Zurück Übersicht Seitenende Weiter

Zur Übersicht   Zur Übersicht

Stefanie, Gefangene

Warum haben Sie an dem Experiment als Gefangene teilgenommen?

  Stefanie
Stefanie nach dem Experiment im Interview.
Aus Neugierde.

Wie haben Ihre Familie, Freunde, Bekannten auf Ihre Entscheidung reagiert?

Sie fanden meine Entscheidung gut, und meine Familie beschloss sogar, sich das Experiment anzusehen.

Wie haben die Passanten auf Sie reagiert?

Es gab eigentlich viele unterschiedliche Reaktionen. Manche haben uns kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Viele haben nach den Gründen für das "Gefangensein" gefragt, und nur wenige wollten uns befreien.

Stimmten die Reaktionen der Passanten mit dem überein, was Sie vorher vermutet hatten? Inwiefern gab es Abweichungen?

Sie stimmten eher nicht überein, da ich erwartet hatt, dass viel mehr Passanten probieren würden, uns zu befreien, oder zumindest etwas unternehmen würden, nachdem sie erfahren hatten, dass wir unfreiwillig eingesperrt waren. Doch die meisten haben, nachdem wir gesagt hatten, dass wir eingesperrt worden seien, kein weiteres Interesse gezeigt.

Wie erklären Sie sich die Reaktionen der Passanten?

Vielleicht haben manche Leute gemerkt, dass es nur ein Experiment war, oder sie haben sich nicht getraut, etwas zu unternehmen, um uns zu befreien, da sie auch die Gründe nicht kannten.

Welche Reaktionen der Passanten haben Sie am meisten (positiv oder negativ) überrascht?

Negativ überrascht war ich von den Passanten, die laut gelacht haben oder die einfach wortlos vorübergegangen sind. Positiv überrascht haben mich der Amerikaner, der sich zu uns gesetzt hat, und die Frau, die uns etwas zum Essen gegeben hat.

Wie hätten Sie als Passantin auf einen Käfig in der Fußgängerzone reagiert? Genauso? Anders?

Ich glaube, ich hätte auch gefragt, was los ist und wieso die Jugendlichen bzw. Kinder da eingesperrt sind. Ob ich versucht hätte, den Käfig zu öffnen, kann ich schlecht beurteilen. Ich denke, das kommt auf die Situation an.

Was haben Sie während des Versuchs empfunden?

Man fühlte sich teilweise sehr schlecht, vor allem, wenn man merkte, dass unser "Gefangensein" manche so beschäftigte, obwohl es ja nur gespielt war. Allerdings konnte ich mich ziemlich gut in die Situation "hineindenken" und sie somit recht ernst nehmen.

Was halten Sie von der Wiedereinführung eines "Käfigprangers" - speziell zur Bestrafung von Jugendkriminalität?

Ich halte davon gar nichts, da dieser - hauptsächlich jedenfalls - zum Verspotten dient. Ich denke, da gibt es genug andere und vor allem bessere Bestrafungen.

Würden Sie ein weiteres Mal an einem solchen Käfig-Experiment teilnehmen?

Ja, auf jeden Fall. Obwohl ich am Ende recht froh war, dass ich für den Tag "fertig" war, da es einem doch die einen oder anderen Nerven geraubt hat.


©  St.-Ursula-Gymnasium, Attendorn 2008-2012

Zurück Übersicht Seitenanfang Weiter