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Interview

Oliver Keymis   Oliver Keymis,
Jahrgang 1960,
Mitglied des NRW-Landtags (Bündnis 90/Die Grünen),
Landtagsvizepräsident

Kirche und Politik

Herr Keymis, Kirche und Politik - wie passt das zusammen?

Ich glaube, es passt gut zusammen, wenn es partnerschaftlich läuft. Es passt nicht gut zusammen, wenn die Kirche meint, mit ihren Vorstellungen auf die Politik zu viel Einfluss nehmen zu wollen.

Inwieweit dürfen sich Kirchenvertreter in die Politik einmischen? Aktuelle Fälle sind da ja zum Beispiel die Krippenpolitik oder die Stammzellenforschung.

Sie haben - wie alle anderen Menschen auch - ein großes Recht, sich in politische Fragen, die ja gesellschaftliche Fragen sind, einzumischen. Das erwarte ich von der Kirche. Eine interessierte, aufgeklärte, gesellschaftlich engagierte Kirche, die weiß, dass sie für ihre Gläubigen da ist, wird sich auch immer in diese Fragen einmischen. Und das finde ich richtig.

In diesem Zusammenhang eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Da bin ich sehr im Zweifel. Ich gehöre doch eher zu denen, die nicht sicher sind, was danach kommt.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus diesem Glauben oder vielleicht auch Nicht-Glauben, jedenfalls aus Ihren Zweifeln für Ihre konkrete politische Arbeit?

Daraus ziehe ich die Konsequenz, dass ich weiß, dass das, was ich tue, eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. Und ich halte mich da an Samuel Beckett, der mal so treffend gesagt hat: Weiter scheitern, besser scheitern.

Das Interview wurde am 20.9.2008 in Düsseldorf geführt. Die Fragen stellte Anna Carla Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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