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Rahmenbedingungen und Regeln

Das sozialwissenschaftliche Experiment "Schwarzweiß" richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen. Es thematisiert das Zusammentreffen von "Armen" und "Reichen" in folgender Versuchsanordnung:

Szenario

  1. Die Aula des St.-Ursula-Gymnasiums und ihre Nebenräume werden in ein "weißes" und ein "schwarzes" Feld geteilt. Die Grenze zwischen beiden Feldern ist mehr oder weniger virtuell. Sie besteht aus Stellwänden, Stellgittern und Flatterband.
  2. Dem "schwarzen" (= "armen") Feld im vorderen Teil der Aula ist eine eher karge Ausstattung zugeordnet: eine Toilette, eine Dusche, ein kleiner Küchenraum (mit Zwei-Flammen-Herd), einige Bananenkisten (als Möbel), eine elektrische Mini-Kühlbox (ca. 15 Liter) sowie "einfache" Grundnahrungsmittel für fünf Tage (Dosengerichte u. ä., Nudeln, Reis, Kartoffeln, Graubrot, Margarine, eine Sorte Wurstaufschnitt, Schnittkäse, Äpfel, Birnen, Salz, Zucker, Mineralwasser).
  3. Im "weißen" (= "reichen") Feld im hinteren Teil der Aula befindet sich die folgende - komfortablere - Einrichtung: zwei Toiletten, zwölf Duschen, zwei Schlafräume, eine Kochnische (mit Zwei-Flammen-Herd, evtl. Mikrowelle, Kaffeemaschine u. ä. sowie Lüftungsanlage), eine Sitzgruppe (Couchelemente), Stühle, Tische, Regale, mindestens zwei Kühlschränke mit Gefrierfach (je ca. 120 Liter), Radio, CD-Spieler, Fernseher (mit Videorekorder), zwei Computer (ohne Internet-Zugang) sowie vielfältige Nahrungsmittel für fünf Tage (Dosengerichte, Tiefkühlkost u. ä., Nudeln, Reis, Kartoffeln, Weißbrot, Graubrot, Brötchen, Butter, Margarine, verschiedene Sorten Wurstaufschnitt, Schnittkäse, Tomaten, Paprika, Gurken, Äpfel, Birnen, Mandarinen, Bananen, Salz, Zucker, Ketchup, diverse Gewürze, Cola, verschiedene Obstsäfte, Mineralwasser u. v. m.).
  4. Beide Felder verfügen allerdings nicht über Betten. Schlafplätze müssen sich die Versuchspersonen selbst einrichten.

Zusätzliche Materialien

  1. Schlafutensilien (Schlafsack, Kopfkissen, Iso-Matte, Luftmatratze, Liege, aber keine Schlafmöbel!), Kleidung zum Wechseln sowie Hygieneartikel (Seife, Zahnbürste usw.) bringen die Versuchspersonen selbst mit. Toilettenpapier wird gestellt. Küchengeschirr und -besteck stehen nach Absprache bereit.
  2. Zwingend ist, dass alle Versuchspersonen - mindestens - ein weißes und ein schwarzes T-Shirt dabei haben.
  3. Darüber hinaus können die Versuchspersonen Nahrungsmittel ihrer Wahl (spezielles Obst, Schoko-Riegel, Chips usw.) mitnehmen. Sie müssen diese Nahrungsmittel allerdings vor Versuchsbeginn im weißen Feld (d. h. zur Verfügung der "Reichen") ablegen und dürfen später als "Arme" nicht darauf zugreifen!
  4. Auch dürfen die Versuchspersonen Handys, MP3-Player u. ä. mit sich führen. Diese Gegenstände sind allerdings zunächst unbedingt bei den Betreuerinnen zu deponieren. Verfügen dürfen die Versuchspersonen darüber nur, falls sie dem weißen Feld zugewiesen sind.
  5. Die Mitnahme von Büchern bzw. von Karten- und/oder Brettspielen ist nur in begrenztem Umfang und nur nach Rücksprache mit dem Versuchsleiter gestattet.
  6. Dass während des gesamten Versuchs Alkohol- und Rauchverbot besteht, versteht sich von selbst.

