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Julia (18) arbeitet als Kellnerin in der "Milchbar" am Attendorner Marktplatz.

  Julia im Interview
Julia (Mitte) im Interview.
Julia, du bist selbst Nichtraucherin. Wie stehst du zum Rauchverbot in Gaststätten?

Ich finde das gut, da ich, seit das Rauchverbot durchgesetzt worden ist, abends nicht mehr so nach Rauch stinke und die Augen auch nicht mehr so tränen.

Und wie sind die Reaktionen der Gäste?

Es kommt immer darauf an, ob es Raucher oder Nichtraucher sind. Die Raucher finden das nicht so gut, dass sie jetzt zum Rauchen immer rausgehen müssen. Aber man kann schon feststellen, dass inzwischen mehr schwangere Leute kommen, mehr Leute mit Kindern. Die schätzen das.

Das Gesetz soll ja nicht nur dem Schutz der Gäste, sondern auch dem der Angestellten dienen. Diese sollen ja vor dem Passivrauchen geschützt werden. Wie beurteilst du das?

Das sehe ich als genauso wichtig an. Wie schon gesagt: Der Rauch schwebt im Raum und betrifft auch uns.

Welche Verbesserungsvorschläge hättest du für die aktuellen Regelungen?

Gar keine. Ich finde die bestehenden Regelungen in Ordnung. Ich finde es allerdings auch gut, dass es die Ausnahmen für die Raucherclubs gibt, dass die Raucher abends in diesen Kneipen die Chance haben zu rauchen.


Dirk B. (38), Raucher seit etwa 22 Jahren, ist Gast in der "Milchbar".

Herr B., Sie sind ja selbst Raucher. Wie groß war da für Sie die Umstellung auf das allgemeine Rauchverbot in Gaststätten?

Sehr stark war diese Umstellung. Denn man musste gewohnte Schemen abschaffen, nach draußen gehen, frieren; und das ist nicht gerade angenehm.

Würden Sie das Gesetz rückgängig machen - oder haben Sie Verbesserungsvorschläge?

Ich würde es verändern. In Speiserestaurants ist das Rauchverbot völlig legitim. In normalen Gaststätten, wo nur Getränke ausgeschenkt werden, sollte ruhig eine Raucherlaubnis da sein. Das kann man über eine gewisse Uhrzeit regeln - dass man zum Beispiel sagt: Bis neun Uhr herrscht Rauchverbot, danach darfst du wieder rauchen!
   Es sollte Auslegungssache sein, je nachdem, wie die Wirte und Betreiber das für ihre Situation sehen. Denn die finanzielle Anspannung wird für jeden Wirt extrem stark, weil durch das Nichtrauchergesetz viele Leute aus den Kneipen weggeblieben sind. Zuvor waren viele Raucher in den Kneipen; da war der Rückgang sehr spürbar.

Das haben Sie also selbst schon beobachtet?

Ja. Ich würde im Übrigen eine ganz andere Methode anwenden. Ich würde den Nichtraucherschutz nicht über ein Rauchverbot regeln, gerade mit Blick auf Jugendliche. Wenn man etwas verbietet, gibt es ja meistens erst mal eine Gegenreaktion. Stattdessen sollte man vernünftig argumentieren und den Leuten vor Augen halten, was durch das Rauchen passiert. Dadurch kann man mehr Leute zu Nichtrauchern machen als durch Verbote.
   Und den Arbeitnehmerschutz, mit dem immer argumentiert wird, finde ich ebenfalls ziemlich übertrieben. Die Arbeitnehmer gehen schließlich selbst in irgendwelche Kneipen oder Diskotheken, wo geraucht wird, und da stört es sie auch nicht. Da klagt keiner.


©  St.-Ursula-Gymnasium, Attendorn 2009

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