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2. Beobachtungen

Es wurde bereits angedeutet, dass im Rahmen des "Schwarzweiß"-Projekts eine Fülle empirischer Daten erhoben wurde: teils auf Beobachtungsformularen, teils mit Hilfe von Fragebögen, teils fotografisch bzw. im Film, teils als Audioaufzeichnungen.

Der Übersichtlichkeit halber mussten wir diese Daten für die vorliegende Dokumentation allerdings drastisch reduzieren, will heißen: Wir mussten aus dem vorhandenen Material auswählen. Dass dies nicht unproblematisch ist, ist uns bewusst. Wir verweisen deshalb an dieser Stelle ausdrücklich auf unser Video-Tagebuch, das in sieben Filmsequenzen neben den hier "nur" schriftlich niedergelegten Beobachtungen auch einige andere Aspekte des Experiments beleuchtet. Weitere Facetten bieten sicherlich die im Anhang dokumentierten Medienreaktionen auf das "Schwarzweiß"-Projekt.

Aus Gründen des Persönlichkeits- bzw. Datenschutzes sind in der folgenden Dokumentation die Namen aller Versuchspersonen des Experiments verschlüsselt. Statt Klarnamen tragen die Probanden lediglich Kürzel, wodurch sie sich zwar innerhalb der Dokumentation eindeutig zuordnen lassen, zugleich aber die Anonymität der Akteure gesichert ist.

Die Nummerierung der Versuchspersonen (VP) folgt keinem System; ihre Reihenfolge wurde zufällig ermittelt.

VP1:  männlich, schwarz
VP2:  weiblich, schwarz
VP3:  weiblich, weiß
VP4:  männlich, weiß, nach Feldwechsel schwarz
VP5:  weiblich, schwarz (Abbruch am 3. Tag)
VP6:  weiblich, schwarz
  Beobachtungsbögen
Beobachtungsbögen auf der Brüstung der Empore.
VP7: weiblich, schwarz VP8: weiblich, schwarz VP9: weiblich, schwarz, nach Feldwechsel weiß VP10: weiblich, weiß, nach Feldwechsel schwarz VP11: weiblich, weiß VP12: weiblich, schwarz VP13: männlich, schwarz VP14: männlich, schwarz VP15: weiblich, schwarz VP16: männlich, weiß VP17: weiblich, schwarz VP18: weiblich, schwarz (Abbruch am 3. Tag) VP19: weiblich, weiß, nach Feldwechsel schwarz VP20: weiblich, schwarz (Abbruch am 2. Tag) VP21: weiblich, weiß VP22: weiblich, weiß (Abbruch am 2. Tag) VP23: männlich, schwarz VP24: weiblich, schwarz VP25: weiblich, schwarz VP26: weiblich, schwarz (Abbruch am 2. Tag) VP27: weiblich, schwarz, nach Feldwechsel weiß (Joker) VP28: weiblich, schwarz VP29: weiblich, schwarz, nach Feldwechsel weiß VP30: weiblich, schwarz VP31: weiblich, weiß VP32: weiblich, weiß, kein Feldwechsel (Joker) VP33: weiblich, schwarz VP34: männlich, weiß VP35: männlich, schwarz, nach Feldwechsel weiß VP36: weiblich, weiß

2.1 Auslosung

  Auslosung
Schulleiter Peter Wiedemeier, Klassenleiter Wolfgang Dröpper und Versuchsleiter Frank U. Kugelmeier während der Auslosung.
Am Anfang des Experiments stand die Auslosung der "schwarzen" und "weißen" Versuchsteilnehmer. Zu diesem Zweck versammelten sich alle Probanden am Donnerstag, dem 16.3.2006, gegen 13.45 Uhr in Aula der Schule - und hier zunächst im schwarzen Feld.

Außer den Versuchspersonen selbst waren das Leitungsteam und einige Hilfskräfte anwesend. Auch Kamerateams von RTL und WDR fanden sich ein, um die ersten Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zu filmen.

Die Probanden standen gespannt im Halbkreis um den Versuchsleiter, der 36 Briefumschläge bereithielt. Diese enthielten Zettel mit den simplen Zuordnungen "Du bist weiß!" oder "Du bist schwarz!"

Nach und nach wurden die Versuchspersonen alphabetisch aufgerufen, erst die weiblichen, dann die männlichen. Händchen haltend und Daumen drückend warteten die Umstehenden jeden Losentscheid ab. Da vor dem Experiment fast jeder Proband angegeben hatte, auf alle Fälle schwarz werden zu wollen, überraschte es ein wenig, dass sich viele vor Glück in die Arme fielen, als sie einen Zettel mit der Zuweisung zum weißen Feld gezogen hatten. Vor allem VP3, VP11 und VP32 fielen durch Jubelschreie und Umarmungen auf, sobald sie realisiert hatten, dass sie "reich" sein würden.

Auf der anderen Seite gab es aber auch Personen, die sich freuten, als sie ihr angegebenes Ziel, schwarz zu werden, erreicht hatten. Hierzu gehörten vor allem VP9 und VP25.

Auffällig war die Anspannung der Probanden. Hier - und auch bei der zweiten Auslosung am Samstag - registrierten wir beträchtliche Nervosität, zitternde Hände beim Öffnen der Umschläge, mitunter auch ein "Vordrängeln", um die Entscheidung möglichst schnell hinter sich zu bringen.

Punkt 14 Uhr lagen die Zuordnungen dann endgültig fest, und so begannen sich die Versuchsteilnehmer auf den ihnen zugewiesenen Feldern einzurichten.


©  St.-Ursula-Gymnasium Attendorn 2006-2010

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