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Medienreaktionen

Westfalenpost vom 4.9.2009

Provozierende Schildbürger

Attendorner Gymnasiasten boten ihre Wählerstimmen in Köln zum Kauf an

Attendorn/Köln. Mit einer provokanten Offerte zur Bundestagswahl zogen Attendorner Gymnasiasten durch die Kölner Innenstadt. "Verkaufe meine Wählerstimme gegen Gebot: Meine Stimme für Sie! Mindestgebot Erststimme 20 Euro, Zweitstimme 50 Euro", lautete ihr Angebot.

  Felix
"Verkaufe meine Wählerstimme gegen Gebot!" Damit provozierten Attendorner Gymnasiasten.
Mehrere junge Erstwähler aus Attendorn im Kreis Olpe warben in Köln mit Pappschildern für ihre ganz spezielle "Geschäftsidee". Sie gaben vor, nicht zu wissen, wen sie am 27. September wählen sollten. Anstatt aber gar nicht zur Wahl zu gehen, boten sie ihre Stimme lieber für Geld an.

Schildbürgerstreich der besonderen Art

Dieser Schildbürgerstreich ging auf eine Idee von Schülern des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums und ihres Lehrers Frank Kugelmeier zurück. Sie wollten die Reaktionen der Menschen in der Fußgängerzone testen. Neben den "Schildträgern" waren deshalb auch ein gutes Dutzend Mitschüler dabei, die die Vorübergehenden vor laufenden Kameras befragten.

Die Reaktionen waren höchst unterschiedlich. Sie reichten von Kopfschütteln über ungläubiges Staunen bis hin zur Belustigung. Mehrere Passanten zeigten sich aber auch empört: So könne man sein Wahlrecht nicht missbrauchen. Einige äußerten zudem Bedenken, ob das Verkaufsangebot rechtlich überhaupt zulässig sei.

Verständnis für junge Leute

Überraschend war jedoch, dass viele Fußgänger durchaus Verständnis für das Verhalten der jungen Leute zeigten. "Du kannst meine Stimme gleich mitverkaufen", war eine gängige Antwort. "Die Parteien versuchen doch sowieso, uns mit Luftballons, Kugelschreibern und roten Rosen zu ködern und uns so zu kaufen", erklärte ein Passant. Da sei die Idee, seine Stimme selbst anzubieten, nur konsequent.

Mehrere Fußgänger ließen ihrem Politikverdruss freien Lauf. So berichtete ein junger Mann, dass er gerade an einem Wahlkampfstand um ein Exemplar des Parteiprogramms gebeten habe. Der Wahlhelfer habe ihm aber nur bunte Flyer mit vielen Bildchen anbieten können. Daraus lasse sich ersehen, dass die Wähler nicht ernst genommen würden.

Besondere Würze durch Rüttgers

Ein älterer Herr lobte die Aktion der Schüler ausdrücklich: Sie öffne den Menschen die Augen dafür, dass die Politik immer mehr Bürgern gleichgültig werde.

Trotz allen Zuspruchs gab es allerdings niemanden, der tatsächlich eine Stimme abkaufen wollte. Als "Schildbürger" Felix deswegen zum Wahlkampfstand der Grünen ging, erhielt er eine klare Absage: "Wir brauchen Deine Stimme nicht zu kaufen. Uns wählen genug Leute", hieß es dort.

Besondere Würze erhielt das Projekt dadurch, dass während der Schüleraktion Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Peter Kurth, Oberbürgermeister-Kandidat der Kölner CDU, in der City ihre Abschlusskundgebung zur Kommunalwahl abhielten.

Neben den Kameras präsentiert

So konnten die Schüler dem OB-Kandidaten, der am Rande der Veranstaltung Rosen verteilte, gleich ein Statement zu ihrer Aktion abringen. Und Schild-Bürger Alexander gelang es sogar, sich unmittelbar neben Jürgen Rüttgers den Kameras der Presse und des Fernsehens zu präsentieren.

Ein Video-Zusammenschnitt wird ab nächster Woche im Internet auf YouTube im Kanal "Sozialwissenschaften" zu sehen sein.

