ist mein Leben nach meinem Tod. Ein Stück werde ich in ihr weiterleben, und sie wird in ihren Kindern weiterleben. - Aber dass ich wieder auferweckt werde und weiterleben kann und dann für die guten oder schlechten Taten auf dieser Erde Rechenschaft ablegen muss und danach in die Hölle komme oder in den Himmel, daran glaube ich nicht.

[18.5.2007]


Marah und Jonathan, gibt es ein Leben nach dem Tod?

J.: Ja; ich denke ja.

Und wie stellst du dir das konkret vor?

J.: Ich weiß nicht, ob man sich das wirklich ausmalen kann. Für mich ist es die Vorstellung: Das Leben endet nicht; man macht eine persönliche Entwicklung durch. Ich habe keine Angst vor dem Danach, ich muss mir nicht ausmalen, was nach dem Tod geschieht. Er ist Teil des Lebens und Teil der gesamten Menschheit.

Und wie ist es bei dir, Marah?

M.: Ich glaube auf jeden Fall, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist. Das ist für mich ganz klar. Allerdings kann ich jetzt auch schwer sagen, [wie es danach genau aussehen wird]. Ich stelle es mir nicht als Himmel oder als Hölle oder als göttliches Gericht vor, sondern am ehesten noch als Equilibrum, als Gleichgewicht - so, wie es sein soll. Ich kann also jetzt nicht sagen: Es wird ganz toll sein. Aber ich "weiß", dass es danach nicht zu Ende ist.

Wie kommst du zu deiner Gewissheit?

M.: Aus dem Glauben. Ich weiß nicht: "Erfahrung" kann man es ja wohl nicht nennen.

[24.2.2007]


  Fritz Schramma (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Köln.   Fritz Schramma
Herr Oberbürgermeister, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja. Wie immer das aussehen mag: Ich denke schon, dass irgendetwas von uns bleibt, in welcher Form auch immer. Insofern bin ich schon dem christlichen Glauben verhaftet und denke, dass wir zwar irdisch mit unseren körperlichen Dingen sicherlich, aber ansonsten nicht völlig die Erde verlassen werden. Es gibt da schon eine Situation, wie immer die aussehen mag (da gibt es ja viele Vorstellungen), an die ich glaube und auf die ich auch hoffe.
   Wenn Sie zum Beispiel selbst einen Menschen verloren haben, wie es uns in der Familie passiert ist, dann gehen Sie schon davon aus, dass es in irgendeiner Form ein Wiedersehen gibt. Wir haben unseren Sohn verloren, der war 31, und ich glaube schon daran, dass es da irgendwann wieder eine Begegnung geben wird.

[9.6.2007]


Frau Ministerin, glauben Sie persönlich an ein Leben nach dem Tod?

Ja!

Wie stellen Sie sich dieses Leben konkret vor?

Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich lehne es für mich auch ab, mir das vorzustellen, weil ich glaube, dass unser Verstand zu klein dazu ist, all diese Dinge zu erfassen. Als vor wenigen Jahren meine Mutter starb, habe ich mir auch nicht gesagt: Sie wird da und da hingehen. Ich glaube daran, aber ich möchte mir, weil ich mich da als zu begrenzt empfinde, dazu nicht mehr konkrete Vorstellungen machen.

[9.8.2007]


  Elsbeth Rickers (CDU),
ehemalige NRW-Landtagsabgeordnete.
  Elsbeth Rickers
Frau Rickers, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja.

Und wie stellen Sie sich dieses Leben konkret vor?

Das kann ich nicht sagen.

Halten Sie es für notwendig, dass ein Mitglied der CDU an ein Leben nach dem Tod glaubt?

Nein.

[27.9.2007]


Herr Dr. Vogel, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja, selbstverständlich! Sonst wäre ich ja kein Christ.

Wie stellen Sie sich dieses Leben konkret vor?

Diese zweite Frage zu beantworten ist sehr viel schwieriger. Darauf eine tatsächlich befriedigende Antwort zu geben ist mir nicht möglich und ist, glaube ich, niemandem möglich. Ich glaube, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes ist, dass er von Gott geschaffen ist, dass es eine Auferstehung geben wird und dass es ein ewiges Leben gibt. Aber wie das im Einzelnen aussieht, darüber kann man Dichtungen veranstalten, aber das weiß ich nicht.

[26.6.2007]


  Angela Freimuth (FDP),
Vizepräsidentin des Landtags
Nordrhein-Westfalen.
  Angela Freimuth
Frau Freimuth, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich persönlich ja.

Und wie stellen Sie sich das konkret vor?

