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Medienreaktionen

Westfalenpost vom 15.3.2007

Die Kirche ist der größte Global Player

Schüler-AG sprach diesmal mit Geistlichen

Attendorn. Kirche und Politik - wie passt das zusammen? Dieser Frage ging jetzt die Schüler-AG "Traumjob Politiker?" des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums nach.

Anlässlich der Eröffnung der Misereor-Fastenaktion holte sich die Gruppe in Paderborn Infos aus erster Hand.

  Josef Sayer   Matthias König
  Prälat Josef Sayer, Misereor-Hauptgeschäftsführer.   Weihbischof Matthias König stand Rede und Antwort.
Für Professor Josef Sayer, den Hauptgeschäftsführer von Misereor, ist der Zusammenhang selbstverständlich: "Kirche ist eine Einrichtung, die von Jesus Christus gesandt ist, um für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt zu arbeiten. Das ist ein äußerst politischer Auftrag", erklärte er den Jugendlichen. Misereor werde deshalb im Jahr 2007 eine besondere politische Aktion starten - nämlich die 0,7 Prozent des Staatsbudgets einfordern, die eigentlich für Entwicklungshilfe vorgesehen seien. In Deutschland werde dieser Betrag, zu dem sich die westliche Welt verpflichtet habe, deutlich unterschritten. Deshalb sammle man derzeit Unterschriften, die am 2. Mai den in Berlin versammelten Finanzministern der großen Industriestaaten überreicht werden sollten - als Signal, die Armen der Welt im Blick zu behalten.

Auch Weihbischof Matthias König, der der Schülergruppe in einem längeren Interview Rede und Antwort stand, sieht keinen Widerspruch zwischen Kirche und Politik: "Warum ist Jesus damals ans Kreuz geschlagen worden? Unter anderem, weil er die bestehende Ordnung in Frage gestellt hat - die religiöse und, wie das die Herrschenden zumindest empfunden haben, auch die politische."

Ob man sich also als Kirchenvertreter auch in die aktuelle Tagespolitik einmischen dürfe, wollten die Schüler weiter wissen - mit Blick auf den Augsburger Bischof Mixa, der kürzlich die "Krippenpolitik" der Bundesfamilienministerin kritisiert hatte. Hier äußerte sich der Weihbischof zurückhaltend. Grundsätzlich solle sich jeder getaufte Christ in die Gesellschaft einbringen, auch politisch. Andererseits habe Papst Johannes Paul II. das geistliche Amt mit politischen Ämtern für unvereinbar erklärt. Ein "echter" Politiker dürfe ein Priester nicht werden.

Auch auf die Globalisierung und ihre Folgen für die Kirche kamen die Jugendlichen zu sprechen. Im Grunde genommen, so Weihbischof König, sei die Kirche selbst der größte "global player", da sie weltweit vernetzt sei. Gerade dies fordere ihr ein besonderes entwicklungspolitisches Engagement ab: "Eine Aufgabe der Kirche ist es, den Finger in die Wunde zu legen und zu sagen: Lasst die Armen nicht noch mehr an den Rand geraten!"

Die Entwicklungsarbeit der Kirche begrüßt auch Ute Koczy, grüne Bundestagsabgeordnete und entwicklungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Durch evangelikale Sekten, so erklärte sie den Attendorner Schülern, gebe es etwa in Nigeria viel "sozialen Unfrieden", der die Entwicklungsprojekte der Politik und der großen Kirchen beeinträchtige. Dass hingegen Hilfswerke wie Misereor ihre Berechtigung haben, steht für sie außer Zweifel: "Es wäre sehr schade, wenn sich die Kirche aus der Entwicklungsarbeit zurückziehen würde."

Kritischer beurteilt die grüne Abgeordnete freilich einzelne Äußerungen von Kirchenvertretern, etwa die Regensburger Rede von Papst Benedikt, die im islamischen Raum eine unverkennbar politische Wirkung gehabt habe: "Der Papst hat da einen Fehler gemacht. Es ist ihm zum Glück gelungen, ihn auszubügeln, aber da hing viel an einem seidenen Faden."

Westfalenpost, Nr.63 (15.3.2007), S.POEK4.


Westfälische Rundschau vom 15.3.2007

Kirche ist politisch - Priester keine Politiker

St.-Ursula-Schüler befragten Kirchenmänner und Politikerin

Die Meldung folgt, ähnlich wie die oben abgedruckte, weitgehend dem Wortlaut der Pressinformation des St.-Ursula-Gymnasiums.
Westfälische Rundschau, Nr.63 (15.3.2007), S.ROE_2.


Sauerlandkurier vom 28.3.2007

"Lasst die Armen nicht noch mehr an den Rand geraten!"

Attendorner Schüler recherchierten in Sachen "Kirche und Politik"

Auch diese Meldung folgt weitgehend dem Wortlaut der Pressemitteilung der Schule.
Sauerlandkurier vom 28.3.2007, S.20.


Der Dom vom 8.4.2007

Ewiges Leben als Festmahl

Attendorner Gymnasiasten fragten Weihbischof König nach Glaube und Politik

Kirche und Politik - wie passt das zusammen? Dieser Frage ging in den vergangenen Wochen die Schüler-AG "Traumjob Politiker?" des Attendorner Erzbischöflichen St.-Ursula-Gymnasiums nach. Anlässlich der Eröffnung der Misereor-Fastenaktion holte sich die Gruppe in Paderborn Informationen aus erster Hand. Die Fragen im Interview mit Weihbischof Matthias König stellten Anna Carla Kugelmeier und Kerstin Rüenauver.

Es folgen Ausschnitte aus dem Interview mit Weihbischof König. Fast vollständig übernommen sind die Abschnitte "Diesseits und Jenseits", "Kirche und Politik" und "Demokratie".

Interview mit Weihbischof König
Interview mit Weihbischof König (Mitte): Anna Carla Kugelmeier (links) mit Mitschülerinnen aus der Traumjob AG Attendorn.

INFO: Die Schüler-AG "Traumjob Politiker?" des Erzbischöflichen St.-Ursula-Gymnasiums in Attendorn besteht seit etwa zweieinhalb Jahren. Bekannt wurde sie durch ihre Interviews mit deutschen Spitzenpolitikern. Während des Weltjugendtags im Sommer 2005 stand der Gruppe sogar der römische Kurienkardinal Walter Kasper Rede und Antwort (der DOM berichtete). - Für ihre Gespräche und deren multimediale Aufbereitung wurde die Arbeitsgemeinschaft international mehrfach mit ersten Preisen ausgezeichnet, unter anderem beim europaweiten Wettbewerb "Join Multimedia" der Siemens AG, beim "Media Literacy Award" des österreichischen Bildungsministeriums, bei den "Netdays NRW" der nordrhein-westfälischen Landesregierung und beim "Young Active Citizens Award" des Europarats.

Der Dom, Nr.14 (8.4.2007), S.8f.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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