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Interview

Gerhard Papke   Gerhard Papke,
Jahrgang 1961,
Mitglied des NRW-Landtags (FDP),
Fraktionsvorsitzender

Kirche und Politik

Herr Dr. Papke, Kirche und Politik - wie passt das zusammen?

Nun, das passt sehr gut zusammen. Zum einen ist Deutschland ein Land in christlich-abendländischer Tradition, die ganz wesentlich zu unserer demokratischen und politischen Kultur beigetragen hat. Und im Übrigen sind die Kirchen sehr wichtige Interessengruppen, die viele Millionen Menschen vertreten. Deshalb sind sie sehr wichtige und ernst zu nehmende Gesprächspartner.

Inwieweit dürfen sich Kirchenvertreter dann konkret in die Politik einmischen? Nehmen wir beispielsweise als aktuelle Fälle die Krippenpolitik oder die Stammzellenforschung.

Es ist wichtig, dass sich die Kirchen in die Politik einmischen. Sie tun das ja auch, indem sie gerade mit Blick auf ethische Fragen - Sie haben es angesprochen: Stammzellenforschung - ihre Positionen vertreten. Allerdings müssen natürlich auch die Vertreter der Kirchen damit leben, dass es, wenn wir bei dem Beispiel der Stammzellenforschung bleiben, auch andere Positionen gibt, die wir letztlich als Parlamentarier verantwortlich miteinander abwägen müssen.

In diesem Zusammenhang eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Sie sagen es: Es ist eine intime Frage. Und deshalb werde ich die Antwort darauf auch nicht in ein Mikrofon sprechen.

Immerhin sprachen Sie aber eben von einer christlich-abendländischen Tradition. Deshalb frage ich mal so: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dieser Tradition für Ihre konkrete politische Arbeit?

Diese christlich-abendländische Tradition ist das Fundament, auf dem wir stehen. Wenn man sich überlegt, dass beispielsweise der Ansatz, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben, ja christlichen Ursprungs ist, aus der Bergpredigt kommt, dann tun wir sehr gut daran, diese christliche Tradition auch zu berücksichtigen. Darüber hinaus muss man bedenken, welche Bedeutung kirchliches Engagement auch in der Tagespolitik hat. Prinzipiell ist es ein sehr positives Engagement. Gerade die Kirchen begeistern viele, binden auch Millionen Menschen im ehrenamtlichen Engagement, ohne das eine freiheitliche Gesellschaft nicht existieren kann.

Das Interview wurde am 20.9.2008 in Düsseldorf geführt. Die Fragen stellte Anna Carla Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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