Sprüche

Zur Hauptseite   1988 - 2005


Herzlich willkommen in der Sprüche-Sammlung
der Fachschaft Sozialwissenschaften!

Seid ihr alle da?


Die folgenden Sprüche, Stilblüten und Versprecher stammen allesamt aus dem St.-Ursula-Gymnasium, überwiegend aus dem Sozialwissenschaften-Unterricht oder aus dessen Umfeld. Schüler/-innen sind in der Regel durch ihren Vornamen gekennzeichnet, Lehrkräfte durch ihren Nachnamen.

Da das Fach erst 1987 an der Schule eingerichtet wurde, beginnt die Bestandsaufnahme logischerweise mit dem Schuljahr 1987/88.


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Abiturjahrgänge

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Abiturjahrgang 1988


Die Tragik des Älterwerdens.
Eduard (sinniert): Jetzt sind wir schon in der 13! Und können beim Zuspätkommen morgens nicht mehr sagen, die Großen hätten uns gepackt!


Im Unterricht tut sich die alles entscheidende Frage auf, wer denn nun eigentlich kastriert sei: ein Ochse, ein Stier oder vielleicht ein Bulle.
Julia: Ein Ochse natürlich. Sonst gäbe es ja keine Ochsenschwanzsuppe.


Sowi-Zusatzkurs: Alexandra, Lehrerinnenkind, fehlt. Nach Angaben ihrer Mitschülerinnen ist sie schwer erkrankt. Daraufhin folgender Dialog im Lehrerzimmer:
Kugelmeier (arglos): Geht's Ihrer Tochter denn schon wieder besser?
Kramarczyk: Wieso besser? Was hat sie denn?
Kugelmeier: Ich dachte: weil sie krank ist.
Kramarczyk: Krank?? Seit wann ist die krank?? Die ist doch nicht krank!
Kugelmeier: Ihre Mitschülerinnen - , ich meine...
Kramarczyk: War sie denn nicht im Unterricht?
Kugelmeier: Nein, also offen gestanden...
Kramarczyk: Na, also, die werde ich mir mal vorknöpfen, das ist ja ein starkes Stück!
Kugelmeier: Vielleicht ist ihr ja plötzlich übel geworden...
Kramarczyk: Ach, Unsinn, der wird doch nicht plötzlich übel! Na, sowas!
Kugelmeier: Ach, lassen Sie mal. Vielleicht war sie ja auch da und ich hab sie nur übersehen.
Kramarczyk (misstrauisch): Meinen Sie?


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Abiturjahrgang 1989


Sigrun (als Begründung für's Zuspätkommen): Von meinen vier Weckern klingeln nur noch drei, und zwei hab ich nicht gehört!


Nach der Sowi-Stunde.
Ursel: Ich hab jetzt frei und geh nach Hause. Aber die Pause mach ich noch mit!


Kugelmeier Aus einer Umfrage für die Abi-Zeitung:

Frage: Stellen Sie sich vor, es ist Montagmorgen, Sie stehen vor Ihrer Klasse und Ihnen fehlen folgende Kleidungsstücke: Schuhe, Socken, Hose! Beschreiben Sie Ihre Gefühle und was Sie tun!

Kugelmeier: Gefühle kann ich mir in einer solchen Situation nicht leisten. Stattdessen begebe ich mich festen Schrittes (sofern dies ohne Schuhe möglich ist) zum Lehrerpult und hole zu einer abenteuerlichen Erklärung meiner derzeitigen Verfassung aus: Mit einem Verwandten, Bekannten oder sonstigen politischen Gegner hätte ich letztens hinsichtlich des Ausgangs der Landtagswahl in ... gewettet und müsste nun, da ich meine Wette leider verloren hätte, als "Buße" einen Vormittag lang schuh-, socken- und hosenlos unterrichten. Falls meine schlüssigen, allgemein einsehbaren Ausführungen auf allzu große Heiterkeit stoßen sollten, fordere ich die anwesenden Schüler/-innen mit schneidender Stimme (sofern dies ohne Socken möglich ist) auf, sich als Zeichen ihrer Solidarität (mir gegenüber) sowie ihrer Anteilnahme (den unterlegenen Landtagsparteien gegenüber) ebenfalls ihrer Beinkleider zu entledigen.


Aus derselben Umfrage:

Frage: Was würden Sie an unserer Schule ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten (bitte begründen Sie Ihre Vorschläge!): Sportfeste, thematische Woche, Cafeteria, Lehrerstühle, Lehrerzimmer, Kopiernonnen, Verkehrssituation am Kehlberg, Schulnachrichten, Kollegen...?

Kugelmeier: Ich würde den gesamten Unterricht auf die Zeit von 16.00 bis 24.00 Uhr verlegen, und zwar a) aus egoistischen Gründen (ich bin Nachtarbeiter und Morgenmuffel), b) aus pädagogischen Gründen (die Schule tritt endlich in aggressive Konkurrenz zu solch marktbeherrschenden Bildungseinrichtungen wie dem Fernsehen oder der Disco). Über eventuelle Ausgleichszahlungen des St.-Ursula-Gymnasiums an das "Bürgerhaus" (Kneipe) und ähnliche Etablissements wegen zu vermutender Umsatzeinbußen müsste gegebenenfalls verhandelt werden.


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Abiturjahrgang 1990


Unterrichtsthema: Sozialisationsinstanzen.
Kugelmeier: Schule ist eine Form von Sozialdarwinismus.


Thema: Familiensoziologie.
Kugelmeier: Die Mutterschaft ist relativ leicht nachweisbar. Sagen wir es so: Bei der Geburt sind meistens mehr Zeugen dabei als bei der Zeugung!


Gleiches Thema; Kombikurs Geschichte-Sozialwissenschaften.
Schulte: In der Familie sind die Menschen ja meistens verwandt.


Diskussion über politische Systeme.
Kugelmeier: In der DDR muss ein Ferngespräch immer stundenlang vorher angemeldet werden, damit man durchkommt.
Antje: Bei uns in Heggen auch!


Der Lehrer (Kugelmeier) guckt Lars scharf an.
Lars: Mh, mh, ich schlafe nicht. Bin putzmunter. - Schellt ja auch gleich!


Lars (wertet eine Statistik aus): Frauen haben pro Woche etwa 30 Stunden Freizeit. Die Männer liegen etwa drei Stunden über den Frauen.


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Abiturjahrgang 1991


Keiner beteiligt sich am Unterricht.
Kugelmeier: Leute, es ist Freitagmorgen, nicht Montagmorgen!
Christian (seufzt): Ach, wo ist da der Unterschied?!


Der Lehrer notiert an der Tafel: "Jedes zusätzliche Angebot..."
Christian (meldet sich): Das ist ein Druckfehler! Das muss heißen: "Jedes zusätzliches Angebot"!
Der Kurs grölt los.
Christian (errötend): Ja, da hab ich euch wieder an der Nase 'rumgeführt, was? Nur ein kleines Testchen!


Ein Veteran erinnert sich.
Kugelmeier: Bei der Bundeswehr hatte ich einen Stubenkameraden, der wollte entweder Preisboxer oder Zuhälter werden. Schließlich hat er den zweiten Weg eingeschlagen, weshalb ich nur noch lose Kontakte zu ihm habe.
Andreas: Eigentlich schade; von wegen: Sonderpreise und so.


Veteranenlatein, Teil zwei.
Kugelmeier: Ich war Sprechfunker. Ich hatte das einzige Funkgerät in der ganzen Kaserne. Ich sendete ins All und wartete auf Antwort. Es kam aber keine.


Veteranen unter sich. Thema: Frauen in die Bundeswehr?
Christian: Ich weiß nicht, ob 'ne Frau so 30 bis 40 Kilometer mit Gepäck latschen kann.
Kugelmeier: Das kann ich auch nicht!


In der Hektik der Unterrichtsdiskussion bietet der Fachlehrer eine Kurzvariante des Grundgesetzartikels 3, Absatz 1 plus 2.
Kugelmeier: Es muss Rechtsgleichheit geben. Menschen und Frauen müssen gleichberechtigt sein!


