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Medienreaktionen

Westfälische Rundschau vom 15.8.2007

Aktionstag zum Thema Globalisierung

UN-Jugenddelegierte Gäste am St.-Ursula-Gymnasium - Viegeners Bekenntnis zu Deutschland

Attendorn. "Globalisierung ist ein fast schon beängstigend facettenreiches Thema und es ist unsere Aufgabe, verantwortungsvoll damit umzugehen", erklärte Jonathan Mack, einer der beiden deutschen Jugenddelegierten bei der UN-Generalversammlung, gegenüber etwa 80 Schülerinnen und Schülern des St.-Ursula-Gymnasiums.

Am Montag machte er mit seiner "Kollegin" Marah Köberle, die sich momentan auf einer Tour durch Deutschland befinden, Halt am Attendorner Gymnasium. Am dortigen "Aktionstag Globalisierung" nahmen die Sozialwissenschaftskurse der Jahrgangsstufe 13 und der Leistungskurs der Stufe 12 teil.

Weil kaum ein Schüler wusste, was die Aufgaben der Jugenddelegierten sind, hielten Köberle und Mack zunächst einen kurzen Vortrag über die Geschichte der Vereinten Nationen (UN). "In der Generalversammlung sind wir zusammen mit den Jugenddelegierten der anderen Länder das 'Sprachrohr der Jugend' - deswegen sind wir hier und sammeln von euch Wünsche und Anregungen", erklärten die beiden Studenten. Im Oktober geht es für die beiden auf die große Reise nach New York, wo sie die deutsche Delegation begleiten und in verschiedenen Gremien mitarbeiten werden.

Um einen Einstieg in das Thema "Globalisierung" zu erhalten, referierte Niklas Bein von seinem Auslandsjahr in Brasilien und ging auf Probleme der Bevölkerung dort ein. Marah Köberle berichtete von ihrer Reise nach China, bei der sie die besondere chinesische Mentalität kennen lernte und auch einen Blick hinter die nach außen strahlenden Fassaden der "boomenden Wirtschaftsnation" werfen konnte.

Der verantwortliche Lehrer, Frank U. Kugelmeier, hatte Walter Viegener, Mitinhaber des Attendorner mittelständischen Unternehmens Viega, für die Veranstaltung gewinnen können. Viegener setzt auf den Standort Deutschland und wehrt sich bewusst dagegen, trotz einer Exportquote von rund 50 Prozent kostengünstig im Ausland zu produzieren: "Ich bin für 2.800 Mitarbeiter und deren Familien verantwortlich, da kann ich nicht einfach sagen, dass ich jetzt die Werke in Deutschland schließen will." Nur in den USA unterhält Viega eine eigene Fertigung, die derzeit ausgebaut wird.

Auch das Problem der Produktpiraterie sprach Viegener an und erklärte dabei eindrucksvoll, wie auch sein Unternehmen schon Opfer dieser illegalen Machenschaften geworden ist. "Trotz aller Stürme und Unwägbarkeiten werden wir weiter kämpfen. Und solange Blut in meinen Adern fließt, wird unsere Firma auch nicht an einen Großinvestor verkauft", machte Viegener energisch deutlich. Er schilderte auch Probleme, die deutsche Unternehmen hinsichtlich der Globalisierung zu lösen haben.

Im Anschluss an die Vorträge bildeten die Schüler Kleingruppen und erarbeiteten Plakate zu Themen wie "Die Globalisierungsfalle", "Armut und Migration", "[Ökologie] und Energie" oder "Kultur", die anschließend dem Plenum präsentiert wurden. Die beiden Jugenddelegierten nahmen diese Plakate mit und werden die Wünsche und Forderungen der Attendorner Schüler nun in New York an die richtigen Personen weiterleiten.

Westfälische Rundschau, Nr.188 (15.8.2007), S.ROE_3.


©  Henning Brinkmann (Westfälische Rundschau), Dortmund/Attendorn und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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