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Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 31.10./1.11.2006

Attendorner Schüler mit Schildern auf Jobsuche

Attendorn/Köln. 30 Oberstufenschüler des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums testeten in Köln, wie schwierig es in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit ist, eine Stelle zu finden. Auf Schildern baten sie um Jobs, gingen durch die Fußgängerzone. Überraschend: Die Jugendlichen erhielten wirklich eine Reihe seriöser Angebote - wobei die Mädchen besser als die Jungen abschnitten.

Westfälische Rundschau, Nr.253 (31.10./1.11.2006), S.1.


Westfälische Rundschau vom 31.10./1.11.2006

Job-Suche per Schild: Mädchen erfolgreicher

Ursula-Gymnasium unternahm Sozialexperiment in Köln

Attendorn/Köln. "Suche Arbeit jeder Art. Bitte sprechen Sie mich an!" - Mit solchen und ähnlichen Schildern machten sich 30 Oberstufenschüler des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums auf den Weg in die Kölner Innenstadt. Sie wollten überprüfen, wie schwierig es in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit tatsächlich ist, einen Ausbildungsplatz oder zumindest einen Aushilfsjob zu finden.

  Vanessa
Mit solchen Schildern gingen die Attendorner Gymnasiasten in der Kölner Innenstadt auf "Job-Suche".
Neben den "Arbeitsuchenden", die am Samstag mit ihren Plakaten in der Fußgängerzone auf und ab gingen, nahmen einige Gymnasiasten, wie schon in einem ähnlichen Experiment vor zwei Jahren, als Bettler am Straßenrand Platz, um die Spendenbereitschaft der Passanten zu testen. Wieder andere versuchten sich als Straßenmusiker oder "Statuenmensch" auf der Domplatte.

Überraschend, so Projektleiter Frank Kugelmeier, sei die Tatsache, dass die Jugendlichen wirklich eine Reihe seriöser Angebote erhielten - wobei die Mädchen besser als die Jungen abschnitten. So musste sich Marius ("Übernehme jede Arbeit") mit einem Auftrag zur Gartenarbeit bescheiden. Mehmet, der sein Schild ("Suche Arbeit. Bitte helfen Sie!") auf Deutsch und auf Türkisch beschriftet hatte, konnte drei Offerten (Fensterputzen, Kellnern, Packdienst am Flughafen) verbuchen.

Hingegen wurde Dajana vom Geschäftsführer eines nahe gelegenen Telefonladens gleich eine Stelle als Kundenberaterin angeboten. Und Vanessa konnte zwischen Jobs in einer Bäckerei, einem Modegeschäft und einem Familienbetrieb wählen. Dann kam ein gut gekleideter Herr. Er habe die Schülerin gesehen und etwas über sie nachgedacht. Wenn sie flexibel sei, solle sie sich schriftlich bei ihm bewerben. Er habe in Stuttgart einen Ausbildungsplatz zur kaufmännischen Angestellten frei.

Auch die "Bettler" machten interessante Erfahrungen. Daniel 18 Jahre saß am Anfang der Schildergasse - an derselben Stelle wie zwei Jahre zuvor einer seiner Mitschüler. Lediglich das Schild, das er vor sich stehen hatte, war neu: "Ich bin wie du." Mit diesem Spruch hatten Berliner Almosenempfänger ihre Einnahmen angeblich steigern können. In Köln traf das nicht zu: Der Schüler nahm mit knapp 18 Euro in zwei Stunden exakt so viel ein wie sein "Kollege" vor zwei Jahren. Nicht so erfolgreich war Christian ("Heute ich, morgen du!") mit neun Euro.

Ein Erlebnis der besonderen Art hatte Julian, der auf der Hohen Straße mit Anzug und Krawatte hinter dem Schild "Qualifiziert, aber überflüssig" hockte. Schon nach ein paar Minuten forderte ihn ein Passant auf, aufzustehen und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. "Du musst kämpfen, kämpfen!", schrie er immer wieder auf den Schüler ein. Madeleine (16) versuchte sich als Klarinettistin. Neun Euro waren Resultat ihres Bemühens nach 40 Minuten Spiel.

Die meisten Einnahmen erzielte allerdings Daniel (17). Er stand im Nikolauskostüm als unbeweglicher "Statuenmensch" vor dem Südturm des Kölner Doms und konnte sich vor Zuspruch kaum retten. Alle wollten ein Foto von sich und ihm machen. Die Bilanz nach einer Stunde: über 18 Euro - Spendengeld, das die Schüler an die Kölner Tafel weiterreichen werden.

Ein Team des Senders Pro7 begleitete einige der Schüler und filmte, teils durch eine versteckte "Brillenkamera", die Erlebnisse der Oberstufler mit. Voraussichtlicher Sendetermin: Montag, 6. November, im Mittagsmagazin SAM.

Westfälische Rundschau, Nr.253 (31.10./1.11.2006), S.ROEA_1.


Westfalenpost vom 31.10./1.11.2006

Wie schwierig ist es, einen Job zu finden?

Attendorner Schüler machten in Köln die Probe aufs Exempel

Der Beitrag entspricht, mit dem gleichen Bild, doch im Text leicht gekürzt, dem oben abgedruckten aus der Westfälischen Rundschau. Beide Artikel folgen einer Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums.
Westfalenpost, Nr.253 (31.10./1.11.2006), S.POEK1.


Sauerlandkurier vom 8.11.2006

Gymnasiasten begaben sich auf fiktive "Arbeitssuche"

Neues Experiment der St.-Ursula-Schüler in der Kölner Innenstadt

Dajana   Daniel   Christian
Die Mädchen bekamen mehr Jobangebote als die Jungen.   Der Nikolaus war begehrtes Fotomotiv auf der Domplatte.   Provokativ: "Heute ich - morgen du".

Auch diese Meldung folgt dem Wortlaut der schulischen Presseinformation.
Sauerlandkurier vom 8.11.2006, S.35.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2006-2010

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