Berechnung des Bruttosozialprodukts.
Kugelmeier: Wie groß sind die Abschreibungen?
Doris: 12.
Kugelmeier: Wieso?
Doris (betont langsam): 4 mal 3 gleich 12!
Kugelmeier (begeistert): Aha! Soso!
Doris: Verarschen können Sie sich auch selber!
Pause.
Doris: War jetzt aber nicht böse gemeint.
Kugelmeier: Klar, weiß ich. Sonst säßen Sie jetzt nämlich auch schon nicht mehr hier.


Kurz nach der Maueröffnung.
Kugelmeier (sinniert): Was macht man denn jetzt aus dem Zonenrandstreifen? Einen ökologischen Garten oder ein Industriegebiet? (Pause.) Wahrscheinlich einen ökologischen Garten, damit die Tiere erst mal die restlichen Minen zertreten.


Beruflich bedingtes Misstrauen.
Kugelmeier: Was macht die Patricia da eigentlich die ganze Zeit?
Patricia: Ich schreibe!
Kugelmeier: Das ist ja furchtbar! Wie bei der Stasi! Man fühlt sich richtig kontrolliert!


Samstagsunterricht. Lehrer und Schüler kämpfen gegen den Wochenend-Dämon.
Kugelmeier: Da ich nicht ARD und ZDF bin, mache ich nicht nur Unterricht für die erste Reihe!


Samstagsunterricht (s. o.). Gilda stöhnt gelangweilt herum.
Stefan: Wenn Gilda nicht so 'ne erotische Stimme hätte, würde mich das knapp die Hälfte stören.


Cineastische Erfahrungen.
Kugelmeier: Ich glaub, ich bin im falschen Film!
Marc: Was läuft denn?


Der Kurs bietet eine leicht veränderte Sitzordnung.
Kugelmeier: Hat es einen bestimmten Grund, dass sich die Brigitta vom Stefan weggesetzt hat?
Stefan: Sie hat ihre Brille vergessen.
Brigitta: Ich habe gar keine Brille!
Kugelmeier: Oh, ich dachte, Sie hätten Ihre neue Brille dabei und den Stefan jetzt zum ersten Mal gesehen.


Quartalsnoten-Bekanntgabe.
Kugelmeier (bilanziert): Insgesamt ist mir der Kurs zu fröhlich und zu gefräßig.


Thema: Artikel 1 des Grundgesetzes.
Kugelmeier: Haben Sie sich in Ihrer Menschenwürde schon mal ernsthaft angetastet gefühlt?
Stefan: Bei der Notengebung!


Kombikurs Geschichte-Sozialwissenschaften.
Herget: Zur Wahl bringen sie sogar die Halbtoten auf der Bahre, um eine knappe Mehrheit zu erzielen. Ich habe es sogar selbst schon überlebt!


Thema: Menschenrechte.
Herget: Recht auf Freiheit: Was heißt denn das, Stefanie?
Stefanie: Hmmm...
Herget: Ein Beispiel: Nehmen wir mal an, man würde Sie in eine psychiatrische Anstalt einweisen. Was wäre das?
Stefanie: Also, in meinem Fall wäre das Freiheitsberaubung!
Herget: So. (Milde erläuternd zum Kurs:) Stefanie geht davon aus, dass sie psychisch gesund ist...


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Abiturjahrgang 1992


Der neue Sowi-Lehrer führt sich ein.
Schäfer: Meine Herrschaften, mit dieser Arbeitshaltung beißen Sie bei mir auf Granit!
Christopher (summt): "Marmor, Stein und Eisen bricht..."


Schäfer Einführung, zweiter Teil.
Schäfer: Bei mir gibt es Noten von "Eins" bis "Sechs"!
Kurs (ungläubig): Wie?! "Eins" auch??


Variante im Nachbarkurs.
Schäfer: Mein Notenspektrum reicht von "Eins" bis "Sechs"!
Claudia (teilnahmsvoll): In welchem Fach hatten Sie denn eine "Sechs"?


Im Kollegenkreis philosophiert der Sowi-Lehrer, Vater einer Tochter, über das neue Namensrecht, das es den Frauen (im Gegensatz zu früher) erlaubt, ihren Geburtsnamen in der Ehe weiterzuführen und auf ihre Kinder zu übertragen.
Schäfer: Eigentlich hat diese Neuerung ja auch einiges für sich...
Krieger: Warum ist es dir denn so wichtig, dass deine Tochter ihren Namen auch nach der Hochzeit behält?
Schäfer (todernst): Damit der Name "Schäfer" nicht ausstirbt!


Ein Schüler niest extrem heftig.
Kugelmeier: Stopp! Das müssen wir jetzt erst mal auskosten! Kann mal jemand einen Schrubber holen?


Kurz vor Stundenschluss.
Kugelmeier: Wer fasst das denn mal so stehend freihändig zusammen?
Frank: Ich kann heute nicht freihändig stehen!


Der Fachlehrer zieht Bilanz.
Kugelmeier: Ich glaubte bisher eigentlich, dass bei den Menschen Intelligenz recht verbreitet ist - und sei es bei manchen auch nur durch Mutation.


Einige Schüler haben mehrere Stunden versäumt und sind deshalb auch noch nicht im vollständigen Besitz der berüchtigten Sowi-Arbeitsblätter.
Kugelmeier: Ich hoffe, Sie haben sich die restlichen Zettel auch noch kopiert...
Frank: Ja klar, ich war gestern bei Kay, hab meinen Kopierer mitgenommen, und dann ging's ab - bis tief in die Nacht.


Unterrichtsthema: Politisches System.
Kugelmeier: Was bedeutet denn "Demokratie"?
Benedikt: Menschen - und später auch Frauen - dürfen frei wählen.


Aus einem Schüleraufsatz:
Die Soldaten lagen in ihren Schützengräben, hatten die Gewehre durchgeladen, starrten in den Nebel und warteten auf das Feindbild.


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Abiturjahrgang 1993


Schnieder Der Kurs ist mit der Lektüre des obligatorisch ausgeteilten Arbeitsblatts beschäftigt.
Marc (nach einiger Zeit): Ich bin fertig!
Schnieder (sinnend): Ach - sind wir nicht alle irgendwie fertig?


Thema: Internationale Beziehungen.
Schnieder: Was exportieren denn Entwicklungsländer?
Kerstin: Kaffee, Bananen, Drogen...


Zum selben Thema (Entwicklungsländer):
Frederik: Das Pro-Kopf-Einkommen muss kleiner als 335 Dollar sein, ... äh ... dann ist man dabei!


Zu Beginn jeder Sowi-Stunde:
Inga: Herr Schnieder, gehen wir in die Cafeteria?
Schnieder: Lust hätte ich schon, aber langsam müssen wir doch mal was tun.


Kursfete beim Sowi-Lehrer.
Schnieder: Tja, ihr trinkt ja wohl aus Pappbechern. Ich habe keine Lust, so viele Gläser zu spülen. - Im Übrigen habe ich auch gar keine!


Kleiner zeitgeschichtlicher Exkurs.
Kugelmeier: Die Besatzungsmächte, wer war denn das?
Hendrik: Jaa - die Briten, die Engländer und die Franzosen.


Leistungskursmitglied Claus entstammt, wie allgemein bekannt ist, dem Agrarsektor (Hoferbe im Frettertal).
Claus: Ich hatte keine Lust, das zu lesen!
Kugelmeier: Wieso, da kommt doch auch ein Bauer drin vor!
Claus: Ja eben, weil da nicht Landwirt stand!


Im Unterricht kommt die Wahrheit endlich ans Licht.
Kugelmeier: Eine typische Antwort des Lehrers ist: "Weiß ich doch nicht!"


