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Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 31.10./1.11.2005

Büro für Hanseaten zu klein

Projektgruppe "Traumjob Politiker?" aus Attendorn besuchte den Europaabgeordneten Dr. Liese

Attendorn. Die Landtags- und die Bundestagswahl sind vorbei - so hatten die Schüler der Projektgruppe "Traumjob Politiker?" des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums endlich Zeit, auch einmal einen Blick über die deutschen Grenzen hinaus zu werfen. In Meschede interviewten sie jetzt den CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese.

  Im Gespräch
Die Projektgruppe aus Attendorn im Gespräch mit dem Europaabgeordneten.
Welchen Stellenwert die Europapolitik im Verhältnis zur nationalen Politik einnimmt, erfuhren die Jugendlichen sehr schnell: Das Büro des EU-Parlamentariers erwies sich als zu klein für sechs Personen, und so mussten sie ins benachbarte - größere - Zimmer des Bundestagsabgeordneten Friedrich Merz ausweichen.

Dort beantwortete Peter Liese dann über eine Stunde lang die zahlreichen Fragen. Warum ein Europaparlamentarier nicht so bekannt sei wie ein Bundes- oder Landtagsabgeordneter, wollten die Schüler als Erstes wissen. Liese hatte dafür eine plausible Erklärung: Das Gebiet, das er betreue, sei schließlich etwa zehnmal so groß wie das eines Landtagsabgeordneten.

Gleichwohl bemühe er sich, jede Woche vor Ort, im Sauerland, Siegerland und im Kreis Soest, präsent zu sein.

Im Übrigen werde das Europaparlament von der Bevölkerung leider weiterhin unterschätzt, obwohl es seit den siebziger Jahren viel an Kompetenzen hinzugewonnen habe. Dabei empfinde er die Arbeit in der EU insgesamt als viel befriedigender als in den deutschen Parlamenten mit ihren Parteizwängen und ihrer Fraktionsdisziplin. Im EU-Parlament komme es mehr auf die Sachthemen an. Liese wörtlich: "Wenn man in Berlin nicht zu den Top 20 gehört, wenn man nicht Minister oder Fraktionsvorsitzender ist, dann hat man weniger zu sagen als ein durchschnittlicher Europaabgeordneter, weil im Europäischen Parlament die Strukturen nicht so festgefahren sind."

Dass die Europäer um eine abgestimmte, gemeinsame Politik nicht herumkommen, steht für Liese außer Frage: "Ich habe die Verhandlungen über das Klimaschutzabkommen von Kyoto mitgemacht, und da hatte ich den Eindruck, dass die anderen auf Europa hören. Wenn da irgendeiner für sich alleine sprach, dann fand er kein Gehör. Wenn sich aber jemand im Namen der Europäischen Union äußerte, dann hörte die Welt auch zu. Deswegen ist die EU die einzige Chance für uns, die weltweite Politik zu beeinflussen. Als Deutsche allein schaffen wir das nicht, aber als Europäer - zusammen - schaffen wir es!"

Das Klonen von Menschen ist für Liese, den ausgebildeten Arzt und Humangenetiker, ein Tabu, ein Klonverbot deshalb sein dringlichstes politisches Ziel. Sein zweiter großer Wunsch ist, dass die Menschen Europa genauso ernst nehmen wie den Landtag und den Bundestag.
 

HINTERGRUND
Als Europäer anpacken
"Die EU ist die einzige Chance für uns, die weltweite Politik zu beeinflussen. Als Deutsche allein schaffen wir das nicht, aber als Europäer - zusammen - schaffen wir es!"
Der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese (CDU) im Gespräch mit den Attendorner Schülern
  ZUR PERSON
Seit zehn Jahren im EU-Parlament
Peter Liese wurde am 20. Mai 1965 geboren, wuchs in Ostwig auf. Nach Medizinstudium und Einsatz in Guatemala stellte er seine Doktorarbeit am humangenetischen Institut der Uni Bonn fertig. Danach arbeitete er zehn Jahre als Arzt in einer Kinderklinik und in einer Gemeinschaftspraxis. Seit 10 Jahren sitzt er im Europäischen Parlament in Brüssel und Straßburg.
  Peter Liese
Der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese

Westfälische Rundschau, Nr.253 (31.10./1.11.2005), S.ROE_3.


Westfalenpost vom 14.11.2005

In Europa kommt es auf die Sachthemen an

Traumjob Politiker? Peter Liese liebt seine Arbeit im EU-Parlament

Der Artikel variiert wie der oben zitierte aus der Westfälischen Rundschau eine Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums. Hier ein ergänzender Abschnitt:

[...] Kummer bereitet dem Abgeordneten, dass es mit der EU-Verfassung nach den negativen Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden nicht vorangeht. Ungerecht sei zum Beispiel, dass das Votum der Spanier, die zu über 80 Prozent für die Verfassung waren, nun gar nicht zähle. Liese plädiert deshalb für eine europäische Volksabstimmung, die überall am gleichen Tag durchgeführt werden solle und bei der ausschließlich das Gesamtergebnis zähle - ohne das Vetorecht einer einzelnen Nation. [...]

Westfalenpost, Nr.264 (14.11.2005), S.POEA1.


Sauerlandkurier vom 20.11.2005

Peter Liese stand jetzt Rede und Antwort

"Ursulinen" zu Gast bei Europaabgeordnetem

Auch dieser Artikel variiert wie die oben zitierten eine Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums. Hier die - ausführlichere - Schlusspassage:

[...] An Sachthemen, so Liese, mangele es nicht. Neben dem Umweltschutz beschäftigt er sich in den Gremien des Parlaments hauptsächlich mit den Chancen und Risiken der Gentechnologie. Das Klonen von Menschen ist für ihn, den ausgebildeten Arzt und Humangenetiker, ein absolutes Tabu, ein Klonverbot deshalb sein höchstes politisches Ziel.

Sein zweiter großer Wunsch ist, dass die Menschen Europa genauso ernst nehmen wie den Landtag und den Bundestag: "Dass sie nicht fragen: Bin ich dafür oder bin ich dagegen? Sondern dass sie sich genau wie bei den deutschen Parlamenten überlegen, für welche Richtung sie sich einsetzen wollen."

Sauerlandkurier vom 20.11.2005, S.9.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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