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Medienreaktionen

Westfalenpost vom 21.5.2009

Kandidaten stellten sich Jungwählern

Diskussion vor 400 St.-Ursula-Schülern

Attendorn. Erstmals stellten sich Attendorns vier Bürgermeisterkandidaten gestern gemeinsam einer größeren Gruppe von Jungwählern. Vor etwa 400 Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 12 des St.-Ursula-Gymnasiums mussten sich Uwe Beul (SPD), Wolfgang Hilleke (parteilos), Dieter Hundt (CDU) und Rita in der Weide (B'90/Grüne) in einer knapp zweistündigen Diskussionsveranstaltung bewähren.

Moderiert wurde die Kandidatenvorstellung ausschließlich von Schülern. Die Mikrofone teilten sich die Mitglieder des Sozialwissenschaften-Grundkurses der Jahrgangsstufe 12, Teilnehmer der Schüler-AG "Traumjob Politiker?" sowie die der Schule zugehörigen Vertreter des Attendorner Jugendparlaments.

Unter den Schülern waren viele Erstwähler, denn bei einer Kommunalwahl darf bereits mit 16 Jahren abgestimmt werden.

Westfalenpost, Nr.118 (21./22.5.2009), S.POEK1.


Westfalenpost vom 21.5.2009

Kandidaten im Kreuzverhör: Uwe Beul entschuldigt sich

Schüler befragten Bewerber ums Bürgermeisteramt / Themen: Jugendpolitik, Sicherheit

Attendorn. Rita in der Weide (Grüne) will die Rolle der Frauen in der Politik stärken, Dieter Hundt (CDU) die Zeichen für Arbeit und Wirtschaft auf Vorfahrt stellen. Wolfgang Hilleke (parteilos) möchte sich abseits vom politischen Gezänk "auf die Dinge konzentrieren, die den Bürgern wichtig sind", während Uwe Beul (SPD) eine Zukunftswerkstatt im Auge hat, in die alle Bürger, junge und alte, ihre Ideen für eine lebenswerte Stadt einbringen können.

  Gesprächsrunde
Gut vorbereitet, selbstbewusst, rhetorisch gewandt: Anna Carla Kugelmeier hatte die Gesprächsrunde mit Uwe Beul, Wolfgang Hilleke, Rita in der Weide und Dieter Hundt fest im Griff.
Im Ursula-Gymnasium mussten sich die Attendorner Bürgermeister-Kandidaten gestern Morgen in einem knapp zweistündigen Wechselspiel aus Einzelbefragungen, geleiteten Podiumsgesprächen, Schlagfertigkeitsübungen und eingespielten Filmtrailern bewähren. 400 Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 hörten genau zu, während die Interviewer, vornehmlich Schüler des Grundkurses Sozialwissenschaften und der AG "Traumjob Politiker?", sich bestens vorbereitet zeigten und die Kandidaten gezielt befragten. So wurde Uwe Beul auf die SPD-Attacken gegen Wolfgang Hilleke angesprochen. "Das war ein Fehler", sagte der sozialdemokratische Bewerber. "Dafür kann ich mich nur entschuldigen." Hilleke sei aber definitiv nicht sein Angstgegner. Die Attacke des Stadtsportverbandschefs Rüdiger König gegen ihn selbst bewertete Beul dagegen entspannt: "Das Echo war positiv für mich. Die Menschen in Attendorn können die Kritik von Herrn König nicht nachvollziehen."

Die Jugendlichen, darunter viele Jungwähler (bei der Kommunalwahl darf man schon mit 16 Jahren wählen), waren natürlich gespannt darauf, was die Kandidaten zur Sicherheit in der Stadt sagen würden. "Immerhin hat Rivius-Schulleiter Böckeler seine Schüler davor gewarnt, sich nachts in der Innenstadt aufzuhalten", so Diskussionsleiterin Anna Carla Kugelmeier (16). "Schlägereien gibt es in jeder Stadt", befand Rita in der Weide. "Wenn man sich zurückhält, passiert einem auch nichts."