Der Geschichtsunterricht, der dem Sowi-Lehrer eigenem Bekunden nach zuteil wurde, reichte nur bis ins Jahr 1943; dann war das Schuljahr zu Ende. Fürsorglich räumen die Schüler Unsicherheiten hinsichtlich des Ausgangs des 2. Weltkriegs aus:
Hendrik: Wir haben verloren!
Claus: Und der Hitler ist tot!


Der Kurs sucht Gründe für die rückläufige Bevölkerungsentwicklung.
Claus: Heute sind die Leute einfach zu bequem, Kinder zu kriegen!
Kugelmeier: Physisch?


Tanja ist die Älteste und Kleinste im Kurs, Michael der Jüngste und Längste.
Michael (zu Tanja): Werd' du erst mal 1 Meter 60!
Tanja: Werd' du erst mal 20 - und geschlechtsreif!


Thema: Soziale Normen.
Kugelmeier: Die Norm "Du sollst nicht töten" bezieht sich vor allem auf das physische Wohlbefinden.


Das gleiche Thema.
André: Die meisten Menschen bewegen sich auf den Beinen fort. Das ist eine Norm. Das hat sich halt so eingebürgert.


Thema: Medien als Sozialisationsinstanzen.
Kugelmeier: Dann gibt es da ja noch dieses Bravo-Sorgentelefon: "Telefonieren Sie mit Michael Jackson oder wenigstens mit seinem Affen!"


Elementares zur Familiensoziologie:
Claus: Der Vater ist vom Sohn weniger abhängig als der Sohn vom Vater. Also zum Beispiel: Wenn ich zwei Jahre alt bin und meine Eltern sterben, bin ich verloren. Aber wenn ich sterbe, sind meine Eltern trotzdem nicht ganz am Ende.
Kugelmeier: Nö, dann fangen sie bestimmt wieder von vorne an!


Familiensoziologie, zweiter Teil.
Verena: Die Nachkommen haben das gemacht, weil die Vorkommen das auch schon gemacht haben.


Doppelstunde. Halbzeit: Es gongt zur Fünfminutenpause.
Kugelmeier: Wenn Sie wissen wollen, wie es weiter geht - bleiben Sie dran! In fünf Minuten - an dieser Stelle!


Der Kurslehrer kommt total gestresst aus der Cafeteria.
Kugelmeier: Ist das eigentlich normal, dass einem die Kleinen da immer so durch die Beine wuseln und sich vordrängen? Einen von denen hab ich gefragt: "Meinst du, dass du so durchs Leben kommst?" - Antwort: "Klar, sehn Sie doch!"


Der Fachlehrer bei Bekanntgabe (und Begründung) der Noten.
Kugelmeier: Wenn die Doris schon eine Schweigerin ist, dann ist die Anette eigentlich gar nicht mehr da.


Aus der Abi-Zeitung:
Aufforderung an den Sowi-Lehrer (Kugelmeier): "Dichten Sie einen Vierodermehrzeiler, der Ihrer Meinung nach den Ihnen bekannten Teil der Jahrgangsstufe 13 treffend charakterisiert!" - Antwort:

Es dringt ein Dunst in trüben Streifen
Aus düsterem Toilettenschacht;
Der Lehrer steht und muss begreifen:
Hier bricht sich Bahn der Schüler Macht.
Den Raucherraum, den gibt's nicht mehr;
Nun rauchen alle sanitär!


Der Sowi-Lehrer putzt die Tafel, stutzt, schnuppert am Schwamm, verzieht das Gesicht und legt ihn dann mit spitzen Fingern weg.
Kugelmeier: Ich möchte bloß wissen, wer hier immer gewohnheitsmäßig in den Schwamm pinkelt...


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Abiturjahrgang 1994


Kirsten Schulte schwätzt im Sowi-Unterricht mit Matthias.
Kugelmeier (genervt): Man sollte Schultes in Fretter ärmer machen um eine Tochter!
Kirsten: Das ist aber unmenschlich!
Kugelmeier: Nee, das ist menschlich, mir gegenüber!


Der Fachlehrer vermisst zum wiederholten Mal einen Schüler.
Kugelmeier: Kommt der Ingo im Prinzip noch? Müssen wir ihm denn noch einen Platz freihalten oder wechselt der sich mit einem anderen ab?


Die Erdkundelehrerin wildert in fremden Gefilden...
Hütte: Karl May, äh, Karl Marx hat gesagt...


Schnieder Sowi-Unterricht. Christof geht auf die Toilette und kommt erst nach einer Stunde wieder.
Schnieder: Ach, bist du wieder Gast bei uns?
Christof: Tut mir Leid, ich hab dreimal abgezogen, aber er hat sich nicht bewegt.


Christof kommt in den Kursraum und sucht seine Tasche.
Mario: Nee, die ist nicht hier. Aber wenn ich sie finde, leg ich sie dir vor die Tür.
Christof: Wenn ich sie bei dir finde, leg ich dich um!


Oliver hat einen ausgebeulten, offensichtlich selbst gestrickten Pullover an.
Ilka: Oh, Olli, hat deine Oma dir einen schönen Pulli gestrickt!
Oliver: Nee, mein Opa. Der kann auch stricken; der hängt nämlich an der Nadel.


Intimitäten vor Unterrichtsbeginn.
Regina: Neulich hatte ich den Lockenstab so tief drin - ich bekam ihn gar nicht wieder raus!


Bestätigung schlimmster männlicher Vorurteile.
Anke: Regina, kommst du mit auf den Pott? Ich muss tierisch pissen...


Schule macht krank.
Regina: Oh, jetzt habe ich meine Kugel ausgeschultert!


Der Kurslehrer sammelt zwei Mark Kopiergeld ein.
Frank: Ich habe das Gefühl, hier muss man sich sein Abi erkaufen!


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Abiturjahrgang 1995


Exklusiv in der Abi-Zeitung: Die im Sowi-Unterricht erarbeiteten "10 Phasen der Abiturvorbereitung":

1. Phase: "Abiturrelevante Unterrichtsinhalte" hat der Lehrer gesagt... - "Abiturrelevant": was heißt das eigentlich?
2. Phase: Lernen? Na ja, damit werde ich anfangen, wenn ich das Halbjahreszeugnis habe. Dann weiß ich, wie's um mich steht.
3. Phase: Allmählich sollte ich den Plan, mich auf's Abitur vorzubereiten, mal ernsthaft ins Auge fassen.
4. Phase: Nächste Woche fange ich an!
5. Phase: Komisch, die anderen lernen schon alle...
6. Phase: Seltsam, die anderen lernen ganz andere Sachen als ich! Da hab ich gar nix dazu aufgeschrieben...
7. Phase: Eigentlich habe ich schon ganz schön viel wiederholt...
8. Phase: Um Himmels Willen, das ist ja viel mehr, als ich dachte!!!
9. Phase: Mein Gott, das schaffe ich nie!!! Ich erschieß mich!
10. Phase: Die können mich alle mal...


Der Fachlehrer blickt sorgenvoll auf einen übergroßen Kurs.
Rottstegge: Wie stellen Sie sich eigentlich den Unterrichtsablauf vor? So mit 34 Leuten ist das schon ein Problem!
Christof: Ganz einfach: 15 Leute gehen immer in die Stadt!


Unruhe im Kursraum.
Rottstegge: Feiert ihr dahinten eigentlich eure eigene Party?
Tanja: Vorne wird aber auch gefeiert!
Rottstegge: Es ist ja irgendwie überall Party hier. Aber es ist 'ne Scheiß-Party!


Die gleiche Situation im Nachbarkurs.
Kugelmeier: Der Thomas sollte jetzt mal aufhören, mit der Ute zu poussieren!
Thomas: Es macht aber sooo viel Spaß!
Kugelmeier: Ja, dann gehen Sie dazu halt solange in den Schrank!


Prähistorische Soziologie.
Andrea: In der Urgesellschaft konnte keiner aufsteigen, weil es die Möglichkeit nicht gab. Die konnten sich vielleicht ein besonders dickes Mammut schießen, aber das war's dann auch schon.


