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Interview

Monika Ruff-Händelkes   Monika Ruff-Händelkes,
Jahrgang 1960,
Mitglied des NRW-Landtags (SPD),
Mitglied in den Ausschüssen
Recht sowie Bauen und Verkehr

Kirche und Politik

Frau Ruff-Händelkes, Kirche und Politik - wie passt das zusammen?

Auch die Kirche handelt in gewisser Weise politisch, und in der Kirche sind ganz viele Menschen behaftet, die dort Halt suchen und auch Halt finden. In der Politik gibt es ebenfalls Menschen, die dort Halt suchen und Halt finden. Beide sind wichtig, um die Gesellschaft zu gestalten. Und beide sollten auch einander anhören.
   Deswegen gibt es das hier im Landtag gelegentlich, dass sich Vertreter von Kirchen an politischen Diskussionen beteiligen. Ich finde das sehr gut.

Inwieweit dürfen sich denn Kirchenvertreter in die konkrete Politik einmischen? Nehmen wir die aktuellen Fälle Krippenpolitik oder Stammzellenforschung...

Ich bin keine Fachfrau zum Thema Stammzellenforschung. Aber letztlich sollen ja die Auffassungen aller Menschen, die der religiösen wie die der nicht-religiösen, in die Politik einfließen. Deswegen spielen die Kirchen da eine gewisse Rolle.
   Ich finde es allerdings gut, dass die Kirchen nicht als Organisationen mitbestimmen können, sondern nur durch ihre Vertreter in beratender Funktion eingebunden sind. Diese Beratung nehmen wir gerne in Anspruch, etwa in Sachen Kinderbetreuung. Die Kirchen werden da immer wieder angehört.

In diesem Zusammenhang eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, das aber bestimmt ganz anders aussieht, als wir uns das vorstellen können. Ich selber habe keine genaue Vorstellung davon, was dann passiert.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Es gibt eine Konsequenz, nämlich die, dass ich mir und anderen gegenüber ehrlich bin. Die Ehrlichkeit mir gegenüber ist, glaube ich, sogar noch wichtiger. Denn nur wenn man sich gegenüber ehrlich ist, ist man authentisch. Und wenn ich das nicht mehr bin, dann bitte ich meine Kinder darum, mir zu sagen, ich solle aufhören.

Das Interview wurde am 20.9.2008 in Düsseldorf geführt. Die Fragen stellte Anna Carla Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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