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Medienreaktionen

Westfalenpost vom 28.4.2005

Franz Müntefering: Wer sich aufregt, muss sich einmischen

SPD-Chef steht St.-Ursula-Schülern Rede und Antwort zum Thema "Traumjob Politiker?"

Attendorn. Die Atmosphäre in der Aula der St.-Ursula-Schulen erinnerte SPD-Chef Franz Müntefering gestern an die aktuellen Ereignisse im Bundestag im Zusammenhang mit dem Visa-Skandal: "Das sieht hier ja aus wie im Untersuchungsausschuss."

Sprach's und setzte sich auf den Sünderstuhl. Sorgen um seine politische Zukunft musste sich der SPD-Vorsitzende aber nicht machen. Inquisitorisch war das Verhör nicht. Eine Projektgruppe unter Leitung von Frank Kugelmeier befragte Müntefering zum Thema "Traumjob Politiker?"

Zögerlich seine Antwort, ob es ein Traumberuf sei. In die Wiege gelegt worden ist er ihm nicht. Er sei nur acht Jahre zur Schule gegangen, weil damals weiterführende Schulen noch Geld kosteten, seine Eltern allerdings ein Haus bauen wollten: "Sie meinten, ich könnte auch so ein guter Katholik werden."

Die Initialzündung für eine politische Karriere sei die Tatsache gewesen, dass die Stadt Sundern damals einem Kinobetreiber 100 Mark monatlich bezahlte, damit bestimmte Filme nicht gezeigt wurden: "Das hat mich aufgeregt, und wer sich aufregt, der muss sich einmischen."

Sich einzumischen empfahl er auch der heutigen Jugend: "Demokratie kommt nicht von alleine, jede Generation muss etwas dafür tun."

Natürlich wurde "Münte" auch auf die von ihm wieder begonnene Kapitalismus-Kritik angesprochen. Er bleibe dabei, die Ökonomie dürfe nicht das Primat des Handelns haben, vielmehr müsse die Ökonomie den Menschen dienen: "In diesem Zusammenhang stelle ich schon die richtigen Fragen."

Auch bei den Einkommen und Gehältern beobachte er Entwicklungen, die nicht mehr nachvollziehbar seien: "Dass ein Bankdirektor das Zehnfache einer Mitarbeiterin im Supermarkt verdient, verstehe ich noch, aber das Hundertfache oder Fünfhundertfache, das verstehe ich nicht mehr."

Westfalenpost, Nr.98 (28.4.2005), S.POEK3


Westfalenpost vom 28.4.2005

Müntefering und Politik als Traumjob

Attendorn. SPD-Chef Franz Müntefering besuchte gestern das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn. Eine Projektgruppe unter Leitung von Lehrer Frank Kugelmeier befragte ihn zum Thema "Traumjob Politiker?"

Zögerlich seine Antwort, ob es ein Traumberuf sei. Er sei nur acht Jahre zur Schule gegangen, weil damals weiterführende Schulen noch Geld kosteten, seine Eltern allerdings ein Haus bauen wollten: "Sie meinten, ich könnte auch so ein guter Katholik werden."

Westfalenpost, Nr.98 (28.4.2005), Lokalausgabe Olpe


©  Gunnar Steinbach (Westfalenpost), Hagen/Attendorn und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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