Nach der Stunde.
Katrin: Ooh, mir ist sooo heiß!
Petra: Dann zieh doch mal die dicke Weste aus!
Katrin: Geht nicht, die gehört zu meinem Outfit!


Thilo sitzt einem durch das Fenster fallenden Sonnenstrahl zugewandt entspannt und mit geschlossenen Augen da.
Sebastian: Was machst du denn da?
Thilo: Ich genieße die ersten Sonnenstrahlen!
Sebastian: Warum legst du dir dann nicht noch Teebeutel auf die Augen?!


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Abiturjahrgang 1996


Kugelmeier Thema: Erkenntnisse über die DDR-Führung nach der Wiedervereinigung.
Kugelmeier: Selbst Honecker hatte seine Porno-Filme! Ja - was will man mehr?


Der Fachlehrer zum Vergleich Kohl - Honecker:
Kugelmeier: Der eine isst Saumagen, der andere ist tot.


Birgitta referiert, Till passt nicht auf.
Kugelmeier: Till, es ist gerade von engstirnigem Denken die Rede; bitte zuhören!


Dem ganzen Kurs gefällt das Thema nicht.
Verena: Wieso, ist doch gut!
Till: Wenn du zur Abwechslung mal aufpassen würdest, fändest du es auch Scheiße!


Benedikt ist aus disziplinarischen Gründen vor die Tür gesetzt worden und muss dem Leistungskurs von dort aus seine Hausaufgaben referieren. Angesichts der dabei notwendigerweise aufzuwendenden Lautstärke sind sämtliche anderen Kurse auf dem Flur ganz Ohr.
Till (in der Pause zu Rottstegge): Und? Konnten Sie auch noch etwas lernen - Sie als Grundkurs-Lehrer?


Der Kurslehrer ärgert sich über die Anspruchshaltung der Schüler, den Lehrern sei alles zuzumuten, es sei ja schließlich ihr Beruf.
Kugelmeier: Ich trete meinem Butler auch immer ins Gesicht, wenn er mir die Schuhe zubindet, denn es ist doch mein gutes Recht: Er wird ja dafür bezahlt!


Lehrer und Schüler begegnen sich auf dem Flur.
Kugelmeier: Stefan, wann sind Sie denn heute in der Cafeteria?
Stefan: Heute gar nicht.
Kugelmeier: Gut, dann kann ich da ja jederzeit hingehen.


Thema: Deutsches Schulsystem. Ein Schüler kommt zu spät.
Kugelmeier: Kaum spricht man von der Sonderschule, schon kommt Dirk rein!


Der Fachlehrer zu den Gefahren atomarer Energiegewinnung.
Kugelmeier: Ein Kernkraftwerksunfall, und - schwupps! - ist mein Land leider für die nächsten 8000 Jahre unbewohnbar geworden!


Der Sowi-Unterricht lebt vom Einbeziehen von Tagesereignissen.
Kugelmeier: Heute ist Weltfrauentag.
Kurs: ...??
Daniel: Toll, da bekommen die Frauen den Staubsauger ans Bett gebracht.


Diskussion: Theodor W. Adornos Ansichten über den Konsumterror der Campingindustrie.
Kugelmeier: Zum Thema Camping kann ich nicht so viel sagen, obwohl ich sozusagen Jahre meines Lebens im Zelt verbracht habe.
Natalie (leise): ... wahrscheinlich im Bierzelt!


Natalie kommt dran und müht sich ab.
Till: Kann ich da was zu sagen?
Kugelmeier: Nein, lassen wir sie noch ein bisschen weiterraten!


Thema: Arbeitslosigkeit.
Alexander (das Selbstbewusstsein in höchster Vollendung): Ich persönlich weiß ganz genau, wie das ist, zu arbeiten.
Ein Blick von Gina (seiner Freundin) genügt, und der ganze Kurs geiert los.
Alexander: Okay, okay. - Ich kann's mir aber zumindest vorstellen!


Der Sowi-Lehrer stellt Martina eine Frage.
Kugelmeier (zu den anderen): Seien Sie mal ganz ruhig! Seit der Mittelstufe habe ich nichts mehr von der Martina gehört. Ich möchte wenigstens in diesem Halbjahr einmal ihre Stimme hören.
Alle warten.
Martina: Wie war die Frage?


Unterrichtsthema: Mittelalterliche Ständegesellschaft. Exkurs zur Stadtgeschichte Attendorns.
Kugelmeier: Warum haben sich denn im Mittelalter so viele Menschen in Attendorn angesiedelt?
Der Kurs überlegt. Dann eine Meldung.
Verena: Na, wegen der Biggetalsperre!
Der Kurs brüllt.
Kugelmeier: Inwiefern?
Verena: Wegen der Freizeitmöglichkeiten!
Der Kurs brüllt.
Kugelmeier: Sie meinen, so wegen der vielen Touristen: Attahöhle besuchen, Staudamm besichtigen und anschließend im Biggedampfer nach Olpe...?
Der Kurs brüllt.
Verena (unbeirrt): Ja!


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Abiturjahrgang 1997


Kugelmeier Dankbar greift der Kurs ein Thema auf, bei dem endlich mal jeder mitreden kann.
Sebastian: In den Talkshows haben sie ja nachmittags immer nur ein Thema, zum Beispiel: "Pinkeln im Stehen - die letzte Bastion der Männer."
Kugelmeier (setzt noch eins drauf): Oder: "Hilfe, ich krieg ein Kind und weiß nicht, ob von meinem Bruder oder von meinem Vater."


Damian müsste im Falle einer Verletzung statt Sport das Ersatzfach Sozialwissenschaften ins Abitur nehmen. Trotzdem hat er schon wieder kein Buch dabei.
Kugelmeier: Damian, sind Sie sicher, dass Sie kein Buch brauchen? Bedenken Sie, es ist sehr glatt draußen!


Georg betritt den Kursraum mal wieder deutlich als Letzter.
Kugelmeier: Wenn ich hier fürs Zuspätkommen jedesmal auspeitschen würde - für jede Minute einen Peitschenhieb oder so -, dann würde der Georg schon um Mitternacht zu Hause losrennen!


Im Sowi-Unterricht wird Unmögliches möglich gemacht.
Kugelmeier: Versetzen Sie sich mal einen Augenblick in das Jahr 1973 - aber jetzt nicht in Ihren vorembryonalen Zustand...


Der Fachlehrer entscheidet den Streit um das Öffnen oder Schließen der Fenster ein für allemal.
Kugelmeier: Es ist schon so mancher erfroren, aber noch niemand erstunken.


Nach einem Wochenende:
Kugelmeier: Steffen, ich habe mein Arbeitszimmer aufgeräumt. Sie kriegen noch eine Sonderaufgabe zurück. Aus dem 5. oder 6. Schuljahr.


Ökonomieunterricht.
Kugelmeier: Wer hat denn gestern Nachrichten gesehen? Da gab es eine interessante Meldung. Wer hat sich nämlich in den Statistiken in Europa an die Spitze geschoben?
Georg: DJBoBo!


Der Sowi-Lehrer hebt Papier vom Boden auf.
Anna-Maria: Herr Rottstegge, hier liegt auch noch was!


Männer unter sich.
Stefan: Männer mit vielen Kindern gelten als potent.
Rottstegge (stolz): Ich habe auch drei Söhne!
Marco: Zuchtbulle!


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Abiturjahrgang 1998


Dennis betrachtet den armseligen Wagenpark der Lehrkräfte. Plötzlich fährt die neue Sowi-Lehrerin (noch keine dreißig) im Mercedes vor.
Dennis (sinnend): Die muss noch einen Nebenverdienst haben.


Vor Unterrichtsbeginn erzählen sich die Schüler, dass die Neue jede freie Minute im Reitstall verbringe und außerdem einen Freund irgendwo in Süddeutschland habe. Katja schreibt gerade Hausaufgaben ab und hört nur halb zu. Trotzdem verkündet sie die Neuigkeiten in der nächsten Pause.
Katja: Frau Kaiser soll mit einem Pferd befreundet sein.