Dieter Hundt hingegen forderte, die Arbeitszeiten der Stadtwächter und Sicherheitsdienste besser auf die Gefahrenlage abzustimmen: "Gerade im Sommer sollte nachts am Marktplatz und in der Ennester Straße regelmäßig patrouilliert werden." Auch Uwe Beul sprach von einem Gefühl der Angst und Unsicherheit in der Stadt: "Die Polizeipräsenz muss erhöht werden, die Polizisten müssen wieder auf die Straße gebracht werden."

Und dann das Thema Jugend; was denn die Herren und die Dame für die Jugend in Attendorn zu tun gedächten, wollte Anna Carla Kugelmeier wissen. Konkrete Antworten gab es nicht, alle vier Bewerber verwiesen fairerweise auf die durch die Wirtschaftskrise angespannte Finanzlage der Stadt, die kaum Spielraum für neue Projekte lasse.

"Für Jugendliche ab 14 Jahren aufwärts fehlt allerhand in der Stadt", so Wolfgang Hilleke. Er wolle sich bemühen, Dinge voranzubringen, die nicht viel kosten: "Die Stadt kann zum Beispiel Konzerte organisieren." Dieter Hundt will das Jugendparlament stärken und das Jugendamt nach Attendorn holen: "Außerdem setze ich mich dafür ein, dass in der Waldenburger Bucht ein eintrittsfreier Badeplatz eingerichtet wird." Auch Uwe Beul will ein eigenes Jugendamt in Attendorn, denn das werde die Stadt voranbringen: "Und am Biggesee kann ich mir eine Mountainbikestrecke und in der alten Post eine Diskothek vorstellen." Rita in der Weide setzt dagegen auf die Eigenverantwortung der jungen Menschen: "Die Jugend muss aufstehen und sagen, was sie will. Der Bürgermeister kann helfen, diese Träume durchzusetzen."

Westfalenpost, Nr.118 (21./22.5.2009), S.POEK2.


Westfalenpost vom 21.5.2009

Ein guter Wahlkampf

Vier Bewerber sorgen für Höchstspannung

Der Bürgermeister-Wahlkampf in Attendorn hat Ausmaße angenommen, wie man sie in der Kommunalpolitik nicht kennt. Die vier Kandidaten verfügen über eigene Internet-Auftritte (Wolfgang Hilleke bloggt sogar, d. h. er berichtet regelmäßig aus seinem Privatleben), sie "beglücken" Vereinsfeiern und kulturelle Veranstaltungen mit ihrer Anwesenheit, sie werden aber auch, im Stile von Fernseh-Talkshows a la Maybritt IIIner, zu Diskussionsrunden und politischen Foren eingeladen, die es früher auf kommunaler Ebene gar nicht gab.

Die gestrige Veranstaltung im St.-Ursula-Gymnasium war unterhaltsam, informativ und pfiffig aufgezogen. In einem Zwischenteil mussten die Kandidaten auf die Frage "Sollte man den Mond asphaltieren?" ihre Schlagfertigkeit beweisen. Und siehe da: Vor 400 Zuhörern derart unter Druck gesetzt, bewiesen alle vier Bewerber mehr oder weniger Humor. Und sie unterließen es, die Konkurrenten zu attackieren oder gar zu beleidigen. Denn der bisherige Wahlkampf hat gezeigt, dass persönliche Attacken nur dem Bewerber schaden, dessen Lager sie aussendet.

Die Attendorner Bürger können froh sein, einen solchen Wahlkampf zu erleben. Nicht nur, weil ein Austausch der Argumente stattfindet. Viel wichtiger ist - eine Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl - die Ausstrahlung und persönliche Eignung der Kandidaten. Und davon kann man sich auf den vielen politischen Veranstaltungen in diesem Jahr bestens ein Bild machen.

Westfalenpost, Nr.118 (21./22.5.2009), S.POEK2.


Westfälische Rundschau vom 21.5.2009

Westfälische Rundschau, Nr.118 (21./22.5.2009), S.ROE_1 bzw. ROE_2.
(Seit dem 16.5.2009 ist der dem Kreis Olpe zugehörige Lokalteil der Westfälischen Rundschau mit dem der Westfalenpost identisch.)


©  Hubertus Heuel (Westfalenpost), Attendorn und
Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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