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Interview

Rüdiger Sagel   Rüdiger Sagel,
Jahrgang 1955,
Mitglied des NRW-Landtags (Die Linke),
fraktionslos

Religion und Politik

Herr Sagel, Kirche und Politik - wie passt das zusammen?

Ich finde, die Kirche sollte sich aus der Politik heraushalten. Wir haben Glaubensfreiheit hier in Deutschland. Jeder kann nach seiner Fasson selig werden. Das sollte jeder und jede auch tun.

Kirchenvertreter sollten sich dann also Ihrer Ansicht nach auch bei Fragen wie der Stammzellenforschung oder der Krippenpolitik nicht in die Politik einmischen.

Nein, ich finde, in die direkte Politik sollten sie sich nicht einmischen. Sie können natürlich Statements dazu abgeben oder auch Verlautbarungen, wie sie das sehen.
   Genauso bin ich dagegen, dass sich zum Beispiel Wirtschaftsverbände oder Lobbys in die Politik einschalten. Politik sollte durch wirtschaftliche, finanzielle oder andere Mächte nicht beeinflussbar sein.

In diesem Zusammenhang eine eher intime Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich persönlich glaube daran nicht. Ich glaube allerdings, dass wir mit unserer Materie sozusagen in den großen Kosmos wieder eingehen und dass wir von daher natürlich in irgendeiner Weise weiter existieren, aber nicht in der Form, in der wir im Moment da sind.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrem Nicht-Glauben bzw. Glauben für Ihre konkrete politische Arbeit?

Also, ich würde nicht von Glauben sprechen. Ich habe bestimmte politische Überzeugungen, die ich im Laufe meines Lebens erworben habe. Ich komme aus einer bestimmten Gegend, ich habe von Kindesbeinen an bestimmte Erfahrungen gemacht, und diese Erfahrungen versuche ich natürlich auch umzusetzen.

Das Interview wurde am 20.9.2008 in Düsseldorf geführt. Die Fragen stellte Anna Carla Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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