Unterrichtsthema: Soziale Rolle.
Kugelmeier (zu Sebastian): Sie befinden sich in einem Inter-Rollenkonflikt. Sie müssen die Sowi-Hausaufgaben machen und Ihre Freundin ruft an; sie sagt, dass sie mit Ihnen Schluss macht, wenn Sie nicht sofort kommen. Was machen Sie?
Kirstin (sinniert): Da hat die Freundin aber doch nichts von, wenn man(n) sofort kommt. Am Telefon, stell'n Sie sich mal vor!


Der Lehrer berichtet von Unterrichtserfahrungen in einer Schule im sozialen Brennpunkt.
Kugelmeier: Manche Schüler konnten mit 17 Jahren noch nicht selbstständig auf die Toilette gehen.
Kurs: Waaas?!
Sebastian (zu den Mädchen): Wieso, ihr geht doch auch immer zu zweit!


Miriam quält sich mit einem komplizierten soziologischen Text herum.
Miriam: Können die nicht mal kurze Sätze schreiben?!
Kugelmeier: So kurze Sätze, wie sie für Miriam sein müssten, gibt es gar nicht!


Thema: Sozialisation.
Kugelmeier (teilnahmsvoll zu Miriam): Wann haben Sie denn erfahren, dass es kein Christkind gibt?
Miriam: Das hat mir der Osterhase erzählt!


Fachlehrer und Referendarin machen gemeinsam die Schüler fertig.
Chantal (bei der Lektüre eines Arbeitsblatts): Was heißt denn "Unikum"?
Kugelmeier: Ein Unikum ist so etwas wie Miriam.
Kurs: ... ??
Schäfke: Also etwas Einzigartiges, was fast schon lächerlich wirkt.


Der Kurslehrer philosophiert über den (un)heimlichen Lehrplan (Bluffen, Schleimen, Tricksen, Mogeln).
Kugelmeier: Den Erfolg des Schleimens erkennt man am Grad des Dahingleitens der Lehrkörper über den Flur.


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Abiturjahrgang 1999


Unterrichtsthema: Sozialisation. Geschlechtsspezifische Rollenausprägungen im Jugendalter. Einübung in die Mutterrolle durch Tierpflege usw.
Kugelmeier: Wer von Ihnen ist denn früher leidenschaftlich geritten? Gibt es hier ehemalige Pferdenärrinnen?
Pause.
Anonym (weiblich): Ich reite immer noch leidenschaftlich!


Thema: Attische Demokratie.
Kugelmeier: Woraus besteht das "Nicht-Volk" im antiken Griechenland? Frauen, Sklaven und...?
Stille.
Kugelmeier (will eine Eselsbrücke bauen: Bart - Bartträger - Barbaren): Ja, gucken Sie mich an!
Ulf (sofort): Penner!


Thema: Statussymbole. Beispiel: der Schreibtisch des Schulleiters.
Kugelmeier: Wie ist der denn geformt?
Tanja: Wer?


Thema: Sozialstruktur. Exkurs: Bevölkerungspolitik; Frauenmangel in China.
Kugelmeier: In manchen Gegenden kommen schon acht Männer auf zwei Frauen!
Christiane (ungläubig): Acht Männer?? Ja, und dann...?
Kugelmeier: Tja, wenn Sie bis 38 noch nicht verheiratet sind, können Sie ja mit einem Hilfsflug da mal hinfliegen. Da stehen die auf jeden Fall bei Ihnen Schlange.


Thema: Schule als Sozialisationsinstanz.
Kugelmeier: Was lernen Sie denn im Religionsunterricht?
Michael: Ja, am Anfang lernt man ja noch, wer Gott ist und Jesus und seine Geschwister und so...


Kurssprecherwahl, natürlich schriftlich, um Unterrichtszeit zu schinden.
Kugelmeier (betrachtet bei der Auswertung angeekelt den Wahlzettelhaufen): Ich hätte vielleicht vorher besser gesagt, dass Sie die Stimmzettel nicht kauen sollen.


Thema: Sozialer Wandel. Ulrich Beck: "Risikogesellschaft". Die Schüler sollen eine Definition von der Tafel abschreiben.
Rottstegge: Das könnt ihr dem Herrn Beck zuschreiben. Mit dem hab ich ja so oder so schon ein Verhältnis...
Alex: Weiß Ihre Frau davon?
Rottstegge: Wir reden darüber. (Total verklemmt.)


Thema: Globalisierung.
Rottstegge: Wir sind heute von der Wirtschaft abhängig; denn was sind wir nicht?
Tobias: Bauern!


Thema: Sozialer Wandel.
Rottstegge: Was hat sich denn im Gegensatz zu früher verändert?
Jenny: Na ja, der Verkehr und so.
Rottstegge (überlegt irritiert): Welcher Verkehr denn jetzt?


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Abiturjahrgang 2000


Rottstegge Irgendwie ist die Diskussion im Sowi-Unterricht auf einen Film mit Robert Redford gekommen.
Rottstegge: Ich weiß gar nicht, was der hat, was ich nicht habe...
Kurs (spontan): Haare!


Quartalsende. Die Schülerinnen und Schüler wagen nach Quartalsnoten zu fragen.
Rottstegge: Noten? Ich hab nicht mal eine Namensliste!


Der Leistungskurslehrer philosophiert über rechtslastige Rockmusik.
Rottstegge: Da gibt es eine Gruppe, die heißt "Kahlkopf". Wenn ich so weitermache, kann ich da auch bald mitsingen.


Der Sowi-Lehrer sucht ein Fremdwort, das "wirtschaftlich" und "gesellschaftlich" zugleich ausdrückt.
Thilo: Sozioökonomisch!
Rottstegge: Boah, das klingt so geil, das schreib ich erst mal auf!


Der Fachlehrer animiert den Kurs dazu, in einem soziologischen Text eine schiefe Argumentation zu erkennen.
Rottstegge: So, wo beißt sich jetzt die Katze in den Sack?!


Ritual zu Beginn jeder Stunde: das Einsammeln der Fehlstunden-Entschuldigungszettel.
Rottstegge (betrachtet unwirsch ein Formular, auf dem als Entschuldigungsgrund lediglich "Krankheit" vermerkt ist): Was hattest du denn, Michael?
Michael (unsicher): Mir war nicht gut, schlecht und so, richtig übel, unangenehm, so ein unangenehmes Drücken; (zaghaft:) Sie glauben's nur schon wieder nicht, oder?


Das Thema des Sowi-Unterrichts (Ehe als Institution) animiert zu niveauvollen Pausengesprächen.
Jan: Also, die Britney Spears, die find ich aber mal keinen Meter hübsch. Die sieht doch aus wie 12!
Michael: Das ist doch grade das Geile!


Rottstegge (in einem Anfall von Arbeitswut): Pause machen wir heute nicht, haben wir schon oft genug gemacht!


Exkurs: Vorsilben.
Rottstegge: Es gibt uni, bi und multi. Zum Beispiel Multivitaminsaft, wo viele Früchte ihr Bestes geben, um das Kind glücklich zu machen.
Jan: Gibt es auch einen Univitaminsaft?
Rottstegge: Ja, Viagra!


Der Sowi-Lehrer unterbricht eine Frauendiskussionsrunde.
Rottstegge: Sarah, ich glaube, es gibt hier im Sowi-Unterricht interessantere Fragestellungen als die, ob Ihr Sportlehrer im Sitzen uriniert!


Rottstegge Kurz vor dem Pausengong schleppt sich der Unterricht dahin.
Rottstegge (sinniert): Also, ein bisschen bekümmert mich das ja. Ich hab auch schon mit meiner Frau darüber gesprochen, dass mir in den letzten 10 bis 15 Minuten immer die Luft ausgeht...


Im Sowi-Leistungskurs tun sich Abgründe anatomischer Unkenntnis auf.
Rottstegge: Was ist das noch gleich für ein Knochen da unten, der nicht notwendig ist?
Kurs: ...??
Jan: ... Penis?


