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Medienreaktionen

Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 24.11.2005

Saubere Sache ... oder schmutziges Geschäft?

ZEUS fragt Politiker nach ihren Zielen und Idealen

Warum sollten wir Kinder uns noch mit Politik beschäftigen? Diese Fragen habt ihr euch bestimmt auch schon gestellt. Zusammen mit meinem Lehrer versuchte ich deshalb eine Zeit lang Politiker (vor der Bundestagswahl) über ihre politischen Ziele zu befragen. Etwa Hans-Peter Kemper (61, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten).

Wir haben kürzlich eine Umfrage an unserer Schule gemacht. Darin gab ein Viertel der Befragten an, dass Politik ein "schmutziges Geschäft" sei, knapp die Hälfte fand diese Aussage immerhin teilweise richtig. Gerade 9 Prozent können sich vorstellen, selbst einmal in die Politik zu gehen, bei den weiblichen Befragten waren es sogar nur 5 Prozent. In einer politischen Partei oder Jugendorganisation sind lediglich 3 Prozent von etwa 280 Mitschülern, die wir befragten.

Was sagen Sie dazu, Herr Kemper?

Kemper: Ich glaube nicht, dass Politik ein schmutziges Geschäft ist, obwohl diese Behauptung immer sehr schnell Zustimmung findet. Jede Zeitung und jede Nachrichtensendung versucht das zu begründen und zu erhärten. Aber wenn man sich umsieht, bei Journalisten, bei Wirtschaftsbossen, in allen anderen Lebensbereichen, dann werden halt überall, wo Menschen am Werk sind, Fehler gemacht. In der Politik sind die Menschen deshalb nicht schlechter als im Rest der Bevölkerung, sondern genauso gut und genauso schlecht. Die Politiker sind Bevölkerung. Sie kommen aus der Bevölkerung, sie stehen in der Bevölkerung.

Wie würden Sie argumentativ für ein politisches Engagement Jugendlicher und junger Erwachsener werben?

Kemper: Es ist ganz wichtig, dass junge Menschen sich engagieren, weil die Fragen, die jetzt zu lösen sind, genau die Fragen sind, die über die Zukunft unserer Kinder und unserer Enkelkinder entscheiden. Wir müssen unsere Sozialsysteme stabilisieren. Wir müssen diesen Planeten erhalten. Wenn wir die Umwelt nicht schützen, fliegt unsere Erde irgendwann auseinander. Und wir müssen dafür sorgen, dass auch unsere Kinder und unsere Enkelkinder in einer friedlichen Gesellschaft aufwachsen - friedlich sowohl im Inneren unseres Landes als auch außerhalb. Das heißt, wir müssen alles daran setzen, Kriege zu vermeiden, nicht in Kriege verwickelt zu werden und alle Konflikte friedlich zu lösen. Das hat viel mit Sozialpolitik und Umweltpolitik zu tun.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr.273 (24.11.2005), S.WBO_7.


©  Carsten Horn (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), Essen/Attendorn und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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