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Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 19.8.2005

Kurienkardinal Kasper zu Demokratie und Globalisierung

St.-Ursula-Schüler interviewten kirchlichen Würdenträger beim Weltjugendtag

  Walter Kardinal Kasper
Kurienkardinal Walter Kasper stellte sich in Düsseldorf am Rande des Weltjugendtages den Fragen der Schüler des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums.
 
Attendorn. Vor einigen Wochen befragten sie deutsche Spitzenpolitiker von Franz Müntefering bis Volker Kauder (die WR berichtete), jetzt gelang es einigen Schülern des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums sogar, einen Kardinal der römischen Kurie vor Kamera und Mikrofon zu bekommen.

Eigentlich hatten Julian Hageböck, Anna Carla Kugelmeier, Stefan Röben und Inga Schörmann, begleitet von ihrem Lehrer Frank Kugelmeier, am Rande des Weltjugendtages den Papst interviewen wollen. Dessen Terminkalender war jedoch voll. Gesprächsbereit zeigte sich Walter Kardinal Kasper. Der Leiter des "Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen" stellte sich am Mittwoch in Düsseldorf den - vorwiegend politischen - Fragen der Jugendlichen.

Er selbst, so der Kardinal, sehe sich zwar nicht als "Außenpolitiker des Vatikan", doch könne man Religion und Politik nicht immer ganz trennen. Das zeige sich beispielsweise an der kritischen Haltung, die Papst Johannes Paul II. gegenüber dem Irak-Krieg eingenommen habe: "Frieden ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein moralisches Problem. Da geht es um die Gerechtigkeit zwischen den Völkern."

Kritisch äußerte sich Kasper vor diesem Hintergrund zur Globalisierung. Wie überall gebe es hier Licht- und Schattenseiten. Neben dem Positiven, dass "die Grenzen zwischen den Völkern verschwinden", sehe er das Problem einer einseitig ökonomisch ausgerichteten Welt. Demgegenüber habe der verstorbene Papst immer auch die "Globalisierung der Solidarität" eingefordert.

Franz Münteferings (SPD) Kritik an bestimmten Auswüchsen des globalen Kapitalismus kann der Kardinal durchaus nachvollziehen: "Ein einseitiger, am Profit orientierter Kapitalismus ist im Grunde eine unethische Haltung. Da kommt etwas Gemeinsames bei dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei und den kirchlichen Anliegen zum Ausdruck. Das ist Gegenstand der kirchlichen Soziallehre."

Angesprochen auf die Frage, wie die hierarchische Struktur der katholischen Kirche mit den weltweiten Demokratisierungsprozessen zusammenpasse, bezog Kasper deutlich Stellung: Demokratie sei heutzutage die alleinig akzeptable Staatsform. Allerdings könne man sie nicht auf alle Lebensbereiche übertragen. Zum Beispiel könne man eine Armee und auch ein Wirtschaftsunternehmen nicht in dem Sinne demokratisch führen, dass man ständig alle Mitarbeiter befrage.

So sei auch die Kirche keine Demokratie. Das schließe allerdings Mitsprache und Mitbestimmung nicht aus. Im Gegenteil: Er könne sich eine Stärkung der Pfarrgemeinde- und Diözesanräte vorstellen. Im Übrigen habe er den Eindruck, dass der neue Papst in dieser Hinsicht auch die Prozeduren der Weltbischofssynode verbessern wolle.

Auf die Frage, welches Ziel er sofort verwirklichen würde, wenn er einen politischen Wunsch frei hätte, antwortete Walter Kasper nachdenklich. Seine ganz große politische Option sei die Solidarität mit den armen und unterdrückten Völkern. Wenn in Afrika Kinder verhungerten, während zugleich die Industrienationen nicht wüssten, was sie mit ihren überschüssigen Nahrungsmitteln anfangen sollten, dann sei das unverantwortlich. Der Kardinal wörtlich: "Das kann keine gerechte Welt sein."

Westfälische Rundschau, Nr.192 (19.8.2005), S.ROE_2.


Westfalenpost vom 19.8.2005

Diese Welt kann so nicht gerecht sein

Kardinal Kasper antwortet Ursula-Schülern

Der Artikel entspricht - wie auch der oben abgedruckte aus der Westfälischen Rundschau - im Wesentlichen der Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums.
Westfalenpost, Nr.192 (19.8.2005), S.POEA1.


Siegener Zeitung vom 30.8.2005

Schüler interviewten Kardinal

Kurienkardinal Walter Kasper äußerte sich kritisch über Globalisierungsfolgen

Auch dieser Artikel entspricht im Wesentlichen der Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums (s.o.).
Siegener Zeitung, Nr.201 (30.8.2005).


Der Dom vom 11.9.2005

Mahnen für Gerechtigkeit

Schüler des Erzbischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Attendorn interviewten Kurienkardinal Walter Kasper

Attendorn. Eigentlich wollten sie ja den Papst selbst interviewen. Stattdessen stand den Schülern des Erzbischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Attendorn Kurienkardinal Walter Kasper Rede und Antwort. Am Rande des Weltjugendtages befragten die Schüler im Rahmen eines sozialwissenschaftlichen Projekts den Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Zuvor hatten Lehrer Frank Kugelmeier und seine Schüler bereits deutsche Spitzenpolitiker wie Franz Müntefering und Volker Kauder vor dem Mikrofon. Hier ein Auszug aus dem vorwiegend politischen Interview mit dem Kardinal.

Es folgen - in gekürzter Fassung des Gesprächs - die Schülerfragen bzw. die Antworten des Kardinals zum Vatikan als politischer Institution, zur multikulturellen Gesellschaft, zu Franz Münteferings "Kapitalismus-Kritik" sowie zum Thema "Demokratie und Kirche".

Interview mit Kardinal Kasper
Kardinal Kasper gab Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums ein Interview.

Der Dom, Nr.37 (11.9.2005), S.39.


Schulinformationen Paderborn vom Dezember 2005

"Religion und Politik kann man nicht immer ganz trennen"

Attendorner Schüler im Gespräch mit Kurienkardinal Walter Kasper

Der Artikel zitiert die Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums (vgl. oben, Westfälische Rundschau)
Schulinformationen Paderborn, Nr.3 (3./4. Quartal), Dezember 2005, S.23f.


KED Kurier vom Winter 2005

"Religion und Politik kann man nicht immer ganz trennen"

Attendorner Schüler im Gespräch mit Kurienkardinal Walter Kasper. Aus der KED in Paderborn

Auch dieser Artikel zitiert die Pressemitteilung und bringt zudem zwei Fotos.
KED Kurier Winter 2005, Hrsg. Katholische Elternschaft Deutschlands, Landesverband NRW, S.14f.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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