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Medienreaktionen

Sonntags-Anzeiger vom 20.11.2005

Der Scheck zum Sieg

St.-Ursula-Schüler von Siemens belohnt

Attendorn. Sieben Monate lang haben sie für den europaweiten Siemens-Wettbewerb Join Multimedia harte Arbeit geleistet. Sie führten zahlreiche Interviews mit Spitzenpolitikern durch, recherchierten, starteten Befragungen und besuchten politische Einrichtungen.

  Scheckübergabe
Das Siegerteam des europaweiten Siemens-Wettbewerbs "Join Multimedia" und die Betreuer Frank U. Kugelmeier (re.) und Eva Jansen (hintere Reihe 2. v.l.) nahmen gestern [sic!] in Attendorn das Preisgeld von Jens-Uwe Schreiber, Leiter der Siemens-Niederlassung Siegen (hintere Reihe l.), entgegen (auf dem Foto fehlt Niklas Bein). Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Hartmut Schauerte (CDU, hintere Reihe re.) kam zur Preisverleihung ins St.-Ursula-Gymnasium.
Das Ergebnis, multimedial zu einer Präsentation mit dem Titel "Traumjob Politiker" verarbeitet, brachte dem fünfköpfigen Schülerteam den ersten Platz von 1.000 Teams aus 28 Ländern (der SWA berichtete). Im September wurden Julia-Kristin Klein (17), Stefan Röben (16), Kerstin Rüenauver (16) und Jonas Warns (17) bei Siemens in München bereits als Europasieger gefeiert (Niklas Bein (17) war nicht dabei, er weilt gerade ein Jahr in Brasilien). Am Freitag kam Jens-Uwe Schreiber, Leiter der Siemens-Niederlassung in Siegen, ins St.-Ursula-Gymnasium und überreichte den Schülern und der Schule symbolisch das Preisgeld von je 2.500 Euro. "Ich bringe euch zwar keinen Vorentwurf für einen Arbeitsvertrag mit, aber das, was ihr geleistet habt, wird euch im späteren Leben helfen. Ihr habt etwas angepackt und umgesetzt. Das Ergebnis zeugt von Können, Wissen, Kompetenz und Engagement."

Auch Schulleiter Peter Wiedemeier, der zuständige Dezernent der Stadt Attendorn, Reinhold Gabriel, und Susanne Wagenknecht, Referentin der Hauptabteilung Schule und Erziehung des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn, gratulierten den Schülern und ihren Betreuern Frank U. Kugelmeier und Eva Jansen.

In Kurzform wurde die Präsentation den Gästen, darunter MdB Hartmut Schauerte (CDU) und die Schüler der Klassen 10, am Freitag vorgeführt. Die Schülerinnen und Schüler sprachen u. a. mit MdB Hartmut Schauerte, dem früheren NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück, dem früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering und auch mit dem jüngsten Stadtratsmitglied von Attendorn, Christian Pospischil.

300 Schülerinnen und Schüler wurden zum Image der Politik befragt. Danach organisiert sich nur ein Bruchteil in Parteien oder Jugendorganisationen und Mädchen interessieren sich im Gegensatz zu den Jungen nur sehr wenig für Politik und politische Berufe. Deutlich kam dabei heraus, dass das Vertrauen in die Staatsführung fehlt, dass Politik oftmals ein schmutziges Geschäft sei und dass dort doch alle machen, was sie wollen. Als jüngstes Beispiel nannte Frank U. Kugelmeier das Verhalten Stoibers und Münteferings.

Dazu konnte MdB Hartmut Schauerte gleich Stellung [nehmen]: "Es ist nicht gut, wie sie reagiert haben. Solange wir gewählt sind, haben wir Dienst zu leisten und müssen Unangenehmes auch entgegennehmen." Die große Koalition, der er vier Jahre gibt, sei für ihn auch keine Wunsch-, sondern eine Verantwortungskoalition. Doch daraus müsse man nun etwas machen. Und genau für diese Aufgaben und nicht für die eigene Persönlichkeit brauche man Macht, um Dinge zum Wohle der Allgemeinheit bewegen zu können, wie jetzt am Beispiel Battenfeld gefordert sei.

Er habe immer Politiker werden wollen, gestand Schauerte, der in der nächsten Woche sein neues Amt antritt. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium oder als wirtschaftspolitischer Sprecher. Den Schülerinnen und Schülern riet er, sich zu engagieren. "Die Demokratie lebt davon, dass sich die junge Generation immer wieder neu einbringt. Es ist euer Land und wenn ihr euch nicht kümmert um die Fehler, die jetzt gemacht werden, müsst ihr sie tragen. Es ist eure Angelegenheit."

Sonntags-Anzeiger vom 20.11.2005, S.3/E.


©  Marianne Möller (Siegener Wochen-Anzeiger/Sonntags-Anzeiger), Siegen und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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