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Eindrücke von der Preisverleihung

Die Siegerehrung

Die Siegerehrung fand am 17. September 2003 in der München Arena auf dem Olympia-Gelände statt. Der Ausrichter des Wettbewerbs, die Siemens AG, ließ es an nichts fehlen: Bereits der Aufgang zum Veranstaltungssaal, eine in bläuliches Dämmerlicht getauchte Rolltreppe, war links und rechts von Monitoren mit "Join Multimedia"-Emblemen gesäumt; die Halle selbst bot dann eine die Sinne überwältigende Show aus Videos, Fotosequenzen, Klängen und Tanztheater. Für die St.-Ursula-Schülerinnen und -Schüler blieb es dabei bis zuletzt spannend: Ihre Kategorie (Long Run - Altersklasse 1 - deutsch) wurde erst gegen Ende prämiert, so dass die Betroffenen, die bis dahin zwar wussten, dass sie unter den Ersten sein würden, aber den genauen Rang noch nicht kannten, eine ganze Weile ausharren mussten.

Während der Preisverleihung
Foto: Siemens

Jurymitglied Veronika Pahl, Abteilungsleiterin "Ausbildung; Bildungsreform" im Bundesministerium für Bildung und Forschung, äußerte sich zum Beitrag des Attendorner Teams wie folgt: "Die Schüler haben hier ihre Kreativität spielen lassen: Durch Erfolg im Spiel der Präsentation erhält man reichhaltige Informationen zum Thema. Kunstvoll ist schon das Intro-Video, und auch die futuristische Grafik des Hauptteils lässt nichts zu wünschen übrig."

Überreicht wurde der Preis von Karl Freller, Staatssekretär im Staatsministerium für Unterricht und Kultus in Bayern.

Das Rahmenprogramm

Die Preisverleihung wurde von einem beachtenswerten Programm umrahmt, das allen Schülerinteressen etwas zu bieten hatte.

Dienstag, 16. September 2003

Mittwoch, 17. September 2003

Join Multimedia-Logo

Donnerstag, 18. September 2003

Freitag, 19. September 2003

Interview

Herr Kugelmeier, Sie waren Betreuungslehrer des "Projekt Erde 2093"-Teams und haben die Mädchen und Jungen auch nach München begleitet. Was hat dort den meisten Eindruck auf Sie gemacht?

Kugelmeier: Natürlich die Preisverleihung am Mittwochabend. Dort stimmte einfach alles: das Ambiente, die Show, die Musik, die Dramaturgie des Zeremoniells. Hinzu kam selbstverständlich die Anspannung, wie wir wohl abschneiden würden. Wir kannten ja unsere genaue Platzierung noch nicht.

Sind Sie mit Ihrem dritten Platz zufrieden?

Kugelmeier: Ja, überaus. Vielleicht hatte sich das eine oder andere Teammitglied noch etwas mehr erhofft, Platz 2 zumindest, aber ich denke, wir können uns nicht beklagen. Eher ist es schon erstaunlich, dass wir trotz der widrigen Umstände unmittelbar vor der Abgabe der Präsentation (es gab einen Todesfall in einer der Schülerfamilien) so weit gekommen sind.

Hätten Sie - bezüglich aller Wettbewerbsbeiträge, die an dem Abend prämiert wurden - genauso entschieden wie die Jury, oder gab es hier und da eklatante Abweichungen in Ihrem Urteil?

Vier Gewinner Kugelmeier: Punkt eins: Bei einigen Beiträgen, die allesamt qualitativ sehr hochwertig waren, fiel es mir überaus schwer, überhaupt eine Rangordnung von "Gold" über "Silber" bis "Bronze" zu bilden. Meine Hochachtung also vor der Jury, die dieses Problem gemeistert hat. - Punkt zwei: In der Show selbst konnte das Publikum die Gewinnerprojekte lediglich anhand einiger kurzer Video-Trailer beurteilen, die auf der Bühnenleinwand gezeigt wurden. Die spontan geäußerten Beifallsbekundungen (auch meine) stimmten im Allgemeinen mit der Gewichtung durch die Jury überein. Keine eklatanten Abweichungen also. Kleinere Differenzen im Detail sind hingegen normal.

Können Wettbewerbsplatzierungen überhaupt "gerecht" sein?

Kugelmeier: Ja und nein. Sie können es insofern, als sich vom Ergebnis her durchaus sagen lässt: Dieser Beitrag ist gut, sehr gut oder vielleicht nicht so toll. Problematisch wird es allerdings, wenn man die effektive Schülerleistung innerhalb einer Präsentation würdigen will. Für "meine" Gruppe kann ich mit Fug und Recht sagen, dass die vier Jugendlichen alles allein gemacht, alles selbst initiiert und auf die Beine gestellt haben. Meine Aufgabe bestand lediglich darin, zwischendurch ein bisschen (und zum hektischen Ende hin leider viel zu wenig) Korrektur zu lesen und die Korrespondenz mit Siemens zu führen. Ob diese "Nicht-Einmischung" alle beteiligten Betreuungslehrer für sich reklamieren können oder ob nicht hier und da bei der Erstellung der Präsentation lehrerseits noch ordentlich "nachgeholfen" worden ist, muss jeder Beteiligte mit seinem Gewissen ausmachen. Eine Jury kann da natürlich - leider - nicht hinter die Kulissen schauen.

Zur Siegerehrung waren insgesamt 21 Gruppen geladen; ein Großteil davon kam aus dem Ausland. Hatten Sie zu den anderen Kontakt, oder blieben Sie im Grunde genommen unter sich?

Kugelmeier: Siemens hat einiges dafür getan, diese Kontakte zu fördern. So gab es gleich am ersten Abend ein Kennenlern-Spiel, in dessen Verlauf die Gruppen bunt gemischt wurden. Die beiden Mädchen des Attendorner Teams waren in ihrem Zimmer in der Jugendherberge zusammen mit Schülerinnen aus Litauen und aus Serbien-Montenegro untergebracht; da blieb das eine oder andere Gespräch (auf Englisch) ebenfalls nicht aus. Und die Jungen haben Freundschaft mit einer Gruppe aus Offenburg geschlossen; die Kontakte bestehen jetzt via E-Mail weiter. Sogar über gemeinsame Wettbewerbsbeiträge haben sie schon nachgedacht.

Das Attendorner Team will also weitermachen?

Kugelmeier: Auf jeden Fall. Während der gesamten Rückfahrt wurden in der Bahn bereits heftig Pläne für eine Präsentation zu "Join Multimedia 2004" geschmiedet.

Die Schülergruppe ist somit jetzt ganz auf Siemens fixiert?

Kugelmeier: Diese Formulierung erscheint mir zu überspitzt. Richtig ist aber sicherlich, dass sich mit dem Besuch in München Siemens einen festen Platz im Bewusstsein der Jugendlichen erobert hat. Dabei ist die Philosophie, den Nachwuchs nicht erst in der Uni, sondern schon in der Schule abzuholen, allerdings nicht genuin Siemens-spezifisch; sie entspricht inzwischen vielmehr dem Konzept vieler großer Konzerne. Machen wir uns nichts vor: Das Treffen der Siegergruppen in München ist - vordergründig - zwar auch eine "Belohnung" für die beste Präsentation; Siemens schafft mit dieser Veranstaltung aber vor allem eins: ein Forum, in dem sich die potenziellen Führungkräfte von morgen kennen lernen und schon mal ein bisschen "beschnuppern" können.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2003-2010

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