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Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 12.6.2007

Interview-Marathon beim Kirchentag

St.-Ursula-Teams befragten Prominenz beider christlicher Konfessionen und der Politik

Attendorn/Köln. Gleich zwei Schülerteams des St.-Ursula-Gymnasiums rückten mit Kamera und Mikrofon aus, um auf dem 31. Evangelischen Kirchentag in Köln prominente Geistliche und Politiker zu ihrem Glauben und zum Verhältnis von Religion und Politik zu befragen.

  Kardinal Lehmann im Gespräch
Auch Kardinal Lehmann stellte sich den Fragen der Attendorner Schüler.
Dass die interviewten Kirchenvertreter an ein Leben nach dem Tod glauben, stand dabei außer Frage. "Das ist für mich eine der Grundbotschaften des christlichen Glaubens", erklärte beispielsweise Fernsehpfarrerin Mechthild Werner. Kirchentagspräsident Reinhard Höppner sah dies genauso. Eine konkrete Vorstellung vom Jenseits habe er allerdings nicht: "Es gibt Dinge, die man sich erst vorstellen kann, wenn sie eingetroffen sind."

Weiter gestreut waren die Antworten der Politiker. Während sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) als einen "gläubigen Christenmenschen" bezeichnete und auch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) feststellte, "dass wohl irgendetwas von uns bleibt", erklärte Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen, sie sei noch immer auf der Suche nach dem, was sie glauben könne. Ähnlich formulierte es Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: Bei ihr sei der Glaube an das Jenseits je nach Lebensphase ganz unterschiedlich ausgeprägt.

Inwieweit sich Kirchenvertreter in die Politik einmischen dürften, fragten die Schüler weiter und machten ihre Frage am Beispiel des Augsburger Bischofs Walter Mixa und seiner Kritik an der Familienministerin fest. Deutliche Worte kamen hier vom Gastgeber des Kirchentags, dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Nikolaus Schneider. Wenn es um Tod und Leben der Menschen gehe, müsse ein Bischof sich einmischen. Doch wenn es darum gehe, ein sehr enges, einseitiges Familienbild zu stabilisieren, dann solle er sich dazu als "Mitbürger", nicht aber mit dem Anspruch des Bischofs äußern.

Auch der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, der als Gast auf dem Kirchentag weilte, ging auf Distanz. Natürlich habe jeder Bischof das Recht, seine Meinung zu sagen. Bischof Mixas Ansichten seien jedoch nicht repräsentativ für die Bischofskonferenz. Dass man die Politik der Bundesregierung hinterfrage, sei legitim. "Doch wäre es besser gewesen, das wäre ohne Polemik gesagt worden."

Unerwarteten Zuspruch erhielt der Augsburger Bischof hingegen von TV-Pfarrer Jürgen Fliege. "Ich bin zwar kein Parteigänger von Mixa, aber Mixa hat Recht. Er macht, wenn auch unpopulär, darauf aufmerksam, dass Familie in unserer Gesellschaft immer noch unter dem Diktat der Ökonomie steht."

Auf die Frage, welches politische Ziel er sofort verwirklichen würde, wenn er könnte, wünschte sich Kirchentagspräsident Höppner, das Millenniumsziel der Halbierung der Armut in der Welt bis zum Jahr 2015 tatsächlich zu erreichen. Kardinal Lehmann sprach sich für eine Demokratisierung Afrikas und die Beseitigung der dortigen Korruption aus. Wolfgang Thierse wollte für faire Veränderungen im Welthandel sorgen, und Kirchenpräses Schneider fügte hinzu: "Ich würde den Waffenexport unter strengste Kontrolle stellen."

Westfälische Rundschau, Nr.133 (12.6.2007), S.ROE_3.


Der Dom vom 24.6.2007

Interview-Marathon

Attendorner Schüler führten beim Kirchentag in Köln zahlreiche Gespräche mit Prominenten aus Kirche und Politik

Attendorn/Köln. Einen Prominenten nach dem anderen stellen sie zur Rede: Schüler des Erzbischöflichen St.-Ursula-Gymnasiums in Attendorn (Der DOM berichtete mehrfach). Jetzt nutzte die Interview-Projektgruppe um Lehrer Frank Kugelmeier die Gelegenheit beim Evangelischen Kirchentag in Köln, um gleich eine ganze Reihe von Prominenten aus Politik und Kirche und Gesellschaft unter anderem zum Thema Jenseits zu befragen.

Im Anschluss folgt der Bericht, wie auch der oben stehende der Westfälischen Rundschau, den Presseinformationen des St.-Ursula-Gymnasiums.

Thierse   Lehmann   Fliege
Als "gläubigen Christen- menschen" bezeichnet sich Bundestags- vizepräsident Wolfgang Thierse.   Karl Kardinal Lehmann distanzierte sich gegenüber den Atten- dorner Schülern von Bischof Mixas Äußerungen.   Jürgen Fliege sagte: "Bischof Mixa hat Recht."

Der Dom, Nr.25 (24.6.2007).


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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