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Interview

Laura Rudas   Laura Rudas,
Jahrgang 1981,
Mitglied des Nationalrats (SPÖ),
Bundesgeschäftsführerin der SPÖ

Kirche und Politik

Frau Rudas, Kirche und Politik - wie passt das zusammen?

Für mich gar nicht. Kirche und Politik passen nicht zusammen, und es ist gut, dass es da eine klare Trennung gibt.

Inwieweit dürfen sich Kirchenvertreter dann in die Politik einmischen? In Deutschland gab es da ja jüngst ein paar Fälle, etwa in Fragen der Kinderkrippenpolitik oder der Stammzellenforschung.

Natürlich gilt die freie Meinungsäußerung auch für Kirchenvertreter (ich würde gerne hinzufügen: auch für Kirchenvertreterinnen, doch da gibt es ja nicht so viele). Aber diese freie Meinungsäußerung darf dann nicht zu konkreter politischer Gestaltung führen. Es darf nicht sein, dass die Institution Kirche Politik bestimmt. Wir haben lange dafür gekämpft, dass es da eine Trennung gibt.

In diesem Zusammenhang eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Das ist die Gretchenfrage... - Da brauche ich nicht lange nachzudenken: Nein, daran glaube ich nicht.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Nicht-Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Das sind ja hier wirklich philosophische Fragen! Meine Antwort: Ich glaube daran, dass Menschen alles wirken, alles erreichen können - durch sie selbst, wenn sie etwas wollen. Ich glaube daran, dass es an den Menschen liegt, dass es eine gerechtere Welt gibt, und ich glaube daran, dass dieses Bestreben im Weltlichen zu verwirklichen ist. Dass es an den Menschen liegt, bedeutet aber natürlich auch einen höheren Druck, weil die bessere Welt nicht irgendwo im Jenseits wartet - sondern die bessere Welt wartet hier und heute.

Das Interview wurde am 7.11.2008 in Wien geführt. Die Fragen stellte Anna Carla Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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