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Medienreaktionen

Westfalenpost vom 27.8.2008

Ulla Schmidt und der Kommunistische Bund

Schüler fühlten Ministerin auf den Zahn

Attendorn. Im Rahmen ihres vierstündigen Besuchs, der sie am Freitag ins Altenheim und ins Krankenhaus führte (wir berichteten), sprach Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eine halbe Stunde lang auch mit der Schüler-AG "Traumjob Politiker?" des St.-Ursula-Gymnasiums. Und dass sie es mit kundigen Interviewpartnern zu tun hatte, erfuhr die Ministerin sofort. Als sie über ihren politischen Werdegang in der SPD berichtete, hakten die Schüler ein: Sie habe sich doch 1976 für den Bundestag beworben, allerdings für den Kommunistischen Bund Westdeutschland.

Die Ministerin winkte ab. Das sei damals in der Studentenbewegung gewesen, und sie habe auch "nur ganz wenige Stimmen bekommen". Wie sie angesichts ihres politischen Werdegangs denn dann zur Linkspartei stehe, wollten die Schüler wissen. Hier zeigte Ulla Schmidt Flagge: "Ich halte die Linkspartei erstens für überflüssig und zweitens, was die Bundesebene angeht, für nicht koalitionsfähig."

Auch zu anderen Themen bezog die Ministerin Stellung. So sprach sie sich für ein striktes Rauchverbot in sämtlichen Gaststätten aus. Ausnahmen für Eckkneipen ließ sie nicht gelten.

Westfalenpost, Nr.200 (27.8.2008), S.POEK4.


Siegener Zeitung vom 29.8.2008

Ministerin stellte sich Fragen von Schülern

Bundesgesundheitsministerin zu Alkopops und Rauchverbot

Attendorn. "Wie stehen Sie zum Rauchverbot in Eckkneipen? Was halten Sie von Alkopops? Wie gehen Sie mit den Medien um? Was braucht man, um als Politikerin erfolgreich zu sein?" Zu diesen und vielen weiteren Fragen gab Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt bei ihrem Besuch in Attendorn (die SZ berichtete) Auskunft. Im Rahmen ihres Besuchs der Hansestadt, der sie unter anderem ins Liborius-Seniorenzentrum und ins Krankenhaus St. Barbara führte, sprach sie eine halbe Stunde lang auch mit der Schüler-AG "Traumjob Politiker?" des St.-Ursula-Gymnasiums.

  Ulla Schmidt im Gespräch
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt stellte sich in Attendorn den Fragen einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft des St.-Ursula-Gymnasiums.
Dass sie es mit kundigen Interviewpartnern zu tun hatte, erfuhr die Ministerin sofort. Als sie über ihren politischen Werdegang in der SPD und ihre Bundestagskandidatur 1990 berichtete, hakten die Schüler ein: Sie habe sich doch bereits 1976 für den Bundestag beworben, seinerzeit allerdings für den Kommunistischen Bund Westdeutschland. Die Ministerin winkte ab. Das sei damals in der Studentenbewegung gewesen, und sie habe auch "nur ganz wenige Stimmen bekommen". Ihre Ideale von einst seien allerdings auch ihre jetzigen: mehr Gerechtigkeit und Frieden.

Wie sie angesichts ihres politischen Werdegangs denn dann zur Linkspartei stehe, wollten die Schüler weiter wissen. Hier zeigte Ulla Schmidt deutlich Flagge: "Ich halte die Linkspartei erstens für überflüssig und zweitens, was die Bundesebene angeht, für überhaupt nicht koalitionsfähig."

Auch zu anderen aktuellen Themen bezog die Ministerin Stellung. So sprach sie sich für ein striktes Rauchverbot in sämtlichen Gaststätten aus. Ausnahmeregelungen für "Eckkneipen" ließ sie nicht gelten. Manchmal müsse man sagen: "So ist es jetzt!" Alles andere führe zu fruchtlosen Diskussionen. In anderen Ländern wie etwa Italien funktioniere das generelle Rauchverbot schließlich auch.

Ebenso forderte die Ministerin ein Verbot von Alkopops. Das Gefährliche sei, dass Jugendliche ebenso wie Erwachsene gar nicht einschätzen könnten, wie viel Alkohol in diesen Getränken sei.

Neben der Tagespolitik ging es in dem Schülergespräch aber auch um übergreifende Themen. Auf die Frage, was eine erfolgreiche Politikerin auszeichne, plädierte Ulla Schmidt für Standfestigkeit und "den Mut, Dinge umzusetzen". Auch müsse man "Menschen gern haben". Im Übrigen könne eine gewisse Gewandtheit im Umgang mit den Medien nicht schaden.

Am Schluss stand, wie üblich für die Interviews der Schüler-AG, die "Feen-Frage": Welches politische Ziel die Ministerin, falls sie bei der berühmten Fee einen (aber nur einen) Wunsch frei hätte, sofort umsetzen würde. Ulla Schmidt entschied sich bewusst für ein Ziel aus ihrem Ressort - eine Bürgerversicherung, "damit sich alle gerecht an der Finanzierung des Gesundheitswesens beteiligen."

Siegener Zeitung, Nr.202 (29.8.2008), S.7.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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