Zurück Übersicht Seitenende Weiter

Zur Übersicht   Zur Übersicht

Medienreaktionen

Westfalenpost vom 19.3.2005

Die Einheitsschule ist in NRW derzeit kein Thema

Schulministerin Schäfer weist im Gespräch mit Attendorner Schülern Vorwürfe zurück

Attendorn. Zwei Wochen ist es her, dass sie die Bundestagsabgeordneten Hartmut Schauerte (CDU) und Willi Brase (SPD) in ihrer Schule zu Gast hatten (die WP berichtete), jetzt gingen Schüler einer Projektgruppe des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums selbst auf Reisen. Zum Thema "Traumjob Politiker" interviewten sie in Düsseldorf den Generalsekretär der NRW-CDU, Jochen Reck, und anschließend im Landtag Schulministerin Ute Schäfer (SPD).

Dass beide Politiker unmittelbar miteinander zu tun haben, wurde den Jugendlichen beim Besuch der CDU-Zentrale in der Düsseldorfer Wasserstraße schnell klar: Überall hingen dort die (noch unveröffentlichten) Plakate für den NRW-Landtagswahlkampf. Ein Schwerpunktthema wird die Bildungspolitik sein. "5 Millionen Stunden Unterrichtsausfall: Und Rot-Grün baut Lehrerstellen ab! Rettet unsere Schulen - jetzt!" lautet ein Slogan.

  Schäfer Reck
In Düsseldorf befragten die Attendorner Schüler NRW-Schulministerin Schäfer und CDU-Generalsekretär Reck.
 
Auf einem anderen Poster wird die Schulministerin auf wenig schmeichelhafte Art mit dem vom grünen Koalitionspartner favorisierten eingliedrigen Schulsystem in Verbindung gebracht: "Niemand hat die Absicht, eine Einheitsschule einzuführen", soll sie gesagt haben - und rückt damit unfreiwillig in die Nähe des berüchtigten Ulbricht-Zitats von 1961, niemand in der DDR-Führung habe die Absicht, eine Mauer zu errichten.

Auf kritische Nachfragen zu der Plakatierung gab sich der CDU-Generalsekretär gelassen. Wahlkämpfe lebten von Zuspitzungen. Solange die Slogans nicht grob verfälschend seien, hätten die Parteien ein Recht darauf, den Wählern gegenüber ihre Positionen klar herauszuarbeiten.

Das sieht die Schulministerin naturgemäß etwas anders. Die Einheitsschule sei, auch wenn sie momentan in Schleswig-Holstein zur Diskussion stehe, für sie tatsächlich kein Thema, stellte sie gegenüber den Schülern klar. Es gebe in NRW derzeit Wichtigeres als an der Mehrgliedrigkeit zu rütteln: "Über eine Schulstrukturdebatte bekommt man noch keine Qualitätsverbesserung im Bildungssystem."

Unterschiede in den Auffassungen zeigten sich auch zum Thema Studiengebühren. Während CDU-General Reck für moderate Gebühren auf Darlehensbasis plädierte, sprach sich SPD-Ministerin Schäfer klar gegen solche Zahlungen aus. Ein Studium auf Pump schrecke vor allem die Ärmeren ab.

Nachdrücklich verteidigte Ute Schäfer ihren jüngsten Beschluss, im Halbjahreszeugnis der 3. Klasse die Noten abzuschaffen. Dem Vorwurf, den Eltern fehle es damit an einer frühzeitigen "greifbaren" Bewertung der schulischen Leistungen, begegnete sie mit dem Hinweis auf die nach wie vor benoteten Klassenarbeiten, an denen sich die Eltern sehr wohl orientieren könnten.

Allerdings gab die Ministerin zu, dass der Zeitpunkt ihres Beschlusses schlecht gewählt gewesen sei; denn nun versuche die Opposition im Wahlkampf Kapital daraus zu schlagen. Die SPD-Politikerin: "Das war ein Fehler."

Neben allen Differenzen hatten Ute Schäfer und Jochen Reck allerdings zumindest eine Gemeinsamkeit. Auf die Frage, welches politische Ziel sie am liebsten sofort umsetzen würden, antworteten beide, dass ihnen der Abbau der Arbeitslosigkeit und die Schaffung neuer Arbeitsplätze besondere Anliegen seien. Dies hatten auch schon die zuvor in Attendorn interviewten Politiker angemerkt.

Nach den Osterferien setzt das St.-Ursula-Team unter Leitung der Lehrer Eva Jansen und Frank Kugelmeier die Befragungen fort. Neben weiteren Vertretern von SPD und CDU kommen dann auch die der Grünen und der FDP zu Wort.

Westfalenpost, Nr.66 (19.3.2005), S.POEA2


Westfälische Rundschau vom 30.3.2005

Projektgruppe des Ursula-Gymnasiums sprach mit Politikern in Düsseldorf

Gespräch mit CDU-Generalsekretär Jochen Reck und Schulministerin Ute Schäfer

Der Artikel entspricht - wie auch der oben abgedruckte aus der Westfalenpost - im Wesentlichen der Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums, wurde jedoch an einigen Stellen gekürzt.
Westfälische Rundschau, Nr. 73 (30.3.2005), S.ROE_2


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

Zurück Übersicht Seitenanfang Weiter