Zurück Übersicht Seitenende Weiter

Zur Übersicht

Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 30.8.2008

Selten: SchülerInnen sind bald "sprachlos"

Versuchsleiter Frank Kugelmeier freut sich auf Donnerstag

Attendorn. Fünf Jahre ist es her, dass einige Oberstufenschüler des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums im Rahmen des Projekts "Die Stummen" drei Tage lang rund um die Uhr schwiegen und dabei die eigenen Reaktionen und die ihrer Umgebung beobachteten. Nun geht das Schweige-Experiment in die zweite Runde, diesmal allerdings unter verschärften Bedingungen. Geschwiegen wird nicht mehr nur drei, sondern fünf Tage; auch tritt jetzt eine ganze Schulklasse an.

  Die Probanden
Im wahrsten Sinne des Wortes "Sprachlos" sind in der nächsten Woche die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a des St.-Ursula-Gymnasiums.
In dem Szenario, das den Titel "Sprachlos" trägt, finden sich die SchülerInnen der Klasse 10a am frühen Nachmittag des kommenden Donnerstags in der Schulaula ein. Dort bleiben sie die folgenden fünf Tage bis zum Dienstagmorgen (9.9.). Die wichtigste Regel während ihres Aufenthalts lautet: Von Donnerstag bis Samstag ist Sprechen absolut tabu. Ab Sonntag gibt es dann eine leichte Veränderung: Die Probanden dürfen nun zur Kommunikation immerhin 40 Fantasiewörter verwenden, die ihnen auf einer aushängenden Vokabelliste vorgestellt werden.

Während des Experiments ist den Versuchspersonen die Benutzung von Rundfunk- und Fernsehgeräten, Computern und MP3-Playern untersagt. Auch auf das "Simsen" per Handy müssen sie verzichten.

"Sprachlos" zielt, so Versuchsleiter Frank Kugelmeier, auf die Beantwortung zweier Fragenkomplexe. Erstens: Inwiefern macht Sprache "gesellschaftsfähig"? Wie verhalten sich die Schüler in der Gruppe, wenn sie ausschließlich per Gestik und Mimik kommunizieren können? Und zweitens: Wie steht es um ihren Spracherwerb? Nutzen die Probanden das "Angebot der 40 Wörter" - oder kommen sie auch so zurecht?

Ein besonderer Reiz des Experiments liegt darin, dass die schweigenden Jugendlichen ihren Aufenthalt vollkommen selbstständig organisieren müssen. Dies gilt für das gemeinsame Kochen und die Freizeitgestaltung gleichermaßen wie für das Anfertigen der Hausaufgaben. Denn auch der reguläre Unterricht findet "stumm" in der Aula statt - eine Herausforderung nicht nur für die Schüler, sondern auch für ihre Lehrer.

Zur Beobachtung der schweigsamen Schulklasse haben sich etwa 40 Oberstufenschüler gemeldet. Sie werden sich im Wechsel zu je drei bis sechs Personen durchgängig bei den Probanden aufhalten und deren "Sprachlosigkeit" überwachen.

Westfälische Rundschau, Nr.203 (30.8.2008), S.ROE_7.


Ähnliche Berichte, die auf eine Presseinformation der Schule Bezug nehmen, finden sich an folgenden Orten:

"Stumme" Schüler reden fünf Tage lang kein Wort / Schweigsame Schulklasse darf nur 40 Fantasiewörter verwenden. Welche Auswirkungen hat Sprachlosigkeit auf das Verhalten? In: Westfalenpost, Nr.206 (3.9.2008), S.POEK1 u. POEK4.

Fünf Tage "sprachlos". Ein neues "Aula-Experiment" am St.-Ursula-Gymnasium. In: Siegener Zeitung, Nr.208 (5.9.2008), S.10.


©  St.-Ursula-Gymnasium Attendorn 2008

Zurück Übersicht Seitenanfang Weiter