Da habe ich, das gebe ich unumwunden zu, keine konkrete Vorstellung. Ich glaube, dass es etwas nach dem Tod gibt. Ich glaube, dass sonst viele Sachen einfach keinen Sinn machen würden. Vielleicht ist es auch die Hoffnung, dass es irgendetwas nach dem Tod gibt, dass es danach in irgendeiner Form etwas Weiteres gibt. Aber ich habe keine konkreten Vorstellungen, wie das dann aussehen soll, wen ich da treffe. Ich hab ein paar Wünsche, aber das ist dann sehr privat.

[13.6.2008]


Frau Ministerin, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Da bin ich mir nicht so sicher. Aber ich glaube schon, dass man - wenn man das als Leben bezeichnen will - bei denen, die einen mögen, nie vergessen ist, sondern auch nach dem Tod noch da ist. Ich habe in meinem Alter ja schon viele Menschen sterben sehen, und die, die mir nah waren, sind immer noch da. Aber ich glaube nicht daran, dass man sich auf einer Wiese trifft.

Welche Konsequenzen haben Ihre - ich sage mal: - Glaubenszweifel für Ihr politisches Handeln?

Gar keine. Denn ich akzeptiere ja, dass Menschen auch anderes denken. Ich bin der Meinung, dass es gerade, was die Glaubensfragen angeht, wichtig ist, dass man akzeptiert, wenn jemand sagt: Ich glaube an ein Leben nach dem Tod (und auch dass sich dort Personen oder Seelen begegnen).
   Für mein politisches Handeln gäbe es da allenfalls die Konsequenz, dass ich dafür sorge, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der jeder seinen Glauben so leben darf, wie er das möchte - sofern nicht Glaube vorgeschoben wird, um andere unterdrücken zu können. Aber das möchte ich möglich machen, dass niemand wegen seines Glaubens diskriminiert wird, niemand ausgelacht wird. Das ist, glaube ich, das Wichtige.

[22.8.2008]


  Ingo Wolf (FDP),
Minister für
Inneres und Sport
des Landes Nordrhein-Westfalen.
  Ingo Wolf
Herr Minister, eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich glaube, diese intimen Fragen gehören nicht in ein solches Interview.

Dann frage ich mal so: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Entscheidend ist, dass das, was sich letztendlich auch im Glauben widerspiegelt, nämlich eine gewisse Grundsatztreue, eine gewisse Festigkeit und Verlässlichkeit - dass dieses wichtige Eigenschaften sind, die man auch in der Politik braucht.

[20.9.2008]


Frau Rudas, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Das ist die Gretchenfrage. Da brauche ich nicht lange nachzudenken: Nein, daran glaube ich nicht.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Nicht-Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Das sind ja hier wirklich philosophische Fragen! Meine Antwort: Ich glaube daran, dass Menschen alles wirken, alles erreichen können - durch sie selbst, wenn sie etwas wollen. Ich glaube daran, dass es an den Menschen liegt, dass es eine gerechtere Welt gibt, und ich glaube daran, dass dieses Bestreben im Weltlichen zu verwirklichen ist. Dass es an den Menschen liegt, bedeutet aber natürlich auch einen höheren Druck, weil die bessere Welt nicht irgendwo im Jenseits wartet - sondern die bessere Welt wartet hier und heute.

[7.11.2008]


  Oliver Keymis (Bündnis 90/Die Grünen),
Vizepräsident des Landtags
Nordrhein-Westfalen.
  Oliver Keymis
Herr Keymis, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Da bin ich sehr im Zweifel. Ich gehöre doch eher zu denen, die nicht sicher sind, was danach kommt.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus diesem Glauben oder vielleicht auch Nicht-Glauben, jedenfalls aus Ihren Zweifeln für Ihre konkrete politische Arbeit?

Daraus ziehe ich die Konsequenz, dass ich weiß, dass das, was ich tue, eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. Und ich halte mich da an Samuel Beckett, der mal so treffend gesagt hat: Weiter scheitern, besser scheitern.

[20.9.2008]


Herr Dr. Papke, eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Sie sagen es: Es ist eine intime Frage. Und deshalb werde ich die Antwort darauf auch nicht in ein Mikrofon sprechen.

Immerhin sprachen Sie aber [vorhin] von einer christlich-abendländischen Tradition [der Politik]. Deshalb frage ich mal so: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dieser Tradition für Ihre konkrete politische Arbeit?

Diese christlich-abendländische Tradition ist das Fundament, auf dem wir stehen. Wenn man sich überlegt, dass beispielsweise der Ansatz, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben, ja christlichen Ursprungs ist, aus der Bergpredigt kommt, dann tun wir sehr gut daran, diese christliche Tradition auch zu berücksichtigen. Darüber hinaus muss man bedenken, welche Bedeutung kirchliches Engagement auch in der Tagespolitik hat. Prinzipiell ist es ein sehr positives Engagement. Gerade die Kirchen begeistern viele, binden auch Millionen Menschen im ehrenamtlichen Engagement, ohne das eine freiheitliche Gesellschaft nicht existieren kann.

