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| Die Idee |
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| Das Team. |
Die Jugendlichen zeigten sich fasziniert. Die Vorstellung eines "Prangers" war ihnen völlig fremd. Von Amts wegen öffentlich zur Schau gestellt zu werden erschien ihnen absurd. Zudem spekulierten sie ausgiebig darüber, wie sich denn ein derart Aus- und Bloßgestellter wohl gefühlt haben möge. Schnell kamen sie deshalb überein, ein solches Szenario öffentlicher Zurschaustellung nachzuahmen, sich selbst zu "Angeprangerten" zu machen und dabei ihr eigenes Verhalten und das ihrer Umgebung zu testen.
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| Am Pranger wegen politischer Intrigen und Denunziationen: Titus Oates, 1685. |
Selbst im schulischen Alltag wiegen diese Rechte höher als das pädagogische Kalkül, Delinqenten zur Abschreckung oder zumindest als schlechtes Beispiel "vorzuführen". In einigen Bundesländern dürfen Rügen und Tadel nicht mehr in den allgemein zugänglichen Klassenbüchern, sondern nur noch in einer speziellen Kladde im Lehrerzimmer notiert werden. Disziplinarkonferenzen finden hinter verschlossenen Türen statt, ihre Ergebnisse werden den Betroffenen (bzw. deren Erziehungsberechtigten) postalisch zugestellt, nicht jedoch in der Öffentlichkeit verbreitet.
In merkwürdigem Kontrast zu dieser amtlichen Zurückhaltung stehen in letzter Zeit freilich Tendenzen, über die modernen Informations- und Kommunikationsmedien die öffentliche Zurschaustellung wieder salonfähig zu machen. Einschlägige Internet-Portale verschreiben sich inzwischen der mehr oder weniger subjektiven "Bewertung" bestimmter Berufsgruppen; Fernsehformate bieten die Möglichkeit der individuellen Bloßstellung oder auch Selbstbezichtigung.
Ein Grund mehr, dem Phänomen "Pranger" genauer nachzuspüren.
© St.-Ursula-Gymnasium, Attendorn 2008-2012