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Interview

Marion Gierden-Jülich   Marion Gierden-Jülich,
Jahrgang 1951,
Staatssekretärin im NRW-Familienministerium (CDU)

Persönlichkeitsmerkmale

Frau Staatssekretärin, welche Eigenschaften sollte jemand haben, der in der Politik erfolgreich sein will?

Er muss ordentlich Energie mitbringen, muss durchhalten, muss - aus meiner Sicht - wissen, was er will, muss etwas bewegen wollen und muss auch wissen, dass er viel Zeit dafür braucht. Und schließlich müsste er - oder sie - gut mit Menschen umgehen können und gerne unter Menschen sein. Im Übrigen fände ich es am besten, wenn damit auch eine Vision verbunden wäre - dass man eine bestimmte Gesellschaft möchte und sich dann dafür an einer Stelle mit einsetzt.

Darf ich Ihnen einige Eigenschaften nennen - und Sie sagen mir dann, ob man sie braucht?

Ja.

Zielgerichtetheit?

Ja, die braucht man.

Idealismus?

 

Aber sicher.

Altruismus?

Es wäre schön, wenn den alle hätten.

Populismus?

Manchmal ist er nicht schlecht; doch ist er überwiegend nicht gewünscht.

Kompromissbereitschaft?

Ja, die ist ganz wichtig.

Taktisches Geschick?

Das ist auch wichtig.

Wille zur Macht?

Ja.

Charisma?

Damit werden Sie erfolgreich!

Skrupellosigkeit?

Haben einige, sollten sie aber nicht haben.

Gutes Aussehen?

Ist nicht schädlich.

Medienwirksamkeit?

Ist auch gut, ja.

Unverwechselbarkeit?

Die wäre natürlich schon ideal.

Welchen Fehler sollte ein Politiker auf keinen Fall machen?

Aus meiner Sicht sollte er nicht lügen, weil: Lügen haben kurze Beine. Irgendwann kommt es doch heraus. Es ist das Wichtigste, dass man die Menschen nicht belügt.

Welche Fehler haben Sie bereits gemacht?

Manchmal habe ich geglaubt, dass ich das, was ich wollte, auch wirklich eins zu eins durchsetzen könnte. Da war ich noch ein bisschen jünger. Das war sicherlich ein Fehler; man muss immer Kompromisse machen, man muss immer zusehen, dass man die Menschen mitnimmt, also auch überzeugt - und nicht einfach sagt: Das will ich jetzt und das müssen wir jetzt so machen!

Visionen

Sie sind ja vorhin schon auf Visionen zu sprechen gekommen. Brauchen Politiker immer Visionen?

Es wäre ganz gut, wenn sie alle welche hätten, ja.

Frisst der politische Alltag diese Visionen auf?

Ich hoffe, nicht ganz. Ein bisschen geht sicherlich verloren.

Angenommen, es gäbe die berühmte Fee und Sie hätten einen (aber nur einen!) politischen Wunsch frei. Welches Ziel würden Sie sofort verwirklichen?

Ich würde mir wünschen - oder das Ziel verwirklichen -, dass die Demokratie, die wir jetzt seit sechzig Jahren hier in diesem Land haben, auch in Zukunft immer Bestand hätte.

Das Interview wurde am 27.10.2006 am Rande des "Jugendforums NRW" in Köln geführt. Die Fragen stellte Kerstin Rüenauver.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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