[20.9.2008]


  Horst Ellinghaus (CDU),
Mitglied des Landtags NRW.
  Horst Ellinghaus
Herr Ellinghaus, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja. Ich kann Ihnen nicht sagen wie, aber ich glaube daran, dass es eine Weiterexistenz nach dem Tod gibt.

Sie sagten [vorhin], auch Sie persönlich seien im christlichen Glauben verankert. Dann ziehen Sie also auch persönliche Konsequenzen aus Ihrem Glauben für Ihr konkretes politisches Handeln.

Zuweilen ja.

[20.9.2008]


Frau Ruff-Händelkes, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, das aber bestimmt ganz anders aussieht, als wir uns das vorstellen können. Ich selber habe keine genaue Vorstellung davon, was dann passiert.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Es gibt eine Konsequenz, nämlich die, dass ich mir und anderen gegenüber ehrlich bin. Die Ehrlichkeit mir gegenüber ist, glaube ich, sogar noch wichtiger. Denn nur wenn man sich gegenüber ehrlich ist, ist man authentisch. Und wenn ich das nicht mehr bin, dann bitte ich meine Kinder darum, mir zu sagen, ich solle aufhören.

[20.9.2008]


  Dietmar Brockes (FDP),
Mitglied des Landtags NRW,
wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion.
  Dietmar Brockes
Herr Brockes, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja.

Wie stellen Sie sich dieses Leben konkret vor?

Das ist sehr schwierig zu beschreiben; das möchte ich aus dem Stegreif nicht beantworten. Aber ich stelle es mir schön vor.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Der Glauben ist wichtig. Er spielt bei vielen politischen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Denn wir haben Entscheidungen zu treffen, die auch den Glauben berühren - nehmen wir das Thema Stammzellenforschung. Da ist es wichtig, dass man seinem Gewissen traut und danach handelt.
   Ich finde es zum Beispiel sehr gut, dass es bei solchen Entscheidungen bei uns in der Fraktion keinen Zwang gibt, in die eine oder andere Richtung abzustimmen, sondern dass jeder nach seinem Gewissen entscheiden kann. Ich habe mich aus diesem Grunde für die Stammzellenforschung ausgesprochen, aus meinem Glauben heraus, weil ich sehe, dass wir damit viel Not lindern und viele Krankheiten, etwa Alzheimer, heilen können.

[20.9.2008]


Herr Sagel, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich persönlich glaube daran nicht. Ich glaube allerdings, dass wir mit unserer Materie sozusagen in den großen Kosmos wieder eingehen und dass wir von daher natürlich in irgendeiner Weise weiter existieren, aber nicht in der Form, in der wir im Moment da sind.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Nicht-Glauben bzw. Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Also, ich würde nicht von Glauben sprechen. Ich habe bestimmte politische Überzeugungen, die ich im Laufe meines Lebens erworben habe. Ich komme aus einer bestimmten Gegend, ich habe von Kindesbeinen an bestimmte Erfahrungen gemacht, und diese Erfahrungen versuche ich natürlich auch umzusetzen.

[20.9.2008]


  Peter Liese (CDU),
Mitglied des Europäischen Parlaments,
zudem Mitglied im
Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
  Peter Liese
Herr Dr. Liese, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Kurz gesagt: ja. Ich weiß zwar nicht genau, wie es da abläuft, aber ich glaube schon daran.

Macht man eine andere Politik, wenn man an das Jenseits und nicht nur an das Diesseits glaubt?

Das sollte man. Ich gebe aber zu, dass beispielsweise ich mir das noch häufiger klar machen müsste. Man kann nicht alles perfekt machen. Den Himmel auf Erden gibt es nicht. Den Himmel gibt es nur im Himmel.

[15.12.2008]


Herr Jung, glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Eher nein. Manchmal denke ich mir, wenn ich ein zweites Mal auf die Welt kommen würde, würde ich gerne als Hund wiederkommen - weil die es bei uns Menschen ziemlich gut haben. Aber mal im Ernst: Ich glaube eher nicht daran.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Nicht-Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Vorsicht! Ich glaube. Ich bin kein Ungläubiger. Ich glaube sehr stark. Ich bin römisch-katholisch getauft und erzogen worden. Ich bin auch in der katholischen Kirche. Ich glaube nur wahrscheinlich ein bisschen anders.
   Ich muss nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen; ich muss auch nicht jede Woche zur Beichte gehen. Sondern es gibt Dinge, die man mit dem Herrgott oder wem auch immer auch an anderen Stellen ausmachen kann. Ich gehe zum Beispiel sehr gerne spazieren, gehe sehr gerne unterwegs in die Kapellen hinein und mache mir da meine Gedanken. Und die Gedanken, die man sich bei solchen Gängen macht, die kreisen nicht nur um Politik.

[11.12.2008]


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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