Westfalenpost, Nr.206 (4.9.2009), S.POEK5.
Hier zitiert nach der Fassung "Gymnasiasten bieten ihre Wählerstimmen zum Kauf an" im Internet-Portal "Der Westen", dem die Westfalenpost zuarbeitet. In "Der Westen" wurde zusätzlich zu dem Bericht eine Fotostrecke mit neun Aufnahmen der "Schild-Bürger" eingestellt.
URL: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/attendorn/2009/9/4/news-131843811/detail.html


Westfälische Rundschau vom 4.9.2009

Westfälische Rundschau, Nr.206 (4.9.2009), S.ROE_5.
(Seit dem 16.5.2009 ist der dem Kreis Olpe zugehörige Lokalteil der Westfälischen Rundschau mit dem der Westfalenpost identisch.)


Siegener Zeitung vom 5.9.2009

"Wählerstimme zu verkaufen"

Gymnasiasten warben mit einer ungewöhnlichen "Geschäftsidee"

"Verkaufe meine Wählerstimme gegen Gebot! Meine Stimme für Sie! Mindestgebot: Erststimme 20 Euro, Zweitstimme 50 Euro!" – Mit dieser Offerte zur anstehenden Bundestagswahl sahen sich jüngst die Passanten in der Kölner Innenstadt konfrontiert. Mehrere junge Erstwähler warben so, behängt mit einschlägig beschrifteten Pappschildern, für ihre "Geschäftsidee". Sie gaben vor, nicht zu wissen, wen sie wählen sollten, und wollten deshalb, bevor sie gar nicht zur Wahl gingen, ihre Stimme lieber zu Geld machen.

Natürlich war die Offerte nicht ernst gemeint, sondern im Sinne des Wortes ein Schild-Bürgerstreich. Die Aktion ging auf eine Idee von Schülern des Attendorner St.-Ursula-Gymnasiums und ihres Lehrers Frank Kugelmeier zurück, die auf diese Weise die Reaktionen der Wahlbürger testeten. In der Fußgängerzone hielten sich deshalb nicht nur die Schildträger, sondern auch ein gutes Dutzend Mitschüler auf, die die Vorübergehenden vor laufenden Kameras befragten.

Die Reaktionen waren naturgemäß höchst unterschiedlich. Sie reichten von Kopfschütteln über ungläubiges Erstaunen bis Belustigung. [...]

Felix   Jana
Auf höchst unterschiedliche Reaktionen trafen die Attendorner Gymnasiasten auch am Stand von Bündnis 90/Die Grünen in Köln.   Als "Schild-Bürger" war-ben die Attendorner für ihre "Geschäftsidee".

Trotz allen Zuspruchs gab es allerdings niemanden, der einem der Schildträger dessen Stimme tatsächlich abkaufen wollte. Als "Schild-Bürger" Felix deswegen eigens am Wahlkampfstand der Grünen vorstellig wurde, erhielt er eine klare Absage: "Wir brauchen deine Stimme nicht zu kaufen. Uns wählen genug Leute!"

Eine besondere Würze erhielt das Projekt dadurch, dass während der Schüleraktion NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Peter Kurth, der Oberbürgermeister-Kandidat der Kölner CDU, in der City Wahlkampf abhielten. So konnten die Schüler dem inzwischen gescheiterten OB-Kandidaten, der am Rande der Veranstaltung Rosen verteilte, gleich ein Statement zu ihrer Aktion abringen. Und "Schild-Bürger" Alexander gelang es sogar, sich unmittelbar neben Jürgen Rüttgers den Kameras der Presse und des Fernsehens zu präsentieren.

Ein Video-Zusammenschnitt des Projekts ist seit dem 3. September im Internet auf YouTube im Kanal "Sozialwissenschaften" zu sehen (www.youtube.com/user/Sozialwissenschaften).

Der hier nur ausschnittweise wiedergegebene Bericht folgt, wie auch die oben zitierten, einer Pressemitteilung der Schule.
Siegener Zeitung, Nr.206 (5.9.2009), S.9.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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