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Medienreaktionen

Bild vom 9.9.2008

Die Schulklasse des Schweigens

In diesem Gymnasium testen Lehrer und Schüler auf ungewöhnliche Weise ihre Grenzen aus. Sie waren schon in einer Dunkelkammer [sic!] und in Käfigen eingesperrt. Jetzt haben sie seit fünf Tagen nicht gesprochen

  Psst... - Foto: (c) S. Schütze
Psst... Auch im Unterricht dürfen die Schüler kein Wort sagen.
Attendorn. Was ist denn hier los? Mucksmäuschenstill folgen die Schüler dem Unterricht. Keiner stört, sogar die letzte Reihe passt auf.

Doch hier paukt nicht etwa die bravste Schulklasse der Welt. Nein, dies ist das verrückteste Schulexperiment des Jahres.

Fünf Tage lang müssen die Schüler der Klasse 10a des Sankt-Ursula-Gymnasiums in Attendorn schweigen, dürfen nur per Zeichensprache miteinander kommunizieren. Handys sind verboten. Wer absichtlich redet, fliegt raus.

Und die harten Regeln gelten 24 Stunden am Tag. Denn die Schüler übernachten mit Klassenlehrer und Experiment-Erfinder Frank Kugelmeier (50) in der Penne, kochen nach dem Unterricht ihr Essen, erledigen den Abwasch.

Schweigepflicht in der Schule - es ist nicht das erste Schul-Experiment von Pauker Kugelmeier. Im vergangenen Schuljahr ließ er Schüler in Käfige [sic!] sperren, die er in die Kölner Innenstadt stellte. Und im letzten Jahr mussten Schüler mehrere Tage in einen Raum ohne Fenster, verloren so ihr Zeitgefühl.

Kugelmeier über den Sinn solcher Experimente: "Die Schüler lernen ihre eigenen Grenzen kennen. Momentan erfahren sie, wie wichtig Sprache überhaupt ist."

Ist das erlaubt? Ja, denn die Experimente sind freiwillig, vom Schulträger (Erzbistum Paderborn) und den Eltern abgesegnet.

Heute werden die Schüler erlöst, dürfen wieder normal miteinander sprechen.

BILD-Ausriss

Bild (NRW), Nr.212 (9.9.2008), S.5.


©  Merlin Scholz (Text) und Stephan Schütze (Fotos) (Bild), Dortmund und
St.-Ursula-Gymnasium Attendorn 2008

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