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Interview

Barbara Sommer   Barbara Sommer,
Jahrgang 1948,
Mitglied der CDU,
Ministerin für Schule und Weiterbildung
des Landes Nordrhein-Westfalen

Religion und Politik

Frau Ministerin, Religion und Politik - wie passt das zusammen?

Das passt gut zusammen. Das passt sehr gut zusammen. Das sind überhaupt keine gegensätzlichen Pole, im Gegenteil: Man muss Politik auf einer christlichen Grundlage betreiben - und ich mache das auch. Ich betone das auch immer.

Wie ist in diesem Zusammenhang Ihre Position zum "Kopftuchstreit" (also einem Kopftuchverbot für Lehrerinnen)?

Es ist vielfach gesagt worden: Lasst doch diese arme Frau ihr Kopftuch tragen; die will und macht doch nichts Böses! - Aber mit dem Kopftuch wird etwas verbunden. Es ist ein Symbol. Und da die Arbeit als Lehrerin und als Lehrer immer auch einen Vorbildcharakter hat, kann es sein, dass über das Kopftuch Dinge tradiert werden, die insbesondere Schülerinnen beeinflussen. Darum lehnen wir das ab.

Gilt diese Ablehnung auch für Kopftücher von Schülerinnen?

Die Schülerinnen dürfen das im Unterricht tragen, die Lehrerinnen aber eben nicht.

Sollte man in der Schule einen Unterschied zwischen dem Kopftuch einer Muslima und - beispielsweise - der Ordenstracht einer Nonne machen?

Ja. Wir stehen, wie ich meine, auf dem Boden einer christlichen Tradition, und christliche Werte gehören auch in unsere Schule. Da ist schon ein Unterschied zu machen, wenngleich das manche Gerichte anders sehen. Wir haben ja erste Gerichtsurteile zum Kopftuch, aber ich bin der Auffassung, dass das noch eine andere Bewertung hat.

Diesseits und Jenseits

In diesem Zusammenhang eine eher intime Frage: Glauben Sie persönlich an ein Leben nach dem Tod?

Ja!

Wie stellen Sie sich dieses Leben konkret vor?

Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich lehne es für mich auch ab, mir das vorzustellen, weil ich glaube, dass unser Verstand zu klein dazu ist, all diese Dinge zu erfassen. Als vor wenigen Jahren meine Mutter starb, habe ich mir auch nicht gesagt: Sie wird da und da hingehen. Ich glaube daran, aber ich möchte mir, weil ich mich da als zu begrenzt empfinde, dazu nicht mehr konkrete Vorstellungen machen.

Das Interview wurde am 9.8.2007 in Attendorn geführt. Die Fragen stellte Anna Carla Kugelmeier.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2007-2012

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