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Medienreaktionen

WDR-Hörfunk vom 18.11.2005

"Traumjob Politiker?"

Schüler des Attendorner Sankt-Ursula-Gymnasiums feiern: Erster Platz für internationales Multimedia-Projekt

Am 18.11.2005 sendete der WDR2-Hörfunk vormittags, etwas zeitgleich mit der Preisverleihung, eine Reportage über das Projekt "Traumjob Politiker?". - Zudem brachten die WDR-Lokalnachrichten Kurzmeldungen zur Übergabe des Preisgeldes.

[Anmoderation:] WDR 2, die Westzeit. - Sie haben gewonnen. Erster Preis. 5.000 Euro. Ruhm und Ehre für Attendorn! Die Schüler des dortigen Sankt-Ursula-Gymnasiums haben bei einem Multimedia-Wettbewerb mitgemacht. Thema: "Traumjob Politiker?". Dazu haben die Schüler wichtige Politiker befragt, haben die Interviews verfilmt, vertont, geknipst und auf CD gepresst. Während in Attendorn gerade Brause auf den Sieg getrunken wird, leitet uns Marcus Wegner jetzt durch das Werk.

[Intro-Musik.]

Stefan: Vorher hat man die Politiker eher als Maschinen wahrgenommen, die nur ihre politische Partei oder Richtung vertreten, aber dahinter stecken natürlich auch Privatpersonen, die auch Menschen sind mit ihren Problemen.

[Kommentar:] Mehr als ein halbes Jahr lang haben die 16-jährigen Schüler deutsche Spitzenpolitiker interviewt, entweder direkt an ihrer Schule, bei Wahlkampfveranstaltungen oder im Düsseldorfer Regierungsviertel. Die verschiedenen Interview-Orte haben die Schüler dann in ihr Multimedia-Projekt eingebaut. [Geräusche aus der Präsentation im Hintergrund: Telefonklingeln, Bundestagsgong.] Neben Videos der Gespräche kann man auf der CD-ROM den Arbeitsplatz der Politiker anklicken oder sich ganz allgemein über den Beruf des Politikers informieren. Mehr als 40 wurden interviewt. Kerstin war anfangs sehr beeindruckt vor den "hohen Tieren", wie sie sagt:

Jonas mit Trophäe Kerstin: Ich fand es sehr schwierig, Franz Müntefering zu interviewen. Man saß dann da und wurde von allen beobachtet. Das war einfach der "Höchste", den ich interviewt hab, und das fand ich extrem schwer.

[Kommentar:] Und in der Präsentation hört sich das so an:

[O-Ton aus der Präsentation:]

Kerstin: Haben Sie noch "Macht"? Ist die nicht längst in die Vorstandsetagen der Konzerne übergegangen?

Müntefering: Das ist natürlich eine ganz wichtige Frage, die wir im Moment ja auch ganz intensiv diskutieren: Was kann Politik und was darf Politik?

[Kommentar:] Was macht einen guten Politiker aus?, wollte Kerstin von Franz Müntefering wissen.

[O-Ton aus der Präsentation:]

Müntefering: Du musst davon überzeugt sein, dass das wichtig ist. Wer in der Politik dabei ist nur aus Routine, wer nicht den Impuls hat, etwas besser machen zu wollen, der sollte aufhören.

[Kommentar:] Umso mehr hat es die Schülerin überrascht, dass Müntefering einige Wochen später von seinem Amt zurückgetreten ist. - Viele Politiker antworteten sehr persönlich, so wie Oskar Lafontaine auf die Frage, ob er in seinem Beruf schon Fehler gemacht habe:

Lafontaine: Ich habe manchmal die Situation nicht richtig eingeschätzt und habe daher auch falsch geurteilt.

[Kommentar:] Es gab aber auch Politiker, die den Schülern standardmäßige Appelle mit auf den Weg gaben, so wie der Generalsekretär der NRW-CDU Jochen Reck:

[O-Ton aus der Präsentation:]

Reck: Nehmt eure Zukunft selbst in die Hand! Oder wollt ihr fremdbestimmt werden?

[Kommentar:] Unterstützt wurden die Schüler im Umgang mit den Politikern von Lehrer Frank Kugelmeier.

Kugelmeier: Ich hatte den Eindruck, dass bei den Politikern die Offenheit gegenüber den Schülern wesentlich größer war als beispielsweise bei Journalisten. So war die Offenheit und Ehrlichkeit recht groß.

[Wiederum die Intro-Musik als Untermalung.]

[Kommentar:] Mit ihrem multimedialen Porträt über den Politikerberuf haben die Schüler bei einem internationalen Wettbewerb den ersten Platz geschafft, - und das bei fast 1.400 Teilnehmergruppen aus ganz Europa. Der Umgang mit den Politikern hat die Schüler selbstbewusst gemacht, sagt Kerstin:

Kerstin: Am Anfang war man total nervös und dachte: Oh, den kenn ich nur aus dem Fernsehen! Aber mit der Zeit hat sich das gelegt. Man sah, dass es auch nur Menschen waren, mit denen man ganz normal reden konnte.

[Kommentar:] Trotz ihrer guten Erfahrungen mit den Politikern wollen die Schüler aber später dennoch nicht in die Politik gehen:

Anna Carla: Ich mag Politik, ich interessiere mich auch dafür, aber dass ich jetzt unbedingt sagen würde: Politiker werden, das nicht...

Jonas: Also, für mich ist es jetzt kein Traumjob.

Westdeutscher Rundfunk, Hörfunk, WDR2-Sendung "Westzeit" vom 18.11.2005, ca. 10.45 Uhr, hier zitiert nach:
http://www.journalist-wegner.de/arbeitsproben/hoerfunkbeitraege/radio2005/5104819715132232e.html


©  Marcus Wegner (Westdeutscher Rundfunk), Siegen und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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