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Die Rolle des Konsumenten in der Marktwirtschaft

Fallbeispiele zum Verbraucherschutz

Aufgabe

Erläutern Sie an den folgenden Fallbeispielen jeweils die Pflichten bzw. Rechte von Verkäufer und Käufer!

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Fallbeispiele zum Verbraucherschutz

Disco-Queen Lilly Lama sucht ein ausgefallenes Mitbringsel für eine Party ihres Freundes Manni Mustermann. Sie konsultiert Szene-Händler Rocky Rakete, der ihr eine schräge CD der Underground-Gruppe "Speedy" empfiehlt. "Absolut grell!", versichert er ihr. "Direktimport! Die führt hier in der Stadt bestimmt kein anderer Laden." - Lilly greift zu, erleidet allerdings auf der Party einen Heulkrampf: Auch ihre Konkurrentin Susi Solo hat Manni Mustermann die "Speedy"-CD mitgebracht...

Dies stört Manni Mustermann allerdings wenig; er hat ganz andere Sorgen: Sein toller Geländewagen, den er vor zwei Wochen aus Altbeständen der Bundeswehr gekauft hat, steht mit einem Getriebeschaden in der Garage. Und dies, obwohl der Army-Shop-Händler doch mit der "Unverwüstlichkeit derartiger Fahrzeuge" geworben hat...

Indessen bringt Herr Egon Mustermann, Mannis Vater, eine einen Tag zuvor erworbene Unterhose ins Geschäft zurück und weist darauf hin, dass das Hüftgummi der Hose, wie er beim Auspacken und Anziehen habe feststellen müssen, total ausgeleiert sei. Die Geschäftsinhaberin, Frau Kurzrock, lehnt jedoch eine Rücknahme der Ware mit der Bemerkung ab, Unterwäsche sei - wie auch auf mehreren im Laden aushängenden Schildern deutlich stehe - aus hygienischen Gründen vom Umtausch grundsätzlich ausgeschlossen...

Nachdem Herr Mustermann den Laden verlassen hat, studiert Frau Kurzrock die soeben eingetroffene Geschäftspost. Darunter befindet sich auch ein Schreiben der Firma Tunix, die dringend davor warnt, die von ihr gelieferten Jeanshosen-Modelle "Night Rider" weiterhin zu verkaufen, da sich in den Textilien bei einem Nachtest giftige Abfallstoffe eines Färbemittels hätten nachweisen lassen. 'Na, so schlimm wird's schon nicht sein', denkt sich Frau Kurzrock und legt ein zusätzliches Exemplar der Hosen ins Schaufenster. Dies sieht die zufällig vorbeikommende Lilly Lama. Sie kauft das Exemplar auf der Stelle...

Am Nachmittag bekommen die Mustermanns Besuch aus der Schweiz: den reichen Erbonkel Bruno Blattgold. Er schenkt der 13-jährigen Meta Mustermann 400 Euro mit dem Hinweis, sie möge das Geld bitte für später "auf die hohe Kante legen". Meta kommt diesem Wunsch auch nach, zweigt allerdings 198 Euro für einen Chemiebaukasten ab, den sie seit langem ersehnt. Fröhlich geht sie, während die Verwandtschaft noch beim Nachmittagskaffee sitzt, ins Spielwarengeschäft Knall, erwirbt den Kasten und probiert einige der beschriebenen Experimente im nahe gelegenen Park auch gleich aus. Leider ist Meta ungeübt: Durch eine ungeplante Explosion bringt sie zwei uralte Eichen zu Fall, die der Länge nach in den Ententeich schlagen...

Variante

Familie Saubermann bekommt Besuch aus Amerika: die reiche Erbtante Dorette Dollar. Sie schenkt dem 13-jährigen Kurti Saubermann 300 Euro mit dem Hinweis, er möge dieses Geld bitte in englische bzw. amerikanische Bücher investieren. Kurti kommt diesem Wunsch auch nach, zweigt allerdings 198 Euro für ein Fernsteuer-Flugzeug ab, das er sich schon lange gewünscht hat. Fröhlich geht Kurti, während die Verwandtschaft noch beim Nachmittagskaffee sitzt, ins Spielwarengeschäft Splitter, erwirbt das Modell und probiert es auch gleich vor dem Laden aus. Leider ist Kurti ungeübt: Das Flugzeug "landet" in der Schaufensterscheibe der benachbarten Boutique Grell...

Während die Handwerker noch mit dem Einsetzen einer neuen Fensterscheibe beschäftigt sind, betritt das Geschäft der bekannte Exzentriker Timo Tick, der für eine seiner berüchtigten Partys eine geeignete Abendgarderobe benötigt. Die Boutiquenbesitzerin Gesine Grell rät ihm zu dem Modell "Neon". "Absolut super!", versichert sie ihm, "das trägt hier in der Stadt bestimmt kein anderer!" - Timo Tick greift zu. - Auf der Party erleidet er allerdings einen Heulkrampf: Auch Exzentriker Hugo Tack trägt ein "Neon"-Modell...

Ein anderer Partygast, der sich bei Timo Tick ein Stelldichein gegeben hat, ist Wilma Wieneu, die Inhaberin eines Second-Hand-Shops für Kindermoden. Kinder wachsen bekanntlich schnell aus ihrer Kleidung heraus; was liegt da näher, als die kaum benutzten Stücke an andere Kinder bzw. deren Eltern weiterzuverkaufen? - Auch Frau Saubermann gehört zu Wilma Wieneus begeisterten Kundinnen; jedenfalls bis zu dem Tag, als sie entdecken muss, dass eine soeben für Kurti erworbene Jeanshose mit unterschiedlich langen Hosenbeinen ausgestattet ist...

Während Frau Saubermann bei Wilma Wieneu reklamiert, begibt sich ihr Mann mit einer zwei Wochen zuvor gekauften elektrischen Zahnbürste ins Fachgeschäft ELEKTRO-SCHLAG, um einen herstellungsbedingten Defekt zu melden. Er möchte gerne sein Geld wiederhaben; der Händler, Herr Schlag, will dies jedoch nicht akzeptieren, da das Gerät inzwischen benutzt sei...

Nachdem Herr Saubermann den Laden verlassen hat, studiert Herr Schlag die soeben eingetroffene Geschäftspost. Darunter befindet sich auch ein Schreiben der Firma Ofenschuss, die dringend davor warnt, Modelle ihres Elektrorasierers HaarEx 2000 weiterhin zu verkaufen, da sich bei einem Nachtest Sicherheitsmängel gezeigt hätten. 'Na, so schlimm wird's schon nicht sein', denkt sich Herr Schlag und legt ein zusätzliches Exemplar des Rasierers ins Schaufenster. Dies sieht der zufällig vorbeikommende Hugo Tack. Er kauft das Exemplar auf der Stelle...


Originaltext   -   ©  Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2003-2010.