Jan (zu Rottstegge): Jeder hat das Recht auf ein ordentliches Ableben nach der Pensionierung.


Sowi-Grundkurs. Sabrina kommt zu spät.
Degener: Oh, Sabrina, schon da?
Sabrina: Ach, deswegen stand ich allein auf'm Schulhof: Es war gar nicht große Pause!


Zwei Wochen nach Quartalsende.
Melanie: Sagen Sie mal, kriegen wir heute unsere Quartalsnoten?
Degener: Die habe ich Ihnen aber doch schon längst gesagt!
Lea (zu Melanie): Na, du könntest zur Abwechslung ja auch mal in die Schule kommen...


Die Lehrerin redet und kritzelt gleichzeitig an der Tafel herum.
Degener: Jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich gefragt habe. (Mit Blick auf eine Schülerin, die sich meldet:) Aber, Marietta, vielleicht wissen Sie das ja?


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Abiturjahrgang 2001


Der Fachlehrer müht sich mehr schlecht als recht mit dem Kurs ab.
Kugelmeier: Das ist ja hier Betoneutermelken!


Diskussion: Privilegien von Oberstufenschülern.
Thorsten: Wir 13er werden von den Kleinen gar nicht mehr angesprochen.
Kugelmeier: Aber wahrscheinlich nicht aus Respekt, sondern vor Ekel.


Der Sowi-Lehrer liest den Entschuldigungszettel einer Schülerin und moniert die Rechtschreibung.
Kugelmeier: "Erkaltung"? Schreiben Sie beim nächsten Mal doch lieber gleich "Frigidität"!


Thema: Vorurteile.
Heiko: Es gibt solche Türken und auch solche Türken.
Kugelmeier: Warum sehen Sie denn immer nur die Solchen?
Heiko: Weil: Es gibt ja eben die Solchen und auch die Solchen!


Degener Sozialwissenschaften-Unterricht als Ort der Versenkung.
Degener: André, Sie wirken so abwesend...
André: Ich überlege nur gerade, ob ich meinen Joghurt jetzt esse oder gleich.


Der Sowi-Kurs vor wichtigen Entscheidungen: "Eine Sturmflut bedroht das Festland. Retten Sie Ihre Familie oder ein Krankenhaus mit 200 Patienten?"
Degener: André, was machen Sie?
André: Ich trinke mir erst mal ein Schnäpschen.


Ein Exkurs zur Familiensoziologie.
Degener: André, wie viele Kinder hat Ihre Mutter denn eigentlich?
André: Keine Ahnung; ich kenne nur zwei.
Degener: Sind Sie der Jüngste?
André: Mmh, ja.
Degener: Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass sie nach Ihnen aufgehört hat.


Eine Seltenheit: Sowi-Unterricht im Freien. Doch stört ein Hubschrauber die Idylle.
Degener: Da kommt schon wieder so eine mutierte Hummel! Ich schieß die gleich ab!


Rückblende.
Degener: Lutz, erklären Sie mal, was 1982 mit Helmut Schmidt war!
Svenja (unterbricht): Cool, da war ich schon eins!


Thema: Landtagswahl.
Degener: Wer geht denn mal ins Rathaus und besorgt bis Donnerstag einen Wahlzettel?
Klaus-Peter (mit Gipsbein): Soll ich eben gehen? Dann bin ich auch bis Donnerstag wieder hier.


Sebastian pustet eine Feder umher.
Degener: Mein Gott, müssen Ihre Eltern froh sein, wenn Sie in der Schule sind!


Dominik kommt 25 Minuten zu spät.
Dominik: Ich habe mehr oder weniger verschlafen. Eher weniger; aber dafür ist meine Entschuldigung auch weniger kompliziert.


Thema: US-Wahlkampf.
Degener: Auf wen tippen Sie denn bei den Wahlen in Amerika?
Philip: Gore! Bush war schon mal!


Thema: Politisches System.
Degener: Es gibt auf Bundesebene nur einen Entscheid, der in Direktwahl entschieden wird. Welchen?
Caterina: "Big Brother"!


Die Lehrerin vergleicht Waffen mit Alkohol.
Christian: Wieso ist das was ganz Verschiedenes? Man kann sich doch mit beidem abschießen!


Thema: Schulsystem.
Degener: Warum lässt Vater Staat Sie denn 13 Jahre zur Schule gehen? Ich meine, 10 Jahre wären doch viel billiger!
Dominic: Weil ich unser Land zu Ruhm und Reichtum führen werde!
Degener: Sie?? Was wollen Sie denn werden?
Dominic: Lehrer!


Das obligatorische Arbeitsblatt.
Degener: Der Text heißt: "Europa wird geentert". Was stellen Sie sich darunter vor?
Dominic (schreit): Die Russen kommen!
Christian: Ist das die Sache mit den Dönerbuden?


Selbst die Sozialwissenschaften bewahren nicht vor existenziellen Krisen: Die Lehrerin geht herum, guckt Hausaufgaben nach und kommt dabei auch zu Philip.
Philip (schreit getroffen auf): Ich habe es nicht, ich kann es nicht - und ich will es auch nicht können!


Thema: Das Rentensystem der Schweiz.
Caterina: Die machen auch bessere Schokolade als wir!


Die Lehrerin ertappt einen Schüler bei fachfremden Tätigkeiten.
Degener: Christian, was machen Sie da eigentlich? Zeigen Sie mal!
Christian (packt seinen Taschenrechner weg): Eine wissenschaftliche Studie - das ist nichts für Frauen.
Degener: Das müssen Sie mir aber jetzt mal erklären!
Christian: Ja, es hat nichts mit Kochen zu tun.


Gedächtnislücken.
Degener: Philip, stellen Sie sich mal vor, Sie hätten vor zweihundert Jahren geheiratet. Scheidung gab's damals nicht. Also, was wäre vor zweihundert Jahren anders gewesen?
Philip: Mann, ich weiß nicht mal mehr, was gestern war!


Nach dem Unterricht: philosophische Betrachtungen über Hausaufgaben.
Christian: Wichtig ist, dass man überhaupt etwas im Heft stehen hat. Das reicht. Nicht so wie die Mädels; die gucken sogar nach, ob ihre Hausaufgaben richtig sind. Die tun viel zu viel. Dabei verdienen die später sowieso weniger als wir!


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Abiturjahrgang 2002


Kugelmeier Diskussion über Alvin Tofflers Vision einer Gesellschaft von Freizeitspezialisten.
Sandra: Ich versteh das nicht. "Spiele mit der Sexualität": Was meint er denn damit? Das ist ja total unkonkret.
Benjamin (aus der Tiefe des Raums): Es geht um wilde Peitschenspielchen.
Marius: Da spricht der Experte.
Sandra (verträumt): Vielleicht meint er ja Schwule oder so...
Laura (meldet sich): Ich möchte dazu Stellung nehmen.
Kugelmeier: "Stellung" dürfte hier wohl nicht ganz der passende Ausdruck sein...


Sowi-Unterricht. Um 9.07 Uhr piepst die Armbanduhr eines Schülers.
Kugelmeier: Sieben Minuten zu spät! Die "Teletubbies" beginnen bereits um 9 Uhr!


Thema: Ökologie.
Kugelmeier: Wodurch kam man denn in den 60er Jahren auf die Idee, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind?
Benjamin: Durch die Ölkrise in den 70ern.


Thema: Bevölkerungspolitik. In China darf jedes Ehepaar nur ein Kind bekommen.
Kugelmeier: Theoretisch kann ich ja so oft schwanger werden, wie ich will, darf aber nur ein Kind bekommen.
Sandra: ...?
Kugelmeier: Also, nicht ich werde schwanger, sondern Sie!


In China werden viele neugeborene Mädchen heimlich getötet, weil die Eltern lieber einen Jungen haben möchten.
Kugelmeier: Wenn es in China dann irgendwann fast nur noch Männer gibt, was machen die denn dann?
Melanie (zögernd): Die werden entweder schwul - oder keusch.
Katharina Keusch: Na, toll!


