Zurück Übersicht Seitenende Weiter

Zur Übersicht   Zur Übersicht

Medienreaktionen

Westfalenpost vom 21.2.2006

Für junge Männer Politik wichtiger als für Frauen

Studie der Projektgruppe am Ursula-Gymnasium bringt es an den Tag: Vertrauen in Politik nicht gänzlich abhanden gekommen

Attendorn. Welche Rolle spielt Politik im Bewusstsein junger Menschen? Verdienen Politiker ihrer Ansicht nach besondere Anerkennung? Sollte man sich selbst politisch engagieren? Oder ist Politik vielleicht doch eher ein schmutziges Geschäft?

Diesen und weiteren Fragen geht die Untersuchung "Jugend und Politik" nach, die jetzt von der Projektgruppe "Traumjob Politiker?" des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums vorgelegt wurde. Das Besondere der Studie: Sie wurde zeitgleich in Deutschland und in der Ukraine durchgeführt - außer in Attendorn auch an der Mohyla-Akademie in Kiew. 381 junge Leute im Alter von 15 bis 21 Jahren gaben hier und dort in einem identisch aufgebauten Fragebogen Auskunft über ihre Sicht der Dinge. Den Kontakt zu den Ukrainern hatten die Ursula-Schüler über das Internet hergestellt.

Dass die ukrainischen Schüler durch die "orangefarbene Revolution" vom Winter 2004/2005 erkennbar politisiert sind, verwundert nicht. Aber auch die befragten deutschen Jugendlichen sind politisch nicht "verdrossen".

So interessieren sich zum Beispiel für politische Meldungen in der Zeitung, im Radio oder im Fernsehen immerhin 30 Prozent der befragten Attendorner Schüler, 9 Prozent sogar "sehr". Mäßiges Interesse zeigen immer noch 59 Prozent. Dass Politik sie wenig oder gar nicht interessiert, erklären nur 11 Prozent.

Bemerkenswert ist allerdings die Schere zwischen den Geschlechtern: Während für 55 Prozent der männlichen Befragten Politik wichtig ist, gilt dies bei den weiblichen gerade mal für 17 Prozent.

Liegt die Wertschätzung der Politik recht hoch, so gilt dies nicht für deren Akteure, die Politiker. Der Auffassung, Politiker leisteten "einen wertvollen Dienst am Menschen", stimmen lediglich 14 Prozent der Attendorner Befragten zu, 30 Prozent lehnen sie rundheraus ab. Umgekehrt folgen 32 Prozent der Annahme, dass sich "Politiker doch nur für Macht, Einfluss und Geld interessieren". Auch hier gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: So erfreuen sich die Politiker bei den Schülern größerer Beliebtheit (22 Prozent) als bei den Schülerinnen (10 Prozent).

Interessant ist, dass bei aller Kritik an den Politikern das Vertrauen in die Politik nicht abhanden gekommen ist. "Wenn man sich politisch engagiert, kann man vieles zum Positiven verändern" - diese Auffassung teilt immerhin ein Drittel der Befragten. In diesen Zusammenhang passt auch die mehrheitliche Einschätzung, dass Frauen politisch inzwischen gleichberechtigt seien. Die Aussage, dass man "als Frau in der Politik keine Chance" habe, lehnen fast zwei Drittel der Befragten schlichtweg ab - interessanterweise ebenso viele männliche wie weibliche.

Bei aller grundsätzlichen Wertschätzung politischen Engagements ist allerdings kaum einer der deutschen Befragten bereit, selbst aktiv zu werden. Im Vergleich mit den deutschen Jugendlichen zeigen sich die ukrainischen aufgrund ihrer "Revolutionserfahrungen" aufgeschlossener. Für politische Nachrichten interessieren sich 69 Prozent (Deutsche im vergleichbaren Alter: 36 Prozent). Dass man durch Engagement etwas verändern kann, glauben 58 Prozent der Befragten (in Attendorn 35 Prozent). Und selbst Politiker zu werden können sich 38 Prozent vorstellen (Attendorn: 9 Prozent).

Am eklatantesten sind die Unterschiede zwischen den Nationen in der politischen Praxis. Während von den Attendorner Schülern gerade 11 Prozent bereits an einer Demonstration teilgenommen haben, sind dies bei den Befragten in Kiew 97 Prozent.

Westfalenpost, Nr.44 (21.2.2006), S.POEA2.


Westfälische Rundschau vom 23.2.2006

Für 23 Prozent ist Politik "ein schmutziges Geschäft"

Attendorn. Welche Rolle spielt Politik im Bewusstsein junger Menschen? Dieser Frage ging eine Projektgruppe des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums nach. Befragt wurden 381 junge Leute in Attendorn und Kiew. Dabei zeigten sich die ukrainischen Jugendlichen politisch deutlich aufgeschlossener. Für politische Nachrichten interessieren sich 69 Prozent (Attendorn: 36 Prozent). Während von den Attendorner Schülern nur elf Prozent schon einmal an einer politischen Demonstration teilgenommen haben, sind dies in Kiew 97 Prozent. Ein Rest Misstrauen gegenüber der Politik bleibt hier wie dort: Die Ansicht, dass Politik "ein schmutziges Geschäft" sei, vertreten in Attendorn 23 Prozent und in Kiew sogar 36 Prozent der Befragten.

