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Kurzinterview

Karin Möhle   Karin Möhle,
Jahrgang 1962,
CDU-Mitglied,
Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft
"Frauen in der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA)"

Frauen und Politik

Frau Möhle, welche Eigenschaften sollte man haben, um in der Politik erfolgreich zu sein?

Man müsste Ideal und Praxis vereinen. Von der Praxis her betrachtet muss ein guter Politiker, eine gute Politikerin durchsetzungsfähig sein, schnell, klar Probleme erkennen und Lösungen suchen können. Idealerweise sollte er bzw. sie, da man häufig Unterstützung braucht, mit allen Gruppen harmonisch und an der Sache orientiert zusammenarbeiten. Das ist aber leider in der Praxis nicht unbedingt der Fall.

Müssen Frauen die "besseren Männer" sein, um in der Politik bestehen zu können?

Nein. Frauen sollten sich einfach bewusster sein, dass sie aufgrund ihrer Qualitäten häufig die besseren Politiker sind.

Also glauben Sie, dass einige männliche Politiker besser wären, wenn sie Frauen wären?

CDA-Stand in Hannover Nein, so überspitzt würde ich das nicht sagen. Ich denke aber, wenn es mehr Frauen in der Politik gäbe, hätten wir auch eine bessere Politik, weil Frauen einfach oft die besseren Ideen haben und sich, wenn sie sich ihrer Sache etwas sicherer wären, auch gut durchsetzen könnten.

Heißt das, Sie wären zum Beispiel für eine Bundeskanzlerin?

Vom Grundsatz her ja.

Wie sollten sich Frauen in der Politik verhalten?

Frauen sollten sich viel stärker parteilich engagieren, in die Parteien hineingehen. Denn nur durch Mitgliedschaft verändere ich die entsprechende Politik in den Parteien. Darüber hinaus sollten sie sich für Ämter in den Parteien zur Verfügung stellen, egal in welcher Lebenssituation sie stehen. Kinder oder Pflege oder was auch immer sind nämlich längst kein Hinderungsgrund, in der Politik tätig zu werden. Männer nehmen auf solche Dinge keine Rücksicht. Hingegen versuchen Frauen immer alles miteinander zu vereinen. Ich denke, dass es für politisch aktive Frauen durchaus Wege gibt, Kinder und Politik zu vereinbaren.

Was halten Sie in diesem Zusammenhang von der Frauenquote?

Ich persönlich empfinde sie als äußerst wichtig. Wir haben überall dort, wo es keine Frauenquote gibt, eine gewachsene "Männerquote". Und ich glaube, dass wir Frauen es sonst leider Gottes so schnell nicht erreichen werden, dass wir entsprechend unserem Anteil in der Gesellschaft auch an politischen Ämtern beteiligt werden.

Das Interview wurde am 25.5.2005 in Hannover auf dem Evangelischen Kirchentag geführt. Die Fragen stellte Kerstin Rüenauver.


©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2005-2010

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