Exkurs: Bayrisch im Sowi-Unterricht.
Rätsel: Amamaladaamalhamaadaham.
Lösung: Ein Marmeladeneimerchen (= -eimerl) haben wir auch daheim.


Der Fachlehrer zeichnet eine Tabelle an die Tafel.
Kugelmeier: Was ist das?
Kristina: Spalten!
Kugelmeier: Was für Spalten?
Kristina: Sechs Spalten!
Kugelmeier: Sex-Spalten?


Simulation einer mündlichen Abiturprüfung. Nicole hat in atemberaubendem Tempo vorgetragen.
Kugelmeier: Aus dem Text war ja auch viel herauszuholen. Das ist ja immer so: Wenn viel Druck dahinter ist, dann kommt die Flüssigkeit ganz schnell 'raus.


Sebastian liest seine Hausaufgaben vor und schüttet sich plötzlich aus vor Lachen.
Sebastian (mühsam prustend): Kann mal jemand anders vorlesen? Ich muss gerade an was Komisches denken.
Kugelmeier: Hoffentlich passiert Ihnen das im Abitur nicht.


Unterricht mit System.
Kugelmeier: Wir lesen die Hausaufgaben dann immer abwechselnd vor: Männlein - Weiblein - Männlein - Weiblein...
Reihenfolge: Carolin - Benjamin - Frederike - Sebastian - Anne - Julia...
Julia: Ach, dann bin ich Männlein?
Kugelmeier: Na ja, jeder, wie er kann.


Laura niest.
Pause.
Laura: Gesundheit! - Danke! ... Alles muss man hier selber machen!


Gruppenarbeit: Kristina, Julia und Sandra. Julia braucht noch einen Stuhl.
Julia: Darf ich den Lehrerstuhl nehmen?
Kugelmeier: Nein!
Kristina (lacht schadenfroh): Oh, die Julia muss stehen!
Kugelmeier (mit Blick auf Kristina): Da kommt das Asoziale durch. Na, da haben sich ja drei gefunden...


Thema: Samuel Huntington: "Der Kampf der Kulturen".
Kugelmeier: Bei manchen Kulturen ist es vielleicht nicht so schlimm, dass sie nicht mehr existieren. Früher wurde ja zum Beispiel noch dem Baal geopfert.
Sandra: Dem Wal??


Exkurs: Läuse in der 5. Klasse. Mögliche Übertragung auf andere Schüler. Die Kursteilnehmerinnen malen sich die Konsequenzen für ihre Haarpracht aus. Das Gespenst kahlgeschorener Köpfe steht im Raum. Laura empfiehlt einen bestimmten Friseursalon, kommt aber nicht auf den Namen.
Kugelmeier: Friseurinnen heißen immer Sandra oder Nicole oder so.
Sandra: Danke!
Kugelmeier: Ich muss da was kompensieren. Das lasse ich an Ihnen aus. Sie als starke Frau vertragen das; (schaut besorgt auf ihre Haare:) wenn auch als etwas verlauste starke Frau.


Thema: Globalisierung; Ohnmacht der Politik.
Kugelmeier: Was passiert, wenn die ganze Welt nicht mehr regierbar ist?
Michael: Anarchie, das ist cool.
Sebastian: Dann brauchen Sie sich keine Sorgen mehr um Ihr Haus zu machen. Dann wird das nämlich ausgeraubt - geplündert und niedergerissen.


Der Sowi-Lehrer will auf den eigenartigen Umstand hinweisen, dass früher in den USA Lehrerinnen, sobald sie heirateten, ihren Beruf nicht mehr ausüben durften.
Kugelmeier: Und wen hat der strahlende Held im Western am Schluss dann immer geheiratet? Welches war ein typischer Beruf für unverheiratete Frauen?
Marius: Prostituierte im Saloon.


Der Sowi-Lehrer erkundigt sich nach einer ehemaligen Schülerin.
Kugelmeier: Marius, was macht eigentlich jetzt Ihre Schwester?
Marius: Die studiert in Köln Sozialpädagogik. Zur Zeit macht sie ein Praktikum. Da hat sie so mit Obdachlosen und schwer Erziehbaren zu tun, sozialen Außenseitern halt.
Sebastian (mischt sich ein): Ha, Sozialpädagogen! Da hab ich letzte Woche noch was in der Zeitung dazu gelesen. Von denen gibt's viel zu viele! Die werden später alle arbeitslos!
Kugelmeier (überlegend mit Blick auf Marius): Na ja, ein Pflegefall bleibt ihr ja zumindest in der Familie!


Letzte Stunde vor der Klausur. Sandra sitzt als Häufchen Elend in der ersten Reihe; sie ist erkennbar krank.
Sandra: Herr Kugelmeier, ich bin extra wegen Ihnen gekommen!
Julia (kommentiert): Na, das haben Sie auch noch nie gehört, oder?
Kugelmeier: Doch, aber ich kann ja nicht immer gleich heiraten.


Vorabiturklausur. Die Aufgabenzettel werden durch die Reihen gegeben. Bei Benjamin Papierstau: Er schüttet sich erst mal gemütlich einen Kaffee ein und entzündet sogar ein Teelicht.
Julia (genervt): Mensch, Benjamin, gib endlich die Blätter weiter!
Benjamin (die Ruhe selbst): Mach hier nicht den Blues!


Vorabiturklausur.
Kugelmeier (nach anderthalb Stunden Aufsicht): Ich hoffe, Sie sind inzwischen alle mit Teilaufgabe 1 fertig und wenden sich allmählich den anderen beiden Aufgaben zu...
Kurs (protestiert): Waaas?! Jetzt schon? Viel zu wenig Zeit! Ich schreib mir ja einen Wolf! Geht nicht! (usw.)
Kugelmeier: Na gut, dann schreiben Sie halt so, wie Sie wollen... (und nach einer Pause, leiser:) Und ich geb dann nachher die Noten so, wie ich will...


Vorabiturklausur im Leistungskurs Sozialwissenschaften. Plötzlich kommt der Schulleiter herein; er hat selbst eine Tochter im Abitur (die schreibt ihre Sowi-Klausur allerdings erst eine Woche später).
Wiedemeier: Ich wollte nur mal so schauen, ob alles in Ordnung ist...
Er wirft einen interessierten Blick auf die Aufgabenblätter.
Wiedemeier: Aha, Fritz Vorholz, Ökologie. Und Vance Packard: "Schöne neue Welt". Hat das was mit Aldous Huxley zu tun?
Kugelmeier (neckisch): Ja. Aber Ihre Tochter kriegt andere Themen!


Vorabiturklausur. Inga kommt mit dem Text nicht klar, stößt Verwünschungen aus, rutscht auf dem Stuhl hin und her. Der Aufsicht führende Lehrer beobachtet sie interessiert, wie man ein seltenes Insekt betrachtet.
Kugelmeier: Inga, was ist denn los?
Inga: Ach, ich kapier das hier alles nicht. Mir fällt ein Wort nicht ein...
Sie rutscht erneut hin und her und stöhnt. Der Lehrer schaut weiter aufmerksam zu. Nach einer Weile:
Kugelmeier (bedächtig): Inga, es kann halt nicht jeder Abitur machen!


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Abiturjahrgang 2003


Aus einer Klausur zum Thema "Soziale Ungleichheit":
Sicherlich kann man Arbeiter mit wenig Gehalt und Arbeiter mit hohem Gehalt trennen und in Schubladen stecken, doch ist es diskriminierend.


Wesbuer Psychogramm eines Lehrers.
Wesbuer: Ich habe meinen Xylophon-Unterricht auf Grund chronischer Unlust abgebrochen.
Jörg: Sie haben aber auch alles abgebrochen!
Wesbuer: Da ist was dran! Immer, wenn es anstrengend wurde!