Verlauf

  1. Zu Versuchsbeginn (Donnerstag, 16.03.06, 13.45 Uhr) werden die Versuchspersonen dem schwarzen und dem weißen Feld per Losentscheid zugeordnet. Auf dem weißen Feld sollen sich etwa 10 bis 12, auf dem schwarzen etwa 20 bis 24 Versuchspersonen aufhalten.
  2. Schwarzweiß Sofort nach Bekanntgabe des Losentscheids begeben sich die Versuchspersonen mit ihrem Schlafzeug, ihrer Ersatzkleidung und weiteren erlaubten Utensilien (vgl. Pos. 5 bzw. 9) auf ihr Feld. Dort legen die Versuchspersonen für die Dauer des Experiments umgehend das ihrer Farbe zugeordnete T-Shirt an (es muss als "Erkennungszeichen" gegebenenfalls über Pullover, Sweat-Shirt usw. gezogen werden).
  3. Während der folgenden fünf Tage (bis Dienstagmorgen, 21.03.06, 7.00 Uhr) müssen sich die Versuchspersonen "rund um die Uhr" auf dem ihnen zugewiesenen Feld aufhalten. Im Klartext: Sie dürfen - bis auf eine Ausnahme (vgl. Pos. 16) - weder auf das andere Feld wechseln noch gar die Aula bzw. das Schulgelände verlassen.
  4. In der gesamten Versuchszeit müssen sich die Teilnehmer des Experiments selbst organisieren. Das heißt beispielsweise, dass sie frei entscheiden können (bzw. müssen), wann gekocht oder geruht wird.
  5. Die "Weißen" dürfen - allerdings auf eigene Rechnung - ihre Nahrungsmittel durch Dienste von außen (Pizzaservice, Cafeteria) ergänzen, die "Schwarzen" nicht.
  6. Etwa zur Mitte der Versuchszeit (Samstag) tauschen je drei Personen des weißen und des schwarzen Feldes ihre Rollen, das heißt, sie wechseln die Felder. Auch hierüber entscheidet das Los. Für die neuen "Weißen" gelten dann ab sofort alle bekannten Privilegien, für die neuen "Schwarzen" alle genannten Einschränkungen.
  7. Während der Versuchszeit ist es zwar nicht erlaubt, das Feld der anderen Gruppe zu betreten, doch darf mit den Vertretern der anderen Farbe durchaus kommuniziert werden.
  8. Nicht erlaubt ist es, den Vertretern der anderen Farbe etwas zu schenken. Auch das Verleihen von Gegenständen ist nicht gestattet. Allerdings darf sehr wohl getauscht werden. Dies geschieht jedoch ausschließlich zu vorher festgelegten Zeiten und wird von den Betreuerinnen überwacht. Pseudo-Tauschaktionen, die einer Alimentierung gleichkommen (z. B. "ein Sack Mandarinen gegen ein Stück Toilettenpapier"), sind unzulässig!
  9. Verstöße gegen die Spielregeln, insbesondere gegen die Positionen 5 bis 18, sind den Betreuerinnen bzw. dem Versuchsleiter unverzüglich anzuzeigen. Diese entscheiden gegebenenfalls über die Disqualifikation von Versuchspersonen.
  10. Selbstverständlich darf der Versuch jederzeit abgebrochen werden. Ein "vorübergehender" Abbruch mit anschließender Rückkehr ist allerdings nicht möglich.
  11. Personen, die disqualifiziert werden oder die das Experiment abbrechen, nehmen umgehend am planmäßigen Unterricht teil.

Dokumentation

  1. Die Versuchspersonen erklären sich damit einverstanden, dass sie im Rahmen der Experimentalanordnung hin und wieder mündlich oder schriftlich zu ihren Reaktionen/Empfindungen befragt und dass die Befragungsergebnisse in mehreren Facharbeiten bzw. im Internet dokumentiert werden.
  2. Sie erklären sich ferner damit einverstanden, dass aus dem gleichen Grund auch audiovisuelle Aufzeichnungen von dem Versuch angefertigt werden.

Notfallvorsorge

  1. In Notfällen stehen die Betreuerinnen sowie der Versuchsleiter als Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus sind während des gesamten Versuchs zusätzliche erwachsene Aufsichtspersonen in unmittelbarer Nähe erreichbar (Lehrer, Hausmeisterehepaar). Der Versuchsleiter verfügt (auch nachts) über ein eigenes Zimmer im Schultrakt; die Betreuerinnen haben ebenfalls einen eigenen Raum unmittelbar neben den Versuchspersonen im Aulatrakt.
  2. Bei dem Versuch werden selbstverständlich die Brandschutzbestimmungen eingehalten. Die Aula enthält Feuerlöscher in ausreichender Zahl; auch ein Notausgang steht zur Verfügung. Darüber hinaus besitzen die Betreuerinnen einen Universalschlüssel. - Notrufe können über die Handys der Betreuerinnen oder über das Haustelefon im Küchenraum der "Schwarzen" abgesetzt werden.

Sonstiges

  1. Die Empore der Aula wird teilweise für die audiovisuelle Aufzeichnung des Versuchs benutzt. Besuchern steht sie nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Versuchsleiter offen.
  2. Vor Beginn des Experiments (d. h. am Donnerstagmorgen) sowie im Anschluss daran (am Dienstagmorgen) findet Unterricht nach Plan statt.
  3. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden von Donnerstag auf Dienstag von der Anfertigung von Hausaufgaben freigestellt. Am Dienstag sollten keine Klassenarbeiten geschrieben werden.
  4. Für die Beschaffung der Grundnahrungsmittel wird ein pauschaler Kostenbeitrag von etwa 15 bis 20 Euro pro Versuchsperson (für die gesamten fünf Tage) eingesammelt.
  5. Das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten ist unbedingte Voraussetzung für die Teilnahme.

Zu dem Versuch anmelden können sich nur Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen. Sie benutzen dafür den eigens hierfür konzipierten Meldebogen. Bei mehr als 30 Bewerbungen muss gegebenenfalls das Los über die Teilnahme entscheiden.


©  St.-Ursula-Gymnasium Attendorn 2006-2010

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