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Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 17.11.2005

Julia-Kristin Klein und Niklas Bein vor Ehrung

Plettenberg/Attendorn. "Traumjob Politiker", so heißt ein Projekt, mit dem eine Schülergruppe des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums gleich zwei erste Plätze bei internationalen Schülerwettbewerben erreichte. Am kommenden Freitag, 18. November, um 10.30 Uhr, wird die Siemens AG den Preis übergeben. Aus Plettenberg waren die beiden 17-jährigen Julia-Kristin Klein und Niklas Bein am Projekt beteiligt. Bein kann an der Ehrung allerdings nicht teilnehmen, da er derzeit in Brasilien ist. Außerdem wirkte Studienrätin Eva Jansen aus Plettenberg als Betreuerin mit.

Westfälische Rundschau (Ausgabe Plettenberg), Nr.267 (17.11.2005), S.RLP_3.


Süderländer Tageblatt vom 18.11.2005

Lafontaine, Rüttgers und Müntefering:
Ursel-Schüler löcherten Spitzenpolitiker

Projektgruppe des St.-Ursula-Gymnasiums gewann "Multimedia-Preis". Plettenberger beteiligt

Plettenberg. Wie viele Stunden er und seine Schüler in das Multimedia-Projekt "Traumjob Politiker?" investiert haben, kann Frank U. Kugelmeier, Oberstudienrat am Attendomer St. Ursula-Gymnasium, nicht mehr zählen. "Es müssen Hunderte gewesen sein", schätzt er, Nachtschichten inklusive. Gerade für die Schüler - mit Julia-Kristin Klein (17 Jahre) und dem gleichaltrigen Niklas Bein waren auch zwei Plettenberger mit dabei - sei es ein schmaler Grat gewesen, den Unterrichtsalltag mit Klausuren und Tests zu bewältigen und das "kleine Projekt" voranzutreiben.

  Team
Heute erhält die Projektgruppe, hier in München bei der Gratulation zum Sieg, einen 5.000-Euro-Scheck für die Arbeit "Traumjob Politiker?". Die Plettenberger Niklas Bein und Julia-Kristin Klein wirkten mit.
Von klein, wie Kugelmeier zu Beginn noch betonte, spricht inzwischen niemand mehr. Das Polit-Projekt entwickelte sich immer mehr zu einer Erfolgsgeschichte, die am heutigen Freitag um 10.30 Uhr mit der Verleihung des "Siemens Join Multimedia-Preises 2005" in der Schulaula ihren Höhepunkt erfährt. Leiter Kugelmeier, die beiden Plettenberger sowie die Schüler Kerstin Rüenauver (16), Jonas Warns (17), Stefan Röben (16) und die Studienrätin Eva Jansen dürfen einen Scheck im Gesamtwert von 5.000 Euro entgegennehmen.

Insgesamt hatten sich l.380 Teams aus 28 Ländern an dem Wettbewerb beteiligt. Die Konkurrenz schlief nicht, doch die Ursulinen waren den Mitbewerbern in ihrer Altersklasse mindestens eine Nasenlänge voraus. Auch in Österreich räumte die heimische Projektgruppe ab und gewann den "Media Literacy Award" des Bildungsministeriums.

Die S.000 Euro seien nur eine Zugabe, sagt Kugelmeier. Die größten "Geschenke" habe man bereits im Vorfeld erhalten. Mit Präsenten meint er Termine mit Spitzenpolitikern wie Franz Müntefering oder Oskar Lafontaine.

"Klotzen statt kleckern" lautete von Beginn an das Motto. Die Schüler richteten ihre Interview-Anfragen gleich an Bundes- und Landtagsabgeordnete, Minister, Parteichefs und Oppositionsführer. Das Erstaunliche für die Ursulinen: Die Politiker sagten beinahe ausnahmslos zu. "Mit so vielen positiven Antworten hatten wir nicht gerechnet, sicherlich spielten da auch die Wahlkampfzeit mit und die Erfolge, die wir mit den vorherigen Projekten wie 'Helden auf Abruf' hatten", so Kugelmeier.

Der Oberstudienrat erzählt gerne [davon] und kommt auf die "einmalige Geschichte" mit "Münte" im April diesen Jahres zu sprechen.

Als der seinerzeitige SPD-Parteivorsitzende und künftige Vizekanzler und Arbeitsminister das Attendorner Gymnasium betrat, habe Sicherheitsstufe l geherrscht. "Bereits am frühen Vormittag umschwirrte die Polizei das Schulgebäude. Gegen Mittag füllte sich der Schulhof. Ein Tross von Journalisten bevölkerte plötzlich die Flure. Pünktlich um halb eins war Müntefering da. Acht Minuten beim Schulleiter, dann der Gang zur Aula."

Nein, kein Statement, keine Wahlrede, nur geduldig und umfassend habe er die Fragen beantwortet; die Schüler der Zehnerklassen lauschten interessiert. Müntefering reihte - wie man ihn kennt - einen Hauptsatz an den anderen, balancierte zwischen Erklärungen zu politischen Begriffen und Zusammenhängen und erzählte Anekdoten aus dem Sauerland, aus seinem Heimatort Sundern.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Hartmut Schauerte hatte als einer der ersten zugesagt. Es folgten Gespräche mit Jürgen Rüttgers, Volker Kauder, Peer Steinbrück, Oskar Lafontaine und vielen mehr - 23 Spitzenpolitiker waren es insgesamt, dazu unzählige Wahlkampfstände, die man "abklapperte".

Konnten die Politiker nicht nach Attendorn kommen, so wurden sie von der Schülergruppe besucht. "Wir sind über 2.000 Kilometer gefahren, aber es hat sich gelohnt", beschreibt Frank U. Kugelmeier. Knapp 40 Stunden an Filmmaterial brachte man mit nach Hause. Die Aufzeichnungen wurden ausgewertet und in die Präsentation eingearbeitet. Zu den Interviews gesellen sich auf der circa 100 Megabyte starken CD Impressionen des Straßenwahlkampfes, Medienreaktionen auf das Projekt, ein Projekt-Tagebuch, Umfragen und vieles mehr. Diverse Ausarbeitungen zum Thema "Politik und Macht" und "Politik als schmutziges Geschäft" runden die Arbeit ab.

Die 5.000 Euro sind nach dem ganzen Aufwand ein warmer Regen. Neue Aufnahmegeräte, Computer und modernere Software sollen für die Schule angeschafft werden. Frank Kugelmeier und seine fünfköpfige Gruppe nehmen sich jedoch erst einmal eine Auszeit - die Teilnahme an einem gänzlich neuen Projekt wurde ausgeschlossen. Sie wollen sich wieder auf den Alltag konzentrieren, schließlich geht es für viele in die Oberstufe - und auf zwei Hochzeiten lässt es sich bekanntlich schlecht tanzen.

Süderländer Tageblatt v. 18.11.2005, 3. Lokalseite.


©  Patrick Wange (Süderländer Tageblatt), Plettenberg und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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