Die Rede ist von Dieter Bohlens Buch "Nichts als die Wahrheit".
Wesbuer: Ach, Dieter Bohlen ist doch kein Autor! Ein Kind, das ein Bild malt, ist doch auch kein Künstler.
Rita (leise): Nur weil Herr Wesbuer uns unterrichtet, ist er auch noch lange kein Sowi-Lehrer!


Sowi-Unterricht, elf Uhr vormittags. Plötzlich kommt Hanna herein.
Hanna: 'tschuldigung, ich hab verschlafen!


Begründung auf Olivers Entschuldigungszettel für sein Fehlen: Akute Unterernährung.


Der Fachlehrer regt sich über das Leistungsniveau des Kurses und die Fehlstunden auf. Wie gewohnt überträgt sich diese Aufregung auf die Schülerinnen und Schüler; auch sie reagieren gereizt.
Wesbuer: Bei dieser latenten Stimmung hier müsste ich ja eine kugelsichere Weste tragen!
Hanna: Ein Kopfschuss hilft immer...


Erneut beschäftigen den Sowi-Lehrer die zahlreichen Fehlstunden der Kursmitglieder.
Wesbuer: Boah, wie sind Sie überhaupt lebensfähig?


Thema: Irak-Krieg.
Wesbuer: Der soziale Beistand der NATO-Partner kann meinetwegen auch nur aus Decken und 'ner Gulaschkanone bestehen!


Der Sowi-Lehrer stößt auf massives Unverständnis.
Wesbuer: Wir haben den Club of Rome aber schon durchgenommen!
Christian: Also, entweder war ich da nicht da oder ich habe mich gerade unterhalten...


Auf der Suche nach dem verlorenen Wort.
Anne: Es könnte sein, dass die Bildung an Blabla gewinnt. Scheiße, mir fällt das Wort nicht ein!
Wesbuer (hilfsbereit): Vielleicht "Bedeutung"?


Thema: Zitate.
Wesbuer: Im Gegentum!
Christian: Ha, das haben Sie bei Herrn Schulte geklaut!
Wesbuer: Nee, das ist von Heinz Erhardt geklaut!
Anne (traurig): Warum klauen die denn alle?


Der Sowi-Lehrer schöpft tief aus seinem fachlichen Repertoire.
Wesbuer: Kennen Sie den Bananen-Kompass? Einfach eine Banane auf 'ne Mauer legen, und wo abgebissen ist, ist Osten.


Thema: Friedenssicherung.
Wesbuer: Hier hab ich noch einen aktuellen Huntington-Text.
Meike: Boah, wann stirbt der denn endlich?!


Noch einmal: der Irak-Krieg. Diskussion über die Rolle Amerikas.
Wesbuer: Okay, wir boykottieren die USA: keine Cola, kein MacDoof, keine PCs, kein Kino...
Jens: Hauptsache, unser Bier bleibt uns noch.


Und später:
Wesbuer: Lassen Sie uns doch mal überlegen, was die USA zusammenhält. Was zeichnet sie aus?
Janos: Keine Kultur!


Christoph trägt seinen BVB-Schal.
Wesbuer: Nimm den Schal aus den Ohren!
Ilka: Ach, deswegen ist der so gelb!


Standardthema "Soziale Normen".
Wesbuer: Es ist ja letztlich egal, ob wir jetzt Menschen oder das Hausschwein essen...
Yvonne (grunzt): Ja, stimmt! So viel Unterschied ist da meist nicht!


Eine Lernerfolgskontrolle steht an. Der Lehrer gibt Tipps.
Wesbuer: Es kann sein, dass in der Klausur eine Karikatur drankommt.
Meike: Oh nein! Ich kann doch gar nicht malen!


Nach der Sowi-Stunde.
Britta: So, auf nach Hause!
Jens: Okay, zu dir oder zu mir?


ABI-Kurs Der Kurslehrer hat am Vortag eine politische Fernsehdiskussion aufgezeichnet und spielt das Video nun ab. Im Verlauf der Diskussion wird eine Telefonnummer eingeblendet, unter der man den Gesprächsteilnehmern Fragen stellen kann.
Kugelmeier (zum Kurs): Rufen Sie jetzt bitte nicht an! Es ist eine Wiederholung.


Während einer Klausur grummelt und gluckert es heftig in Florian. Die übrigen Schülerinnen und Schüler reagieren genervt.
Katja: Mensch, Florian, lass dir irgendwas zu essen geben, damit endlich Ruhe ist!
Kugelmeier: Vielleicht ist es ja nicht sein Magen, sondern sein Kopf...


Der Leistungskurs nervt den Lehrer mit der ständigen Frage, wann denn nun endlich die Klausuren zurückgegeben werden.
Anne: Das kann doch nicht so schwer sein, die paar Arbeiten durchzusehen!
Kugelmeier (sarkastisch): Nein, natürlich nicht. Sie wissen ja, wie wir Lehrer das machen: Wir greifen uns den Klausurstapel so, wie er ist, und dann schreiben wir unbesehen die Noten unter die Arbeiten. Die ersten vier kriegen eine Eins, die nächsten vier eine Zwei, dann die nächsten eine Drei und immer so weiter...
Manuel: Welche Note steht denn bei mir?
Kugelmeier: So weit bin ich noch nicht. Ihre Arbeit liegt im Stapel ganz unten.


Eine Schülerin berichtet über das bemitleidenswerte Schicksal einer ehemaligen Sowi-Kollegin.
Anne: Neulich hab ich die Frau Kaiser wiedergesehen! Im Fernsehen! Die hat bei "Geh auf's Ganze" mitgemacht! Die haben sie gefragt, ob Hamburg unter Meeresspiegelniveau oder darüber liegt. Na ja, als Südlicht hat sie es natürlich verpatzt und ist gleich in der ersten Runde 'rausgeflogen.


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Abiturjahrgang 2004


Manuel sucht händeringend nach einer Mitschülerin und trifft dabei auf dem Flur zufällig den Sowi-Fachlehrer.
Manuel: Ist die Helena vielleicht bei Ihnen im Kurs?
Kugelmeier: Physisch: ja. Mental: nein.


Eine Schülerin, die namentlich nicht genannt sein möchte, stellt im Sozialwissenschaften-Unterricht ihre fundierten Bibelkenntnisse unter Beweis:
N. N.: Jesus? Das war doch der, der ans Kreuz geschlagen wurde. Und dann, unsicher: Wurde er doch, oder?


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Abiturjahrgang 2005


Hier fehlen uns leider noch die Worte!


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Quellen:

Die Sprüche entstammen privaten Aufzeichnungen aus der Schüler- und der Lehrerschaft des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn. Vorwiegend enthält die Sammlung teils wörtliche, teils sinngemäße (d. h. stilistisch bearbeitete) Übernahmen aus folgenden Publikationen:

Neues aus Schlummerland (Abiturzeitung 1988)
Erwachet! (Abiturzeitung 1989)
Burgblick - My school is my castle (Abiturzeitung 1990)
... und tschüß (Abiturzeitung 1991)
Peter Knopf und die Wilde 13 (Abiturzeitung 1991 des Rivius-Gymnasiums)
Jetzt ist Sense! (Abiturzeitung 1992)
Ewig Ursulinen! (Abiturzeitung 1993)
13 Jahre für ein Halleluja (Abiturzeitung 1994)
Schluss mit dem Zirkus! (Abiturzeitung 1995)
Auszug aus Egyptien (Abiturzeitung 1996)
The Independent (Abiturzeitung 1997)
Titanic - Abit(o)ur zum Ballermann (Abiturzeitung 1998)
Die Welt der Ursulinen (Abiturzeitung 1999)
double00 - Deutschlands beste Abizeitung (Abiturzeitung 2000)
Karneval im Urselstall (Abiturzeitung 2001)
Abios Amigos (Abiturzeitung 2002)
I wannABI a Hippie (Abiturzeitung 2003)
[Rolling Saint (Abiturzeitung 2004, keine Übernahmen)]


©  für die Bearbeitung und Zusammenstellung:  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2001-2010