Westfälische Rundschau, Nr.46 (23.2.2006), S.1. Die Meldung ist eine Vorschau auf den folgenden Artikel (s. u.).


Westfälische Rundschau vom 23.2.2006

Wertschätzung für Politik - aber nicht für Politiker

Studie zeitgleich am Attendorner St.-Ursula-Gymnasium und an [der] Mohyla-Akademie in Kiew

Attendorn. Welche Rolle spielt Politik im Bewusstsein junger Menschen? Verdienen Politiker besondere Anerkennung? Sollte man sich gar selbst politisch engagieren? Oder ist Politik vielleicht doch eher ein schmutziges Geschäft?

Diesen und weiteren Fragen geht die Untersuchung "Jugend und Politik" nach, die die Projektgruppe "Traumjob Politiker?" des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums vorgelegt hat. Das Besondere der Studie: Sie fand zeitgleich in Deutschland und in der Ukraine statt - außer in Attendorn auch an der Mohyla-Akademie in Kiew. Ingesamt 381 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren gaben hier und dort in einem identisch aufgebauten Fragebogen Auskunft über ihre politische Sicht der Dinge.

Dass die ukrainischen Schüler durch die "orangefarbene Revolution" vom Winter 2004/05 politisiert sind, verwundert nicht. Aber auch die befragten deutschen Jugendlichen sind politisch nicht so uninteressiert, wie es oft dargestellt wird.

So interessieren sich für politische Meldungen in den Medien 30 Prozent der befragten Attendorner Schülerinnen und Schüler, neun Prozent sogar sehr. Mäßiges Interesse zeigen 59 Prozent. Dass Politik sie wenig oder gar nicht interessiert, erklärten nur elf Prozent. Bemerkenswert: Während für 55 Prozent der Schüler Politik wichtig ist, gilt dies bei den Schülerinnen nur für 17 Prozent.

Liegt die Wertschätzung der Politik selbst noch recht hoch, so gilt dies nicht für die Politiker. Der Auffassung, Politiker leisteten "einen wertvollen Dienst am Menschen", stimmen nur 14 Prozent der Attendorner Befragten zu, 30 Prozent lehnen sie ab. 32 Prozent denken, dass sich "Politiker doch nur für Macht, Einfluss und Geld interessieren". Mehr als die Hälfte der Befragten ist zumindest teilweise dieser Auffassung. Offenbar erfreuen sich Politiker bei den Schülern größerer Beliebtheit (22 Prozent) als bei den Schülerinnen (10 Prozent).

Bei aller Kritik an den Politikern ist das Vertrauen in die Politik offenbar noch nicht abhanden gekommen. "Wenn man sich politisch engagiert, kann man vieles zum Positiven verändern" - diese Auffassung teilt immerhin ein Drittel der Befragten, über die Hälfte ist dieser Ansicht wenigstens teilweise. Nur 16 Prozent sind hier skeptisch.

Kaum einer der deutschen Befragten ist bereit, selbst politisch aktiv zu werden. Zwar fühlt sich ein gutes Drittel der jungen Leute von "mindestens einer" Partei gut vertreten, doch dort oder in einer politischen Jugendorganisation Mitglied sind gerade einmal sechs Prozent der männlichen und nur ein Prozent der weiblichen Befragten. Die Politik zum Beruf zu machen können sich nur neun Prozent vorstellen. Für 82 Prozent ist die[s] inakzeptabel.

Im Vergleich mit den deutschen zeigen sich die ukrainischen Jugendlichen politisch deutlich aufgeschlossener. Für politische Nachrichten interessieren sich 69 Prozent (Deutsche: 36 Prozent). Dass man durch politisches Engagement etwas verändern kann, glauben 58 Prozent der Befragten (in Attendorn 35 Prozent). Und selbst Politiker zu werden, können sich immerhin 38 Prozent vorstellen. Während von den Attendorner Schülern gerade einmal elf Prozent schon einmal an einer politischen Demonstration teilgenommen haben, sind dies in Kiew 97 Prozent.

Ein Rest Misstrauen gegenüber der Politik bleibt hier wie dort: Die Ansicht, dass Politik "ein schmutziges Geschäft" sei, vertreten in Attendorn 23 Prozent und in Kiew sogar 36 Prozent der Befragten.

Der Artikel variiert, wie auch der oben zitierte aus der Westfalenpost, eine Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums.
Westfälische Rundschau, Nr.46 (23.2.2006), S.ROE_1.


Sauerlandkurier vom 5.3.2006

Politikverdrossenheit oder Engagement?

St.-Ursula-Schüler verglichen das aktuelle Image der Politik in Attendorn und Kiew

Auch dieser Artikel folgt der Pressemitteilung des St.-Ursula-Gymnasiums.
Sauerlandkurier vom 5.3.2006, S.10.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

Zurück Übersicht Seitenanfang Weiter